Frühling – 31. Oktober 2014

Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu Zweien gehn
und sich bei den Händen halten –
dürfen ihn einmal sehn.

(Rainer Maria Rilke, aus: Advent, 1898)

 

Ich muss zugeben, dass mich das Versmaß im zweiten Teil nicht glücklich macht. 🙂

Aber gestern habe ich dann Rilke weitergelesen, und fühlte mich von diesem hier merkwürdig berührt.
Ach was, wir haben Herbst? Na, im Frühling kann ja jeder.
Ich bin nicht sicher, ob Rilke wirklich die Jahreszeit gemeint hat, meine eigene Interpretation käme auch ohne aus.

Wie auch immer ihr Halloween verbringt, ob sehr laut oder sehr leise: dies sind die Tage, wo sich die Nebel zu den Anderswelten öffnen, wo es leichter möglich ist, Zugang nach innen zu finden. Wahre Wünsche erkennen, Altes loszulassen, neue Weichen zu stellen. Übergangstage.
Ich wünsche euch (und mir), dass wir den Weg zu dem finden, was wir suchen. Jede/r von uns.

 

nebelstrahl – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

2 Kommentare zu “Frühling – 31. Oktober 2014

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