Du machst mich traurig – hör

Du machst mich traurig – hör
(Hans Adalbert)

Bin so müde.
Alle Nächte trag ich auf dem Rücken
Auch deine Nacht,
Die du so schwer umträumst.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn
Und tat ihr blau.

Was tust du mir in meiner Todesstunde?

(Else Lasker-Schüler, 1917, Quelle)

 

 

(Zum Innehalten. Kein spezieller Anlass. Oder zu viele.
Einfach nur … so.)

 

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Lifestyle | abc.etüden

Okay, okay, sein Styling war etwas gewöhnungsbedürftig geraten. Er war irgendwo auch stolz darauf, es dokumentierte seinen rebellischen Pfad. „Sollte das so oder war das ein Unfall?“, hatte seine Mutter entsetzt gefragt, dagegen hatte seine zickige Schwester nur spitz bekundet, kein Interesse an dem Zeug zu haben, was er ja wohl wieder geraucht hätte. Nun, da war was dran, sie kannte ihn halt, völlig klar war bestimmt keiner von ihnen gewesen.

Aber eigentlich war es nur ein verdammt schiefgelaufenes Experiment, was er da auf dem Kopf trug; ihn hatte es von der Gang am schlimmsten erwischt. Die Dosierung mit der Honigpumpe war nicht zuverlässig gewesen, nun waren seine Haare einerseits strohig und abstehend (erwünscht), aber andererseits auch schimmelig-blond-grau-grün gesträhnt (ursprünglich nicht erwünscht, definitiv nicht).
Eindeutig zu heavy für die Trabantenstadt, genauso wie der neue Stoff, vielleicht würde er einen Schuh machen und ein paar Wochen bei seinem Vater pennen.

Er stoppte vor der Photobox am Bahnhof. Der krasse Look gab bestimmt ein spaciges Fahndungsfoto für Interpol oder so ab. Man musste das Bild von sich schließlich rechtzeitig prägen.

 

2017_40.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 40.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl von den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com) und lauten: Interpol, Trabantenstadt, Honigpumpe.

Zuerst habe ich gedacht, ich schreibe eine Fortsetzung zu den Interpolern. Aber dann fuhr dieser Typ auf einem Fahrrad an mir vorbei und ich reagierte wie die Mutter … und dachte dann, okay, daraus ließe sich auch eine Etüde machen.  ;-)