Ein Lied, im Dunkeln zu singen

Ich kannte „im Dunkeln singen“ als Redewendung in der Bedeutung „sich in einer als bedrohlich angesehenen Situation Mut machen“. (Wenns sonst schon keiner tut.) Die Suchmaschine patzt da erstaunlicherweise, bringt mich aber über Umwege zu dem Wikipedia-Eintrag zu „Pfeifen im Walde„, der mich mit der Erkenntnis erfreut, dass man nicht nur im dunklen Wald pfeift (oder singt), um sich Mut zu machen, sondern auch, um irgendwelche böse Tiere auf Distanz zu halten und somit einen Revieranspruch geltend zu machen. Jawohl! (Hrm.)
Was mir dagegen sehr gefallen hat, ist die Theorie, dass Musik die Tätigkeit der Amygdala hemmt, unserem „Angstzentrum“ des Gehirns.

Das „böse Menschen keine Lieder“ haben, ist ja nun leider gründlich widerlegt, dennoch wird es schon seinen Grund haben, dass Soldaten singend in die Schlacht ziehen. (Ob man dahingehend einen Bogen schlagen kann, dass so viele mit Stöpseln im Ohr durch ihren Alltag laufen?)

Eigentlich egal. Jeder hat seine Gründe, sich Mut zu machen. Wer will da richten?
Mein aktuelles Lied für das Dunkel stammt von Rea Garvey: It’s a good life.

 

Text läuft im Video mit, deutsche Übersetzung gibt es hier.

 

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16 Kommentare zu “Ein Lied, im Dunkeln zu singen

  1. Ein tolles Lied, liebe Christiane

    …*Sieh die Sonne über den Bäumen
    Fühle den Wind in einer warmen Nacht*…

    Singen gegen die Angst ist eine wundervolle Sache, wie oft wird auch in den Bunkern gesungen worden sein, wenn noch Stimme zum Singen da war und das Weinen nicht schon alles verschluckt hatte, denn das kann es gut…

    LG zum Morgen von Bruni

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  2. Singen … überhaupt ist großartig.
    Ich schrieb es gerade erst gestern … Ich habe viele Jahre in einem Chor gesungen … Wenn man Stress hat, schlechte Laune …usw. – nach dem Singen ist das verflogen. Die Endorphine tanzen nur so.
    Das Video ist sehr schön (Und ich bin sowieso Rea Garvey-Fan).

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    • Ja, und das ist ja das, worauf es ankommt, oder? Denn wenn man es erst mal in einen anderen Gemütszustand schafft, sieht man die Dinge anders. Sieht man die Dinge anders, sieht man vielleicht was, was einem entgangen war. Und und und und und. Du weißt schon.
      Liebe Grüße (und Gruß von Fan zu Fan)
      Christiane

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  3. Das stimmt. Oft erlebt man ja eigenartige Dinge, wenn man sich aufgerafft hat , doch aufzustehen vom Sofa … auf einmal wird ein grauer Tag ganz bunt – man lernt neue Menschen kennen, erntet ein Lächeln … irgend so was in der Art.

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  4. Ich singe beim Schwimmen – nicht aus Angst, sondern aus Spaß an der Freude. Die Dunkelheit ist meine Zeit, da fühle ich mich ganz eingehüllt und zu Hause. Merkwürdig, dass es Menschen gibt, die sie fürchten. ;)

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