Mordlust – Montag, 24. November 2014

Der beste Beweis für Menschenkenntnis ist stille Mordlust.

(Frank Sinatra)

 

Also. (Mein Heiligenschein ist gerade in der Reinigung.) Ja, es gibt diese Leute, die man am liebsten von hinten sieht, die Kollegen, bei denen man sich freut, wenn sie ihre Grippe nehmen, die Lästercliquen auf der Weihnachtsfeier undsoweiter. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass Menschenkenntnis sich unbedingt in Mordlust äußern muss, aber den Zustand des Genervtseins, kurz vor dem Aus-der-Haut-Fahren … wer kennt den nicht?

Abgesehen von seltenen Fällen empfinde ich das Klima, aus dem diese Mordlust entspringt, eher als Stress. Bin halt eher weichgespült und harmonieliebend. Also schaue ich, dass sie sich bei mir erst gar nicht aufbaut. Man kann bestimmten Menschen oder Situationen nicht ausweichen, schon wahr, aber wenn man anfängt, seine eigene Befindlichkeit höher anzusetzen als zum Beispiel das unausweichliche Besäufnis auf der Feier, dann ist man vielleicht ein Außenseiter (das kann ein Problem werden) und vermutlich uncool, aber wahrscheinlich glücklicher. Bei Lästercliquen hilft nur: „If you can’t beat them, join them“, und wenn man der Typ nicht ist, hat man eh die Arschkarte und ist am falschen Platz.

Oscar Wilde sagt, dass gute Menschen die Geduld, böse aber die Phantasie reizen, was für mich ein probates Mittel darstellt. Mordlustiges Phantasieren und/oder Schreiben. Tut keinem weh, kostet mich höchstens Schlaf, verschafft mir das Gefühl, nicht nur erduldet zu haben (sehr wichtig!) und hinterher geht es mir viiiiel besser …

 

Mordlust – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

2 Kommentare zu “Mordlust – Montag, 24. November 2014

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