Einmal Annika, immer Annika | abc.etüden

„Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut“, titelte eine Zeitschrift und ließ sie frustriert und sogar ein wenig aufgebracht zurück. Zuerst einmal hatte sie gewohnheitsmäßig „… sicher nicht gut“ gelesen, was ihrer gefühlten Wahrheit, Verzeihung, ihrer postfaktischen Wahrnehmung, viel eher entsprach und sie zu ärgern begann, als sie darüber nachdachte. Sie versuchte, den Satz umzuformulieren und kam auf „… also könnte es ja auch gut gehen“. Hm, ja, ergebnisoffener würde sie es nicht hinbekommen. Das „könnte“ fühlte sich schon nach ziemlich viel an.
Dann las sie die Urheberin des Zitats: Pippi Langstrumpf. Pippi, die Heldin ihrer Kindheit! Sie war immer nur Annika gewesen, aber Pippi, Pippi, die den Langweilern, den Ängstlichen, den Quadratscheißern und -schädeln ihre fröhliche Unverwüstlichkeit und ihren Optimismus entgegengesetzt hatte …
Einmal Annika, immer Annika?
Ach, Pippi, so weit war es also mit ihr gekommen.

 

2017_39.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 39.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Wortsonate (wortsonate.wordpress.com) und lauten: Quadratscheißer, postfaktisch, ergebnisoffen.

Der Satz stammt vom Titel einer „Flow“, die mir gestern in die Hände fiel, und ich habe keine Ahnung, ob und wann Pippi das tatsächlich gesagt hat, ich fürchte längst, dass Pippi den berufsmäßigen Motivatoren in die Hände gefallen ist. Sollte jemand es besser wissen, freue ich mich über jegliche Wortmeldung.

Ich bin immer noch bis inklusive Wochenende nur sehr sporadisch online. Seht es mir bitte nach.

 

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35 Kommentare zu “Einmal Annika, immer Annika | abc.etüden

  1. Ich habe Pippi Langstrumpf gelesen, nicht als Film gesehen. Natürlich weiß ich trotzdem nicht, ob das ein Originalzitat ist, auf jeden Fall könnte es eines sein.
    Wenn Pippi den professionellen Grinsern in die Hände gefallen ist, müssen wir uns sofort mit dem Pferd, dem Affen und Käptn Langstrumpf verbünden um sie da rauszuholen. Dein Fellträger wird da sicher auch gerne dabei sein……

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  2. Eine leider typische Reaktion, sich auf der Folie einer „Heldin“ erst recht blöd und unzureichend zu fühlen. Anstatt dass solche Sätze motivieren und ermutigen, verstärken sie Selbstanklage und Depression bei denen, die dazu neigen. Das sollten sich die professionellen Motivierer mal hinter die Ohren schreiben.

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  3. Vielleicht mal Pippi, mal Annika?! 😉 Die beiden ergänzen sich doch prima, da, wo die eine übers Ziel hinausschießt, beruhigt die andere, dort, wo die andere überängstlich wird, ermutigt die eine…
    liebe Grüße
    Ulli

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  4. Toll hast Du die Pippi als Urheberin dieses von mir mit Argusaugen betrachteten Zitates in Deiner Etüde untergebracht, liebe Christiane

    Liebe Grüße von einer, die nicht wirklich Annika sein möchte und Pippi gar nicht hinbekäme *lach*

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