An die Wolken

Und immer wieder,
wenn ich mich müde gesehn
an der Menschen Gesichtern,
so vielen Spiegeln
unendlicher Torheit,
hob ich das Aug
über die Häuser und Bäume
empor zu euch,
ihr ewigen Gedanken des Himmels.

Und eure Größe und Freiheit
erlöste mich immer wieder,
und ich dachte mit euch
über Länder und Meere hinweg
und hing mit euch
überm Abgrund Unendlichkeit
und zerging zuletzt
wie Dunst,
wenn ich ohn Maßen
den Samen der Sterne
fliegen sah
über die Acker
der unergründlichen Tiefen.

(Christian Morgenstern, An die Wolken, Quelle)

 

Wolkenhimmel im Mai | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

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36 Kommentare zu “An die Wolken

  1. Was für wundervolle Gedanken rankte er um die Wolken
    und er schuf eine Ode an sie,
    Kurz vor dem Abend hab ich auch mal wieder Wolken fotografiert, aber sie sind sehr anders als Deine lustigen gutgelaunten hier. In der Vergrößerung ist Dein Foto noch viel schöner als so schon.

    Liebe Abendgrüße von Bruni

    Gefällt 1 Person

Ja, eben. Und du so?

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