Himmelsgeheimnisse

Bin heute Morgen/gestern Abend über eine Doku auf ZDFinfo gestolpert. „Himmelsgeheimnisse – Astronomie in der Steinzeit“ Ort: die Höhle von Lascaux mit ihren Wandmalereien. Es gibt viele Erklärungsansätze, die meisten, die ich kenne, haben irgendwas mit „Jagdmagie“ zu tun. Und hier tritt die französische Ethno-Astronomin Chantal Jègues-Wolkiewiez auf den Plan. Sie glaubt, dass die Höhlenmalereien von Lascaux eine Himmelskarte darstellen. Der Film dokumentiert ihre Forschungen.

Ist das wichtig? Naja. Mit der Erfindung von Navis (bzw. Apps für Smartphones) haben wir heutzutage spätestens das Gefühl verloren, dass es von Bedeutung ist, die Himmelsrichtungen zu kennen. Geschweige denn die Sterne, ihre Namen, ihre Bewegungen. Das ist nur noch Hobby.

Aber es gab mal eine Zeit, wo es weder Kalender noch Himmelsrichtungen gab. Wo man, um nach Hause zu finden, den Lauf der Sonne oder der Sterne kennen musste. Wissen, wann der Mond hell genug war, um zu jagen. Wissen, wann man säen musste, um im Herbst ernten zu können. Um zu überleben. Wir denken heute nicht mehr darüber nach, aber dafür braucht man Zeitmessung im ursprünglichsten Sinn. Und die entwickelte sich aus der Beobachtung der Sterne.

Ich fand den Film sehr faszinierend, vielleicht mögt ihr ja mal reinschauen. Die ZDFmediathek listet ihn (hoffentlich noch lange).

lascaux

 

11 Kommentare zu “Himmelsgeheimnisse

  1. Für mich, die absolut keine Ahnung hat von Astrologie, könnte das durchaus schlüssig sein. Was mich mal wieder fasziniert, ist, dass diese Frau allen Widerständen zum Trotz, einfach ihrer Idee/ihrem Gefühl nachgeht. Ich finde so etwas einfach immer toll, inspirierend und es begeistert mich. Herzlichst. Melanie

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    • Ja, und sie hat versucht, ihr Gefühl, ihre Erkenntnis wissenschaftlich zu untermauern. Etwas weniger Engstirnigkeit hätte auch dem wissenschaftlichen Betrieb gut zu Gesicht gestanden.
      Liebe Grüße, Christiane

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      • Die Wissenschaft ist schon ein merkwürdiges Ding, finde ich. Scheint mir manchmal so, als wenn sie sich nicht richtig entscheiden könnte, was sie nun will … Und irgendwie wirkt es oft auf mich, als wenn sie ein wenig engstirnig ist. Aber vielleicht muss das so sein? Enge Regeln zu erschaffen, damit sich die Forschung auf einen bestimmten Fokus konzentriert? Ich weiß es nicht, allerdings würde ich mir auch mehr Offenheit wünschen. Lieben Gruss zurück. Melanie

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        • Weißt du, man lehrt uns, die wissenschaftliche Sichtweise sei die WAHRHEIT, die nicht zu diskutieren und nicht zu hinterfragen ist. WAHR eben. Wenn man dagegen beginnt, Wissenschaft als Blickwinkel wahrzunehmen und zu begreifen, dann erledigen sich manche Fragen. Allerdings wächst das Wissen und die Verantwortung. Ein zweischneidiges Ding.
          Liebe Grüße, Christiane

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        • Genau, und das ist es, was mich an der Wissenschaft so stört. Gut, dass wir wissen, dass wir alle unsere eigene Wahrheit haben 🙂 (auch unabhängig von der Wissenschaft).

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  2. Liebe Christiane, hab den Film gesehen, finde ihn sehr gut! Typisch wieder mal, daß die Ethnologin und Astronomin, Chantal Jègues-Wolkiewiz, jahrelang wissenschaftlich an diesem Thema arbeitet und so ziemlich lückenlose Beweisführung erbringt für wenigstens die Annahme, daß wohl die Steinzeitmenschen zumindest ein wenig mehr Grips im Kopf hatten als bisher angenommen, die „Fachwelt“ (zu der die Forscherin wohl nicht gerechnet wird, oder?) aber halt doch noch sehr zögert, ihr Recht zu geben! Ach ja, es kann wieder mal nicht sein, was aus unerfindlichen Gründen nicht sein darf und das Allerletzte an der Geschichte: die Wissenschaftlerin darf jetzt leider nicht weiterarbeiten, um letzte Beweise zu sichern, weil… ja weil sie jetzt nicht mehr in die Höhlen darf mit ihrem Team! Meine Güte! Da haben sie jahrzehntelang hunderttausende TouristInnen hineingeschleust und jetzt würde natürlich der Atem von einem kleinen Team die ganze Höhle vernichten…wer´s glaubt! Wie kam eigentlich Werner Herzog rein mit seinem Filmteam?
    Also ich bin der Meinung, Frau Jègues-Wolkiewiz hat hervorragende Arbeit geleistet, vor allem sehr trocken und sachlich, ohne irgendwelche esoterischen Anwandlungen, täte die Arbeit gerne lesen, aber daraus wird ja wohl nix, wenn sie da nicht weitermachen kann. Liebe Grüsse

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    • Ja, ziemlich genau das habe ich auch gedacht: dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
      Vermutlich steht die Archäoastronomie einfach nur in dem Ruf, esoterisch zu sein, da sich in grauer Vorzeit nun mal sehr viel um religiöse Bezüge (zwangsläufig vorchristlich) gedreht hat. Und dann scheint es einfacher, aus einem Sonnen-/Mondobservatorium irgendwelche (Fruchtbarkeits-) Feste abzuleiten (huiiii!) und die dann als suspekt anzusehen, als nüchtern und sachlich mit Forschungsergebnissen umzugehen und eigene Positionen zu überdenken und eventuell zu korrigieren/erweitern.
      Möglicherweise ist sie mit ihrer Arbeit auch einfach nur irgendwelchen wissenschaftlichen Egos auf den Fuß getreten. So was darf man nie ausschließen.
      Danke für dein Feedback und liebe Grüße, Christiane

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