In der grünen Stille

Nun sind wir draußen in der grünen Stille
Und gehen sonder Wille für uns hin.
Nur Blätter sprechen laut um uns mit Sausen.
Es jagt vor uns des Morgenwindes Brausen,
Und Baum und Blätter wollen mit ihm fliehn.
Er ist ein Reiter, einer von den Kühnen,
Und Schatten winken hinter ihm im Grünen.

Vom Haselstrauch und Eichenlaub umgeben
Sind stille Winkel, wo kein Lufthauch geht;
Wo man sich taub hinlegt vom lauten Leben,
Und wo das Gras voll Sommerwärme steht.

Die Meisen zirpen, und die Gräser raunen
Und warten auf den Tag und seine Launen.
Man starrt mit ihnen in den Morgenrauch, den blauen,
Und küßt und könnte überm Küssen gern ergrauen.

(Max Dauthendey, In der grünen Stille, aus: Insichversunkene Lieder im Laub, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 326)

 

Im Wald | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

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36 Kommentare zu “In der grünen Stille

  1. und hier ist´s am Montag das allerschönste spätsommerliche Wetter gewesen! Ich sag nur ein Wort : Bergstraße :-)

    Ich mag sie, die grüne Stille und wernn ich dann noch lese
    *das Gras voll Sommerwärme*, dann bin ich mitten im Sommer gelandet und was will ich mehr

    Lächelnde Grüße von Bruni

    Gefällt 1 Person

    • Sie waren Zeitgenossen. Dauthendey ist neun Jahre vor Rilke geboren und acht Jahre vor ihm gestorben. Ja, ich weiß, was du meinst. Ich werde mal an einer Dauthendey-Renaissance arbeiten, so als Langzeitprojekt … ;-)
      Liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

Ja, eben. Und du so?

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