Das ist jetzt nicht dein Ernst!

Hinter fast jeder begabten Frau steht eine ziemlich schlaue Katze.

(Postkartenspruch, Quelle: discordia-postkarten.de)

 

Okay, er ist nicht der Meinung, dass es von besonderer Schläue zeugt, einen derart doofen Hut zu tragen und keinerlei Begabung bedarf, ihn damit auch noch abzulichten, aber er hat jetzt über ein paar Jahre hinweg ein gewisses Vertrauen (um nicht zu sagen: eine gewisse Ergebenheit) meinen Fotokünsten gegenüber entwickelt.
Außerdem knallt es draußen, und drinnen ist es trocken, warm und gemütlich und relativ ruhig. Das wird auch so bleiben.

Ich weiß ja nicht, wie ihr feiert, aber was auch immer ihr tut: 2015 steht vor der Tür, rutscht fröhlich, emsig und ohne irgendwelche Katastrophen emotionaler und sonstiger Natur hinein!

 

Tiger mit Hut – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst mit dem Tiger meines Herzens

 

Umtausch :-)

Ja, sprach sie, mit gelben Ranken! | Ich weiß, sie ärgert sich nicht schlecht | Und muß sich auch noch bedanken.

(Wilhelm Busch, Die erste alte Tante sprach, aus: Kritik des Herzens 8, ganzes Gedicht hier)

 

Alle Jahre wieder kommt nach der Zeit der Geschenke die Zeit des Umtauschens. Ähnlich beliebt wie Geschenke machen auf Krampf ist es, unpassende Geschenke wieder loszuwerden. Was jedoch früher zumindest noch eine gewisse Sorgfalt und den Kassenzettel erforderte, geht inzwischen oft genug über das Internet.

Ich will das nicht bewerten, obwohl ich, was die Sache angeht, da einigermaßen schmerzfrei bin. Ich suche meine Geschenke mit Bedacht aus, nicht in Alte-Tante-Manier, und frage lieber vorher, auch als Beitrag zur Reduzierung des Konsumtrubels. Daher finde ich ritualisiertes Geschenkeaus- (und -um-) tauschen ziemlich bescheuert.
Allen also, die heute Geschenke umtauschen gehen (wollen oder müssen) oder Bares in Materielles verwandeln, wünsche ich einen entspannten Einkaufstag, freundliche Verkäufer|innen, passendes Wetter und gutes Gelingen! :-)

 

Geschenke – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Aufbruch – Lass uns gehen

Neues Jahr, neues Glück. So einfach ist das. Vorsätze? Wenn ich mittlerweile etwas weiß, dann, dass es besser ist, dass ich mir nichts vornehme. Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich den Wunsch damit schon torpediere, dass ich ihn formuliere. So Sachen wie „mehr Sport“ gehören auch dazu. :-)

Emotional gesehen war mein letztes Jahr eine einzige Achterbahnfahrt zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Ziemlich jauchzend. SEHR betrübt. Und lange. Nicht, dass ich das prinzipiell schlecht fände (das Schwarze gehört zum Hellen, damit man das Helle erkennt, Yin/Yang, Balance, bla, ja), aber alles in allem wäre ich gern bisschen häufiger über dem Strich. Und länger.

Ich bin immer noch froh, dass ich meiner Spontanidee zu diesem Blog gefolgt bin. Den und alles, was sich daraufhin in meinem Leben bewegt hat, möchte ich nicht missen, dafür bedanke ich mich ganz ausdrücklich. Euch danke ich für das Lesen, die Anteilnahme, die lustigen, nachdenklichen, traurigen Kommentare, den Austausch, das Gedankenspinnen, das Grenzenverschieben im Kopf. Euch allen ein gutes neues Jahr, was immer das für euch auch sein mag.

Liebes 2015, ich folge der Sehnsucht in meinem Herzen so gut ich kann. Deine Gaben werden erbeten.

Und weil es im Moment in gefühlter Heavy Rotation im Radio läuft, ich es nicht mehr aus dem Ohr bekomme und ich das Video darüber hinaus ziemlich süß finde: Lass uns gehen.

 

 

Verlassen

Wenn uns die Menschen verlassen oder verwunden, so breitet ja noch immer der Himmel, die Erde und der kleine blühende Baum seine Arme aus und nimmt den Verletzten darin auf.

(Jean Paul)

Schon wahr. Doch, wirklich. Aber wenn es einen getroffen hat, ist man meilenweit davon entfernt, das zu sehen. Oder dem irgendeinen Wert beizumessen.

 

Winter – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Der Baum nadelt

Was ist das Schlimmste, was dem Weihnachtsbaum passieren kann, außer vielleicht Abbrennen? Genau. NADELN! Die familiäre Katastrophe schlechthin!

Harry Rowohlt liest das (ursprünglich hessische) Drama des nadelnden Baumes auf Hamburgisch. Allen, die mal wissen wollen, wie sich das hier oben so anhören kann, sehr zu empfehlen … :-)

Entspannte Weihnachten weiterhin!

 

 

Happy Xmas

An eye for an eye will make us all blind.
(Auge um Auge macht uns alle blind.)

(Mahatma Gandhi)

 

Ich habe keine Ahnung mehr, warum, aber seit bestimmt über 30 Jahren ist DAS hier mein Weihnachtslied. Natürlich mache ich mit beim „Last Christmas“-Bashing (ich mag es wirklich nicht), und wenn ich sentimental drauf bin, dann plädiere ich für „Driving home for Christmas“, aber eigentlich und wirklich habe ich John Lennon für dieses Lied immer geliebt. Lange bevor ich bei dem Video einen Kloß in die Kehle bekam. Lange.

Allen weiterhin schöne Feiertage!

 

Kleines Wunder to go?

Fröhliche Weihnachten und entspannte Feiertage!

Dies sind Tage, an denen viel heil werden und viel kaputtgehen kann. Emotionen, Erinnerungen, Herzen liegen offen. Manche strahlen, andere nicht, und nicht alle können so, wie sie wollen.

Stresst euch nicht. Passt aufeinander auf. Wertschätzt, was euch anvertraut ist. Packt eure besten Seiten aus. Seid neugierig aufeinander. Genießt, was ihr tut.

Von Herzen eine gute Zeit, immer einen Stern über eurem Weg und ein kleines Wunder to go :-) …

 

Weihnachten 2014 – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst außer den Herzchen, die sind von Pixabay

Many rivers to cross – R.I.P. Joe Cocker

Many rivers to cross | and it’s only my will that keeps me alive | I’ve been ripped, washed up for years | and I merely survive because of my pride

(Es gibt) Viele Flüsse zu überqueren | und es ist nur mein Wille, der mich am Leben erhält | ich bin zerrissen und abgewrackt seit Jahren | und ich überlebe bloß durch meinen Willen.

Joe Cocker, Many rivers to cross (Original von Jimmy Cliff, Text hier)

Joe Cocker ist gestern (22. Dezember) im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs gestorben.

 

Wenn ich mich entscheiden müsste, wessen Tod mir näher geht, ist er es. Gut, Udo Jürgens habe ich zumindest respektiert, aber er hier, mit dieser Reibeisenstimme, mit dieser maximal verkrampften Körpersprache, mit dieser Innigkeit, dem fühlte ich mich verbunden. Auch wenn ich die Sachen, mit denen er groß in den Charts war, schnell über hatte.
70 ist kein Alter.

Ach Mensch.

 

Das Licht kehrt zurück

0:03 MEZ. Wintersonnenwende.

Das Licht kehrt zurück. Und wird wieder schwinden.

Was wären wir
ohne Vertrauen in den ewigen Kreislauf,
ohne Hoffnung,
ohne Liebe,
ohne Dankbarkeit,
ohne Musik,
ohne unser Herz schöpferisch nach außen zu tragen,
ohne Bewusstsein einer größeren Weisheit
und ohne … Stille.

 

Herzkerze – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

Soundtrack: Arcana – La salva de profundis

 

Suchterregend – Sonntag, 21. Dezember 2014

Suchterregend heißt in diesem Fall: Dauerschleife. Ich rede hier von einem echten Ohrwurm, der meistverkauften Klavier-Soloplatte und der meistverkauften Jazz-Soloplatte (sagt Wikipedia). Wer jetzt noch nicht weiß, wovon ich spreche: Keith Jarrett, The Köln Concert. Aufnahmedatum: 24. Januar 1975, ist also schon ein Weilchen her.

Zeit der Stille. Wir haben Neumond, dazu ist morgen Nacht die Wintersonnenwende, genau gesagt am 22. Dezember 0:03 Uhr MEZ. Ich finde, das langt, um auf einem ganz tiefen Level zu schwingen, sich in sich selbst zurückzuziehen, den Sonntag möglichst entspannt zu verbringen und sich nach Kräften Gutes zu tun. Wer einen Soundtrack dafür braucht, dem kann ich was empfehlen …

Hier also Keith Jarrett. Originale scheinen schwer aufzutreiben zu sein, ich habe nur zwei gefunden, der Rest sind Cover, deutlich dominiert von Herrn Tomasz Trzcinski *seufz*. Andererseits hat, wer dieses Konzert liebt, die Aufnahme vermutlich sowieso, und Part I mit seinen 26 Minuten ist ja durchaus schon was zum Liebenlernen.

Part I:

 

Part II C

 

Und das gesamte Konzert, mit Bernds Hilfe über Bing bei den Chinesen aufgetrieben:

http://binged.it/1vdh3eX

 

Grau in Grau – Samstag, 20. Dezember 2014

Es regnet heftig.
Es stürmt.
Es donnert sogar.

Ganz schön viel Aufwand für einen grauen Wintertag.

„Sei dankbar“, hätte meine Mutter gesagt, „das könnte alles auch Schnee sein.“ Stimmt, dann müsste ich schippen, aber dann wäre es heller. Heute ist einer der Tage, wo ich das Licht nicht ausmache.

Ich fühl mich so unvorweihnachtlich, ich glaub es selbst nicht. So in mich zurückgezogen, nachdenklich, grüblerisch … Jetzt sind die dunkelsten Tage im Jahr. Ganz unchristlich gesehen gehen wir auf die Wintersonnenwende zu, auf das Wieder-Längerwerden der Tage, auf die Wiedergeburt des Lichtes. Unsere Körper reagieren darauf, schließlich reagieren sie auch auf Ebbe und Flut. Da ist ein Bedürfnis nach Stille, nach Zurückgezogenheit ganz natürlich, finde ich, mehr oder weniger bewusst wahrgenommen.

Heute ist wieder mal ein Tag für einen meiner Lieblingsohrwürmer. Sting, „Fragile“, heute mal eine stillere Version …

On and on the rain will fall | Like tears from a star, like tears from a star | On and on the rain will say | How fragile we are, how fragile we are. (Sting, Fragile – offizieller Text hier)
(Immer weiter fällt der Regen, wie Tränen von einem Stern, wie Tränen von einem Stern. Immer weiter spricht der Regen davon, wie zerbrechlich wir sind.)

 

(Wenn das Blut fließt, weil Fleisch und Stahl eins geworden sind | und in den Farben der Abendsonne trocknet | wird der Regen morgen die Flecken wegwaschen | doch in unserer Erinnerung bleibt immer etwas zurück.

Vielleicht war dieser finale Akt gedacht | um einen lebenslangen Streit zu regeln | dass aus Gewalt nichts entsteht und niemals entstehen kann | Für alle die, die unter einem schlechten Stern geboren sind | auf dass wir niemals vergessen mögen wie zerbrechlich wir sind.

Immer weiter fällt der Regen | wie Tränen von einem Stern, wie Tränen von einem Stern | Immer weiter spricht der Regen davon | wie zerbrechlich wir sind.)