Ist das die Welt, die wir erschaffen haben?

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Viele, auch ich, nehmen diesen Tag meist fast nur die Berichterstattung in den Medien wahr, oder dadurch, dass an diesem Tag auf den Straßen Teddybären mit AIDS-Schleife gegen Spende abgegeben werden. Laut offizieller Zahlen haben wir in Deutschland 88.400 Menschen mit HIV, gemessen an einer Zahl von 36,7 Millionen HIV-Infizierter bedeutet das, dass das Problem eher nicht hierzulande tobt. So wird es meist auch behandelt.

Aber immer noch leben Menschen mit HIV unter uns, die deswegen ausgegrenzt und diskriminiert werden, obwohl es Medikamente gibt, obwohl die Übertragungswege bekannt sind, obwohl das Risiko, sich zu infizieren, sehr überschaubar ist – sofern man sich informiert und sich daran hält. Immer noch werden aber nicht nur HIV-Positive diskriminiert, sondern auch deren Unterstützer – und als „Unterstützer“ kann ganz schnell jede/r angesehen werden, der sich einfach normal und mitmenschlich verhält und nicht in Hysterie und/oder Panikmache verfällt. (Aber Hirn einschalten war ja noch nie populär, die meisten laufen auf Emotionen, das ist einfacher.) Darauf sollte in diesem unserem Land auch aufmerksam gemacht werden, einer von vielen Punkten auf einer unrühmlichen Agenda, ich weiß, aber kein unwichtiger.

Hier gibt es Einstiegsinfos zum Thema: Welt-AIDS-Tag.

Die wertgeschätzte Frau dergl postet heute auf ihren Blogs, den Tintenklecksen und den Fädenrissen (letztere stehen auf privat, wundert euch nicht; dergl, ich nehme die Links raus, wenn du sie nicht willst), heute ein paar Geschichten dazu, und sie hatte dazu aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Nun, das mit dem Schreiben habe ich nicht geschafft, aber ich dachte, ich kann einen Soundtrack für den heutigen Tag liefern.

Queen: Is this the World we created? („The Works“, 1984, Songtext (Original), mehr Infos)
Falls ich es versäumt haben sollte zu erwähnen, Queen war meine erste musikalische Liebe, und ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, Freddie war der erste „öffentliche“ Mann, von dem ich erfuhr, dass er schwul ist …

 

 

 

Schau dir einfach mal all die hungrigen Mäuler an die wir stopfen müssen.
Wirf einen Blick auf all das Leiden das wir schaffen.
So viele einsame Gesichter sind überall verstreut
auf der Suche nach dem, was sie brauchen.

Ist das die Welt, die wir erschaffen haben?
Wozu haben wir das getan?
Ist das die Welt in die wir eingedrungen sind, entgegen dem Gesetz?
Also sieht es am Ende so aus, dass es dies hier ist, wofür wir heute alle leben:
Die Welt die wir erschaffen haben.

Du weißt, dass jeden Tag ein hilfloses Kind geboren wird,
das liebevolle Pflege in einem glücklichem Zuhause braucht.
Irgendwo sitzt ein reicher Mann auf seinem Thron
und lässt sein Leben achtlos an sich vorbeiziehen.

Ist das die Welt die wir erschaffen haben?
Wir haben sie allein gemacht.
Ist das die Welt, die wir zugrunde gerichtet haben, bis auf die Knochen?
Wenn es einen Gott im Himmel gibt, der herunterschaut,
was muss er über das denken, was wir der Welt angetan haben,
die Er erschaffen hat?

(Übersetzung von mir)

 

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27 Kommentare zu “Ist das die Welt, die wir erschaffen haben?

  1. Ich habe nichts gegen Links generell, gar nicht, außerdem habe ich explizit zum Projekt aufgerufen. Ich habe nur ein Problem mit mir unbekannten Nutzern, die an den Fädenrissen klopfen, das ist auch nicht persönlich gemeint gegen irgendwen. Ich lasse keine Fremden rein derzeit und das Ignoriertwerden ist doch auch für die Klopfer enttäuschend, wenn sie zum Beispiel die Etüden auf den Fädenrissen lesen wollen. Das ist hoffentlich verständlich. Ich mag Leser und Links mag ich auch, nur die Fädenrisse sind gerade nicht ohne Grund privat. Ende November sind schon wieder Leute gespiegelt worden.

    Darf ich deinen Beitrag also als teilnehmend auf den Klecksen verlinken?

    Gefällt 1 Person

      • Habe ich nicht in den letzten Klenigkeiten gesagt, man könnte auch ein Lied posten? ;) Passt schon. Ich hätte zum Beispiel auch als Beitrag gewertet wenn du ausgerechnet heute auf dem Regenblog dieses Erasure-Video, das Philipp durch mich mal als Regenmusik ausrichten lassen hat verlinkt hättest. Der Sänger ist seit ca. 20 Jahren positiv, also hätte das auch gepasst und so was.

        Mich ärgert das, dass ich die Fädenrisse unter Verschluss halten muss heute besonders. Die „Trabanten“ hätten so schön heute noch mal gepasst :( Außerdem habe ich da irgendwo mal Dugas erklärt. Mann!

        Gefällt 1 Person

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  5. Live Aid ’85, unvergessen, und klar, Queen. Wobei ich seinerzeit dichter an U2 stand.
    Ich meine, Rock Hudson war der erste mir bekannte Mensch mit Aids. Das passte für mich damals so gar nicht in mein Weltbild, das gehörte irgendwie nicht zusammen.
    Viel hat sich seither geändert, ja. Bezüglich dieser Krankheit schon, sie machte keinen Halt vor Grenzen und ist damit ‚interessant‘. Das gilt aber nicht für alle Krankheiten.
    Dir dennoch einen schönen entspannten Abend.

    Gefällt 2 Personen

  6. stimmt, bei mir war es auch Rock Hudson und mein Wissen darüber änderte absolut nichts an meiner Einstellung diesem Schauspieler gegenüber.
    Einfach ein toller Mann!
    Wie gut, daß Du heute an diese Krankheit erinnerst, liebe Anna-Lena

    Liebe Grüße in den Sonntag von Bruni

    Gefällt 1 Person

  7. Pingback: Es regnet Asche – Fädenrisse

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