Träumerei in Hellblau

Alle Landschaften haben
Sich mit Blau gefüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.

Blaue Länder der Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels in Fernen
Zergehen in Wind und Licht.

Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.

Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern, und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.

(Georg Heym, Träumerei in Hellblau, aus: Der Kondor, 1912, Quelle)

 

Schwan auf dem See | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Mich lässt, wen wunderts, das (neue) Meer aus den Etüden nicht los und entschuldigt zumindest das Bild, das einen See zeigt, wo das Gedicht nur von einem Strom spricht. Na, egal.

Kommt gut in die neue Woche!

 

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