Erwachsen. Aha.

Maturity is learning to walk away from people & situations that threaten your peace of mind, self-respect, values, morals or self worth. (Facebook, keine Quelle genannt)

Übersetzt heißt das: „Erwachsen zu sein bedeutet, zu lernen, Menschen und Situationen zu verlassen, die deinen Seelenfrieden, Selbstachtung, Werte, Moral oder Selbstwert bedrohen.“ Eigentlich bedeutet „maturity“ „Reife“, ältere Frauen (also ich) werden ebenfalls als „mature“ bezeichnet, für mich winkt bei diesem Begriff immer bisschen das Verfallsdatum, ich mag ihn demnach nicht wirklich.

Kluger Spruch? Kluger Spruch. Niemand will in einer Situation steckenbleiben, die offenkundig schlimm ist.
Was mich daran stört, setzt an einem anderen Punkt an. Wer sagt mir denn, dass das, was da meinen Seelenfrieden stört, nicht eine (Achtung, Hasswort) Lernaufgabe ist? Der Aufruf, mal wieder über den Tellerrand zu schauen, die eigene/n Werte/Moral zu überprüfen, von außen einen kritischen Blick auf sich zu werfen und nicht selbstzufrieden im eigenen Nest zu hocken und auf den eigenen Bauchnabel zu starren? Die Zahl der Sprüche zum Thema „per aspera ad astra“ („durch das Dunkel zu den Sternen“) geht nämlich ebenfalls ins Ungezählte.

Vielleicht kommt man aus dem Dilemma raus, wenn man das Ganze als Prozess begreift. Als etwas, was immer neu gesucht/getan/geändert werden muss. Ich für meinen Teil finde und fände es nämlich grässlich, nie mehr in Situationen oder an neue Menschen zu geraten, wo ich Obengenanntes entscheiden muss. Auch wenn ich das in jenem Moment hasse wie die Pest.
Oder aber, wie ich ebenfalls heute gelesen habe: Jede/r ringt auf seine Art um Fassung. Sehr passend.

Ein paar Spätherbstspaziergangsbilder gefällig? Das Grüne auf dem Teich ist Entengrütze, jawohl, Naturschutzgebiet, der Teich hat Ab- und Zulauf, alles okay damit.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

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17 Kommentare zu “Erwachsen. Aha.

  1. Wie oft bleiben wir in einer Gesellschaft, die uns nicht passt, langweilt und so gar nicht zu einem gehört, aus Anstand oder weil wir glauben, es zu müssen?
    Wie oft sagen wir Ja und wollen Nein sagen, weil wir andere nicht verletzen oder beleidigen wollen? Sehr oft! Und je älter wir werden – reifer – ich sage weiser und lebenserfahrener, desto eher stellen wir uns den „Regeln“ entgegen, verlassen Menschen und Situationen. Werden unangenehm, dabei wissen wir nur, was wir wollen, uns gut tut und wir nicht everybodys Liebling sein müssen. Da bin ich gerne Reif und wenn ich eins auf die Mütze kriege, nehme ich die Lernaufgabe an und setz die Mütze wieder auf.
    Schönes Wochenende meine Liebe.
    Erika

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  2. Schon als kleines Mädchen habe ich das Wort Nein für mich entdeckt. Und es zum Entsetzen meiner Eltern durchgesetzt. Wobei mein Papa gelacht haben soll, als ich es zum ersten Mal benutzte, was meine Mama wenig komisch fand. Aber sie haben verstanden und meine Leine lang gelassen. Ich habe auf diese Weise gelernt immer dann zu gehen, wenn mich meine innere Stimme dazu drängt. Ihre Worte habe ich nie verloren. Ich gehe dann mal, kommst du mit? 😉

    Zum Erwachsensein vielleicht noch ein Zitat des Zen-Meisters Kodo Sawaki: Wenn Erwachsene nur noch erwachsen sind, wachsen die Kinder nicht auf. Wenn die Kinder weinen, musst du mit ihnen weinen. Erwachsene müssen Kinder sein, Kinder müssen erwachsen sein.

    Gefällt 3 Personen

  3. Irgend wie finde ich die Definition von „Erwachsen“ sehr einseitig… ist jeder der sich abgrenzen kann ERWACHSEN auch der egomane Menschentyp, der nur sich wahrnimmt?!… Ich mag deine Herangehensweise an diesen Begriff… die Beschränkung in der Definition knirscht… LG Rita

    Gefällt 2 Personen

  4. Sehr schöne Bilderchen, jedes auf seine Art. Ich mag jedes 🙂

    Situationen zu verlassen, die man als unangenehm, vielleicht sogar als peinlich, empfindet, ist nicht einfach.
    Sofort wegrennen wäre immer falsch, denn man kann tatsächlich aus solchen Situationen lernen, auch wenn es sich seltsam anhört.
    Doch wird es einem von Herzen unerträglich, dann gibts kein Halten mehr. Nur noch weg heißt dann die Devise.
    Doch ob das mit Erwachsensein zu tun hat, das weiß ich wirklich nicht. Sollte es nur das scheinbar gelassene Wegmarschieren sein? *g*
    Das kann ich mir nun gar nicht vorstellen.

    Kannst Du es mir erklären?

    Lieber Gruß in die Nacht von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Nö, kann ich nicht. Ich glaube, dass mit Erwachsensein die Fähigkeit gemeint ist, zu erkennen, wann man weg MUSS. Und ich finde, deine Aussage beweist, dass du erwachsen (genug) bist, liebe Bruni. 😉
      Schönes Wochenende dir & liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

Ja, eben. Und du so?

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