Lebensqualität | abc.etüden

Immer, wenn es ihm richtig mies ging, verschwand er im Keller. Das Herumfriemeln an alten Armbanduhren oder an alten Weckern gab ihm das Gefühl, noch für irgendwas gut zu sein. Die Welt draußen mit Internet und Smartphones, die war nichts mehr für ihn. Zu laut, zu schnell, zu oberflächlich. Seine Enkelin, Laura, die flippte ja schon aus, wenn ihr beim Tippen auf dem Display mal ein Fingernagel abbrach. Und alle sprachen ständig davon, dass er das nicht verstünde, dass sie so gut vernetzt wären und wie viel Lebensqualität sie gewännen. Alle außer ihm. Er nahm sich einfach Zeit.

Mit einem großen Becher Schokoladenpudding mit Vanillesoße schlurfte er ins Wohnzimmer und setzte sich vor den Fernseher. Gleich kam Tatort.

 

abc.etueden schreibeinladung 14.17 1 | lzVisuals mit freundlicher Genehmigung von ludwigzeidler

 

Für die abc.etüden des Herrn Textstaub, Woche 14/ 17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von mickzwo (Alles mit Links.) und lauten: Pudding, Fingernagel und friemeln.

 

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