Angst die zweite

Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen.

(Jules Renard, aus: Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard, Quelle)

Ha! Da musste ich doch eben mal ertappt loslachen. Aber wirklich, sich seiner Angst irgendwie zu stellen und wenigstens unter das Bett zu schauen, das hilft schon enorm, es nimmt den Druck ganz beachtlich. Es macht einen Unterschied, ob man weiß, dass es ein Monster unter dem Bett gibt, oder bloß vermutet, dass da eins sein könnte …

Und eines noch:

Ein wirksames Heilmittel gegen Angst ist Milde.

(Lucius Annaeus Seneca, aus: Octavia, Quelle)

Auch das stimmt, merke ich zumindest an mir. Wenn ich ängstlich bin, bin ich oft ungeduldig und sehr hundertprozentig mit mir. Dann hilft mir das, von dem ich hoffe, dass Seneca das auch gemeint hat: sich selbst ein bisschen in den Arm nehmen, die Angst annehmen, die harten Kanten versuchen zu glätten, das „Muss“ abzuschwächen (ja, man kann unterscheiden, ob manches sein muss oder nur nach den eigenen Vorstellungen sollte, gegen Letzteres argumentiere ich). Und manchmal hilft schon der Versuch, sich nicht ständig damit zu quälen, wenn es nicht akut ist, auch wenn das echt schwer ist: man ist doch ständig mit der Zunge an dem kaputten Zahn …

 

Monster – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

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15 Kommentare zu “Angst die zweite

  1. Ich glaube, die Angst vor dem Ungewissen ist schlimmer als dem Monster ins Auge blicken und wissen, ob es ein grünes oder blaues Monster ist oder vielleicht eines, mit dem man leichter fertig werden kann als befürchtet.
    LG, Ingrid

    Gefällt 1 Person

  2. vergiß alle monster unter und um dein bett herum, liebe christiane.

    über monster hab ich immer mal wieder etwas geschrieben u. jedesmal wurde es anders. einen dieser texte mag ich mehr als die anderen, monster und mondscheinfrau heißt es u. 2006 ist es entstanden.
    Wenn du das kennst, verliert die angst vor sämtlichen monstern ihre schrecken 🙂
    http://wortbehagen.de/index.php/search/einzelgedicht/monster_und_mondscheinfrau/

    angst vor etwas, was evtl kommen könnte ist fürchterlich, destruktiv und für körper u. seele schlecht. zeig dem angstmonster die zähne, oder streck ihm die zunge heraus, vielleicht vergißt es sein grausliges gehabe und muß lachen. dann hast du gewonnen *lächel*

    liebe grüße zur nacht von sehr müder bruni

    Gefällt 2 Personen

Ja, eben. Und du so?

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