Veränderungen

Es gibt drei Sorten von Menschen mit Tattoos: Leute, die keins haben, Leute, die eins haben, und Leute, die viele haben.
(Zitat eines Freundes, weiß nicht mal mehr, von wem.)

Eine der Erkenntnisse der letzten Scheiß-Wochen war, dass das Leben, auch meins, kürzer als gedacht sein kann. Und dass ich vielleicht nicht mehr endlos Zeit für alles habe, was ich noch möchte, was ich immer dachte (und fühlte), als ich noch jünger war.

Also fange ich wohl dann mal an und lebe eine imaginäre Liste ab: Hallo Karma, seit ungefähr 20 Jahren möchte ich ein Tattoo. Eins. Mein erstes. Ja, ich habe mich damals ein bisschen von meiner Mutter abschrecken lassen: Kind, überleg es dir gut, vielleicht bekommst du deswegen Schwierigkeiten auf der Arbeit. Stimmte vor 20 Jahren. Stimmt heute definitiv nicht mehr, und auch wenn sich da was ändern sollte, habe ich inzwischen das Standing, zu sagen, wem es nicht passt, der soll wegschauen. Denn das Einzige, was ich die ganzen Jahre wusste, war, wohin das Tattoo sollte: auf den Unterarm. Sichtbar. Und größer als ein 2-Euro-Stück wird es ganz sicher auch sein.

Was ich 20 Jahre lang nicht wusste (und was entscheidend war), war, was für ein Motiv ich möchte. Ich finde Tribals zum Beispiel ziemlich oft ziemlich toll, aber was haben die mit mir zu tun? Und das ist das, was mich total geflasht hat: Jetzt, nachdem sich der Wunsch wieder in den Vordergrund gedrängelt hat (und ja, klar, ich möchte auch eine Veränderung damit dokumentieren), hatte ich ziemlich schnell eine interessante Idee. Nachdem ich die dann zum Zweck der Bildersuche in die Suchmaschine geworfen hatte, spuckte sie mir schnell und umstandslos ein Bild eines Tattoos aus, das mich anbetend auf die Knie sinken ließ – na ja, fast. Und wo sitzt die Tätowiererin, von der dieser grandios ästhetische Entwurf stammt? Na? Genau, vor Ort. Ende des Rumgeeiers.

Ich bin nur in Maßen abergläubisch (deshalb werde ich auch nicht in Details gehen, bevor alles in trockenen Tüchern ist: „Kind, beschrei es nicht“), aber das ist doch ein Zeichen, oder? Jetzt muss ich nur noch einen Termin bei besagter Frau ergattern, was nicht so leicht ist und vermutlich erst im nächsten Frühjahr sein wird … und dann … ich werde berichten. Obwohl, wer weiß, wenn es sein soll, wird es ja vielleicht auch früher, Termine werden ja auch mal abgesagt …

Habt ihr Tattoos? Wo? Wie viele? Was für welche? Bereut ihr es?

 

Im Tattoostudio – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

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88 Kommentare zu “Veränderungen

    • „Alles Geschmackssache, sagte der Affe, und biss in die Seife.“
      Warum nicht? Weil es einem (mir) gefällt. Nun ist das eine hochgradig subjektive Sache, schon klar. Sei versichert, dass ich das Bild eher abschreckend finde und nur aus Aufmerksamkeitsgründen verlinke …
      Dir einen schönen Abend
      Christiane

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  1. Ich habe keins und es war aucb nie ein Thema für mich – aber ich habe deinen Bericht gelesen und drücke dir sehr die Daumen, dass das was wird mit dir und dem Tatoo – ich bin mir da allerdings ziemlich sicher, nach allem, was du dazu erzählst. Viele sehr herzliche Grüße!

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  2. Tattoos sind so etwas Endgültiges, sie kann man nicht wie ein Schmuckstück verbannen, wenn sie nicht mehr gefallen. Warum nicht mit einem anfangen, das nach einiger Zeit wieder verblasst, heißt anders ,mir fällt der Name nicht ein, um erst einmal zu sehen, ob man wirklich Zeit seines Lebens gezeichnet sein möchte.
    Bitte keine Kurzschlusshandlungen aufgrund der auf Dich eingestürmten Ereignisse der letzten Zeit.
    Lieber etwas besorgten Gruß an Dich!

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    • Weil diese „Bio-Tattoos“ zum Teil ziemlich gefährlich sein können wegen der verwendeten Farben. Und weil sie eben oft nicht vollständig wieder weggehen. Ich hab das nur gelesen, Karin, nagel mich nicht fest, ich weiß es auch nicht aus erster Hand.
      Nein, keine Kurzschlusshandlungen, sei unbesorgt. 20 Jahre Nachdenken sind keine Kurzschlusshandlung mehr, und vom Plan bis zur Ausführung werden vermutlich auch noch ein paar Monate ins Land gehen … da fließt noch viel Wasser die Elbe runter.
      Herzliche Grüße, danke fürs Sorgen-Machen
      Christiane

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  3. … für mich symbolisiert das in die Haut Geritze, die Angst vor dem Vergessen… die Namen seiner Kinder, den Lebenspartner, der dann doch ein „Cover up“ bekommt, einen Delphin oder einen Schmetterling falls sie aussterben sollten sind sie in Haut verewigt… der Schmerz ist das Thema… 😉

    Gefällt 4 Personen

  4. Also, ich habe kein Tattoo und möchte auch keines haben – das ist mir eine zu endgültige Dekoration. Mit einer abwaschbaren oder sich nach zehn Tagen wieder verflüchtigenden Variante könnte ich mich indes spielerisch anfreunden.

    Wenn Du ein Bild, Muster, Ornament, Symbol oder Wort gefunden hast, das Dir entspricht, kannst Du mit einem Tattoo einen Lebenswendepunkt markieren, und wenn Dein Wunsch wirklich so tief ist, dann trau‘ Dich.
    Prüfe aber die Qualität der verwendeten Farben.
    Ich habe mal irgendwo gelesen, daß es gefährlich ist, wenn die Farben Metall enthalten, das kann bei einem MRT unangenehm werden. Und giftig können die Farben auch sein und in die Blutbahn geraten. Aber Haarefärben mit konventionellen Farbstoffen hat auch giftige Nebenwirkungen …

    Bin schon gespannt auf das Beweisfoto! 😉

    Abendsonnenhimmelige Grüße von
    Ulrike

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    • Japp, was Farben angeht, werde ich sehr vorsichtig sein und mich vorher schlau machen, so gut es geht. Da das ein renommiertes Studio ist, denke ich, dass ich auf der sicheren Seite bin, aber du hast völlig recht: Es ist mein Körper.
      Ich habe mit Henna-Tattoos herumexperimentiert, immer wieder. Es ist einfach nicht dasselbe 🙂
      Liebe Grüße
      Christiane

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  5. Ich mag auch keine tattoos, dafür bin ich ein Schmuckfreak. Jede hat halt so ihre Laster 🙂 Früher dachte ich, tätowieren wäre ein besonderes Vergnügen für Masochisten, was ja auch nicht ganz falsch ist. Allerdings bei den Massen und Mengen von tattoos mit denen die Leute jetzt (und bis an ihr Lebensende) herumlaufen, ist es eben eine Mode geworden. Aber – ich gebe zu bedenken – dass die meisten tattoos an ihren Träger/innen ja wirklich scheußlich aussehen. gut , es gibt auch Ausnahmen ….

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  6. Wegmarkierungen setzen mag ich sehr, in welcher Form auch immer.
    Nur einmal sah ich in einem Tatooladen DAS Tatoo für mich, aber ich war ja mit dem Sohnemann dort, wir gingen beide ohne wieder raus. Ich, weil es nicht geplant war, er, weil der „Stecher“ ihn überzeugen konnte noch ein paar Jahre zu warten. Ich hätte diesen Kerl von Tatoostecher knuddeln können 😉
    herzliche Abendgrüsse
    Ulli

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      • es war dann doch nicht so wichtig, aber es gibt immer mal so Momente da fällt es mir ein, letztens erst und vorhin bei dir, gerade denke ich, ich sollte mal versuchen es zu zeichnen, hab ja bald Ferien …
        herzliche Nachtgrüsse
        Ulli

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        • Ja, so ging es mir jahrelang. Ich hatte mich damals in eine Eidechse verguckt, die ich unglaublich schön fand und finde, aber bei der ich mich dann immer wieder fragte: Reicht das für etwas, was man den Rest des Lebens trägt? Und dann feststellte: Nein, reicht nicht.
          Jetzt ist das Gefühl dabei anders. Reicht das? Ich werde es wissen … 🙂
          Liebe Grüße
          Christiane

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  7. Hm, mein Körper trägt auch noch kein Tatoo. Allerdings denke ich auch schon seit längerer Zeit darüber nach, mir irgendwann eins stechen zu lassen.
    Ich finde deine Idee jedenfalls super toll. Wenn es einer deiner langjährigen Lebensträume ist, solltest du das auf jeden Fall machen lassen. Gehe ganz bewusst deinen Weg, und tue das, was dir am Herzen liegt und unter den Nägeln brennt.
    Freue mich mit dir und deiner Entscheidung! 🙂
    LG Markus

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  8. Ich habe überall Tattos, nur eben nicht sichtbar, weil sie auf meiner Seele eingestochen sind. Manche erfreuen mich, andere erschrecken mich, aber sie alle werden mich bis zum letzten Tag begleiten. Sie durch meine Haut nach außen zu stechen benötige ich nicht, aber das entscheidet jeder für sich selbst.

    Gefällt 7 Personen

  9. Liebe Christiane,
    Ich habe seit 14 Jahren ein Tattoo, habe es mir also in reifem Alter von 30 stechen lassen. Es ist schwer zu erkennen, jeder andere hätte es etwas anders platziert (weil es eine „seltsame“ Lage an der Schulter hat und jeder fragt mich, was das denn sei 😉. Für Leute, die ich nicht so gut kenne, sind es einfach nur 2 umeinander schwimmende Schleierschwänze (Fische- wobei die zwar „einfach so“ also intuitiv gewählt wurden, aber hinterher genau das passende Motiv aufgrund der Bedeutung wurden) für mich ist es die Freiheit, seit 14 Jahren schulterfreie Kleidung zu tragen, wenn mir danach ist, ohne dass JEDER mir komisch auf die Schulter schaut wegen einer sehr großen, erhabenen, ungleichmäßigen und geröteten Narbe.
    Im Moment denke ich auch gerade darüber nach, mir ein weiteres Tattoo stechen zu lassen für den vergangenen Lebensabschnitt. DAS ist für mich immer das interessante an Tattooträgern: es steckt bei den allermeisten eine Geschichte dahinter, die die Seele nach außen hin erzählen möchte. Und wenn Du meinst, dass Du vor einem bestimmten Motiv niedergekniet bist….😉 ran da!
    Das Wo spielt sicher auch eine Rolle, schließlich betont man genau die Stelle am Körper – und ich glaube, dass man instinktiv weiß, welche Stelle die Extraportion Aufmerksamkeit benötigt.
    Witzig, dass Jules vor kurzem auch Tattoos als Thema hatte …und jetzt Du. Vielleicht sollte ich meine Blogpause beenden und nen schönen Post über Tattoos schreiben😉, hab da noch so einige Ideen.
    Liebe Wochenendgrüsse und wenn Du jmd zum Händchenhalten im Studio während des Stechens brauchst, sag einfach Bescheid.
    Andrea

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    • Liebe Andrea,
      ich habe keine Ahnung, ob ich wen zum Händchenhalten brauche, ich gehe davon aus, dass ich bis oben hin voll mit Adrenalin sein werde. Aber danke für das Angebot, ich komme vielleicht drauf zurück. 🙂
      Ja, ich glaube auch, dass bei vielen Menschen Tattoos etwas über die Lebensgeschichte erzählen, ich finde das immer interessant, auch wenn ich jetzt Probleme hätte, meine Geschichte dahinter zu formulieren.
      Weißt du denn schon das Motiv deines neuen Tattoos, und vor allem die praktische Frage: Weißt du, WO du es stechen lassen willst (also das Studio meine ich jetzt)? (Umgekehrt: Soll ich mitkommen zum Händchenhalten? Ich würde gern „Feldstudien“ betreiben.)
      (Und, letzte Frage: welcher Jules?)
      Oh ja, schreib doch mal was über Tattoos, das fände ich jetzt spannend. 🙂
      Liebe Grüße
      Christiane

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  10. Ich hab keins. Das erste Tatoo, das ich sah, war auf der Innenseite eines Handgelenks, es war blau, kein Bild, sondern eine Zahlenreihe. Das war in einem Kibbuz überlebender KZ-Insassen. Ich dachte daran, mir auch so eine Nummer zuzulegen, so wie ich manchmal denke, ein Kopftuch tragen zu sollen – aber ich verwarf beides, denn was man aus eigenem Antrieb tut, lässt sich nicht mit dem vergleichen, was einem angetan wird. – Versöhnt wurde ich durch einen jugoslawischen Künstler, der ein Wort und ein kleines Symbol auf sein Schlüsselbein hatte tätowieren lassen. Es war ein Bekenntnis zur höchsten Lebensschwingung, der Liebe.
    Dies nur, weil du nach Eigenem fragtest, liebe Christiane. Dein Tatoo ist deine Geschichte, und wenn sie auf deine Haut geschrieben werden soll, so ist das deine Entscheidung. Ich wünsche dir, dass es eine glückliche inspirierende Geschichte ist. Liebe Grüße! Gerda

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    • Ach, liebe Gerda, das ist ein toller Wunsch: eine glückliche inspirierende Geschichte! Ja, für mich ist es das, mein Tattoo in spe wird das auf jeden Fall für mich sein: inspirierend.
      Ich kenne die Nummern-Tattoos nur von Bildern und kann sie kaum aushalten. Kann mir vorstellen, dass das prägt. Was Menschen einander antun! (Und sich selbst, eine andere Geschichte.)
      Liebe Grüße aus dem sommerlichen Hamburg
      Christiane

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  11. Ich hinterlege Ihnen eine Riesenschippe Zuspruch, liebe Christiane. Schmuck oder Schminke kann man ablegen, doch subkutane Schönheit bleibt. Wie reden hier allerdings nicht von der Massenware Billigtattoo. Schlechte Stecher und mangelnde Hygiene gibt es zuhauf. Vertrauen Sie einfach Ihrem Instinkt, man isst ja auch nicht in einem Lokal, wo es aus der Küche stinkt. Jeder gute Tattoowierer gibt gern Einblick in seine Arbeitsweise.

    Der Schmerz? Marginal für jeden, der bereits unfreiwillig durch eine Schmerzhölle ging. Freiwilliger Schmerz schärft die Sinne und die Portion Stolz begradigt bei jedem Anblick den gebeugten Nacken.

    Noch persönlicher ist ein gänzlichst eigener Entwurf, gute Nadelmaler lieben solche individuellen Aufgaben. Tattoos sind wie eine Landkarte des Lebens, festgestochene Erinnerungen, die unwiderruflich und nicht verklärbar sind. Kennen Sie Captain Mike aus Benjamin Button? Der formulierte es ähnlich.

    Ich wünsche Ihnen eine sichere Auswahl, den nötigen Respekt vor einem solchen Schritt kann man ja bereits bei Ihnen lesen und verbleibe tattoowiert zugetan, Ihre Käthe.

    Gefällt 5 Personen

    • Liebe Käthe, vielen herzlichen Dank für Ihren Zuspruch! Nein, für Billigware habe ich mich hierbei ganz sicher nicht entschieden. Das Studio macht im Internet einen überaus guten Eindruck, die dort vertretenen Grundsätze kann ich nur unterstreichen, aber ich werde mich bestimmt auch vor Ort umschauen, bevor ich nicke – angeblich bekommt man dort gern Besuch. Sowieso bin ich gespannt, wie man mit mir umgeht, ich schätze, ich bin nicht die übliche Klientel.
      Leider kann ich nicht mit einem gänzlich eigenen Entwurf aufwarten, ich bin des Zeichnens nicht mächtig. Dafür mache ich das Zweitbeste: Ich bitte die Tätowiererin, mir einen ihrer eigenen Entwürfe mit kleinen Modifikationen zu stechen. Ich bin sicher, dass ich damit Freude hervorrufe und auf der sicheren Seite bin, was die kundige Ausführung angeht.
      Ganz herzliche Grüße
      Christiane

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  12. Ich habe zwei Tattoos und bereue keinea davon.
    Nummer 1 hab ich mir selbst geschenkt nachdem ich das Abitur bestanden hatte (nicht ganz ohne Schwierigkeiten) und es erinnert mich daran dass ich es trotz aller Hürden geachafft habe.
    Nummer 2 war dann einfach nur so weil ich Lust hatte, da dieses aber am Rücken ist und ich es daher selbst nicht sehen kann hat es für mich auch nicht so eine große Bedeutung.
    Schon sehr lange denke ich über ein weiteres nach aber der richtige Zeitpunkt ist noch nicht gekommen das Motiv aber gedanklich schon recht klar und irgendwann wird es etwas werden. Irgendwann kommt das nächste große überwundene Hinderniss an das ich mich ewig erinnern möchte!
    LG Ingrid

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  13. Pingback: Tattoo -Wozu? – seelenfunkeln

  14. Tätowierungen haben in Japan eine völlig andere Bedeutung. Dort gelten sie als Symbol der Gruppenzugehörigkeit und werden meist mit den Yakuza, der japanischen Mafia, gleichgesetzt. So kann es westlichen Urlaubern mit Tattoos passieren, dass man sie nicht in Badehäuser lässt oder von dort ausschließt, wenn das Tattoo sichtbar wird.

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    • Davon hatte ich gehört. Gilt das für alle Tattoos, oder nur für wirklich großflächige, auffällige?
      Ich habe bei einer anderen Bloggerin gelesen, dass man ihre Tattoos nicht gerade begrüßt hat, als sie mit ihrer Liebsten in Japan war.
      Wie wirkt dann unsere Tattoo-Lust auf dich? Gedankenlos?
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Bei Ausländern ist man durchaus großzügiger, wenn es um Tattoos geht. Aber der Reflex sie abzulehnen, ist in der Bevölkerung tief verwurzelt. Japaner wissen auch, dass ein Gaijin kein Yakuza ist. Trotzdem wird man ihn instinktiv meiden. Er könnte ja vielleicht ein ausländischer Bösewicht sein.

        Ich bin, wenn ich das möchte, so deutsch wie jeder in diesem Land. Meine deutsche Seite zuckt die Schultern. Tattoos bedeuten mir nichts. Meine japanische Seite denkt sofort an Yakuza. Und diese Typen sind nicht nett. Sie zu glorifizieren, ihnen den Status als „letzte Samurai“ zu geben, was westliche Medien gern machen, ist unangebracht.

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        • Ich habe neulich nachts etwas über Yakuza gesehen und war ziemlich fasziniert. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass da hauptsächlich glorifiziert wurde, sondern für mich war es einfach ein einfühlsamer Einblick in eine Art zu denken/zu leben, die mir sehr fremd war. Wenn ich ehrlich bin, sind mir aber auch Ehrenkodizes, die es hier in derartigen Kreisen gab/gibt, fremd.

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        • Meine Nase ist nicht überlang, dennoch würde ich Samurai nie mit Yakuza in einen Topf werfen, auch wenn die alte Kriegskaste Japans nicht immer so nobel war wie gerne in Filmen dargestellt wird. In einem Bericht über junge Menschen Tokios habe ich viele Mädchen mit Tattoos gesehen, die sich von der „normalen“ Gesellschaft abheben wollen und ihren eigenen Lifestyle haben.

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  15. Ich habe 2,1 Tattoos (ich werde nicht verraten, was „Komma 1“ bedeutet).
    Das Gegenargument „Wenn du alt bist, wird es an deiner Haut herunterhängen“ habe ich immer erdrückt mit „Wenn ich alt bin, wird meine Haut so oder so an mir runterhängen, ob da noch irgendwo ein Tattoo ist oder nicht, tut dann auch nichts zur Sache!“
    Ich habe vor meinem ersten Tattoo lange nachgedacht, was es werden soll. Ich wollte auf keinen Fall „ein Motiv“, sondern etwas, das in meinem Leben wichtig war, ist und es auch bleiben wird. Bzw. falls es irgendwann mal einen geringeren Stellenwert haben sollte, ich trotzdem sagen könnte „Aber es HATTE mal großen Stellenwert in meinem Leben“. Mein zweites Tattoo wurde unter ähnlichen Aspekten ausgewählt.
    Ich habe beide seit ca. zwölf Jahren und habe es nie bereut.
    Es sind übrigens auch nie mehr geworden.

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  16. Gewünscht hatte ich mir schon sehr lange eines, erfüllt habe ich es mir erst vor sechs Jahren. Für mich ein persönliches Symbol für einen großen Umbruch in meinem Leben. Ich mag es immer noch und bereut habe ich es nie. Klar war mir dann auch ganz spontan die Stelle, denn ich wollte es selber betrachten können … Ganz herzliche Grüße und alles Liebe, Melanie
    P.S. Ich habe oft still mitgelesen und meine Gedanken waren bei Dir.

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  17. Normalerweise lese ich Kommentare zu einem Blogbeitrag erst, wenn ich meinen Kommentar geschrieben habe. Hier bei Ihrem Kommentar war es umgekehrt. Vielleicht weil ich selbst gerade wieder mit diesem Thema umgehe. Klasse Kommentare las ich da und danke den Kommentatoren dafür.

    Ich habe mir eine Tätowierung stechen lassen, da war ich siebzehn. Das Bild entsprach meinem damaligen Empfinden und meiner inneren Verfassung. Als sich dieses Empfinden und meine seelischgeistige Entwicklung zwanzig Jahre später radikal umgekehrt hatten, bedeutete das Bild eine missliche Störung. Heute dienen mir die letzten kaum sichtbaren Spuren als hilfreiche Erinnerung an Abirrungen in dunklen Lebenszeiten.

    Derzeit denke ich erneut über ein Unterhautbild nach und bewege folgende Gedanken dabei.
    Ich bin ein Sehmann und betrachte gerne Bilder. Auch auf der (eigenen) Haut. Also muss es eine Stelle sein, an der ich das Bild nach Belieben und ohne Hilfsmittel (Spiegel) sehen kann, um mich daran zu erfreuen.
    Ich weiss, dass sich meine Körperformen nicht mehr sehr verändern werden. Das macht mich sicherer. Bei manchen (älteren) Menschen zu sehen, wie z.B. aus einem ehedem zierlich schönen Schmetterling ein breit ausgewalzter Farbfleck mit grob verlaufenden Linien geworden ist, finde ich ekelhaft.
    Mich schrecken Massenbewegungen ab. Und derzeit scheinen Tätowierungen schwer en vogue zu sein. Das stimmt mich nachdenklich.
    Tätowierer, die dreidimensional scheinende Bilder stechen können sind sehr selten. Und nur ein solches Bild dürfte meine Haut zieren.
    Wenn ich einen Tätowierer nach Mattias Grünewald oder Giotto di Bondone frage und er den Blick der Ahnungslosen hat, kommt er als Meister für mich nicht in Betracht, denn in dieser Richtung würde mein Bild sein. Oder eventuell Dürer.

    Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine erkenntnisreiche Zeit bis Sie Ihren endgültigen Entschluss fassen werden.
    Herzliche Grüsse aus dem farbenfrohen Bembelland,
    Herr Ärmel

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber wertgeschätzter Herr Ärmel,
      ich mag die Kommentare und Diskussionen, die sich hier teilweise entspinnen, auch sehr und freue mich über jeden einzelnen.
      Ich musste grinsen, als ich mir vorstellte, wie ein Tattoo ausgesehen hätte, das ich mir mit 17 hätte stechen lassen. Vermutlich könnte ich heute inhaltlich immer noch dazu stehen, aber dass es mir inzwischen peinlich wäre, ist durchaus nicht auszuschließen. Andererseits wäre mir mein heutiges Motiv damals nicht in den Sinn gekommen. Auch ich bin froh, dass ich älter bin 😉
      3D-Tattoos erscheinen mir gewagt, weil wirklich hohe Kunst. Ich habe festgestellt, dass gute Tattoo-Künstler irrsinnig lange Wartezeiten haben, das wird vermutlich auch bei Ihnen nicht viel anders sein. Ich wünsche Ihnen viel Glück und ein gutes Händchen bei der Auswahl von Motiv und Künstler und würde mich sehr freuen, wenn Sie berichten würden. Ich werde es ganz sicher tun.
      Herzliche Grüße
      Christiane

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  18. Ich ergötzen mich an den Kommentaren und bemerke die Breite des Themas / so fährt der eine nach Paris & der andere nicht / so ist es wohl auch mit den Bildern und dem Stechen unter die Haut. Einmalig und fast nicht verrückbar ist es allemal. Leider sieht mein Auge eher mehr krummscharpige & farbauslaufende Unformen als feinziselierte individualisierte Prachtstücke. Für so manches Hautbild hätte ich nicht mal das Papier gespendet. Bin ja gerade in der Sommerhitze froh über die Erfindung der Sonnenbrille / um mein Auge vor allzu schlechter Hautmalerei zu schützen. So überlege dir wohl und ohne Druck. Die stechende Form sollte mehr sein als nur Füllzeichen. Gute Entscheidung dir gewünscht. Ob in Paris oder St.Paulo / ob Adler oder Maori Style. Du hast es immer dabei.
    Wie sagte jemand / Eine Narbe als sichtbares Zeichen. Dir gewünscht.
    lhz.

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    • Eine Narbe als sichtbares Zeichen. Eben. Meine anderen Narben trage ich alle innen, da finde ich das dann mal eine hübsche Weiterentwicklung. Muss ja nicht zur Gewohnheit werden.
      Die Tattoos, die ich an anderen schön finde, sind meist relativ abstrakt, also oft irgendwelche Ornamente oder Tribals. (Aber reicht „hübsch finden“ für ein Leben?) Ansonsten verdrehe auch ich oft die Augen, Herr Ärmel hat schon recht, wenn es ihn „nachdenklich“ stimmt, dass Tattoos gerade so en vogue sind, es ist eine fette Mode. Erinnerst du dich an die ganzen Arschgeweihe, die man sogar offiziell so nennen darf? Selbst wenn das der betreffenden Frau (kennt jemand ein Arschgeweih bei einem Mann?) steht, für immer und ewig? Im Leben nicht! Also ich.
      Ich bin mir ziemlich sicher, mit meinem Motiv/Ausführung keine optische Umweltverschmutzung zu betreiben, vorausgesetzt, man mag Tattoos überhaupt.
      Ach, wir werden sehen. Danke für deine Anmerkung.
      Liebe Grüße
      Christiane

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  19. Pingback: Der nächste Schritt | Irgendwas ist immer

  20. Ich habe eins. Ich war mir nie sicher ob ich eins möchte, ich mag ehrlich gesagt vorallem an mir keine großen Tattoos und wusste auch nie recht was ich mal haben möchte. Als meine Oma verstarb, war mir klar, dass ich ein Gedenken an sie haben möchte, und zwar den kleinen Schriftzug „with every heartbeat“ an einer Stelle am Rücken, die man eigentlich nur im schwimmbad sieht, unterhalb des Schulterblattes. es ist auch eher abstrakt, ich mag keine namen oder sowas auf der haut. Ich mag es gern und bereue es auch nicht, trage es nun seit 1,5 jahren. klar, sowas braucht man nicht, aber da ist eben jeder anders gestrickt. habe noch zwei motive im sinn, bin mir da aber noch nicht so sicher, möchte mich auch nicht zupflastern, aber wenn man eines hat, ist die scheu für ein nächstes nicht mehr groß. da muss man vorsichtig sein. mal schauen. 😉

    Gefällt 1 Person

  21. Pingback: Tattoo: Mörder in spe | Irgendwas ist immer

Ja, eben. Und du so?

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