Am Meer

Weil es so schön ist, und weil Hamburg gerade mal Sommer hat, gibt es heute mal zwei Liebesgedichte von … erraten, meinem neuen Lieblingsdichter, dem Herrn Max Dauthendey.

Am Ufer bei uralten Steinen

Mein Ohr, das ist voll Stimmen,
Die Luft schallt um mich her,
Am Ufer bei uralten Steinen
Spricht mit sich laut das Meer.

Es wird nie fertig mit Reden,
Was weiß es nur, daß es nie ruht?
Erzählt es von seiner Geliebten?
Das Meer, das spricht wie mein Blut.

(Max Dauthendey, Am Ufer bei uralten Steinen, aus: Die ewige Hochzeit, Quelle)

ocean | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Wir gehen am Meer im tiefen Sand

Wir gehen am Meer im tiefen Sand,
Die Schritte schwer und Hand in Hand.
Das Meer geht ungeheuer mit,
Wir werden kleiner mit jedem Schritt.
Wir werden endlich winzig klein
Und treten in eine Muschel ein.
Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,
Und werden stets schöner, wie die Perlen tun.

(Max Dauthendey, Wir gehen am Meer im tiefen Sand, aus: Die ewige Hochzeit, Quelle)

 

Muschel | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

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44 Kommentare zu “Am Meer

    • So weit wie ich das bisher übersehen kann, nicht unbedingt. Was er hat, sind sehr eindrucksvolle, bildgewaltige Naturgedichte (schau mal nach seinen Regengedichten auf meinem Blog; zu Naturgedichten gehört natürlich auch das Meer, aber er kam aus Würzburg (das ist, man möge mir die Einordnung verzeihen, rechts von Frankfurt, also nicht gerade wassernah)). Und er ist viel und gern gereist und auch auf Reisen „in der Fremde gestorben“ (festgehalten vom 1. Weltkrieg). Was mir bisher ebenfalls aufgefallen ist, sind sehr innige Liebesgedichte, die ich deshalb mag, weil aus ihnen der gleiche tiefe Respekt und die gleiche … Liebe … zu sprechen scheint, wie aus den Naturgedichten. Ich habe ihn mit Sicherheit nicht das letzte Mal in den Montagsgedichten, wenn du also nicht selbst lesen gehen willst, dann … stay tuned! 😉
      Schönen Wochenanfang dir & liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 3 Personen

  1. Liebe Christiane, vielen Dank für diesen stimmungsvollen Wochenstart! Durch dich habe ich Max Dauthendey kennengelernt – habe jetzt endlich auf wikipedia mal nachgelesen, das war ja wirklich ein sehr interessanter Kopf :
    Das Bild mit der Muschel finde ich zu schön – und da fiel mir grade noch der „Urmel“ ein…die älteren Herrschaften unter uns Bloggern erinnern sich bestimmt an die Adventszeit früher, da gabs immer jeden Adventssonntag die „Augsburger Puppenkiste“. Und im Stück über „Urmel aus dem Eis“ wohnte der Waran Wawa in einer Muschel :-). Ich zitiere: „Geh raus aus meiner Mupfel!, Das ist meine Mupfel!“ er konnte nämlich kein „sch“ sprechen. In meiner Teeniezeit war das ein geflügeltes Wort zwischen meiner Freundin und mir 🙂
    Liebe Grüße und eine schöne Woche!
    Carmen

    Gefällt 4 Personen

    • Ich war nie ein Puppenkisten-Fan (das darf man kaum laut sagen, die haben ja ALLE geliebt), aber natürlich kenne ich die Mupfel!
      Und Dauthendey: jaaaaaa … (und der Hinweis, dass ich schon mehr von ihm auf dem Blog habe und dies hier auf sicher nicht die letzten Gedichte sein werden).
      Liebe Grüße zurück und eine schöne Woche auch dir!
      Christiane

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    • Das ist gerade das, was ich so mag, das wenig Verschnörkelte und dann dieser Sog am Ende, dass man innehält und sagt: Oh, wie bezaubernd ist das.
      Schön, vielleicht würdest du nicht „bezaubernd“ sagen …
      Liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

  2. Eines so schön wie das andere. Ich versuchte, das schönere herauszufinden, aber es gelingt nicht, jedes ist in seiner Art einzigartig. Außer den wunderschönen Liebesgedichten am Meer gibt es auch viele voll Schmerz und Sehnsucht und doch streut er oft eine winzige Prise Humor mit ein, der kaum als solcher erkennbar ist, vielleicht ist es auch gar keiner, sondern nur seine Art, Schmerz zu bewältigen, indem er ihm ncht mehr Raum gibt als nötig und ihn stoppt, bevor er sich zu arg in seine Zeilen mit einbringen kann.
    Einsame Poesien trägt mein kleiner Band von ihm als
    Untertitel

    Liebe Grüße von Bruni

    Gefällt 1 Person

  3. Ja, Ultra Violett. Aber wirklich zufrieden bin ich mit meinem Einkauf nicht. Es ist ein Nachdruck von 2013 und ich hab viel lieber die alten Bücher in solchen Fällen. Da bin ich am Dichter näher dran!
    Komische Angewohnheit, ich weiß, aber es hat was mit Originalen zu tun *g*. Ich muß wieder mal in ein Antiquariat.
    Da hab ich schon oft wahre Schätze entdeckt. Nur wenn sie müffeln, dann mag ich sie nicht … *hüstel*

    Liebe Grüße von mir

    Gefällt 1 Person

    • Das geht mir ähnlich, gerade das Zeug, was man sich über das große A in Massen bestellen kann, ist auch nicht mein Fall. Deshalb bin ich ja so froh, dass ich ein altes (Gedicht-) Buch bekommen konnte, da stimmt dann auch das Gefühl dazu – reines Entzücken. Und für Prosa habe ich eine ehemalige DDR-Ausgabe von 1970, die ist ebenfalls sehr schön geraten.
      „Müffeln“ macht mir nichts aus, wenn es nicht zu arg ist. Ich rede mir ein, das wäre halt die Patina der Zeit …
      Liebe Morgengrüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

  4. *lach*, aber waschechter Kellergeruch kann arg stören, wenn man ihn beim Lesen ständig in der Nase hat.
    Ich habe viele kleine alte Gedichtbände und die Patina gehört einfach mit dazu. Ich hab z.B. einen alten Arno Holz, ramponiert durch die Zeit, den gucke ich mir immer mal wieder an, weil er gar zu schön ist in meinen Augen und der Inhalt sowieso 🙂

    Mein Dauthendey sieht aus wie frisch aus der Presse, tja, und DAS ist halt irgendwie falsch daran

    Liebe Grüße zum Dienstag von mir

    Gefällt 1 Person

  5. ich hab mal einer Freundin vor Jahren ein Buch geschenkt, das sie lange gesucht und nie mehr gefunden hatte. Es war der
    Geheime Garten. Ich fand ihn auf einem Flohmarkt und schenkte ihn ihr.,
    Er hatte wohl auch zu viel Geruch, sie warf ihn einfach weg und kaufte ein neues Exemplar davon, das es inzwischen schon wieder gab … Tja, so kanns gehen 🙂

    Gefällt 1 Person

Ja, eben. Und du so?

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