Leben lieben

Begehen Sie nicht einfach Selbstmord! Seien Sie einfallsreicher, das darf ich von Ihnen verlangen!

(Klaus Mann, Quelle)

Schon wieder einer weniger, der irgendwo zum eigenen Universum gehörte. Vor einer guten Woche Sir Christopher Lee, okay, mit 93, vorgestern Harry Rowohlt. Mit 70! Das reißt ein großes Loch. Es kommt mir vor, als ob diese herausragenden Figuren, diese großen, eckigen Querköpfe, immer seltener würden, als ob wir umgeben wären von immer stromlinienförmigeren Angepassten, alle so ungeheuer individuell wie ein Fisch im Schwarm … und ich nehme mich da durchaus nicht aus.

Ach, ich trauere ein bisschen. Auch über das Verschwinden einer guten, alten (neee, das dann doch nicht), aber anderen Zeit. Irgendwie.

Und weil ich ihn wirklich gut fand, empfehle ich hiermit einen Artikel zu Harry Rowohlt in der Süddeutschen von heute: Milder Kulturverächter mit Whiskey-Durst

 

 

19 Kommentare zu “Leben lieben

  1. dieses feine Interview habe ich gestern schon mit großer Freude u. ebensolcher Aufmerksamkeit gelesen und heute früh in der Tageszeitung, der RNZ, den großen Artikel über ihn…

    Ja, so ist es, unentwegt werden wir mit der Vergänglichkeit unseres Menschenlebens konfrontiert und es macht uns etwas ängstlich, aber dann vergessen wir es wieder, und es geht alltäglich weiter u. das ist auch gut so

    Einen schönen Tag wünsche ich Dir, liebe Christiane

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    • Ja, aber wie ich eben schon Arabella schrieb, ich denke, das ist nicht nur das Gefühl von Vergänglichkeit …
      Aber den schönen Tag, den wünsche ich dir auch, Bruni, und zwar einen wunderschönen!
      Liebe Grüße
      Christiane

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  2. ich glaube, ich weiß, was Du meinst, es ist das Bewußtsein, daß wir Wertvolles, Unersetzliches verlieren …
    Oder?

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    • Ja, genau. Und etwas in sich Einzigartiges. Ja, das verliert man dann mit jedem, das ist klar (und ich vergesse die geliebten Tiere nicht), aber es gibt manche, wo dieses Gefühl kulminiert, sozusagen.

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  3. Jede Zeit hat ihre großen Geister. Wenn sie gehen, haben sie etwas hinterlassen. Für uns, die wir nach ihnen kommen. Trauer ist fehl am Platz. Erfreuen wir uns an dem, was sie geschaffen haben.

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    • So sehr, wie ich deinen letzten Satz unterstreiche, so wenig mag ich den davor. Trauer ist wichtig und notwendig, ein Verlust darf und soll betrauert werden, und man darf sich auch dazu äußern.
      Allerdings darf man dabei nicht stehenbleiben, da gebe ich dir recht, und ob ich mit meiner „Alles wird schlechter“-Jammerei in meinem eigenen Sinn so konstruktiv bin, zweifele ich selbst an.
      Alles Liebe dir
      Christiane

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      • Trauer hat mehrere Gesichter. Mir fehlt der Zugang zur westlichen Trauerkultur. Ich kann einen Menschen, den ich mag, durchaus vermissen. Aber anders.
        Liebe Grüße aus dem Elfenheim.

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        • Ja, ich hatte mich das eben beim Schreiben gefragt, ob du einfach einen anderen Zugang/Umgang zu Trauer hast. Du hattest das (hier) erwähnt, glaube ich, als dieser Flieger gegen einen Berg flog. Lässt sich dieses „anders“ in Worte fassen?

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        • Massentrauer, -hysterie, berührt mich nicht. Ich kann mir z. B. das Video mit der (angeblichen) Erschießung des französischen Polizisten durch die Charlie Hebdo „Terroristen“ völlig ruhig anschauen, um es zu analysieren.
          Ich verfalle nicht in Weinkrämpfe, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Ja, Tränen können fließen. Wie beim Tod meiner besten Freundin Natalie. Aber dieser emotionale Schock geht an mir vorbei. Trauer, das ist die bleibende Erinnerung an einen Menschen. Verbunden mit einem Lächeln. Und das ist positiv. Vielleicht magst du diesen Artikel (nach)lesen. Er zeigt ansatzweise, wie ich über Trauer denke und was sie bei mir bewirkt: https://nandalya.wordpress.com/2014/02/19/das-madchen-mit-den-blonden-haaren/

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