Von den heimlichen Rosen

Heute Morgen war mir mal nach Basteln, hatte ich doch neulich an einem Blumenstand eine so ungeheuerlich zauberhafte Rose entdeckt …

Es rost und rost in den Vorgärten und Hecken, wohin man schaut, und ähnlich wie das fliegende Volk taumele ich von einem Duft zum nächsten und schließe ab und an beseligt die Augen. Es ist einfach nur schön. Ich glaube, ich MUSS heute mit der Kamera raus, nachdem der Sommer sich anscheinend endlich entschieden hat, in den Norden zu kommen …

 

Von den heimlichen Rosen

Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehn –
oh, wer um alle wüßte, müßte
wie im Rausch durchs Leben gehen.

Du brichst herein mit rauen Sinnen,
als wie ein Wind in einem Wald –
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehn –
oh, wer um alle wüßte, müßte
wie im Rausch durchs Leben gehen.

(Christian Morgenstern, Quelle)

 

Habt einen wunderschönen, geruhsamen Sonntag!

 

Rose Morgenstern – 365tageasatzaday

Quelle: ichmeinerselbst, siehe oben

 

17 Kommentare zu “Von den heimlichen Rosen

  1. seit ich einen Garten habe liebe ich Rosen…und möchte noch ein paar Zeilen der von mir sehr verehrten Rose Ausländer beisteuern (wer sie nicht kennt dem lege ich ihre Lyrik sehr ans Herz!)

    Hoffnung II

    […]

    wer könnte atmen
    ohne Hoffnung
    dass auch in Zukunft
    Rosen sich öffnen

    […]

    (aus dem Lyrikband „Doppelspiel“ von Rose Ausländer, vergriffen, aber antiquarisch noch zu finden)
    (ganzes Gedicht hier)
    einen duftenden Gruß nach Hamburg!
    Carmen

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    • Liebe Carmen,
      ich bin untröstlich. Schon wieder habe ich aus Urheberrechtsgründen (d)ein Zitat gekürzt und einen Link zum kompletten Gedicht eingefügt. Rose Ausländer ist noch keine 70 Jahre tot, und solange ich nicht weiß, dass ihre Rechteinhaber ein freies Zitieren gestatten, bin ich mehr als vorsichtig mit fremden Gedichten auf meinem Blog. Da du jetzt die Dritte bist, der ich auf die Finger klopfe, und das hasse, weil ich das Urheberrecht in dieser Form (sagen wir es höflich) doch sehr suboptimal finde und damit in einer Position bin, etwas ausführen zu müssen, hinter dem ich überhaupt nicht stehe *lufthol* … deshalb werde ich in den nächsten Tagen einen Text zum Thema Copyright/Urheberrecht online stellen. So. Punkt.

      Ein zauberhaftes Gedicht. Danke. 🙂 Ich kenne zu wenig von Rose Ausländer, ich nähme Lesetipps gern an.

      Liebe Grüße
      Christiane

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  2. *lächel*, wie gut kann ich Deine Worte verstehen, liebe Christiane.
    Wenn ich Dein „es rost und rost“ und vom fliegenden Volk lese, dann weiß ich eines gewiß:

    Du wärst eine verdammt gute Lyrikerin!

    Zum Rosen fotografieren gehe ich immer in den Rosengarten einer Freundin. Leider sind mir die letzten 4 Wochen zum Fotografieren ausgefallen, aber die eine oder andere Rose habe ich doch eingefangen und am Mittwoch bin ich endlich mal wieder
    im Rosengarten *lächel*

    Morgensterns Gedicht ist eine wunderschön romantische Homage an die Rosen u. ich gestehe, ich komme hin und wieder auch nicht daran vorbei, über sie zu schreiben und jedes Mal ist es wieder anderes.

    Eines meiner Lieblinge ist dieses hier:

    In einem Zaubergarten

    In einem Zaubergarten fand ich
    verwelkend eine Rose
    vor einer alten Mauer

    Zum Träumen war sie schön
    Ihr Kopf hing tief, mir schien,
    als ob die Rose schlief

    Drum sang ich ihr nun leise
    ein altes Wiegenlied, berührte
    zärtlich ihre Wange und sah,
    wie eine Träne lief

    OK, es ist nicht das lebensfroheste, aber ich hänge an diesen Zeilen.

    Liebe Grüße zum Abend von Bruni

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    • Liebe Bruni,
      da werde ich ganz still, wenn ich dein Gedicht lese. Verstehe ich, dass du daran hängst, es berührt mich auch.
      Und danke für dein Kompliment, ich fühle mich sehr geehrt. Ich habe nie Gedichte geschrieben, allerdings im Laufe meines Lebens gern und oft welche gelesen ….
      Schön, dass du wieder fotografieren gehen kannst, ich denke ja, dass ich weiß, warum nicht …
      Liebe Abendgrüße auch an dich
      Christiane

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  3. Ja, es war dieses vermalledeite gebrochene Schlüsselbein, das mich außer Gefecht setzte. Ich konnte einfach den Apparat nicht halten, aber jetzt geht es wieder und ich genieße es sehr, nicht mehr einseitig zu sein *lach*.
    Manchmal gelingen einem Worte, die man selbst liebt, liebe Christiane…
    Ich wünsche Dir eine gute Nacht, ohne Störung vom Fellträger, der eine Maus anschleppt… 🙂
    Meine Milli ist nun seit 4 Wochen verschwunden und ich habe die Hoffnung aufgegeben, daß sie wiederkommen kann.

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