Zum Januar

 

Weißer Winterhimmel,
Weiße Häuser unter weißen Schneelasten,
Über den schneeweißen Platz
Hasten grau die Menschen –
Die Menschen grau!

(Max Dauthendey, Weißer Winterhimmel, aus: Reliquien, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 117)

 

Jetzt muß sich im Himmel die Schneemühle drehn,
Muß Eis und Gedanken zur Erde wehn;
Jetzt müssen sich Erde, Luft, Wasser vermummen,
Nur das Feuer allein wird niemals verstummen,
Das Feuer, das Tage und Nächte durch schwält
Und mit glühender Geste von der Liebe erzählt.

(Max Dauthendey, Jetzt muss sich …, aus: Der brennende Kalender, Januar, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 223)

 

Lieb’ kennt keine Jahreszeit

Sommer, der so fröhlich war,
Er entläßt der Vögel Schar,
Tausend Stare weiter ziehn,
Tausend Lieder jetzt entfliehn.

Auf der Wiese, die verblüht,
Noch der Himmel einsam glüht,
Wie die Sehnsucht, die nie stirbt
Und um neue Lieder wirbt.

Sitzt das Herz am rechten Fleck,
Fällt’s nicht wie ein Herbstblatt weg,
Wechselt auch der Baum sein Kleid, –
Lieb’ kennt keine Jahreszeit.

(Max Dauthendey, Lieb’ kennt keine Jahreszeit, aus: Singsangbuch. Liebeslieder, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 154)

 

Januar | 365tageasatzadayQuelle: Ichmeinerselbst

 

Kommt gut in die neue Woche!

Nicht etwa, dass wir Schnee hätten, aber es friert. Bei mir langt das erst mal schon für Winterfeeling …  ;-)

(Bitte schön, Frau Käthe. Extra für Sie aus meinem heimischen Vorrat.)

 

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