Vogelgedöns

Wer wie ich jetzt den „Wer singt denn da“-Trip kennt und noch dazu eine Kamera mit Tele besitzt, wird es völlig naheliegend finden, dass die bei mir momentan offen herumliegt und ich auf Beute warte. Amseln finde ich, bei allem Respekt für ihren Gesang, unspektakulär. Das andere kleine Volk ist ziemlich fix, und das große (Krähen, Eichelhäher, Elstern, Tauben (in meinem direkten Umkreis lebt ein Taubenpaar, danke, DIE dürfen meinen Garten gern meiden) und zweimal bisher ein wunderschöner Buntspecht) kommt nicht in meinen Baum bzw. ist ganz fix wieder weg. Fluchtdistanz oder so, die fliegen auf, wenn sich was bewegt. Auch hinter dem Fenster 😦

Futter hänge ich nicht auf wegen dem Fellträger, und überhaupt ist das mit den Vögeln ja so eine Sache, immerhin ist er Freigänger, und immerhin erwischt er auch mal einen Vogel; die einzigen Gelegenheiten, bei denen er nicht gelobt wird. Katzen im Frühling draußen ist ja sowieso ein Thema. Da war es mir ganz recht, dass ich gestern über einen Artikel auf der NABU-Seite dazu gestolpert bin: Bedroht die Hauskatze die Artenvielfalt?

Um es abzukürzen, nein, der Mensch und seine Landschaftsveränderungen richten da mehr an als jegliche Katzenpopulation. „Nur im menschlichen Siedlungsbereich sind Katzen ein ernstzunehmender Faktor, der partiell zu einem Rückgang von Vogelpopulationen führen kann. Tatsächlich steigen die Vogelbestände dort aber eher an, während sie vor allem in der Agrarlandschaft, aber auch im Wald eher abnehmen. Diese Rückgänge den Katzen anlasten zu wollen, wäre daher viel zu einfach. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt ist und bleibt die fortschreitende Verschlechterung von Lebensräumen durch den Menschen.

Ist das Problem damit vom Tisch? Nein! Was empfiehlt also Vogel-Experte Lars Lachmann, der Herr vom NABU? „Ein optimales Ergebnis würde man mit umfassenden Programmen zur Kastration bzw. Sterilisation aller verwilderten Hauskatzen kombiniert mit einer entsprechenden Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Hauskatzen mit Freigang erzielen. Dies würde dazu führen, dass der Bestand verwilderter Katzen in kurzer Zeit deutlich abnehmen würde, und es gäbe auch keinen „Nachschub“ mehr durch Freigänger, die mit den verwilderten Katzen Nachkommen zeugen. Kastrierte Katzen zeigen übrigens auch deutlich weniger „Jagdfieber“.“ Frage also: Ist der Fellträger kastriert und gechippt? Jawohl, ist er. Was noch? „Wenn Katzenbesitzer konsequent dafür sorgen würden, dass sich ihre Katze von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, wäre den Vögeln schon sehr geholfen, denn dann sind die meisten gerade flüggen Jungvögel unterwegs!

Also weiterhin: frühmorgens aufstehen und den nachtaktiven Fellträger hereinbitten. Das wird vermutlich wirklich schwierig, wenn besagte Jungvögel herumflattern sollten, weil er dann nur noch JagenJagenJagen in seinem kleinen wunderhübschen Tigerkopf hat. Dann ist auch HungerHungerHunger egal.

Zu dem Bild: ist das nicht ein Prachtfoto? Ja, links, das Verschwommene IST ein Katerohr, der dann von einem Spurt in die Höhe absah … sicher nur, weil ich da war. 😉 Dieses Vögelchen sehe ich hier öfter, meiner Meinung nach ist es ein Gartenbaumläufer. Korrigiert mich, falls ihr es besser wisst.

Ich glaube, ich bin reif für ein Vogelbestimmungsbuch 🙂

 

Gartenbaumläufer – 365tageasatzadayQuelle: Ichmeinerselbst

 

21 Kommentare zu “Vogelgedöns

  1. So merkwürdig es vielleicht klingen mag, aber ich mag Krähen und Raben. Die sind ziemlich klug und haben etwas mystisches. Katzen mag ich auch. Vögel haben auch schönere Stimmen. Bei liebeskranken Katern habe ich Mordgedanken 😉

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    • Ich mag Krähen und Raben auch, auch aus deinen Gründen. Sehr faszinierende Vögel, aber eine ganz andere Liga als die Sänger im Baum. Ich habe auch für Greifvögel was übrig.
      Wer hat bei liebeskranken Katern keine Mordgedanken? Außer mir natürlich, ich mach mir mehr Sorgen, dass er seine Revierkämpfe unbeschadet übersteht 😉

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  2. Milli ist natürlich auch sterilisiert und trotzdem hat sie diesen Urinstinkt. Loben würde ich sie nie, sondern ich erkläre ihr ganz klar, wie wenig gut ich heiße, was sie manchmal treibt, sie hört scheinbar zu, aber das Ergfebnis? *lach*
    Du kennst es, liebe Christiane…

    Die Stimmen der kleinen Zwitschergesellen sind wirklich die schönsten, den Amseln schenke ich keine Beachtung, aber Krähen, Raben sind auch für mich mystische Vögel und faszinieren mich seit vielen Jahren u. manchmal gibt es ein Gedicht darüber *g*
    Zum Vogelkundler werde ich wohl nie. Sie gefallen mir alle, diese vielfältigen Rufe und das Gezwtscher der Zittzidas 🙂

    Vogelfutter hänge ich auch weder aus und streue ich ihnen Körner. Das wäre Milli ein Genuss u. den gönne ich ihr nicht!

    LG zum Morgen von Bruni

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    • Katzen sind halt Katzen. Sie haben ihren Jagdtrieb (heute Morgen lag wieder eine Maus vor meiner Tür) und wir haben das anzuerkennen. Das Gejammer über die armen Vögel ist sehr oft auch Sentimentalität. Wollte ich das ernsthaft verhindern, müsste ich ihn einsperren oder dürfte konsequenterweise keine Katze halten, jedenfalls keinen Freigänger. Tja. 😦
      Liebe Grüße zurück, Christiane

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    • Oh weiha…aus dem „Ur-Instinkt“ kann beim flüchtigen Lesen ganz schnell „Urin stinkt“ werden.
      Bei einem Ex-Kater hätte ich an dieser Stelle interveniert, denn dann wäre wohl etwas schief gelaufen, sollte er immernoch „stinken“…außerdem hätten wir ein grammatikalisches Problem gehabt.

      Da sich aber offensichtlich alles anders darstellt…bin ich ganz flugs ruhig und schweig… (-;

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  3. Bildhübsch ist er Dein Gartenbaumläufer und ich bin schon gespannt, wen Du noch alles vor Dein Tele bekommst.
    Mit den Jungvögeln und Deinem Felljäger mach Dir bitte nicht zu viele Gedanken, NABU hat auch mal geschrieben, daß Katzen nur die Jungvögel bekommen, die eh keine Chancen auf’s Überleben haben.
    Wenn ich sehe, wie winzig von den 9 Blaumeisen, die flügge geworden sind, die letzten drei sind, dann bezweifele ich sowieso, wie sie überleben sollen, ich möchte sie dann immer am liebsten wieder zurück in den Kasten tun zum Wachsen, aber das nützt nichts, die Kerlchen sind hartnäckig und kommen gleich wieder raus.
    Wir hören sie ja dann die nächsten Tage draußen in den Bäumen herumspektakeln, aber manchmal war es totenstill und das lag nicht an den Katzen, eher an den Krähen und Elstern.
    Liebe Christiane,
    was gibt es schöneres als einen Baum vorm Haus und Fenster -:)))
    Ein Wildtaubenpärchen haben wir auch; sie machen sehr viel Dreck und dann bin ich auch sauer, aber sie beim Turteln zu beobachten….zum Futterneidischwerden -:)))

    lieber Gruß an Dich

    Karin

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    • Ich bin da eigentlich ganz entspannt, vermutlich mehr, als sich anhört. Was kommt, kommt. Der Fellträger ist bisher ganz selten mit Vögeln angekommen, ich sehe Anlass zur Wachsamkeit, aber nicht zur Aufregung. Leid tun mir die Vögel halt.
      Aber danke für den Zuspruch!
      Liebe Grüße, Christiane

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  4. Außer Katzen sind auch Elstern eine große Bedrohung. Ich habe selbst beobachtet, wie sie aus dem Efeu mit Nest die nackten Jungen herauswarfen und einfach liegen ließen 😦

    Amseln sind zwar fotografisch unspektakulär, aber sie singen besonders abends wunderschön. Die kleinen Meisen dagegen sind zwar drollig, aber nervtötend in ihrem eintönigen Zwitschern.

    Ich glaube, ich bin auch reif für ein Vogelbstimmungsbuch und ein Baumbestimmungsbuch 😉
    LG, Ingrid

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    • Ich mag Meisen und Amseln aus unterschiedlichen Gründen, hier leben viele.
      Ich hatte erwogen, zu dem nämlichen Bücherzweck direkt beim NABU vorbeizuschauen, aber werde wohl doch die Bücherhallen zuerst frequentieren, um zu sehen, womit ich am besten klarkomme. Wenn du einen Tipp hast (zu beidem), würde ich mich freuen, ihn zu lesen.
      Liebe Grüße, Christiane

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