Vom selben Stern | abc.etüden

„Wir alle sind aus Sternenstaub, in unsren Augen war mal Glanz. Wir sind noch immer nicht zerbrochen, wir sind ganz …“
Wie sehr sie sich das wünschte, dass alles wieder gut werden würde! Dass sie seine hässlichen Worte nur geträumt hatte, sein Lachen über ihre Tränen, das sie schier wahnsinnig machte, wenn sie daran dachte. Immerhin war sie davongestürmt und hatte seine Autoschlüssel mitgenommen – er würde sicher von „klauen“ sprechen und sie als „hysterische Kuh“ beschimpfen –, sodass er ihr nicht folgen konnte, jedenfalls nicht schnell.

Um nicht in ihren Tränen zu ertrinken, war sie in die Stadt gefahren und schließlich in diesem Club gelandet, wo sie alte Sachen spielten und sich eine einsame Discokugel an der Decke drehte. Seitdem war sie auf der Tanzfläche, gefangen in ihrer eigenen Blase, das Herz voller Risse.
„Du bist vom selben Stern, ich kann deinen Herzschlag hörn, du bist vom selben Stern wie ich.“
Ach, Illusion, all ihre Liebe nur Illusion, die Tränen liefen über ihr Gesicht.
Sie würde heute bestimmt nicht mehr zurückgehen, zu ihm schon gar nicht, aber sie wusste nicht, wohin mit sich.

 

2018_04_1 | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

Für die abc.etüden, Woche 04.2018: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von wortgeflumselkritzelkram und lauten: Discokugel, wahnsinnig, klauen.

 

Mir war grad so. Einer dieser Abende, um sich Heulfilme anzuschauen und an der Welt zu verzweifeln. Und ja, Gerda (und Ulli!), ein bisschen Sternenstaub ist auch für euch!  😀

Wer das Lied dazu nochmals nachhören möchte: Ich + Ich – Vom selben Stern

 

 

29 Kommentare zu “Vom selben Stern | abc.etüden

  1. Huhu Christiane, so setzt du mir hier den nächsten Ohrwurm. Solche Tage gehören dazu. ich wünsche dir, dass du dir heute irgendetwas Gutes tust. Ansonsten frage ich mal einen genialen Blues-Gitaristen, der heute in HH lebt, ob er da mit seiner Musik was tun kann 😉

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  2. Danke für den Sternenstaub 🙂
    Das Lied mag ich und erstrecht deine Etüde, die so mitten aus dem Leben kommt, wenn ich auch an jüngere Menschen dabei denke…
    Ich sende dir sonnige Grüße, liebe Christiane, Ulli

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  3. Wieder eine sehr gelungene Etüde von Dir, wenn auch ein bisschen traurig. Aber, wie Du schon sagst, manchmal ist das eben so. Und ich sollte mich dadurch angespornt fühlen, mich selbst auch endlich an einen Text zu setzen.
    Liebe Grüße
    Christa

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  4. Der Sternenstaub hat sich in uns festgesetzt, liebe Christiane und nun hast Du ihn in die Etüde verpackt. Er passt so gut und ich weine ein ganz kleines bißchen mit ihr, aber ich erkenne, sie braucht meine Tränen nicht, ihre eigenen sind ihr genug und der Trost kommt bald. Ich bin ganz zuversichtlich für sie.

    Liebe Grüße, spät am Abend, von Bruni

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  5. „Seitdem war sie auf der Tanzfläche, gefangen in ihrer eigenen Blase, das Herz voller Risse.“ Das ist so ein beeindruckendes Bild. Du schaffst es eben immer wieder, mich zu berühren. Sprache ist doch etwas Wunderbares!

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    • Ach, ich danke dir für dein Lob und stimme dir zu: Ja, Sprache ist wunderbar, gerade wenn man sich um Nuancen bemüht. Bei mir entstehen viele Bilder beim Schreiben, auch die „Risse“ waren irgendwann einfach da …
      Liebe Grüße
      Christiane

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