Ich bin der Typ, der alles in sich reinfrisst

Als mich Madame Flamusse ansprach, ob ich Interesse hätte, bei ihrer Blogparade „Mein Körper (und ich)“ mitzumachen, habe ich zuerst gezögert und mich lange gefragt, ob mir das nicht zu nahe geht, ob ich da nicht zu viel ausplaudere, was ich normalerweise eben nicht auf dem Marktplatz öffentlich erzählen würde – denn nichts anderes ist ein Blog. Inzwischen sage ich: Danke, dass du gefragt hast, das Sortieren und Schreiben hat eine Menge zurechtgerückt!
Denn dann habe ich mir Folgendes überlegt: Ja, es ist auch ein Thema meines Lebens, das ist kein Geheimnis, und alles, was mir selbst zu persönlich wird, kann ich erweitern, indem ich einen fiktiven Dialog daraus mache und die Erfahrungen von Bekannten und Freundinnen miteinbeziehe und hineinschreibe. Also bitte, es ist nicht ganz so autobiografisch, wie es sich liest.
Hier also meine Gemengelage (ich mag das Wort). Bin auf eure Kommentare gespannt.

—–

Sie stand vor dem Spiegel und fand sich scheiße. Aus dem Spiegel starrte die dicke Frau mürrisch zurück und hielt ihrem Blick stand. Ja, nee, klar, sie war fett, das war keine neue Erkenntnis, das war eine Feststellung, die ihr nicht mehr als ein Achselzucken abrang. Mit diesen Körperformen war man nicht mehr übergewichtig, da war man eindeutig fett, sprich: adipös. Ja, nun. Sie hasste das Wort, vor allem dieses zickige PÖ. AdiPÖs. PÖ. PÖse.

Was neu war und ihr in diesem Moment den Boden unter den Füßen wegzog, war das fatale, jämmerliche Gefühl von: Oh, verdammt, wer ist denn das, das bin doch nicht ich. SO furchtbar sehe ich doch nicht aus. Wer ist diese Frau?
Sie weigerte sich, sich zu erkennen. Half nicht.
Das war viel schlimmer als der Kater nach einer durchgefeierten Nacht, wenn man nur noch unter die Dusche und ins Bett wollte.
Offensichtlich hatte sie ziemlich lange ziemlich gründlich weggeguckt.
„Selektive Wahrnehmung“ nannte man das wohl.

Sie nahm sich einen Kaffee, mit Sahnehäubchen, darauf kam es jetzt auch nicht mehr an, und ließ sich schwer auf die Couch fallen. Die Zeit verging, der Kaffee wurde kälter. Sie dachte nach. Wie hatte das passieren können, dass sich ihr inneres Bild so weit von der offensichtlichen Realität entfernt hatte? Sie beschloss, auf dem Eingemachten vorerst den Deckel draufzulassen. Wichtiger war die zweite Frage: Und jetzt? Wenn sie es angehen wollte, jetzt, sofort, bevor sie alles wieder aufschob oder ignorierte – Prokrastination war schließlich ihre Spezialiät –, brauchte sie als Erstes eine Waage, um das Problem in Zahlen zu fassen. Warum hatte sie eigentlich keine mehr?

Wenn ich das bin, die im Spiegel, ist das jetzt mein … Schicksal? Großes Wort. Und dann? Ich sehe nicht nur nicht gut aus, ich finde, ich sehe auch nicht sonderlich gesund aus. Ich habe gedacht, das ist das Alter, man wird halt so, wenn man älter wird. Alle wurden so, wenn ich mich in meiner Familie umgucke, aber vielleicht irre ich mich ja und kann aus der Spirale noch raus?
Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich schon länger nicht mehr richtig gesund. Ich sage nie was, aber so richtig gut geht es mir nicht, so wie früher. Ich werde eben nicht jünger, die ersten Freunde aus meinem Umfeld sind schon tot … ach, ich vermisse sie so.
Das ist nicht das, was ich mir vom Leben gewünscht habe.
Ich mag es nicht zugeben, ich mag auch nicht zum Arzt gehen und mich auslachen lassen und Tabletten fressen, davon wird man nicht gesünder.
Ich habe Angst.
Ich will unbedingt was tun. Ich will nicht, dass es so bleibt. Ich will mich wieder mögen können!

Ihre Unruhe war so groß, dass es sie sofort vor die Tür trieb, also ging sie einkaufen. Kaufte eine Waage und blieb in ihrer Lieblingsbuchhandlung hängen, wo sie auf dem Bestsellertisch ein Buch zum Thema Abnehmen und Diät-Mythen ansprang. Na, dachte sie, du kommst gerade wie gerufen, dann nehme ich dich mit. Den Klamottenladen umging sie. Nur noch in die Sachen aus der XXL-Abteilung zu passen, verdarb eh die Laune und heute ganz bestimmt.

Klar darf ich aussehen, wie ich will. Ist doch okay, keiner soll sich  für seinen Körper schämen müssen. Kurvige Models sind schließlich gerade wieder mal der große Hype. Ich sehe noch fettere Mädels als mich in Skinny Jeans. Und obwohl ich deren Mut bewundere – also, schön ist anders. Was ich NICHT laut sagen würde, schon aus Respekt.
Wer fragt eigentlich mich? WILL ich überhaupt so aussehen wie jetzt?
Nein, will ich nicht.
Ich fand mich irgendwie noch nie richtig gut, aber früher fand ich mich besser.

Das Wiegen zu Hause war keine so angenehme Angelegenheit. Um den Schock besser zu verdauen, hatte sie das Gefühl, sich die Pizza zum Abendessen verdient zu haben. Mit doppelt Salami.
Dann begann sie in dem neuen Buch zu lesen. Es traf einen Nerv und machte ihr irgendwie Mut, die Situation anders anzugehen.

Ich will nicht mehr so aussehen.
Ich muss abnehmen. Kann ich überhaupt noch abnehmen? Früher war das so einfach, da habe ich zwei Tage gehungert, dann hatte ich zwar Kopfweh, aber auch zwei Kilo unten. Das kann ich heute nicht mehr, seit ich älter bin, sitzt das Fett irgendwie fester. Vermutlich stimmt es doch, dass der Stoffwechsel immer langsamer wird, wenn man älter ist.
Irgendwas ist falsch mit mir. Ich kann immer essen. Ich habe immer Hunger. Ich kann doch nicht so wenig essen, dann hungere ich doch. Ich will nicht hungern, ich will gut für mich sorgen.

Sie las lange und schlief erst spät ein.
Am nächsten Tag ging sie in der Mittagspause spazieren. Zum ersten Mal fiel ihr auf, wie viele Leute, die gleich alt oder sogar älter waren als sie, joggend an ihr vorbeizogen. Sie hasste Joggen aus tiefstem Herzen und hatte nicht vor, ihre lieb gewordene Abneigung aufzugeben, aber die konnten etwas, wozu sie körperlich nicht mal entfernt in der Lage war. Warum eigentlich nicht?
Sie setzte sich auf eine Bank in der Sonne und genoss die Aussicht.

Es stimmt gar nicht, dass ich immer Hunger habe. Aber ich esse einfach gern, es schmeckt alles so gut! Außerdem bin ich ein Frustesser und auch ein Belohnungsesser, und natürlich esse ich auch, wenn ich glücklich bin oder … das Gegenteil halt. Eigentlich wird fast jede Gelegenheit mit was zu essen besser.
Houston, ich glaube, so betrachtet habe ich ein Problem. Mindestens eins.

In ihrer Nähe war ein Gasthaus, wo es die besten Pommes gab, die sie kannte. Mit Außer-Haus-Verkauf. Es roch, nein, duftete verdammt gut bis hinüber zu ihr. Sie horchte in sich hinein. Kein Hunger, leider, aber bei dem bloßen Gedanken an Pommes mit Mayo lief ihr schon das Wasser im Mund zusammen.

„Ein Wunder, dass du bei all dem vielen Essen noch nicht geplatzt bist“, stichelte eine innere Stimme. Sie fuhr auf und stockte dann.

Mach mich bloß nicht doof von der Seite an, blaffte sie zurück. Ich meine, ich weiß es ja, Grenzen setzen, mich trauen, früher wütend zu werden, nicht erst „Nein“ zu sagen, wenn es eigentlich zu spät ist – all der Scheiß, den die Bücher predigen. Nachts den Kühlschrank zu überfallen, weil mich die große Leere anspringt, ist auf Dauer jedenfalls keine wirklich gute Idee. Ich fürchte, ich bin der Typ, der immer alles in sich reinfrisst, weißt du?

„Weiß ich“, sagte die Stimme, „du musst gar nicht auf reuige Sünderin machen, bei mir kommt’s nämlich an. Das Essen. Ich bin übrigens dein Bauch, nur mal so angemerkt.“

Sie schwieg.

Gib mir einen Rat, wenn du schon mal da bist. Ich bin so unglücklich. Was soll ich nur tun?

„Ach, du wirst mich dafür verdammen, aber ich sag dir jetzt was Praktisches, auch wenn du es nicht hören willst. Hör auf damit, mich vollzustopfen, ich kann’s nicht mehr so gut ab wie früher. Nimm dieses plärrende innere Gör an die Hand und den inneren Schweinehund an die Leine, gib ihnen meinetwegen einen Schokokeks, EINEN!, und dann geh mit ihnen Gassi! Wie das aussehen soll, kannst du das wichtigtuende Hirn entscheiden lassen, dem wird schon was einfallen. Und mach mehr Sachen, die Spaß machen! Keine Leistungsschau, für niemand, versteh mich bloß nicht falsch, aber was Albernes, Unbeschwertes ist gut für die Laune. Stichwort Glück und so. Die entsprechenden Hormone schicke ich dann rechtzeitig an den Start. Kannst dich drauf verlassen. Deal?“

Sie überlegte. Eigentlich wusste sie gar nichts mehr. Vielleicht war das ja gerade gut, dann auf den Bauch zu hören.

„Deal“, sagte sie zu ihrer eigenen Überraschung laut. „Ich kann’s ja mal versuchen.“

 

Frau auf Waage | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

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78 Kommentare zu “Ich bin der Typ, der alles in sich reinfrisst

  1. Wie heißt es so schön im chinesischen Zirkus: möge die Übung gelingen!
    Bei all den guten Vorsätzen ist die schwerste Übung wahrscheinlich, nicht die Geduld zu verlieren, wenn die Pfunde nach dem anfänglichen motivierendem Purzeln nicht mehr so schnell verschwinden. Ich habe diese Kämpfe bei meinem Mann sein ganzes Leben lang mit ausgestanden.
    Nach Erreichen des Wunschgewichtes belohnst Du Dich mit einem zweiten Tattoo 🤗

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      • Für mich persönlich auf keinen Fall!

        Ich bin da glücklicherweise nicht so fokussiert, habe ehrlicherweise aber auch Glück mit meinem „Stoffwechsel“.

        Meine Eltern waren jahrelang „Sklaven der Waage“, das hat abgeschreckt…;)

        Aber ein bisschen auf sich achten ist okay und sollte sein. Das fängt aber bereits mit Aufklärung über Essen, Trinken und Bewegung an. Damit beginnt mMn das neue Selbstwertgefühl…:)

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        • Ich dachte mir bei deinem ersten Kommentar schon, dass es dich eher nicht betrifft. ;-)
          Alles klar, dann verstehe ich …
          Ja, stimmt, Aufklärung ist wichtig. Wenn Hänschen das nicht lernt, hat Hans hinterher irgendwann echte Schwierigkeiten …
          Liebe Grüße
          Christiane

          Gefällt 2 Personen

        • Die Aufklärung nützt nichts, weil die Betroffenen ja wissen, warum sie über die Stränge schlagen. Bei meinem Mann war es das fehlende Sättigungsgefühl,das ihm einen Strich durch die Rechnung machte. Erst wenn ich ihm die Portionen zuteilte, klappte das Abnehmen allein durch fdH, er hat nie eine Diät gemacht. Für mich damals keine leichte Aufgabe, da ich noch nie Gewichtsprobleme hatte. Oft liegt es auch schon in den Genen.

          Gefällt 5 Personen

        • Ja, das WARUM wissen sie/wir, aber vielen ist oft nicht klar, wie viele Kalorien etwas hat und was dabei eine gesunde Menge ist. Wie viele Kalorien hat eine Scheibe Brot, eine Scheibe Toast, wie viele Kalorien hat die Wurst, die man großzügig darauf verstreicht (man muss ja nicht knausern), wie viele Kalorien der Käse? Ach, diese Liste könnte endlos weitergehen.
          Und was „genetisch“ angeht: Genetisch begründet sind, so weit ich weiß, Appetit, Vorliebe für bestimmte Geschmacksrichtungen und Bewegungsdrang. Der Rest ist hausgemacht, sprich von dir und deinem Umfeld abhängig.

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  2. Ein toller Text ist dir da aus der Feder geflossen.
    Seitdem ich nicht mehr rauche (17 Monate :-) ), ist der Kampf mit den Pfunden ganz besonders auch meiner geworden, mit all den Gefühlen, die du so gut beschreibst.

    Man selber muss sich wohlfühlen und da können 2 oder 3 Kilo zuviel schon ganz erheblich auf den Bauch und aufs Gemüt schlagen.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    Gefällt 5 Personen

    • Ich bin (auch) dran, der Post ist keine Beschreibung eines superakuten Zustandes, Und es läuft gut.
      Ich danke dir für dein Angebot der Nachfrage. Hast du wirklich bei dir bewusst auf die Ernährung geachtet und dir Gedanken über Makronährstoffe, Vitamine und deren Mangel, Nahrungsergänzungsmittel etc. gemacht?

      Was allerdings in der nächsten Zeit mehr in meinen Fokus rücken wird, ist tatsächlich die Frage nach Sport. Ich war mal ein bewegungsliebendes Kind (das Übliche: immer am Rennen oder auf dem Fahrrad, nie am Gehen), das irgendwann, als man es/mich mit dem Konzept von „Sport“ vertraut machte, schlagartig zum Bewegungsmuffel mutierte. Okay, de facto so ab der Pubertät.
      Mein eigentliches (Motivations-) Problem, abgesehen vom Zeitaufwand, liegt da.
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Motiviert ist man, wenn es drückend ist.
        Ich erinnerte mich bei meinen 125 kg (bei 1,88 m Größe) an meine Gewohnheit, in den 90ern öfters mal abends spazieren zu gehen, anstelle ödem TV. Und da knüpfte ich an.
        Man muß sich nicht extra umziehen oder Sportsachen einpacken, sondern tritt einfach vor die Türe!
        Relativ rasch wird solch ein Vorgehen zur Gewohnheit und Bedürfnis sogar, gerade, wenn man früher schon mal Bewegungsfreund war.
        Die ersten Wochen solchen Tuns schaute ich übrigens NICHT auf die Waage. Um mich nicht zu demotivieren, denn das braucht es wahrlich nicht. Ganz wichtig!!

        Nach 10 Wochen der erste Blick auf die Waage – und das Ergebnis war so wie ich es mir wünschte.

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  3. Fein! | Déjà-vue: Januar 2016 fing es mit den Waagen an. Dann ausgerechnet, wieviele Kalorien ich binnen einer Woche zu mir nahm. Gewundert, warum ich nur 20 Kilo Übergewicht hatte. Recherchiert, wieviele Kilos ich jeden Tag verbrauche. Davon 10% abgezogen und als zukünftige Kalorienzufuhr geplant. Jeden Tag genau gerechnet. Inhaltlich weitergegessen wie bisher, inkl. Süßem und Salzigem. Ab März auf Fleisch verzichtet. Ab Mai vegan gelebt. Nach sechs Monaten waren die 20 Kilo zuviel weg. Meine Cholesterin- und Bluthochdrucktabletten durfte ich absetzen. Als ich im Oktober mein neues Gewicht immer noch hatte begann ich zu Laufen. Jetzt konnte ich wieder mehr essen, brauchte die Kalorien nicht mehr zählen (nach 10 Monatenn habe ich es im Gefühl). Und es ist unglaublich, wie der Körper, das Körpergefühl sich durchs Laufen verändert. | Ich kann nur jedem Mut machen, anzufangen. Es ist nicht wichtig, wann das Ziel erreicht wird, es ist wichtig auf dem Weg zu sein. | Liebe Grüße. Bernd

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    • 6 Monate 20 Kilo, das ist richtig gut, meine Hochachtung. Du hast dein Leben ja ernährungstechnisch komplett umgebaut!
      Ich rechne auch und zähle Kalorien und bin mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden, auch wenn es bei mir nicht so schnell geht wie bei dir. Und ich bin mir momentan nicht sicher, ob ich es schaffen werde, meine Portionen korrekt einzuschätzen, dass ich das Zählen lassen kann, wenn ich durch bin. Aber das ist noch Zukunftsmusik.
      Wie gesagt, momentan bin ich definitiv unmotiviert, was Sport angeht, und suche einen Weg, das meinem Schweinehund schmackhaft zu machen.
      Und ja, ich stimme dir zu, es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an. Auch wenn ich langsam ungeduldiger werde … ;-)
      Sag mal, ich wüsste gern, was sich für dich dadurch verändert hat, dass du vegan lebst. Womit ich eindeutig nicht die ideologische Seite meine, auch wenn die wichtig ist. Das wäre ein Beitrag, den ich mir mal von dir wünschen würde (Beitrag, weil ich vermute, dass er die Kommentarlänge deutlich übersteigt).
      Großen Dank dir für den Zuspruch und liebe Grüße
      Christiane

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      • Mein erster Kommentar sollte ja Mut machen und deshalb habe ich es verschwiegen: für Frauen ist der Weg steiniger, da sie einen geringeren Kalorienverbrauch haben. Eine Frau meines Alters, Körpergröße und Bewegungsdrangs verbraucht bis zu 500 Kalorien weniger und ich dachte, wenn ich Frau wäre, hätte ich Probleme, beim Abnehmen nicht zu hungern. Ich hätte inhaltlich nich das weiteressen können, was ich gewohnt war (nur weniger); ich hätte nach Eßbarem suchen müssen, das bei weniger Kalorien sättigt. Aber auch das ist machbar und frau sollte sich mehr Zeit geben, das gewünschte Ziel zu erreichen. | Ja, ich fand, das ich zu schnell abnahm. Da kommen mir wohl meine Erbanlagen zugute. | Ja, das mache ich gelegentlich: einen kleinen Beitrag zu den Veränderungen nach veganer Ernährung. | Liebe Grüße. Bernd

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  4. *lächel*, das Bild einer schlanken jungen Frau, na ja, nur ihrer unteren Beine und Füße und dann die Probleme mit dem eigenen Aussehen, mit dem Körper, der einem sagt, nimm ab oder auch, nimm doch endlich mal wieder ein bißchen zu, werde fülliger, weils fraulicher ist, denn das gibt es ja auch.
    Zu fett kann auch füllig bedeuten, wunderschön füllig und wohl proportioniert.
    Die eigene Wahrnehmung ist das, was man empfindet, wenn man sich ansieht. Ob es tatsächlich stimmt oder nicht, ist eine sehr spezielle Geschichte.
    Fühlst Du Dich wohl in Deiner Haut, ist alles gut, haderst Du ständig mit Dir selbst, solltest Du etwas unternehmen.

    Ich glaube, Dir wird es relativ leicht gelingen, Dich ringsherum so anzunehmen, wie Du bist, liebe Christiane, und ein bissel Sport zusätzlich schadet bestimmt nicht :-) und beim Essen auf einiges zu achten ist auch i. O.

    Herzliche Abendgrüße von Bruni an Dich

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  5. Pingback: Blogparade – Ich bin der Typ der alles in sich reinfrisst | reingelesen

  6. Also abgesehen von der Motivation knabbere ich derzeit an der Sache mit dem sinkenden Grundumsatz, wenn man wenig isst. Ich finde es nicht so schwierig weniger zu essen, naja nicht soooooo schwierig, aber ständig Gemüse zu mümmeln damit der Stoffwechsel nicht zurückschaltet, das finde ich nervig. Da muss sich doch auch eine angenehmere Lösung finden als der Karottenwahnsinn ……

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    • Ähm. Ich bin nicht ganz sicher, was du meinst, daher habe ich eben mal eine Modellrechnung aufgemacht. Da ich dich nicht kenne, habe ich einfach mal ein paar Annahmen getroffen. Eine Frau von 35 Jahren hat bei einer Größe von 170 cm und einem Gewicht von 80 kg einen Grundumsatz von 1527 kcal/24 h. Eine Frau von 35 Jahren, einer Größe von 170 cm und einem Gewicht von 65 kg hat einen Grundumsatz von 1377 kcal/24 h. (Dazu kommt dann noch der Leistungsumsatz (ein Faktor der bei Couch-Potatos z. B. 1,28 ausmacht), das ergibt dann den Gesamtumsatz.) 150 kcal Unterschied im Grundumsatz, ja?
      Okay, um ein Kilo Körperfett zu verlieren, muss man 7.000 Kalorien „einsparen“. Sagen wir also, du bleibst jeden Tag 500 kcal unter deinem Gesamtumsatz, dann bist du am Ende des Monats, grob gerechnet, 2 Kilogramm leichter (500 x 28 = 14.000). Was jetzt noch ganz wichtig ist, ist, dass du genug Eiweiß zu dir nimmst, damit du keine Muskeln abbaust. Du solltest minimal 0,8 g Eiweiß zu dir nehmen, gerechnet pro Kilo Körpergewicht, aber falls das Ausgangs- vom Zielgewicht sehr stark abweicht, scheint man auch das „Normalgewicht“ nehmen zu können, berechnet nach der schlichten Formel Körpergröße in cm minus 100, in meinem Modellfall also 70. 70 x 0,8 = 56 g.
      Ich in meinem Fall kann sagen, dass meine oberste Ess-Priorität das Erreichen dieses Eiweißspiegels ist, denn: Ich habe schlagartig keine Hungerattacken mehr, wenn ich den habe oder sogar drüber bin. Sonst, zum Beispiel bei reiner „Gemüsefresserei“, drehe ich durch und bin in ständiger Gefahr, nachts den Kühlschrank zu überfallen.
      Hilft dir das irgendwas? Bin gar nicht sicher, ob ich deine Frage überhaupt richtig verstehe.
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Interessant ! Ich habe gehört, dass man ja nicht den Fehler machen soll, gar keine Kohlenhydrate zu essen, weil das eben zu den Heißhungerattacken führt.
        Mein Thema ist aber der Grundumsatz = jene Kalorienmenge, die der Körper braucht um seine Funktionen zufriedenstellend aufrechterhalten zu können.
        Nun meinte ich die Theorie/Gewissheit? , dass der Grundumsatz sich reduziert, wenn man weniger isst. Es wäre also kontraproduktiv zB gleich einmal das Frühstück ausfallen zu lassen, weil dadurch der Stoffwechsel erst gar nicht in Gang kommt, nichts verbrannt wird und der Körper quasi auf Notzeiten umschaltet, in denen er auch mit ganz wenig auskommt. Man muss dann also immer weniger essen um nicht über den Grundbedarf des Körpers zu kommen.

        Bei den Weightwatchers und anderen Spezialisten der Nahrungsumstellung muss man ja praktisch ununterbrochen essen um den Stoffwechsel in Gang zu halten und idealerweise Sport betreiben um den Grundumsatz zu erhöhen.
        Das sind so meine allerersten Erkenntnisse zum Thema, wobei ich bei der Zuckerreduktion, die ja mein Ziel ist noch gar nicht angekommen bin.
        Ist ein weites Feld und es gibt unendlich viele „Ideologien“, die mit Zähnen und Klauen verteidigt werden :) Ich versuche, die Sache möglichst emotionslos anzugehen …..

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        • Aaaalso. Zuallererst hast du/haben wir ein Definitionsproblem. „Grundumsatz“ ist „diejenige Energiemenge, die der Körper pro Tag bei völliger Ruhe, bei Indifferenztemperatur (28 °C) und nüchtern (d. h. mit leerem Magen) zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen benötigt.“ Das ist ein ziemlich hypothetischer Zustand, bzw. Koma oder so. Selbst wenn mensch den ganzen Tag im Bett liegt (z. B. wegen Krankheit) fällt schon ein sogenannter Leistungsumsatz an. Beides zusammen ergibt den Gesamtumsatz, und ich denke, den meinst du, wenn du „Grundumsatz“ schreibst. Der Gesamtumsatz erhöht sich durch Sport, klar, und verringert sich durch Gewichtsverlust – das ist an Abnahme geknüpft, nicht an „wenig essen“.
          Stoffwechsel: Rund um den Stoffwechsel ranken sich Mythen über Mythen, und, verzeih mir, dass ich das so formuliere, was du da geschrieben hast, ist einfach nur falsch. Wenn du abnehmen willst, musst du weniger Kalorien zuführen, als du verbrauchst, das ist das ganze Gesetz. Ja, es stimmt, dass unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Methoden unterschiedlich gut fahren. Ich zum Beispiel trinke morgens Kaffee und frühstücke erst mittags. Die Heißhungerattacken kommen durch den Blutzuckerabfall, wenn der schnell abfällt, signalisiert der Körper, dass er jetzt sofort was braucht, sonst peng! Zucker fällt bei der Trias Eiweiß | Fett | Kohlenhydrate aber unter Kohlenhydrate, also lautet die Empfehlung übersetzt: Schieb immer bisschen Zucker nach, damit der Körper nicht spinnt. Das geht anders.
          Und weil du „emotionslos“ schreibst: Ich würde dir gern „mein“ (oben angesprochenes) Buch ans Herz legen, das sich nicht um „Wie nehme ich am besten in 30 Tagen 20 Kilo ab“ dreht, sondern nur kapitelweise sogenannte „Diätmythen“ behandelt, und zwar eine nach der anderen, basierend auf Untersuchungen und deren Auswertungen und zwar eben NICHT zugunsten einer Diätform. Es gibt nämlich viele Untersuchungen, welch Wunder, zum Teil widersprechen sie sich, zum Teil wird heftigster Etikettenschwindel betrieben. Der Stoffwechsel nimmt dabei einen ziemlich breiten Raum ein. Ich empfinde es als Grundlagenwissen, ich habe für mich unglaublich viel dort herausgezogen. Wenn es dich interessiert, kann ich dir gern Verfasser und Titel nennen. Es verschafft dir zumindest einen anderen Blick auf die Problematik. ;-)

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        • Liebe Christiane ! Vielen Dank für die Basis-Infos. Ich bin tatsächlich bei der seriösen Beschäftigung mit dem Thema noch genau dort: ganz am Anfang und möchte auf keinen Fall irgendeine Diät oder „Heilslehre“ übernehmen, sondern mich mit dem Thema Ernährung und Stoffwechsel wirklich auseinandersetzen , mit dem primären Ziel meinen viel zu hohen Blutzuckerspiegel zu senken, aber, wenn ich schon dabei bin natürlich auch Gewicht zu reduzieren.

          Ja bitte, sag mir doch, aus welchem Buch du geschöpft hast. Ich hatte gedacht, das steht bei dir irgendwo, habe es aber nicht gefunden.

          Die Sache mit der ununterbrochenen Esserei von hauptsächlich Gemüse mag klug sein oder auch nicht, jedenfalls nervt sie mich. Ich möchte ja auch nicht aus dem Essen oder Nichtessen das Zentrum meines Lebens und Denkens machen sondern eben einen vernünftigen, befriedigenden Ansatz finden, der langsam (meinetwegen auch gerne schnell, aber das wirds wohl nicht werden) zu einem gesunden Zustand führt.
          Was mich sehr verblüfft hat, ist mein heuriges irisches, kulinarisches Erlebnis: wir hatten ein Haus gemietet und ein catering, weil es in dem winzigen Ort nicht einmal ein Geschäft gab und wir kein Auto hatten. Dieses Essen war hervorragend, alle waren sich darüber einig, dass es gewaltige Mengen waren; immer gab es auch eine Nachspeise und trotzdem habe ich dabei nicht ein Gramm zugenommen. Es war so eine Art mediterrane Küche mit viel Gemüse und Fisch und sehr vielen Aufläufen und sowas.

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        • Das geht/ging mir ganz genauso. Ich habe die Diskussion um „Man muss unbedingt frühstücken, weil …“ verfolgt und fand sie ziemlich hirnrissig. Die Sache mit dem „Hungerstoffwechsel“ (deine Aussagen gingen in diese Richtung) fand ich schon immer hirnrissig und war sehr erleichtert zu lesen, dass das alles schlichtweg so nicht stimmt. Und ein eventuell zu hoher Blutzuckerspiegel treibt mich auch um – der Freund, dessen Tod ich letztes Jahr so laut beweint habe, war unter anderem auch schwerer Diabetiker, und die in diesem Umfeld auftretenden Krankheiten haben ihn (mit) umgebracht. Meine Ernährung war auch zu sorglos, was das anging.

          Das Buch habe ich bisher nicht genannt, weil ich nicht so klingen wollte, als würde ich predigen, du weißt ja, Frischbekehrte und so. Danke, dass du fragst!!! Also: (Dr.) Nadja Hermann, Fettlogik überwinden, Ullstein TB, 2016. Link zu Ullstein hier, Leseprobe hier, die ich dir wärmstens empfehle. Was ich gut finde an der Leseprobe, ist, dass dort auch das Inhaltsverzeichnis aufgelistet wird. Ich habe mich ertappt, dass ich bei mehr als einem dieser „Glaubenssätze“ genickt habe. Freu dich auf Überraschungen. Es gibt auch einen Blog zum Buch, den findest du in meiner Blogroll unter F wie Fettlogik.

          Deine irische Küche könnte, so wie du es beschreibst, relativ viel Eiweiß und relativ wenig Kohlenhydrate gehabt haben. Eiweiß sättigt, Fett übrigens auch, und Fett kommt gerade aus der Buhmann-Rolle raus, dafür hat Zucker jetzt den schwarzen Peter, was bei den ganzen Zuckerzusätzen in Lebensmitteln echt ein Problem ist.
          Wenn ich dir mit irgendwas von meinen Erfahrungen weiterhelfen kann, tu ich das gern, frag einfach.
          Liebe Grüße
          Christiane

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        • Vielen herzlichen Dank, Christiane <3 Das empfohlene Buch liegt schon neben mir. Ich werde mich vertiefen und bei Gelegenheit auf dein Erfahrungsaustauschangebot zurückkommen.
          Noch einen schönen Abend !

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        • Ach, und verlier doch bitte noch ein Wort zu deinem Zuckerreduktionsthema. (Hattest du dazu bei dir was geschrieben? Hab ich was überlesen?) Verstehe ich das richtig, dass du nicht in erster Linie abnehmen willst? Dann haben wir zwar unterschiedliche Prioritäten, aber bestimmte Vorgänge im Körper zu verstehen, ist ja nichts Schlechtes. :-)

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  9. Bin nach ewigen Zeiten mal wieder auf WordPress und finde diesen Beitrag von Dir. Witzig, ich nehme seit dem Frühling ab. Meine Blutwerte waren katastrophal und ich kam nicht mehr in die Hocke. Wenn mir was runterfiel, habe ich ernsthaft über Werkzeuge nachgedacht, um mich nicht bücken zu müssen. Der Orthopäde grummelte etwas von Arthrose und Alter. Schlussendlich bin ich im Fitnessstudio gelandet. ICH im Fitnessstudio. Die ersten Wochen habe ich mit Todesverachtung trainiert. Gegessen habe ich nur noch mit meiner Kalorienapp. Aber es hat funktioniert, hätte ich nie gedacht. 10 Kilo und ich bin viel beweglicher. Ich glaube, dass Bewegung sehr entscheidend ist und bin stinksauer wenn ich daran denke, dass der Schulsport mir die Freude an Bewegung total ausgetrieben hat. Leider hat sich am Konzept von Schulsport nichts geändert.

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    • Ach, schön, hallo, freut mich! Zuerst, was die meisten überlesen: Das „Ich“/“Sie“ in diesem Artikel bin nicht allein ich, Christiane, sondern setzt sich aus mir und ein paar Leute um mich herum, die dieses Thema auch haben, zusammen.
      Dich im Fitnessstudio kann ich mir genauso gut vorstellen wie mich ;-) Meine eigenen Ergebnisse zeigen mir, dass es beim Abnehmen nicht auf die Bewegung ankommt, aber klar, es hilft aus vielerlei Gründen. Schweigen wir über den Schulsport, falls ich jemals „sportliche“ Ambitionen gehabt haben sollte, hatte ich sie danach jedenfalls nicht mehr.
      Welche Kalorienapp benutzt du/hast du benutzt, machst du es noch oder bist du schon bei deinem Wunschgewicht angekommen? Und ja, 10 Kilo machen VIEL aus!
      Sonntag(nach)mittaggrüße
      Christiane, ohne Kuchen ;-)

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