Das ist Militärkultur

Heute jährt sich das Kriegsende zum 70. Mal. Meine Eltern haben den Krieg beide erlebt und durchlitten, beide haben psychische Schäden davongetragen, die ich erst viel später als das, was sie waren, zu diagnostizieren gelernt habe. Sie haben versucht, zumindest in Ansätzen, darüber zu sprechen, aber eigentlich konnten sie es nicht. Vielleicht/vermutlich ist ihnen nicht aufgefallen, wie der Krieg sie verändert hat. Ganz sicher war ich teilweise zu jung, um Gesagtes zu verstehen.
Für mich wird es daher immer (hoffe ich) „der Krieg“ bleiben, ungeachtet all dessen, was sonst noch so in der Welt los ist und war und was ich nicht verharmlosen möchte. Aber daher kann ich auch den TV-Sendern ihre gefühlt in Dauerschleife laufenden NS-Dokus nicht übelnehmen – bald sind alle tot, die noch wissen, wie es war. Bald kann niemand mehr gefragt werden. Wir sollten uns öfter daran erinnern. Auch gern kritisch.

Aber weil heute auch Weltrotkreuztag ist, und weil ein Lächeln immer hilft, ob zum Frühstück, zu Mittag oder zu Abend, weil man auch und gerade über Militärisches lachen kann (und sollte) und es nicht immer sarkastisch oder ironisch sein muss … deshalb, hoffe ich, amüsiert ihr euch mit mir über die Frühpatrouille. (Ich mag übrigens Elefanten ;-).)

 

Hier ist ein kurzer Ausschnitt:

 

Hier ist ein etwas längerer, dafür im Original mit Lyrics:

 

32 Kommentare zu “Das ist Militärkultur

  1. Liebe Christiane, ich danke Dir für diesen Eintrag. Unseren Eltern wurden die schönsten Jahre ihres Lebens gestohlen, noch dazu, wenn jemand wie mein Vater bis 1951 in russ. Gefangenschaft ausharren mußte (er war nur einfacher Soldat).
    Das Thema Krieg und Gefangenschaft war ein Tabuthema bei uns, weil mein Vater seelisch aus der Fassung geriet und davor wollten wir ihn beschützen.
    Wenn er noch leben würde, hätte er sich mitgefreut über die beiden köstlichen Filmchen; als er sehr früh verstarb, gab es noch kein Youtube und Internet.
    Mit herzlichen Grüßen aus dem Geschenk bis jetzt in Frieden hier leben zu dürfen

    Karin

    Gefällt 1 Person

    • Ja, Karin, so ist es.
      Ja, es kann aus vielerlei Gründen so sein, dass Kinder ihre Eltern beschützen (wollen, müssen), aber bitter ist es und als Dauerzustand keineswegs gesund 😦
      Herzliche Grüße zurück an dich,
      Christiane

      Gefällt mir

      • Für mich war es nicht bitter, weil wir in Goslar keinen direkten Krieg erlebt haben, es fielen keine Bomben, es brannten keine Häuser; im benachbarten Oker sah das anders aus. Wir wohnten zur Untermiete in einem bäuerlichen Fuhrbetrieb, es gab genug zu essen; für meine Mutter war die Ungewißheit sehr schlimm und dieses jährliche Warten, ob er nicht doch bald entlassen wird.
        Mein Vater hatte nur den Wunsch, wieder ein neues Leben beginnen zu dürfen, was ihm ja auch gelang, warum sollte ich dann in alten evtl. schrecklichen Erinnerungen für ihn wühlen.
        Ich selber hatte ja keine Ahnung, was dieser Krieg wirklich bedeutet hat.
        Ob meine Eltern allein darüber gesprochen haben, weiß ich nicht. Weihnachten war so eine Zeit, wo ihn die Erinnerungen ans Lager übermannten.
        Mein Schutz für ihn war ein unbewußter, das meinte ich.
        Und ich hätte ihm sehr gewünscht, daß sein Lebensabend ein längerer gewesen wäre, aber er starb ganz plötzlich mit 71 Jahren an einem Herzinfarkt (sportlich, schlank, Nichtraucher) und meine Mutter war wieder allein bis zu ihrem 94. Lebensjahr, das war bitter.

        einen lieben Gruß in die Nacht
        Karin

        Gefällt 1 Person

        • Keine leichten Erinnerungen, egal wie, denke ich. Ich wurde in eine andere Zeit geboren, ich kann da nichts beisteuern, deshalb bedanke ich mich schlicht dafür, dass du hier deine Erinnerungen teilst.
          Liebe Nachtgrüße auch an dich
          Christiane

          Gefällt mir

  2. Oh ja, von diesen Schäden kann ich auch singen, liebe Christiane. Bei meiner Mutter weniger, weil sie eine starke Überlebensfrau war u. Kraft für die ganze Familie hatte, einschlließlich ihre Geschwisterchen, aber mein Vater war ein sehr anderer geworden durch alles, was er erleben mußte…

    Ich denke wie Du, kann sie auch verstehen, all die Berichte, die ich unentwegt sehe und höre über diese Zeit. Doch glaube ich, daß die neue Generation sie schon lange nicht mehr ansieht oder anhört. Sie lesen sie nicht. Sie hören sie nicht, es interessiert nur noch eine relativ kleine Minderheit, was damals geschah…

    Drum habe ich mir jetzt auch das Dschungelbuch angesehen und beim kleinen Elefäntchen mit dem der Mogli dann seine Nachahmereien zu schön produziert, da ging mir das Herz auf und ich konnte die Freude fühlen, die wir nicht vergessen dürfen, um uns offene Herzen zu erhalten u. sie nicht gegen alles, was uns nicht passt, zu verhärten.

    LG von mir

    Gefällt 1 Person

    • Ich würde diese Frage gern an Jüngere weiterreichen, Bruni: was bekommen die von der NS-Zeit noch mit (in der Schule, sonstwo), und interessiert es sie überhaupt?
      Ja, Freude heilt Herzen. Vielleicht nicht auf einmal, aber ja, tut sie …
      Liebe Grüße, Christiane, immer noch vernarrt in das Dschungelbuch

      Gefällt 1 Person

      • Da du fragst, ob die Jüngeren noch etwas von der NS-Zeit mitbekommen, kann ich aus meiner Erfahrung sagen, ja. Wie ich über meine Kinder mitbekomme, ist es auch Thema in den Schulen. Gleich bin ich zu einem Konzert, bei dem meine Tochter mitspielt. Das Ganze zu dem Thema „Zwischen Krieg und Frieden“ und anschließend wird eine Ausstellung eröffnet, die die Schüler/innen vorbereitet haben. Die Schüler/innen haben Zeitzeugen befragt und Material zusammen gestellt. Ich glaube, durch diese Befragungen wurde das Thema gut herangeholt und nahe gebracht.

        Gefällt 2 Personen

  3. Da könnten wir mal eine Lehrerin der oberen Klassen fragen.
    Mitr fällt da im Moment sofort Anna-Lena ein…

    Ach ja, das Dschungelbuch, ich hab es gelesen, da gab es den Film noch nicht *lächel*. Den habe ich dann als junge Erwachsene im Kino gesehen, obwohl ich eigentlich keine Comics mag, doch das mußte sein *g*
    Er ist so wundervoll gespickt mit liebenswerten Winzigkeiten und haben wir nicht alle alle möglichen Namen daraus im Kopf?

    Gefällt 1 Person

    • Kipling habe ich auch gelesen, mochte aber diesen westlich-überzeugten Ton nicht. Eine Ausrichtung, die bei dem Film ganz anders ist, verspielter, anders politisch:
      „Aber Balu, du kannst doch keinen Panther heiraten!“ „Warum nicht, wenn er hübsch ist?!“

      Gefällt 1 Person

      • *lach* ach ja… Heißen nicht viele Hunde auch Balu? Eine Zeitlang waren es immer Bobtails, groß und zottelig

        Als ich bei Kipling von Mogli las, da war ich noch nicht in der Lage, mir ein Urteil über etwas anderes zu bilden, als den Stoff, den ich las u. da ging es nur drum, war es spannend, interesssant oder nicht, dannn langweilig, nix anderes…
        Ich brauchte lange, bis ich kritischer wurde, liebe Chirstiane. Ich habe auch jede Menge komisches Zeugs gelesen *lach*

        Gefällt 1 Person

        • Jajajaja! Viele zottelige Hunde heißen Balu, ich kannte einen Neufundländer dieses Namens 🙂
          Und was die Lektüre angeht: Ich war relativ früh sensibilisiert, was das „Rassismus“-Thema (ich nenne es jetzt mal so) angeht, aber sonst ging es mir genauso. Hast du jemals bei Sätze&Schätze in die „Verschämten Lektüren“ reingeschaut? Ich war echt erstaunt, an wie viele davon ich mich noch erinnere, zum Teil gar nicht verschämt 🙂

          Gefällt 1 Person

        • nein, hab ich nicht *g*. Die Zeit fliegt und oft sitze ich schon zu lange am Läppi u. sollte schon anderes tun… *hüstel*
          Sag mal eines, für dasd Du Dich nicht schämst, ich z.B. habe Mary Scott gelesen u. habe mit ihr auf der Schafffarm in Neuseeland gelebt oder Georgette Hayer und nein, ich schäme ich ganz und gar nicht und auch nicht für die Angelique, die ich verfolgt habe bis zum allerletzten Band *lach* und auch nicht für die Griseldis von Hedwig Courths-Mahler u. dann für den Film mit der jungen Sabine Sinjen…

          Gefällt 1 Person

        • Verflixt. Also, bei den „Verschämten Lektüren“ berichten Blogger über die Lektüren, zu denen sie heute neben all der hehren Literatur nicht mehr so ganz stehen. Courths-Mahler wäre bestimmt ein gutes Beispiel :-). Aber ich weiß nicht mehr, wer/was alles dort so aufgeführt wurde, ich weiß nur, dass Dorothy Sayers dabei war, Utta Danella, Karl May (glaube ich) etc. etc. Oh, und Inspector Jury. Und Rebecca Gablé. Und Marion Zimmer-Bradley. Kenne ich alle 😀
          Das, was du ansprichst, war eher im Bücherschrank meiner Mutter, außer Angelique, gelesen habe ich alles.
          Oh, die Liste würde endlos … 🙂

          Gefällt 1 Person

        • *lach*, na ja, ich glaube nicht, daß ich so alt bin wie Deine Mutter *g*, aber ich kann mich ja irren
          Ich weiß nur, daß ich in sehr jungen Jahren viele Taschenbücher kaufte und las u. da waren die beiden von mir erstgenannten mit dabei. Von wann die Bücher waren, wann sie geschrieben wurden, das weiß ich leider nicht. Da ich alle weggebracht habe vor langer Zeit, in ein öffentliches Bücherregal, kann ich leider nicht mehr nachsehen.

          Um Uta Danella habe ich immer einen großen Bogen geschlagen, u. nach 1 – 2 Konsaliks, um den dann auch…*g*
          u. dann gibt es noch so einige, denen ich inzwischen wirklich etnwachsen bin. Marion Zimmer-Bradley habe ich aber mit großer Inbrunst gelesen und Karl May viele Jahre früher natürlich auch, und ob! 🙂 und wie gerne

          Gefällt 1 Person

        • Das glaube ich auch nicht, dass du so alt bist wie meine Mutter *g*. Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass die „leichtere“ Literatur bei meiner Mutter stand und die „schwerere“ im Arbeitszimmer meines Vaters ;-), Leser alle beide, aber mit unterschiedlichen Geschmäckern …
          Utta Danella gelesen zu haben bedaure ich nicht, aber wer so viel schreibt, produziert fast notwendigerweise auch Schrott, also kann ich dir nicht verdenken, dass du sie umgangen hast. Vielleicht passte es für mich zu der Zeit auch gerade, ich weiß es nicht mehr.

          Gefällt 1 Person

        • da hast Du recht. Bei Vielschreibenden kommt auch Schwaches, ist auch nicht schlimm, ist vermutlich menschlich *g* Wir produzieren ja auch leichte Gedankenkost, nicht nur die, die all unsere Gehinwindungen beansprucht *lach*

          Mein Vater las tolle Sachen, z.Teil Schweres und dann Reisebeschreibungen, Berichte über Wildwasserfahrten und zu dieser Zeit bekannte Romane, außerdem immer wieder Bücher über Kriegsgeschehen…
          Meine Mutter las nicht mal Leichtes, liebe Christiane, sie las gar nichts… tja, aber sie war die Liebenswertere, wie ich später bemerkte

          Gefällt 1 Person

        • Lesen (= Bildung, was auch immer das ist) geht mit Liebenswürdigkeit nicht automatisch zusammen, schon klar. Und dass wir uns von unseren Eltern immer das Beste, das Strahlendste wünschen, auch.
          Ich denke, Geist und Herz sind einfach zwei von einander unterscheidbare Dinge. Schön, wenn sie zusammenfallen, aber nicht Bedingung. Aber es klingt so, als ob du sie zu würdigen wusstest, und das ist wichtig.
          Liebe Grüße, Christiane

          Gefällt 1 Person

  4. Geschichte habe ich stets gemocht. Und ich kenne die zweier Nationen gut. Leider hatte ich wenig Gelegenheit sie mit überlebenden Japanern zu teilen. Ich kenne die deutsche Geschichte viel besser und habe eine Vorstellung davon, wie sehr die Menschen unter dem Kriegsterror litten.
    Und das Dschungelbuch habe ich stets gemocht! 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Ich schaue mir Bilder der zerbombten Städte an (jetzt lebe ich ja in einer) und schaudere. Immer noch. Auch wenn man derartige Bilder aus anderen Teilen der Welt häufiger sieht.
      Okay, ich bin näher dran durch meine Eltern, für mich hört es nie auf und das ist auch okay so.
      Das Dschungelbuch ist in vielerlei Hinsicht einfach liebenswert …. 🙂

      Gefällt mir

      • Als Teenager habe ich viele Dokus über WW II gesehen, die von Deutschland und Japan handelten. Aber ich kann Katastrophen mit einer emotionalen Distanz anschauen, die für viele unverständlich ist. Mich interessieren Hintergründe mehr, als bewegende Schicksale. Das Gesamtbild war mir wichtig. Nicht nur Dresden, als zerbombte Stadt. Warum kam es zum Krieg, wer wollte ihn wirklich? Wer hat davon profitiert? Diese Fragen habe ich mir gestellt und (m)eine Antwort gefunden.

        Gefällt 1 Person

        • Distanz trennt, kann aber auch schützen. Kann sehr nützlich sein.
          Ich finde, es muss beides geben. Das Emotionale und das Sachliche, denn Menschen lernen unterschiedlich.
          Aber deine Fragen, die sollte man immer stellen (und beantworten). Danke.

          Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.