„Sie werden darüber sprechen wollen!“

„Sie werden darüber sprechen wollen!“ wirbt der Hanser Verlag für das neue Buch von Hanya Yanagihara, „Ein wenig Leben“, und er hat recht und gleichzeitig auch wieder nicht.
Ja, ich bin gerade damit durch. Ja, ich möchte darüber sprechen, wirklich. Ja, aber ich weiß nicht, mit wem (auf jeden Fall nicht auf dem Blog), und eigentlich weiß ich auch gar nicht, was ich sagen soll – so vieles in diesem Buch kommt mir irgendwie so nah, so dicht, und mir fehlen buchstäblich die Worte.

Es gibt einige kluge Rezensionen dazu, und vielleicht mögt ihr hier bei der ZEIT weiterlesen, und sie erzählen, dass es ein Buch über das Leben und Gefühle ist, über Liebe, Freundschaft, Erfolg, Sex, über Schmerzen, Unfälle, Tod und Verlust. Über große und kleine Dinge des Lebens, über die Vergangenheit und welche Spuren sie hinterlässt, und dass Zeit nicht immer alle Wunden heilt. Über Abgründe, über Entscheidungen und ihre Folgen.

Es hat mich erschüttert und hinterlässt mich verändert, und die Erinnerung daran wird noch eine Zeit lang mit mir gehen und Fragen aufwerfen. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich das zum letzten Mal über ein Buch gesagt habe, auch nicht von denen, die mir gut gefallen haben. Es ist … anders. Ich glaube, ich werde zwei Tage warten und es noch mal lesen, und ich weiß, zumindest das Buch, das ich danach anfasse, hat es schwer, bei mir zu landen.

Gruß an Yvonne: Dies ist ein Buch meiner (noch ziemlich kurzen) Welt-im-Buch-Challenge.

 

Dornen | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

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81 Kommentare zu “„Sie werden darüber sprechen wollen!“

  1. Danke. Schon beim Lesen der Rezension auf zeit.de und des Klappentextes bei thalia.de bekam ich Gänsehaut und feuchte Augen. Ich werde es gleich kaufen und mit Lesen anfangen. Da ich ein Langsamleser bin, wird es etwas dauern, bis ich durch bin. Gerne komme ich danach mit dir darüber irgendwie ins Gespräch. LG, Bernd

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  2. Pingback: BUCHweltreisebericht Februar 2017 | umgeBUCHt

  3. Liebe Christiane, ich habe jetzt erst einmal die Rezension der Zeit gelesen und nun glaube ich, dass ich Zurzeit dieses Buch nicht aushalten kann, aber wenn ich wieder etwas stabiler bin, dann werde ich wohl darauf zurückkommen. Es klingt nach hartem Tobak, nach dem, den das Leben immer wieder über Köpfe und in Seelen schüttet.
    Danke dir, deine Sprachlosigkeit spricht für sich!
    herzliche Nachtgrüsse
    Ulli

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  4. Ich habe es mir eben vorbestellt (in der Onleihe), weil ich auch schon so viel darüber gelesen habe. Und je mehr, desto neugieriger werde ich, desto rätselhafter wird mir das Buch. Es springt einen auch in jeder Buchhandlung und in den Buch-Communities an. Ich bin also gespannt.

    Ich frage mich auch immer, wie man das machen kann, sich über Bücher austauschen. Ein wenig von dem, was ich mir vorstellt (und was im Blog auch nicht vorkam), habe ich in einer Buch-Community gefunden. Da tun sich Buchverrückte zusammen, da gibt es Leserunden (mit mehr und mit weniger Austausch).

    LG, Ingrid

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  5. Liebe Christiane, als ich das Buch am 29.1. bei mir vorgestellt habe, war ich mir nicht sicher, ob es Dich auch so berührt und jetzt bin ich froh, wobei das nicht der richtige Ausdruck ist, dass es Dir wie mir auch ging, Dein Wunsch, es nochmal zu lesen, es wieder auszuhalten, was dort ausgebreitet wird und nicht los zu kommen. Nach der überraschenden Wendung habe ich es wieder anders gelesen. Jeder findet sich auf andere Weise in diesem Buch und die Frage, was darf Freundschaft fordern und was nicht, ist wahrscheinlich nicht zu beantworten. Fast alles wühlt auf und die klare , oft erbarmungslose Sprache trägt dazu bei.
    Ich empfehle es jedem als Lektüre, allerdings sollte er wirklich psychisch einigermaßen stabil sein.
    Über einen Newsletter kann man sich beim Hanser Verlag in das Diskussionsgeschehen einloggen, wenn man möchte.
    Es ist eines der Bücher, das ich nie missen möchte als Leseerlebnis, auch wenn es mich in eine kleine seelische Krise gestürzt hat.

    Dir einen lieben Gruß
    Karin

    PS: ich habe Paul Auster 4,3,2,1 angefangen, ich lese es, bleibe aber innerlich unberührt und vermutlich wird das so bleiben.

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    • Ja, das ist eines dieser Bücher, die ich beende und am liebsten gleich noch mal lesen möchte. Kommt nicht so oft vor.
      Ich schau mir das mit der Diskussion bei Hanser nach morgen Abend mal an, aber ich setze keine großen Erwartungen hinein.
      Ich glaube, dein Eintrag hatte mich davon überzeugt, dass ich es lesen muss.
      Liebe Grüße
      Christiane

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  6. Morgän liebe Christiane, bei uns Traumwetter …. fahre heut nach Ffm in den Orkan und und in die Kälte. 😦
    Danke für diese Buchempfehlung. Nein, hatte ich nicht im Blick bisher.

    Ich werde mal drumherum schleichen.
    Ob es meine zarte Seele aushält? Da ist was Faszinierendes einerseits und andererseits Schiss ohne Ende ….

    Du hast es gelesen und willst es nochmal lesen? Warum ein zweites Mal? Geht das? Hab ich noch nie gemacht.
    HG
    Petra

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    • Natürlich geht das! Gerade bei Büchern, die keine Krimis sind, nimmt man sich doch nichts, wenn man das Ende schon kennt. Beim zweiten Mal achte ich viel mehr auf gewisse Details, entdecke Überlesenes, mache ein Puzzle im Kopf rund, bewundere die Schönheit der Sprache und identifiziere Lieblingsstellen. Fast mein gesamtes Bücherregal (außer Sachbüchern im erweiterten Sinn) besteht aus Büchern, die ich gern ein zweites und drittes Mal (oder öfter) gelesen habe oder lesen würde. Und das ist Absicht. Alles andere fliegt früher oder später raus, ich habe keine Bücher, die man gerade „haben muss“. Die leihe ich.
      Es gibt über den Hanser-Verlag eine Seite zum Buch mit einer ziemlich ausführlichen Lese-/Hörprobe. Bei mir hat das gereicht, dass ich wusste, dass ich es lesen wollte, vielleicht geht es dir ja ähnlich.
      Liebe Grüße, gute Reise!
      Christiane

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      • Liebe Christiane, moin moin,
        bist du beim zweiten Lesen? Und achtest auf andere Details?
        Es liegt hier vor mir. Ich bin auf Seite 153 … was ist Jude wohl passiert? Ich bin hin- und hergerissen es in die Bibliothek zurückzubringen. Ich werde es nicht aushalten.

        Aber, was sehr gut ist: die Autorin schreibt spannend … mitten aus dem Leben über das Leben … über die 4 jungen Männer wie sie klar kommen in ihrem Alltag … und dann Jude mit seinen Schmerzen …

        Oh! Gott! Genau das wollte die Autorin wohl: dass ich überlege: lese ich jetzt weiter oder lasse ich es … diese Zerrissenheit zwischen: „nein, ich will es nicht wissen, das halte ich nicht aus“ versus „ich muss es wissen, was passiert ist, wieso hat Jude solche Schmerzen“?

        Oh, mein Gott.
        Herzlicher Gruß
        Petra

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        • Ja, und eben WEIL man es wissen will, liest man weiter. Was ist mit Jude passiert, wie geht es weiter, wie kommt er klar?
          Ich habe es ein zweites Mal angelesen, aber es war zu kurz darauf, ich habe mittendrin aufgehört und das Weiterlesen auf später verschoben, um ein bisschen mehr Abstand zu haben. Kann sein, dass ich bis zur Taschenbuchausgabe (möge sie bald kommen) warte.
          Ja, eben. Oh mein Gott. Das Buch IST starker Tobak. Ich plädiere für Weiterlesen, klar, oder? Aber es verfolgt einen.
          Liebe Grüße
          Christiane

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        • Morgän, Christiane, hab gestern 80 Seiten weitergelesen … es war sehr anrührend berührend …

          Die Autorin ist bärenstark!!!!

          Was ist ihm wohl im Gewächshaus passiert ? oh my god :-(.
          Bis Monatsende hab ich das Buch ausgeliehen … mal sehen wo ich da stecke.
          Tschüss P

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        • Tag, liebe Christiane,
          ja, ich will mit Dir über dieses Buch sprechen, wenn ich es fertig gelesen habe … ich hab schon ein bisschen Angst davor, ich glaube, ich werde weinen müssen, wenn ich die Briefe an Willem richtig interpretiere.

          Caleb! OMG! OMG! Wie kann man sich so was ausdenken?
          Und nun die Zartheit mit Willem …

          Irgendwo so bei Seite fünfhundertirgendwas .. ich lese weiter. OMG! wie kann man sich nur so! eine Kindheit ausdenken.
          Und immer wieder New York und die befreundeten Männer und Harold und Julia … Gott sei Dank!

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        • Weißt du, ich finde es viel schockierender, darüber nachdenken zu müssen, dass solche Geschichten/Schicksale keine Einzelfälle sind; und nicht alle haben das Glück, in ein liebevolles Umfeld zu geraten.
          Ja, lass uns darüber sprechen, später.

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        • Du meinst also wirklich dass es auf Tatsachen beruht … ich hab gestern kurz mit meinem Mann darüber gesprochen, ob es Realität sein kann „bei den Brüdern“ so! aufzuwachsen … wir sprechen.

          OMG.
          Es wirkt nachhaltig.

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        • 1. Schau dir Geschichten von Heimkindern nach dem Krieg an. 2. Amerikaner leben ihre Religiosität zum Teil so haarsträubend fundamentalistisch (für uns), dass mich da nicht viel wundert. 3. Missbrauch gab es immer und überall und besonders an Wehrlosen.
          Das ist bitter, aber Realität.

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        • Guten Morgen,
          dieser Brief an Willem … ich trauere … und ich verstehe Jude nach allem was wir über ihn gelesen haben und sein Stiefvater hat es richtig eingeschätzt mit seinen Gedanken, die er sich gemacht hat: was wenn alles Schöne nicht als das Schöne erlebt werden kann?

          Ein sehr sehr schönes und lesenswertes Buch. Die Autorin und der Übersetzer: einfache und dennoch grandiose Sprache! Was für Sätze!

          Es hat mich begleitet dieses Buch in meinem Alltag … Episoden tauchten mitten drin auf, Gedanken, Gefühle … ich fühle mich sehr bereichert durch das Gelesene.

          Nur: Dr. Tailor die Schlusssequenz, Judes Erzählung … ich konnte nicht lesen, hab es nur überflogen und das war schon zu viel!

          OMG in vielerlei Hinsicht.
          Danke für die Inspiration hier in Deinem Blog.
          P

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        • „Was, wenn alles Schöne nicht als das Schöne erlebt werden kann?“
          Ja, das ist die Preisfrage, um die sich Judes Geschichte irgendwie rankt. Die Geschichte eines Scheiterns? Ist es das? Mir fällt die Wertung schwer.
          Ich habe das Buch übrigens auch gerade wieder hier liegen. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal, durchzukommen, bevor die Ausleihfrist abläuft …
          Ich freue mich wirklich, dass es dich so (wie mich) gepackt hat, du erschienst mir am Anfang ja sehr skeptisch.
          Liebe Grüße
          Christiane

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        • Skeptisch weil ängstlich, dass ich nicht verkrafte was Jude angetan wurde. Und die Autorin hat es geschafft, nur ganz wenige schreckliche Details zu formulieren … es hätte noch schlimmer sein können, deshalb waren diese Missbrauchsgeschichten, die sich ja eigentlich durchs ganze Buch durchzogen, aushaltbar für meine zarte Seele … die wenigen Details haben mich dann schon verfolgt … aber das Schöne an dem Buch ist ja die Liebe, ist der Erfolg, ist die Schönheit der beiden Liebenden, die Liebe der Stiefeltern, die Freundschaft der Männer … das ist ja eigentlich die Hauptader des Buches. Diese Freundschaften!! Diese Freunde! Unglaublich schön.

          Ich habe gestern Abend nochmals die Interviews aus der FAZ und im „Das Magazin“ mit der Autorin gelesen, um sie nun in einem anderen Blick zu lesen und zu verstehen. Sie hat beispielsweise ganz andere Erfahrungen gemacht mit Männern. Sie hat männliche Freunde. Diese Liebe die zwischen diesen Männern hier im Buch beschrieben wird, ich bin echt so berührt und begeistert. Ich kenne es so nicht. Und sie hat es: männliche Freundschaft! Sie widmet ihr Buch ihrem liebsten wichtigsten Freund.

          Nimm Andy, den Arzt! Das ist schön, was er tut, wie er sich verhält, auch konsequent und streng! Da ist viel Schönes und Erfolgreiches, was man sich (insgeheim) wünscht und ersehnt? Das ist glaub ich, was die Autorin in uns anrührt? In mir jedenfalls. JB der mit seiner Kunst den Nerv trifft. Die Beschreibungen seiner Exponate! „Willem wie er Jude anguckt“! Da krieg ich Gänsehaut vor lauter Gerührtsein … und wünsche mir insgeheim: So will ich auch gesehen werden.

          Ich glaube dieses Buch zeigt uns, dass es möglich ist: „Ich sehe Dich wie Du bist, ich liebe Dich so wie du bist“. Und da ging es nicht nur um Jude, aber vor allem. Und wir verstehen die Tragik, dass eben Fürchterliches nicht therapiert werden kann … außerdem war er ein Leben lang mit seinem Liebsten zusammen – schon als Student! (hab noch mal von vorne begonnen die ersten Seiten zu lesen) … wer will da nicht nicht mehr leben?? Und dann Andy, dem er sich voll anvertraut hatte … der jetzt aufhören würde …

          Achja …. 🙂
          P

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  7. So! Ich habe es fast ausgelesen und hatte heute Nacht einige schlaflose Stunden. Dabei bin ich nicht zimperlich, lese gerne Thriller. Aber dieses Buch … ist etwas Besonderes, unglaublich ergreifend. Ich werde es mir wahrscheinlich auch zulegen, aber werde auf die Taschenbuchausgabe warten. Das Hardcover ist nicht nur sehr teuer, sondern auch sperrig und schwer.
    Ach, was für ein Buch! Welche Zerrissenheit, welche Traurigkeit, wie viel Lebensweisheit!
    Herzliche Grüße, Ingrid

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    • Ja, genau so geht/ging es mir auch, auch was die Ausgabe angeht. Und irgendwie schafft die Autorin es, dass man jedes Wort für möglich hält, vielleicht sogar eher im Schlimmen als im Guten.
      Ich mag Thriller eigentlich auch, bin aber in den letzten Jahren, seitdem ich das Gefühl habe, dass es nur noch darum geht, immer blutigere, abgedrehtere Morde immer detaillierter zu schildern, davon abgekommen, sie zu lesen.
      Danke für die Rückmeldung!
      Herzliche Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

  8. Pingback: Wesentlich werden

Ja, eben. Und du so?

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