Albtraum | abc.etüden

Ihr Leben: ein Fragment, eine Nussschale in der tobenden See. Sie fühlte sich den Elementen ausgeliefert. Kontrolle: keine. Das Gefühl, dass etwas bedrohlich nahe kam, wurde immer stärker. Ihre Angst: uferlos.
Mari schreckte hoch und hörte neben sich das Schnurren der Katze, die sie aus schmalen Augen beobachtete. „Nur ein böser Traum, Pantherchen“, vergewisserte sie sich und bat: „Kannst du ein bisschen auf mich aufpassen, damit ich noch mal schlafen kann?“ Wie zur Antwort streckte sich die Katze und drückte damit ihren Rücken an Maris Bauch.
Mari schloss die Augen und konzentrierte sich auf das Tier: Der gleichförmige Rhythmus übertrug sich, als beide die Geschwindigkeit ihres Atems unbewusst aneinander anpassten. Dann driftete Mari erneut ins Land der Träume …

 

abc.etueden schreibeinladung 09.17 2 | lzVisuals mit freundlicher Genehmigung von ludwigzeidler

 

Noch eine Kürzestgeschichte für den Textstaub’schen Aufruf der KW 9/ 17 mit den Worten Atem, uferlos und Fragment.

 

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22 Kommentare zu “Albtraum | abc.etüden

    • Ja, das kann ich mir gut vorstellen, vor allem, wenn du ein Hundemensch bist. Ich hatte auch überlegt, ob ich einen Hund „bemühen“ sollte, aber weißt du, ihr Albtraum ist ja erst mal „nur“ das, ein Traum. Und da wollte ich ein Tier, das nicht im Alltag sowieso als Beschützer angesehen wird. Außerdem ist es eine schwarze Katze, die schon von alters her angeblich die Hexen begleitet haben und denen nachgesagt wird (okay, allen Katzen), sich schnurrend in andere Welten spinnen zu können … also, weitergedacht, auch in Traumwelten …
      Einen wunderbaren Tag für dich
      Christiane

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  1. Guten Morgen, liebe Christiane, vor ein paar Tagen kam auch zu mir solch eine uferlose Angst, als ich mich ihr aber zuwendete und sie zu untersuchen begann war da nichts mehr, das war ein sehr spezieller Moment…
    Du hast eine feine Fortsetzung geschrieben, erst ist der Mut, Marie geht, lässt die Milchglasscheibe scheppern, die schwarze Katze wird ihre Begleiterin und hilft bei dem Alp der Nacht.
    herzliche Grüsse
    Ulli

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    • Ich hab da auch so meine Erfahrungen mit uferlosen Ängsten, liebe Ulli, manchmal hilft das Benennen schon sehr, dass man erkennt, was dran ist (oder eben nicht) – und dann kann das eigensinnige Selbstverständnis eines kleinen Tiers (Fressen-Schlafen-Schmusen-Jagen) einen schon sehr wieder im Jetzt verwurzeln.
      Herzliche Grüße zurück
      Christiane

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    • *Kaffeeschnapp* Ahhhh!
      Gute Idee mit dem „entspannt“, Annette. Im tatsächlichen Leben ist es allerdings gerade so, dass der Herr Fellträger in aller Herrgottsfrühe verängstigt reingerast kam und ich mich immer noch frage, wer oder was in bloß um Himmels willen schief angeschaut haben mag. Jetzt pennt er selig … Aber er ist natürlich auch nicht schwarz. 😉
      Sonnige Grüße (möge es lang anhalten)
      Christiane

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      • hihi, die Farbe spielt dabei keine Rolle. Selig schlummernde Katzen haben alle diese Wirkung auf mich.
        Ja, gute Frage, welche Monster ihm da draußen begegnet sind. Hast du einen Verdacht? Füchse? Marder? Falken? Mäusebussard? Liebe Grüße, Annette

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        • Marder/Wiesel sind möglich und mein erster Tipp. An Füchse glaub ich nicht, alles andere weiß ich aber nicht, außer dass ich wiederum weiß, dass es hier große Vögel gibt, wobei ich hier über den Straßen/Gärten aber dann doch eher selten Greifvögel sehe. Andererseits hat letztes Jahr hier bei mir ein Sperber eine Taube zerlegt. Hm.
          Liebe Grüße
          Christiane

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  2. Stimmt, und es gibt „Wachkatzen“, die quasi (fast) explodieren, wenn sie der/die Falsche schief anschaut, mit denen möchte ich auch keinen Stress …
    Ich wiederum kenne die Ruhe, die der Fellträger ausstrahlt, wenn er mit mir kuschelt, und das ist eine sehr bereichernde Erfahrung.
    Liebe Grüße
    Christiane

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