Kennt ihr das?

Du hast es bemerkt. Es ist der kalte Blick. Der kalte Blick des Schreibenden auf seine Objekte. Und dass in dem Augenblick, in dem du soviel Abstand von deinem Schmerz hast, dass du darüber schreiben kannst, dieses Schreiben nicht mehr ganz authentisch ist. Also wenn du schreiben solltest, kannst du nicht schreiben, und wenn du schreiben kannst, solltest du nicht schreiben.

(Christa Wolf, Stadt der Engel, 2010, S. 286)

Kennt ihr das auch? Ich habe momentan das Gefühl, dass alles, was ich schreibe, absoluter Mist ist und ich mir selbst schreibend nicht mehr nahekomme. Alles ist irgendwie … gerade nicht das, was ich sagen will.

Ich glaube, ich muss ein bisschen schweigen, bis die Stille um mich herum keine Mauer mehr ist und ich wieder was erzählen möchte.

Tränendes Herz – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, nein, nicht mein Garten

 

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49 Kommentare zu “Kennt ihr das?

  1. Ach, Du Liebe, wie gut ich das auch kenne! Ich glaube, das Wichtigste ist, sich selbst alles, aber auch wirklich alles, zu verzeihen und sich dann einfach mal in Ruhe zu lassen. Und sich zu trauen, zu sitzen und ins Leere zu schauen…“ins Narrenkastl schaun“, sagen wir hier in Oberbayern dazu. In Dir sind soviele Geschichten, brauchst nicht verzagen, irgendwann kommen sie wieder, ich versprechs Dir!
    Viele, viele ganz liebe Grüsse an Dich!

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  2. Liebe Christiane, dein letzter Satz oben im Text ist wunderbar und sagt alles aus. Du kannst es. Du machst es. Mach dir keinen Druck. Kommt schon wieder – so, dass es dir selbst auch gefällt 🙂 Liebe Grüße an Fellnase und dich, Annette 🙂

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  3. Liebe Christiane,
    ich habe sehr viel Stille um mich herum, brauche dieses sich in mich Zurückziehen auch und weiß, irgendwann öffne ich mich wieder und so wird es auch Dir ergehen, wenn Du all die Umbrüche der letzten Zeit seelisch verarbeitet hast. Gib Dir die notwendige Zeit, auf keinen Fall zu etwas zwingen.
    Fühle Dich umarmt.
    Karin

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  4. Um direkt auf die Frage zu antworten: Ja, das kenne ich. Und das letzte Schweigen dauerte Jahre. Alles braucht seine ganz eigenen Zeit. Horchen Sie auf Ihre inneren Stimmen, die wollen manchmal nur tuscheln und wispern, um sich zu räuspern bis sie sich selbst stark genug erscheinen, um wieder laut gehört zu werden.

    Alles Liebe dafür und die beste Medizin hat wohl Tristan rezeptiert.
    Herzlichst, Ihre Käthe.

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    • Ich bin mit vielen Dingen ziemlich langsam. Dennoch erschreckt mich der Gedanke.
      Okay, ich werde es wissen, wenn und ob und überhaupt. Zwingen werde ich nichts, aber manchmal baut auch SoTunAlsOb innere Brücken …
      Danke.
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Sotunalsobs sind zwar wackelige Seilbrücken, aber besser als der drohend klaffende Abgrund. Verflechten Sie doch ein paar Alsobs zu einem etwas stabileren Gefüge. Klar braucht das Zeit, aber untätig am Abgrund sitzen bringt ja auch nichts, meine Liebe.

        Und wennSe mal Abstand brauchen, der bonfortionöse Hinterhof hat erwiesenermaßen Heilkräfte. Und eine Bettstatt findet sich allemal.

        Herzlichst, Ihre Käthe, alsobseilerprobt.

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        • Liebste Käthe, ich kenne Ihre Gegend so gar nicht, das würde mich schon locken. Und erst der vielbewunderte und -besungene Hinterhof nebst der HinterhofBlumenUndAllesBetörerin! 🙂
          Vielen lieben Dank, ich melde mich dazu gern.
          Sonnige Grüße
          Christiane

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Ja, eben. Und du so?

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