Lied der Woche

Aus Gründen.
Ihr kennt sie.

Das Ding wurde vorgestern auf der Beerdigung gespielt, und, ehrlich gesagt, habe ich schon sehr viel steifere und unpersönlichere Beerdigungen überlebt. Diese hier war ein Kerzenmeer, wir waren ein sehr kleiner Kreis Trauernder und der (nichtkonfessionelle) Trauerredner hat es wirklich gut gemacht.

Nein, für mich ist es kein Ende von irgendwas (was man immer von Beerdigungen hört), nein, ich fühle mich überhaupt nicht getröstet, aber es waren einige Leute da, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte und wir haben (beim „Leichenschmaus“, auch so ein Wort) viel über ihn gesprochen und WeißtDuNochs ausgetauscht, und das war auf eine traurige und berührende Weise schön.

 

Ach ach ach.

Ich komme im Moment seltener als üblich bei euch vorbei, seht es mir bitte nach.

 

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28 Kommentare zu “Lied der Woche

    • Ja, das denke ich auch. Leider kenne ich meist nur die überflüssige Seite: Peinliche Kondolenzbezeugungen und/oder Leute, für die das Leben weitergeht, die sich (laut!) über alles andere unterhalten und so einfühlsam rüberkommen wie ein Schützenpanzer, selbst wenn es „nur gut gemeint“ ist, was ich durchaus bereit bin anzunehmen.
      Danke dir!
      Liebe Grüße
      Christiane

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        • Tod und Sterben ist in unserer Gesellschaft immer noch an den Rand gedrängt … kaum jemand kann damit gut umgehen. Die, die lange trauern, kriegen komische Blicke zu spüren oder bekommen gesagt, es sei doch nun bestimmt mal wieder gut.
          Ich mein, die Menschen zeigen doch häufig eh nicht ihre Gefühle – wie soll da Trauer gelebt werden.

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        • Ja, und bei uns (mehr oder weniger) Jungen greifen die alten Rituale nicht mehr, die Sicherheit und Trost gaben. Also zieht gefühlt jeder allein seine Furche auf einem steinigen Acker.
          Ich will mir nicht sagen lassen, ich müsse „nach vorn“ sehen, ich will meine Trauer nicht künstlich beenden (lassen), ich will sie nicht aufstellen oder wegtherapieren, ich will nicht ich will nicht ich will nicht. Ich trauere. Und irgendwann wird es mir wieder gut gehen, aber jetzt nicht. Und ich will den Prozess selbst bestimmen und mir meine Zeit nehmen, auch wenn ich anderen (die es nur gut meinen) damit auf die Füße trete, weil sie über meine Grenze latschen.
          Ha, ich könnte mich echt aufregen 😉

          Gefällt 5 Personen

        • Ist doch gut.
          All das darf sein.
          (Wenn wir uns die Erlaubnis dazu geben … denn oft tun wir es ja nicht, sind einfach freundlich zu anderen Menschen, nehmen Rücksicht … sind oftmals freundlicher zu ihnen als zu uns selbst).
          Ich werde langsam eine Egoistin: neulich saß ich mit einer Freundin bei einem angeregten Gespräch in einem Café. Da kam ein Paar an unseren Tisch und fragte, ob es sich dazu setzen dürfe (Hallo? Rings umher waren Tische frei – wir saßen allerdings unter eine Markise und es sah ein bisschen nach Regen aus. jedenfalls sagte ich wie aus der Pistole geschossen „Nein“. Du hättest das Gesicht des Paares sehen sollen. Und meine Freundin lachte und fand das großartig (ihr lag schon ein sich unangenehm anfühlendes Ja auf der Zunge).
          Sorry fürs Abschweifen: will sagen, du bist die Hauptperson, ist dein Leben. Also tust du das, was für dich stimmig ist und trauerst eben, so lange es für dich richtig ist. 😀 Es geht ja um Gefühle. Und Gefühle, die man sich wegmacht, rächen sich irgendwann (erlebe ich gerade).

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        • Genau das, was du beschreibst (mit dem Paar) kenne ich auch. Es allen irgendwie recht machen wollen (im Idealfall mag man sie ja auch, und mit so einem Verhalten ist man gesellschaftlich auf der sicheren Seite), und sich hintanstellen. Okay, so funktioniert eine Gesellschaft, man darf das nicht vergessen.Bis man sich irgendwann fragt, wo man selbst bleibt …
          Da gibt es diesen bösen Satz: Wenn jeder an sich selbst denken würde, wäre auch für alle gesorgt. Ich mag die Haltung dahinter eigentlich nicht, aber ich habe schon oft darüber nachgedacht.

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        • Bei mir hat sich da im letzten Jahr viel geändert … gerade auch durch den Job. Ich möchte da nicht weiter drauf eingehen, doch die gemachten Erfahrungen haben mich letztlich genau das gelehrt: Auf mich selbst am allermeisten acht zu geben. Ich weiß nicht, wer´s gesagt hat – kann sein, Dahlke, jedenfalls hörte ich letztens: „Burnout kriegen die, die sich immer in die Angelegenheiten von Anderen einmischen.“ Das fand ich schon krass, kann aber was damit anfangen. (komme aus dem sozialen Bereich – und hatte berufsbedingt so häufig für Andere mehr Zeit als für die eigene Familie). Und dann … irgendwann sterben sie weg – die Familie, Freunde … und man fragt sich – haben wir unsere Zeit genutzt?
          Ich wünsche dir weiterhin alles Gute in deinem Prozess der Verarbeitung und des Abschiedsnehmens.

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        • „Einmischen“ ist für mich ein „Grenzen überschreiten“. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es gerade im sozialen Bereich Jobs gibt, wo man das ständig tut und irgendwann dafür zahlt.
          Ansonsten kenne ich Burnouts aus anderen Arbeitsbereichen und würde sagen, dass der Spruch da nicht automatisch zutrifft.
          Auch dir Gutes – und danke!
          Liebe Grüße
          Christiane

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  1. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. In unserer westlichen christlich geprägten Welt wurde der Tod allzulang benutzt um Ängste zu schüren ( das jüngste Gericht) und die Menschen gefügig zu machen. Für mich ist es ein Übergang. Seit ich beim Übergang meines Vaters dabei war habe ich eine völlig andere Sicht auf die Dinge. Ich habe deutlich gespürt dass seine Seele den Körper verlässt. Es war traurig und tröstlich zugleich. Für mich fühlt es sich seither noch mehr als vorher so an dass er bei mir ist wenn ich an ihn denke. Dennoch habe ich Jahre gebraucht um zu trauern und loszulassen. Und das steht jedem zu diesen Prozess im eigenen Tempo zu vollziehen.

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    • Jepp, das würde und kann ich nur unterschreiben, das sehe ich auch so.
      Es ist ein Übergang zu einer anderen Welt, von der ich wie du nicht glaube, dass sie „schlimmer“ (siehe „Hölle“ etc.) ist. (So ein Unsinn.)
      Aber wir, die wir zurückbleiben, trauern. Und da will ich mir nicht vorschreiben lassen, wie das abzulaufen hat und wann es beendet sein soll. Ich spreche nicht über Auswüchse, die es da bestimmt auch gibt. (Ich bin keiner.)
      Danke dir!
      Liebe Grüße
      Christiane

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  2. Beerdigungen sind für mich ein ganz schwieriges Thema. Ich bin dann total aufgelöst und weine in mich hinein. Ich kann noch so abgeklärt und stark sein, aber wenn ich einen Menschen für immer verliere , der in meinem Herzen war, ist das für mich als reißt mir jemand ein Stück Herz aus dem Leib. Ich denke an dich und wünsche dir viel Kraft! ❤️ LG Maren

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  3. Liebe Christiane, ich sitze hier mit Pipi in den Augen, während ich das Lied höre. Herrjeh ja …
    Ich habe dich sehr gerne gelesen und es gibt nichts nachzusehen, ich weiss, wir wissen doch, dass man die Schalter nicht einfach mal so umlegen kann. Nimm dir den Raum und die Zeit die du brauchst, wir sind einfach hier, ich auf alle Fälle!
    herzliche Grüsse vom Sommerberg an dich
    Ulli

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    • Ich habe es eben schon in einem anderen Kommentar erwähnt, liebe Ulli, es geht wirklich darum, dass ich mir plötzlich den Raum nehme, den ich brauche und mein Ruhebedürfnis wichtiger nehme als alles, was ich sonst so (und auch gern) tue.
      Weshalb ich es erwähnt habe? Es irritiert mich, und das wiederum gibt mir zu denken, dass es mich irritiert …
      Ich bin sicher nicht aus der Welt.
      Liebe Grüße aus der gewitternden Stadt am Fluss
      Christiane

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  4. Zum „Leichenschmaus “ hatte ich im letzten Jahr keine Kraft, habe dadurch auch Missbilligung erfahren, aber ich habe mich darüber hinweggesetzt. Trauer ist ein nicht zu steuernder Prozess, ihr ist auch nicht mit Vernunft beizukommen, sie braucht Raum und Zeit.
    Ich bin in Gedanken oft bei Dir und wünsche Dir Kraft, liebe Christiane.
    Karin

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    • Hatte ich auch nicht, als meine Mutter starb. Natürlich bin ich mit meinen engsten Leuten was essen gegangen, aber was Größeres (bei uns wäre Kaffee und Kuchen üblich gewesen) konnte ich nicht.
      Ach, Karin, danke. Ich hangel mich so durch. Wird schon wieder.
      Liebe Grüße
      Christiane

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  5. Danke für das Lied. Ich habe Tränen in den Augen. 😦 Mein lieber Mann ist am 31.1. 2016 verstorben. In unseren Herzen wird er immer sein. Er ist jetzt unser Schutzengel und wird immer auf uns aufpassen.
    Ich weiß genau, was für eine Leere gerade in Dir ist und das nix mehr „gut“ wird. Die Zeit heilt die Wunden nicht, sie hilft uns dabei mit dem Schmerz umgehen zu lernen.

    Liebe Grüße und unbekannterweise eine Umarmung.
    Claudia

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Ja, eben. Und du so?

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