Einmal Annika, immer Annika | abc.etüden

„Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut“, titelte eine Zeitschrift und ließ sie frustriert und sogar ein wenig aufgebracht zurück. Zuerst einmal hatte sie gewohnheitsmäßig „… sicher nicht gut“ gelesen, was ihrer gefühlten Wahrheit, Verzeihung, ihrer postfaktischen Wahrnehmung, viel eher entsprach und sie zu ärgern begann, als sie darüber nachdachte. Sie versuchte, den Satz umzuformulieren und kam auf „… also könnte es ja auch gut gehen“. Hm, ja, ergebnisoffener würde sie es nicht hinbekommen. Das „könnte“ fühlte sich schon nach ziemlich viel an.
Dann las sie die Urheberin des Zitats: Pippi Langstrumpf. Pippi, die Heldin ihrer Kindheit! Sie war immer nur Annika gewesen, aber Pippi, Pippi, die den Langweilern, den Ängstlichen, den Quadratscheißern und -schädeln ihre fröhliche Unverwüstlichkeit und ihren Optimismus entgegengesetzt hatte …
Einmal Annika, immer Annika?
Ach, Pippi, so weit war es also mit ihr gekommen.

 

2017_39.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 39.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Wortsonate (wortsonate.wordpress.com) und lauten: Quadratscheißer, postfaktisch, ergebnisoffen.

Der Satz stammt vom Titel einer „Flow“, die mir gestern in die Hände fiel, und ich habe keine Ahnung, ob und wann Pippi das tatsächlich gesagt hat, ich fürchte längst, dass Pippi den berufsmäßigen Motivatoren in die Hände gefallen ist. Sollte jemand es besser wissen, freue ich mich über jegliche Wortmeldung.

Ich bin immer noch bis inklusive Wochenende nur sehr sporadisch online. Seht es mir bitte nach.

 

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