Mittwoch, 3. September 2014

Ich lehne mich zurück und guck ins tiefe Blau, schließ die Augen und lauf einfach geradeaus.

(Peter Fox, Haus am See)

 

An Ohrwurm a day keeps the doctor away? Hoffentlich! Bin gestern über diesen Beitrag von inerlime gestolpert und sehr ins Grübeln gekommen, denn diese Fragen kenne ich auch. Natürlich hatte ich auch sofort Rilkes Herbstgedicht (hallo Maribey) im Kopf, das mich ebenfalls seit vielen Jahren begleitet.

Und dann dröhnte es in voller Lautstärke in meinem Kopf los: „Und am Ende der Straße steht ein Haus am See …“ und ich war ganz unverhofft glücklich. Ja. Leben passiert. Jeden Tag. Schönes und weniger Schönes. Es liegt (zu einem gaaaaaanz großen Teil) an uns, an unserer inneren Einstellung, wie wir es sehen, wie wir damit umgehen. Klingt vereinfacht, ist es aber gewiss nicht. Ich lehne mich zurück und guck ins tiefe Blau, schließ die Augen und lauf einfach geradeaus. Immer wieder und immer wieder. Und stolpere über die Katze. Klar. 😉

 

5 Kommentare zu “Mittwoch, 3. September 2014

  1. Oh, danke Dir für das rebloggen. Freut mich sehr 🙂 Ja, sowas kann auch nachdenklich machen. Ich kenne das Lied, auch den Text, ein schönes Bild. Mein Leben hab ich viele Jahre einfach durch Weitergehen gestaltet. Irgendwann merkte ich, dass ich damit nichts aufbaue. Ich lebte im Moment. Lang bevor das modern wurde. Aber – es blieb (mir) nichts. Leute, die Kinder bekamen, haben später Kinder. Vielleicht mal Enkel. Leute, die Häuser bauten, haben später mal ein Haus. Und so weiter. Mir fehlt, was zu haben, auf/ in/ neben etwas zu stehen, was ich aufgebaut habe. Wo ich es so schreibe, kommt der Gedanke, ob das nicht auch was mit Lebenszyklen zu tun hat. Vielleicht ist der Mensch einfach darauf angelegt, zu expandieren. Sich zu entfalten. Ich las mal einen guten Satz: Leben ist nicht Zuwachs. Es ist Entfaltung. So meine ich es auch. So eine Familie, so ein Haus (oder oder) – wenn das aus einer inneren Freude entstanden ist – das hat eine erdenden Kraft. Das verwurzelt mit dem Leben. Find ich. Nun kann ich das ja schön sagen. Ich hab ja (noch) nichts davon gemacht. Nur eines weiß ich gewiss – Ich würde später auch gern da sitzen, wenn nicht mit Enkeln, dann mit Freunden …in dem Haus … am See …

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    • Ich versteh dich. Die Frage ist doch dann: was hast DU (statt: was hast du NICHT). Materiell, immateriell. Nein, das ist nicht leicht, nicht nur auf das zu schauen, was einem fehlt, die Angst vor der Zukunft zuzugeben, die dann immer mitschwingt (z. B. irgendwo allein, vergessen und krank in der Ecke zu hocken). Alles real. Also, die wichtige Frage, wer/was hält dich? Wer/was trägt dich?

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  2. Das sind gute Fragen. Am Abend, vor dem Einschlafen, frage ich mich stets, was war der schönste Moment des Tages. Dann sag ich ..“der … ah, … und der …. und der war auch schön … und der …“ .. will sagen, auf einmal schießen sie wie Pilze aus dem Boden … wenn man mal den Fokus drauf legt … 🙂

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