Anders ticken

Wir versuchen zu zeigen, dass der Prozess, der normale Leute zu Rechtsradikalen macht, der gleiche Prozess ist wie bei allen anderen Formen von Extremismus. Es handelt sich oft um junge, wütende, unzufriedene Männer, die das Gefühl haben, dass es in der Gesellschaft keinen Platz für sie gibt, dass gewisse Dinge falsch laufen und dass sie machtlos sind. Ganz oft geht es dabei um das Gefühl von Machtlosigkeit. Und die Ideologie gibt ihnen Macht. Beide Lager sind autoritär und frauenverachtend. Und in beiden Lagern spielen charismatische Personen eine Rolle, denen es gelingt, eine Verbindung zu diesen Jungs aufzubauen. Sie geben Ihnen eine Richtung. (Alyas Karmani, Imam, Psychologe, zu den Extremisten „an beiden Seiten des Schreihalsspektrums“ in Mein Bruder, der Terrorist, 26:25)

Mein Bruder, der Terrorist ist eine gute Doku eines englischen Filmemachers („weißer Junge aus der Mittelschicht“), dessen Bruder zum Islam konvertierte und dann des Bombenbastelns angeklagt und verurteilt wurde. Ein Versuch, das Unfassbare zu fassen und wenigstens ein bisschen zu verstehen.

 

 

Noch ist er auch in der ZDFmediathek.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2256998/Mein-Bruder%2C-der-Terrorist#/beitrag/video/2256998/Mein-Bruder%2C-der-Terrorist

 

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12 Kommentare zu “Anders ticken

  1. Er hat es hier wunderbar beschrieben.
    Ich denke auch, daß es Frust, Hass, Neid, Mißgunst, Gehässigkeit, Vernachlässigung durch andere, auch von Frauen evtl., Ausgrenzung, Unzufriedenheit sind und da ist etwas, für das kann ich kämpfen, mich beweisen …
    Verdammt, es ist immer falsch, wenn andere Menschen dadurch sterben, immer…
    Es gibt nichts, was den Tod eines Menschen rechtfertigt.

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    • Ich danke dir, das fand ich auch. Ich fand das Zitat sehr beeindruckend und die Doku auch. Es gibt dazu sozusagen den Vorläufer „Mein Bruder der Islamist“, den ich heute Nachmittag gesehen habe. Ebenfalls in der ZDFmediathek, ebenfalls zu empfehlen.

      Und ja, das ist ein Problem, das über den Islam weit hinausgeht und das wir auch haben, hier bei uns, zumindest in den Großstädten massiv. Wenn es keine Alternativen gibt, wird sich ein bestimmter Teil der Leute radikalisieren (lassen), ob nun religiös oder anders politisch. Wir sitzen auf einem Pulverfass, und ich fühle mich nicht sehr wohl dabei.

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  2. ich denke wie Du und auch mir ist nicht wohl bei allen diesen Gedanken. Wenn jemand ein Ventil sucht, dann findet er es auch u. wenn es in Gewalt mündet, dann sieht es aus, wie nun in Paris…

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  3. und doch sollte Satire nie wirklich verletzen, sollte nie wie eine Provokation wirken, in der die ohnehin schon Unzufriedenen sofort Häme und Gemeinheit suchen u. manchmal zu finden meinen…

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    • Ach weißt du. Das, was wir als Provokation empfinden, zeigt uns, wo in unserem Denken eine Grenze ist, die wir bewusst oder unbewusst nicht überschreiten (wollen). Auch mir geht manches zu weit. Aber ich will das nicht zu einer allgemeinen Vorschrift erheben, ich finde Ansichten von jenseits der Grenzen notwendig.
      Natürlich haben wir (jetzt) (wieder mal) ein Problem mit der Reaktion. Das ist aber das, worauf der gesamte Artikel/Post/Film zielt: wir haben ein Extremisten-Problem. Und dabei hilft die Schere im Kopf nicht.

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  4. und ein Extremistenproblem kann nie gelöst werden, liebe Christiane, wenn von jeder Seite provoziert wird.
    Hier wird die Gewaltspirale nur höher, enger und expoliert am Ende – s. Paris

    Mord, ganz egal von welcher Seite, ist immer falsch u. ich sehe es wie Tucholsky: Jeder Soldat ist ein Mörder

    Du siehst, ich bin Pazifist durch und durch und nichts rechtfertigt in meinen Augen die Tötung von Menschen, auch keine versteckten Provokationen und doch sollte man es nicht
    herausfordern, dort, wo Flammen schon am züngeln sind…

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    • Ja, hast du recht. Aber du greifst meiner Meinung nach da zu kurz, Extremisten mag es schon reichen, dass du (zu) laut atmest.
      Ansonsten bin ich deiner (pazifistischen) Meinung und im Zusammenleben um Kompromisse und Verhältnismäßigkeit der Mittel bemüht, klar.

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        • Können wir uns auf: in der konkreten Situation eher ja, prinzipiell eher nein einigen? 🙂
          Ja, Gewalt gibt es genug. Und bitte, ich rede über hier. Deutschland. Bestenfalls Europa. Nicht die Welt.

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        • aber ja, denn ich denke ja genau an diese Situation, liebe Christiane und nichtdestotrotz bin ich eben dabei, den Christbaum abzuschmücken, den ich Jahr für Jahr sehr ungern wieder hergebe *lächel*

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  5. Pingback: Nach wie vor | Jeden Tag ein Zitat, ein Gedanke oder ein Bild.

Ja, eben. Und du so?

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