Gänse im Marsch oder so

Ich stelle fest, dass es schwieriger als erwartet ist, aus einer (Blog-) Pause wieder auszusteigen, seien die Gründe für die Pause auch noch so ehrenwert gewesen. Wenn man die Prioritäten erst mal verschoben hat, sind sie anders. Zurück an die gleiche Stelle? Unmöglich.
Und dann zeigt es sich: Woran hängt das Herz, blogtechnisch gesehen? Darüber muss ich für die Zukunft nachdenken, denn natürlich will ich meinen Blog nicht aufgeben.

Nicht gerade um mich selbst zu überlisten (was den Anreiz für einen Blogbeitrag angeht), aber nach gefühlt ewiger Zeit mal wieder um meinen Lieblingsteich gelaufen. Und am nächsten Tag gleich nochmal, denn dann musste die Kamera mit, denn … jawollja, die Schwäne mit den diesjährigen Küken, ihr erinnert euch. (Ich warne jetzt schon mal: Das geht so weiter. Auch nächstes Jahr vermutlich.) Nun, erst waren es zehn, dann waren es acht, und jetzt sind es immer noch sieben. SIEBEN! Und alle sehr entspannt beim Gründeln. Köpfchen in das Wasser …
Ein Fotograf, den ich traf, erzählte mir, dass die im letzten Herbst plötzlich verschwundenen Jungschwäne wohl von unserem „Schwanenvater“ einkassiert und zum Alsterschwan befördert worden seien. Auffrischung des Genmaterials und so. Bitteschön, mir soll es recht sein.

Ansonsten gehört zu dem Inventar des Teichs, nach dem ich mir immer den Hals verrenke, auch der Fischreiher. Zu meiner Irritation und unendlichen Freude scheint der Teich zwei davon zu haben, denn die beiden waren nicht an derselben Stelle, wobei es theoretisch natürlich durchaus möglich wäre, dass er den Ort gewechselt hat und gleich zweimal fotografiert werden wollte …

Manchmal ist eine Auszeit mit Kamera eben einfach das Richtige. Noch dazu, wenn die Sonne scheint, wozu man sie dieser Tage deutlich auffordern muss, von den Temperaturen reden wir gar nicht … es war Weihnachten schon ähnlich warm.
Nichtsdestotrotz, kommt gut ins Wochenende!

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

33 Kommentare zu “Gänse im Marsch oder so

  1. So. Schön dass du das thematisierst, ich habe mich da nicht so recht rangetraut, aber es fast erwartet, dass da von dir was kommt. Denn einfach so weitermachen nach deinen letzten Wochen ist ja nicht so richtig vorstellbar, für mich. Ich bin so lala nach meiner Blogpause wieder eingestiegen. Diese Blogpause kann unterschiedlichste Gründe haben, irgendwann ist sie da und irgendwann überkommt einen das Gefühl „das wars jetzt“. Hätte ich viel Langeweile und keine Ansprache hier oder bei der Arbeit oder sonstwo, dann wäre vielleicht manches anders.
    Letzten Endes gerät man auch beim Bloggen in eine Art Endlosschleife (Routine), was gut und schlecht zugleich ist. Man möchte doch die inneren Zwänge überwinden, die man im Alltag hat. Und bei mir kommt hinzu, dass ich mir die Zeit fürs Bloggen irgendwo abknipse, und wenn ich nicht blogge, ich nicht herumsitze und nichts mit mir anzufangen wüsste. Und seien wir mal ehrlich, das wahre Leben ist direkter, echter, spürbarer, nachhaltiger, und damit will ich den Austausch hier nicht schmälern. Bloggen bedeutet für mich etwas weniger leben, andererseits ist es ein wenig ein Outing seiner selbst. Aber die Intensität fehlt. Ich schwitze nicht, ich leide nicht, wenige Glücksmomente, oder eben alles ein wenig schwächer. Und so wie die Blogpause eine Pause ist, muss man sich für das aktive Bloggen Zeit nehmen. Ich versuchs mal mit der Mitte, haha. Vielleicht ist es auch das Alter, nicht mehr richtig jung, noch nicht so recht alt. Wo pusht man sein Leben, um es zu vertiefen, oder es überhaupt zu erfahren. Die elterliche Generation, so sie noch da ist, lässt nach und blickt schon erheblich zurück. Fragen kommen auf, nicht direkt nach der gelebten Rollenverteilung, aber unterschwellige Ansammlungen, dass manches im Leben vielleicht doch nicht ok war. Man kann das einschätzen und fragt sich, lohnt der Kosten-Nutzen-Faktor beim Bloggen, denn darauf sind wir getrimmt, wirtschaftliches Denken. Oder sollte man seine Lebensthemen neu bewerten, die Partnerschaft, die Kinder, die Arbeit. Ich will ja am Leben teilhaben und nicht einen erreichten Status verwalten. Naja nur ein paar Gedanken, mal so runtergerattert. Und jetzt werfe ich den Grill an und sitze mit spontan sprechenden Menschen, jung und alt, Frau und Mann zusammen und freue mich auf den Abend, bei welchem man auch mal durcheinander labert. EIn Abend ohne den Bit-und-Byte-Verwalter.
    Hey, das gilt jetzt nur für mich, aber ich schätze dich auch so ein, dass du auf die eine oder andere Art etwas ruhelos bist.
    Sei gegrüßt im Norden, liebe Christiane.

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    • Boah, was für eine Antwort, die über das Thema „Ich bin dann mal weg“ ja nun weit hinausreicht. Ja, davon, was du da aufwirfst, kenne und begrübele ich einiges auch. Ich muss meine Gedanken dazu erheblich besser sortieren, um dir (und Frau Graugans) antworten zu können, vielleicht verbrate ich das demnächst in einem eigenen Post. Aber wie du habe ich auch noch anderes an der Hacke, auch wenn ich davon ausgehe, dass es nicht das gleiche ist, und ja, ich stimme dir absolut zu, Bloggen frisst ziemlich viel Zeit, das ist nicht nur toll.
      Auf jeden Fall freue ich mich, dass du wieder die Bloggerwelt bereicherst, möge es lange andauern. Ich weine übrigens bisschen dem Verschwinden deiner kühnen Blumenfrisuren hinterher, die fand ich so grundgenial …
      Grüße in den wilden Süden
      Christiane

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      • Ja, vielleicht habe ich den Bogen ein wenig weit gespannt. Das war für meine Verhältnisse auch eher ein Ausbruch… Als ich deinen Text las, wusste ich, dass manches davon auch mich umtreibt, aber ich will das hier ja nicht zumüllen, auf die schönen Bilder bin ich nicht mal eingegangen. Überhaupt: toll!
        Ja die Blumenfrisuren, ich könnte mich mal drum kümmern – schön dass du dich erinnerst – ich denke manchmal alles ist so vergänglich (was ja auch gut ist, nur das Tempo irritiert). Aber daran siehts du, ich war dicht dran am Schnitt. Und es ist jetzt auch nicht alles gut, meine individuelle Schwelle hat sich verschoben, durch das bewusste Umschwenken von Blogzeit auf Lebenszeit habe ich einiges wieder schätzen gelernt. Andererseits hat auch der oder das Blog gewisse Auswirkungen auf mein Leben, aber das ist eine andere, nicht minder schwierige Geschichte.
        Wilde Grüße aus dem müden Süden (die Gäste sind weg, der Himbeerschnaps noch nicht. Aber die Flasche ist nicht mehr so schwer.)
        😉

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        • Ja, schon, es ist alles vergänglich, aber das ist subjektiv. Der Kosmos jedes Einzelnen setzt sich doch aus hunderttausend Schnipseln zusammen. Für mich sind meine Kontakte über den Blog überwiegend Bereicherung – (mehr oder weniger) interessante Leute, die ich im Alltag so wohl nie kennenlernen könnte. Ja, wenn es alles auf dieser Ebene bleibt, dann sind das Surrogate. Aber man kann ja weitergehen. Privat mailen, telefonieren, sich treffen. Das Virtuelle ins reale Leben überführen, oder eben auch nicht. Oder, krasser: Solange man sich nicht einbildet, die 200 Facebook-Freunde wären es auch in Wirklichkeit … ja, das ist ein weites Feld, zugegeben.
          Ich schlafe erstmal weiter. Gute Nacht, Himbeergeist 😉

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        • Es ist wie mit einem vollen Bücherregal, wenn was neues dazukommt, muss etwas altes raus. Das Bloggen hat diese Frequenz drastisch erhöht und die alten Dinge sind noch gar nicht so alt, aber das Regal steht voll. Was tun? Richtig: anbauen, also den Tag auf 28 Stunden verlängern oder alternativ überall ein wenig Zeit abknapsen. Das Virtuelle ins Reale holen bedeutet auch hier weitere Zeit bereitstellen.
          Nicht dass der Eindruck aufkommt, das Bloggen bestimmt mein Leben, nur wenn ich meinen Tag anschaue, und da nehme ich mal nur die Arbeitswoche, dann habe ich effektiv 5-6 Stunden Freizeit, oder nicht-Arbeitszeit. Diese Zeit fülle ich mit Zeit für die Familie, dem bisschen Haushalt (eben mein Anteil), meinen diversen Hobbies, Kino, Theater, Film, Verpflichtungen aufgrund von anderen Dingen, uvm. Dann bleibt am Ende eine Stunde Luft am Werktag zum Bloggen, Lesen, Kommentieren oder eben für andere Dinge die mein Leben zukünftig bereichern sollen. Ein unerwarteter Telefonanruf und auch diese Stunde ist weg, oder die Nacht wird immer kürzer. Naja, ich will nicht jammern, es ist ja alles gut.
          Aber ich habe den Blog begonnen wegen der Fotografie und ich muss aufpassen dass es nicht kippt und ich nur noch fotografiere, damit ich bloggen kann. Manche der täglichen Blogger zeigen da schon deutliche Abnutzungserscheinungen, ich betone: manche, nicht alle. Andere schaffen trotz der vielen Beiträgen die Spannung hoch zu halten.
          So. Jetzt aber ein schönes Weekend.

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        • Da sagst du was Wahres: Fotografieren, um bloggen zu können. Ich bin noch nicht so weit, aber ich kenne den Gedanken auch, dass ich mir überlege, ob sich die Bilder auf den Blog stellen ließen, wobei das im Moment der einzige Ort it, an dem ich Bilder veröffentliche.
          Aber ich kenne wiederum Leute über Facebook, wo ich mir bei der Masse der Bilder schon überlege, ob das Zeigen von „Ich am Pool“, „Wir beim Hochseeangeln“, „Ich auf dem Kamelrücken“ nicht einen mindestens so großen Stellenwert einnimmt wie das Wegfahren selbst … Nicht mein Ding.
          Auch dir ein schönes Wochenende und einen schönen Fußballabend, falls du schaust.
          😉

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  2. Kann dich gut verstehen, liebe Christiane, sehr gut sogar, und Autopict hat auch so treffend geschrieben, ja, es lohnt schon, alles mal in Frage zu stellen und allem immer wieder seinen eigenen Raum zuzuteilen, alles, wo es hingehört…in jeder Wirklichkeit gibt es alles…das Bloggen kann eine kostenlose Experimentierbühne sein, die man sonst nicht zur Verfügung hat und Menschen, die beginnen, sich füreinander zu interessieren, können sich jederzeit „in echt“ kennenlernen und miteinander quatschen…aber was red ich da herum, freu mich, wenn du wieder schreiben magst und ich dank Dir sehr für die wunderbare Ablichtung dieser ganz besonderen Gänse, fühle mich schwesternmäßig ergriffen, liebe Grüsse von Deiner, na -du weißt schon…leise schnatternd

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    • Ich habe mir schon vorgenommen, darüber in einem eigenen Post mal länger nachzudenken, über das Blogleben und das Schreiben und das Schweigen (-müssen, -wollen) und überhaupt …
      Daher lass mich dir versichern, dass du mir Lust machst, die Kamera zu schnappen und die Graugänse, die in der Stadt an der Alster (oder um sie herum) leben aufzuspüren und zu fotografieren … extra für dich! 🙂
      Sonntagsgrüße
      Christiane

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  3. Liebe Christiane,
    Immer wieder braucht es die Zeit des Schweigens, des Austritts, um neu zu denken, sich zu sortieren, zu hinterfragen, ob nun im Blog oder im ganz normalen Leben. Du hattest Gründe und die können nicht einfach so überschrieben werden. Back to normal, was ist das, normal?
    Und trotzdem … ich freue mich über deins am heutigen Morgen und nun ist ja der Sommer im Süden, wenn auch immer noch recht kühl, sodass ich dir wenigstens einen Sonnenstrahl in den grauen Norden sende, von Herzen
    Ulli

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    • „Normalität“ ist eine Definition, die man selbst trifft, finde ich, liebe Ulli, eine vertraute Bandbreite eines Alltags, einer Gefühlslage. Manchmal auch eine durchaus ersehnte, wenn es nämlich gerade „alles reicht“. Nun habe ich schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass ich immer heftiger paddeln muss, um den Kopf über Wasser zu halten, und das gefällt mir nicht. Von daher ist es gerade ziemlich spannend, die Rolle meines Blogs und des Schreibens, des Gedanken-nach-außen-Tragens überhaupt neu zu definieren. Bis ich mir darüber im Klaren bin, betrachte ich meine Blogbeiträge als „Lebenszeichen“, und freue mich, wenn sie gefallen und sich darum, dahinter Diskussion und Austausch entspinnt so wie jetzt.
      Liebe Grüße in den Süden aus dem heute warmen Hamburg
      Christiane

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    • Kann ich gut brauchen, danke, morgen ist megafetter Stress angesagt, und auch, wenn er alles in allem sehr erwünscht und positiv ist, bleibt es megafetter Stress. Ich dreh am Rad (Vorbereitungen), der Fellträger dreht am Rad ….
      Von daher: Her mit dem Kaffee! Und Nervennahrung wäre jetzt auch fein … 🙂
      Liebe Grüße, genieß den Sommer
      Christiane

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