Über ein Glück – Samstag, 22. November 2014

Über ein Glück, das du flüchtig besessen,
Tröstet Erinnern, tröstet Vergessen,
Tröstet die alles heilende Zeit.
Aber die Träume, die nie errungnen,
Nie vergeßnen und nie bezwungnen,
Nimmer verläßt dich ihr sehnendes Leid.

(Isolde Kurz, 1853 – 1944, aus „Singende Flamme“, Quelle)

Wieder eines jener Gedichte, welches ein „Rausschwimmen“ unter der Dusche mit zurück an Land brachte. Mir ist entfallen, woher ich es kenne, muss aber schon sehr lange her sein und mich sehr beeindruckt haben, denn mir war lediglich der Name der Autorin entfallen, zu der eine kleine Biographie hier zu finden ist.

Wobei ich befürchte, dass ich mir es eher wegen des „sehnenden Leides“ gemerkt habe als wegen des Glücks, und mich frage, wie man am besten mit Träumen umgeht. Erringen, okay. Aber vergessen? Bezwingen?
Okay, man merkt vielleicht irgendwann, dass man sich mit manchen Träumen verrannt hat (nicht alle erwachsenen Mädchen wollen immer noch Ärztin werden und ich nicht mehr Wanderschäferin), aber Träume zu unterdrücken, halte ich für eine ziemlich ungesunde Sache. Weil Träume einem sagen, wer man sein könnte, wie man vollständig ist, heil wird. Und wenn man das nicht wenigstens ein Stückchen weit ausprobiert, fehlt was. Und wenn was fehlt – dann fehlt was. Siehe das „sehnende Leid“ von oben.

Sehnsucht – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

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Ein Kommentar zu “Über ein Glück – Samstag, 22. November 2014

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Ja, eben. Und du so?

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