Was wäre wenn?

Ich bekenne, dass ich, was meine naturwissenschaftlichen Kenntnisse angeht, eine ziemliche Null bin. Das hat wenig damit zu tun, dass ich nichts kapieren würde, wenn mir jemand was erklärt, sondern damit, dass ich mir über irgendwelche Basics hinaus einfach nichts merke, obwohl ich durchaus technisches Verständnis aufbringe. Lichtgeschwindigkeit, okay, geht gerade noch so. Das wird mit den Jahren eher ausgeprägter als besser, denn früher habe ich es wenigstens versucht. :-/

Blöderweise heißt das auch, dass man mir irgendwelchen Schwachsinn auftischen kann, und ich es nicht mitbekomme. Dagegen habe ich inzwischen das Internet (hallo, Lichtgeschwindigkeit, ca. 300.000 und was-war-die-Einheit?*) oder meinen Telefonjoker, der in solchen Sachen immer recht hat. Und Geduld. Was er bei mir auch braucht.

Stellt euch also mein Entzücken vor, als ich über ein Buch stolperte, welches mir schon auf dem Cover „Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen“ versprach. Fragen, die auch ich stellen könnte, aber nie im Leben einen blassen Schimmer hätte, wie man zu einer Antwort darauf kommt. Beispiel gefällig? Okay, die Sache mit dem Laserpointer. Was wäre, wenn jeder Mensch auf der Erde zeitgleich einen Laserpointer auf den Mond richtet, würde er dann seine Farbe ändern? Antwort: mit normalen Laserpointern passiert gar nichts. Frage: Und wenn wir mehr Power reinstecken? Und dann geht es los. Bis – zumindest theoretisch – alles in Schutt und Asche liegt.

Denn da gibt es ja diesen Sicherheitshinweis: Der Autor dieses Buches ist Physiker, aber kein Sicherheitsexperte. Er mag es, wenn etwas Feuer fängt oder explodiert, und das bedeutet, dass er nicht gerade das Beste für die Allgemeinheit im Sinn hat. (Ich kann auf Weltuntergang und Knallen und Stinken inzwischen gern verzichten, aber das war nicht immer so.)

Nun lese ich also ein Buch, in dem mir ein Physiker (!) erklärt, aus welcher Höhe man ein Steak abwerfen muss, damit es gar ist, wenn es unten ankommt? Herrlich! Ich gucke doch noch nicht mal „Big Bang Theory“! Ich kann zwar hervorragend auch ohne diese Erklärung leben, und ganz ehrlich, ich verstehe nur die Hälfte und vergesse auch die vermutlich innerhalb relativ kurzer Zeit wieder, aber ich bin aufrichtig fasziniert und amüsiert. Und überlege schon, wem ich das Buch vielleicht mal schenken kann (nebenbei, es war letztes Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste), denn soviel ist sicher, die Erklärungen gehen über die Was-wäre-wenn-die-Menschheit-plötzlich-verschwünde-Dokus auf N24 hinaus und sind, meiner Meinung nach, unterhaltsamer.

Besagter Verfasser heißt übrigens Randall Munroe, und das Buch What if? Was wäre wenn? Er ist Physiker, seine Sachen sind Kult und er zeichnet Comics.

Hier ist seine Webseite: xkcd.com und hier ein Bericht über das Buch von der Deutschen Welle.

Quelle: http://xkcd.com/118/

* Die Einheit ist übrigens Kilometer pro Sekunde; ich dachte, dass wenigstens eine/r fragt.

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13 Kommentare zu “Was wäre wenn?

  1. *lach*, sehr schön auf den Punkt gebracht, liebe Christiane, und ein mich amüsierendes Ende gefunden.
    (ich hätte gleich noch gefragt *hach* vielleicht)

    So ähnlich geht es vielen, die Deinen Artikel lesen und vielen anderen, die ihn nicht lesen 🙂 Mir persönlich geht es wie Dir u.
    ich bin froh, wenn mir Fragen einfallen *lächel*, wobei wir beide wohl die Tendenz haben, unser Licht noch ein wenig mehr in den Schatten zu stellen, als es sein müßte…

    Und doch stehen wir unsere Frau, anders als Männer und wir wären weder in der Steinzeit geblieben, aber evtl. noch nicht auf dem Mond gelandet… Aber ehrlich gesagt, ich traue den Frauen noch mehr zu, als es hier scheint. Nur sollten wir manchmal geduldigere Lehrer finden.
    Aber dann sehe ich, wieviele Studentinnen u. etwas weniger männliche Kommilitonen in einigen Hörsälen sitzen und ich bin verblüfft, auch wenn ich die unterschiedliche Aufmerksamkeit auf den Gesichtern erkenne *lächel*

    Ergänzen heißt die Devise, immer den anderen anerkennen und immer zu Ende anhören, auch wenn es schwerfällt.

    Liebe Grüße zum Mittag von Bruni

    Gefällt 1 Person

    • Weißt du, für mich ist/war das gar nicht so ein Männer-/Frauen-Ding. Für mich ist das der Ausdruck eines persönlichen Unvermögens, auch gern Nicht-Wollens, da ich inzwischen fröhlich und geschwätzig zugebe, nicht besonders interessiert zu sein. Ich weiß, was ich kann, was ich nicht kann, und worüber ich am liebsten das Mäntelchen des Schweigens breite. 😉
      Aber bei deiner Devise, da bin ich voll dabei. Und danke, dass du zugibst, dass du dich auch gefragt hast 😀

      Mittagsgrüße zurück, Christiane

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  2. Das klingt so, als würde man nach der Sherlock-Theorie seinen Kopfraum mit unnützem Wissen vollstopfen, das man sich ja bekanntlich leider viel besser merken kann als nützliches. (Contra-Kauf-Argument) Andererseits klingt das Buch nach jeder Menge Spaß und Unnützes ist meistens viel interessanter! (Pro-Kauf-Argument)
    Ich werde mir das Buch mal besorgen, denke ich 😀
    Liebe Grüße, Cuervo

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Sterne wie Sand am Meer | Jeden Tag ein Zitat, ein Gedanke oder ein Bild.

Ja, eben. Und du so?

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