Die Welt retten* | abc.etüden

Meine Geschichte kann man eigentlich keinem erzählen, die denken alle, dass ich was genommen hätte. Also, ich kapier ja normalerweise ja noch nicht mal Big Bang Theory. Das Ding ist aber seit ungefähr zwei Wochen: Ich fasse technischen Kram an, und wenn er ’ne Macke hat, weiß ich, was damit los ist. Einfach so, per Handauflegen quasi, kam buchstäblich über Nacht, fragt mich nicht.

Die erste, die sich drüber echauffiert hat, als ich es abends erzählt habe, war meine liebe Schwester, die brachte so Sprüche von wegen Angabe und ob ich jetzt größenwahnsinnig wäre und die Welt kontrollieren wollte. Ich meine, hey, seht es mal so, die ist ja bloß neidisch, bisher war sie immer die Weltretterin und Amateurhexe der Familie, so mit Räucherstäbchen, Tee und Meditationsmusik, inklusive tätowierter Mondsichel auf dem Rücken, in der eine fette Katze sitzt, ja, die Sorte, genau, kennt ihr vielleicht. Die kann das nicht gut ab, dass ihr kleiner Vollpfosten-Bruder ihr auf einmal die Schau stiehlt.

Aber dann hatte ich unserem Vater gesagt, als er uns zur Schule gefahren hat, dass das Auto zu wenig Bremsflüssigkeit hätte, und er hat es in der Werkstatt am gleichen Tag gecheckt und die Info war korrekt! Jetzt machen plötzlich alle einen riesigen Zirkus um mich, schwafeln was von Zäsur in meinem Leben und dass ich mir mit dieser Begabung wegen Geld in Zukunft ja wohl keine Sorgen machen müsste.
Leute, lasst doch mal stecken … hoffentlich geht das bald wieder weg, ich sag’s euch, es nervt echt.

 

lz abc.etueden schreibeinladung 2 autopict 28.17 | 365tageasatzadayVisuals: lz. (ludwigzeidler.de | odradet.de)

 

*Für den Ohrwurm bitte hier klicken.

Für die abc.etüden, Woche 28.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Herrn autopict (autopict.wordpress.com) und lauten: Mondsichel, Zäsur, kontrollieren.

 

 

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41 Kommentare zu “Die Welt retten* | abc.etüden

    • Ja, wohl dem, der es kann! Heute wäre ich auch so klug, aber ob ich es als imaginiertes Pubertier (er geht noch zur Schule, er ist auf jeden Fall unter 18) wäre, sei doch sehr dahingestellt … 😉
      Liebe Grüße, einen schönen Tag dir
      Christiane

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  1. Eine feine Geschichte!
    Es ist ein großes Glück entdecken zu dürfen was man besonders gut kann, wenn andere das bestätigen. So ein kleiner Bruder hat es nicht leicht, hab selber einen. In dem was er besonders kann, strahlt er wie ein heller Stern mit seiner Musik und den tollen Songs. Bin sehr stolz auf ihn.
    Liebe Grüße

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  2. Wenn man (wie ich) das unbedarft zu lesen beginnt, dann beginnen (für mich) die beiden ersten Sätze schon recht spannend. Das geht dann in einen Erkenntnisgewinnung (bei mir) im dritten und vierten Satz über, manifestiert sich (bei mir) in den folgenden Sätzen um den/die Leser (also ich) mit einem breiten Grinsen beim Lesen der letzten Worte zu entlassen.
    Echt klasse, ich war ehrlich kurz irritiert!
    Ansonsten ist mir mein Umfeld schon schlau genug, keine Ahnung ob ich noch mehr ertragen könnte… 🙃
    Grüße von unterwegs und wieder abgetaucht, es geht weiter.

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      • Ich dachte ich bin im Vorwort zur Etüde, war aber schon mittendrin. Musste abbrechen und vorscrollen, ob ein Absatz die tatsächliche Etüde trennt. Erkannte, dass nicht, das meinte ich mit ‚irritiert‘. Die ersten beiden Sätze könnten als Einleitung eben passen… Feierabendgruß, ziemlich am ABC, aber die heutige Post hat mich schon resetted.
        P.S.: ’strange‘ trifft es. Nicht dass der Wunderbruder noch Gedanken lesen kann 🙄

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        • Aaaaaach, alles klar, super. Ja, danke, das war genau das vom Stil her, was ich wollte: Es sollte nach Gelaber klingen. Sehr schön, du bist ein guter Testleser, glaube ich, ich merke mir das.
          STRANGE: Ich hatte mir sowas überlegt mit Gedankenlesen, dann war ich kurz bei Dr. Doolittle und dann bin ich bei dem Nicht-Nerd gelandet. Müsste einen prima Ingenieur abgeben, der Junge. 😉
          Schönen Abend dir und komm gut ins Wochenende!
          Liebe Grüße
          Christiane

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  3. So was ähnliches las ich heute in der Zeitung: Ein Automotor ging kaputt, der Mechaniker nimmt den Hammer und schlägt drauf. Alles funktioniert wieder. Macht zweihundert Dollar, sagt der Mechaniker und der Fahrer schimpft, ob dieser denn irre sei. Mitnichten, sagt der Mechaniker, einen Dollar für den Schlag und 199 für das Wissen.

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  4. Wie genial – was das an Werkstattkosten spart – gleich die Diagnose ohne lange an irgendwelchen Geräten zum Auslesen zu hängen – die nächste Stufe ist dann das Reparieren durch Handauflegen – da ist die Karriere auf jeden Fall gesichert 🙂

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Ja, eben. Und du so?

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