Überfließende Himmel verschwendeter Sterne

Überfließende Himmel verschwendeter Sterne
prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,
weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon,
an dem endenden Antlitz,
um sich greifend, beginnt der hin-
reißende Weltraum. Wer unterbricht,
wenn du dort hin drängst,
die Strömung? Keiner. Es sei denn,
dass du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung
jener Gestirne nach dir. Atme.
Atme das Dunkel der Erde und wieder
aufschau!       Wieder.       Leicht und gesichtslos
lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste
nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.

(Rainer Maria Rilke, April 1913, Paris
Gedichte an die Nacht, Quelle)

 

Es ist Montagvormittag, es regnet, und mir ist so … rilkig … zumute. Zeit für ein Montagsgedicht. Dazu passt, dass es eine wunderbare Vertonung dazu gibt (mit Hannelore Elsner), die ich euch natürlich nicht vorenthalten will.

 

 

Kommt gut in und durch die Woche!

 

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