Deckenburg – Montag, 20. Oktober 2014

Today I’m tired of being an adult. If you need me, I’ll be in my blanket fort, reading.

(Abwandlung, ja.)

 

„Cresce raised the cothone; the deep pipe of mourning sent the announcement of death across the marshes.

Then the mists closed about her completely. Softly, from the other sides of the mists, a cothone began to play.

How long she listened, she never knew. Its voices were deep, melding layer upon layer of fanfares across the marshes. Sitting breathless, motionless on her horse, she heard fanfares for the death of men and animals mingling with phrases from the winter rituals of Jazi. Slowly the salutes to death came to an end. Only the seventh pipe, with a rich, husky timbre she had never heard before, still sang through the mists. It troubled her, stirring things in her she felt she should have remembered but could not. She did not remember lifting her own cothone. But suddenly she was playing it in answer to the wild, unfamiliar music, while she guided her horse deeper into the marshes trying to find the other side of the mists.“

(aus: Patricia McKillip, A Matter of Music – aus: Harrowing the dragon)

 

„Cresce hob den Cothon, die tiefe Pfeife der Trauer schickte die Ankündigung des Todes über die Sümpfe.

Dann schlossen sich die Nebel völlig um sie. Sanft begann von der anderen Seite der Nebel aus ein Cothon zu spielen.

Wie lange sie lauschte, erfuhr sie nie. Seine Stimmen waren tief, verschmolzen Fanfaren Schicht um Schicht über den Sümpfen. Während sie atemlos, bewegungslos auf ihrem Pferd saß, hörte sie Fanfaren zum Tod von Menschen und Tieren, gemischt mit Phrasen aus den Winterritualen aus Jazi. Langsam endeten die Salute an den Tod. Nur die siebte Pfeife sang noch mit einem reichen, rauchigen Timbre, das sie nie zuvor gehört hatte, durch die Nebel. Sie beunruhigte sie, rüttelte Dinge in ihr wach, an die sie, wie sie empfand, sich erinnert haben sollte aber nicht konnte. Daran, dass sie ihren eigenen Cothon erhoben hatte, entsann sie sich nicht. Aber plötzlich spielte sie als Antwort auf die wilde, unvertraute Musik, während sie ihr Pferd tiefer in die Sümpfe lotste, um die andere Seite der Nebel zu finden.“

(Meine eigene Übersetzung, völlig unautorisiert)

 

Ich liebe Patricia McKillip. Immer und immer und immer. Diese Geschichte ist nur auf Englisch erschienen, aber sie zählt zu meinen allerliebsten. (Wenn ich das richtig verstehe, ist ein „cothone“ eine Art Dudelsack.) Ja, irgendwie eine magische Geschichte. Ich hatte überlegt, sie zu meinem eigenen Spaß mal zu übersetzen.

Anmerkung zur Geschichte. Cresce Dani ist mit Anfang Zwanzig eine ausgelernte Bardin. Als solche hat sie eine hohe Position an einem einflussreichen Hof. Zu ihren Aufgaben gehört z. B., Jagdgesellschaften zu begleiten und dabei die Jagdsignale zu spielen. Sie ist auf einer solchen Jagd, als ihr obiges widerfährt.

 

Genau das, was ich an so einem regengrauen Montag genießen möchte …

 

Nebelwald – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

 

9 Kommentare zu “Deckenburg – Montag, 20. Oktober 2014

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