Schreibeinladung für die Textwoche 22.18 | Wortspende von dergl

Der Stichtag für die DSGVO ist rum, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, eine Menge Blogs sind getaucht oder endgültig vom Netz. Auch ich habe meinen Kopf eingezogen (und an einer Datenschutzerklärung gebastelt) und hoffe, dass ich so weitermachen kann wie bisher. Weil eigentlich ist der Gedanke hinter der DSGVO ja okay, nur die Umsetzung, diese unselige (deutsche) Neigung, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen … wenn wir alle „vernünftig“ wären, wie es manche Blogger und Journalisten postulieren, dann gäbe es diese Korinthenkacker (auch ein schönes Wort) nicht und jeder würde (und könnte) alles so verstehen, wie es gemeint ist.
Ich war die letzte Woche blogtechnisch außerordentlich wenig aktiv, ihr werdet es bemerkt haben. Grund ist/war nicht Pfingsten oder mangelndes Interesse (oder die, deren Namen nicht mehr genannt werden soll), Grund ist/war die überaus erfreuliche Tatsache, dass mich eine Freundin besucht, die ich vielleicht 2, 3 Male im Jahr sehe. Da hat mein Offline-Leben Vorrang. Das heißt leider auch, dass ich keine Zeit hatte, die Etüde zu Papier zu bringen (Entschuldigung, Elke), die mir immer noch durch den Kopf schwebt. Ich hoffe in der nun anbrechenden Woche auf Zeit für den Nachzügler.

Nun ist, lange Rede, kurzer Sinn, aber erst mal die Wortspende für die Textwoche 22.18 dran. Gestiftet von der dergl, die mit ihren Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com) aus guten Gründen auch getaucht ist, wundert euch also bitte nicht, falls ihr klopfen müsst. Ihre Wörter lauten:

Affenkasten (Erklärung Duden)
elektrischblau
(Erklärung dergl)
janken
(Erklärung Duden).

Ich hoffe, ihr habt immer noch/wieder Spaß, daraus eine Geschichte zu basteln. Wie immer, ihr wisst: Diese 3 Wörter bitte in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Auch diese Woche stammen die Illustrationen von dem werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von dergl und mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

(Spinnt bei euch der/die/das Cookie-Banner auch? Egal, wie oft ich meins anklicke, es lässt sich nicht deaktivieren.)

 

 

2018_22_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_22_2_zwei lz | 365tageasatzaday

 

68 Kommentare zu “Schreibeinladung für die Textwoche 22.18 | Wortspende von dergl

  1. Liebe Christiane,
    es ist wirklich traurig, wie viele Blogger sich aus meiner Lesewelt verabschiedet haben und damit eine große Lücke hinterließen. Ich glaube es geht vielen Leserinnen und Lesern wie mir, dass sie den Kopf schütteln nach der vergangenen Woche und nun einen ziemlich ausgedünnten Reader vorfinden. Aber wenigstens haben einige nur auf „privat“ umgestellt und man besucht sie nun halt über eine Leseeinladung. Schön, dass du dem Wahnsinn trotzt. Ich lese hier sehr gern😊. LG Nele

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  2. Wenn der erste Angstrausch vorbei ist, kommen sicher einige wieder zurück zur Bloggerszene. Bis dahin gibt es eben mehr Zeit andere Beiträge intensiver zu lesen! Übrigens verschwindet der Banner die Cookries zu akzeptieren nicht, wenn man es bestätigt hat liebe Chtistiane ;-)

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    • Cookie-Banner: Ich weiß, lieber Arno, aber weißt du, warum? Löschen und neu reinsetzen hilft bei mir nicht, jedenfalls gerade, ich habs versucht.
      Liebe Grüße
      Christiane

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  3. Pingback: RAL 650-2 | Red Skies over Paradise

      • Ich finde es extrem schwierig ein Wort, das für mich keine Bedeutung hat in einen Text einzubauen. Wenn mir die Wörter alle geläufig sind, schreibe ich eine Etüde in 10 Minuten. Wenn nicht …… sieht es trauriger aus. Aber vielleicht bemühe ich mich doch, weil die Wörter ja von der dergl sind und ich auch viel Zeit habe und überhaupt soll man ja Herausforderungen annehmen und nicht umschiffen ….. :) :)

        Gefällt 2 Personen

        • Auf das „man soll“ pfeife ich, ehrlich gesagt. Aber ich habe festgestellt, dass manches Mal die Etüden, mit deren Wörtern ich am Anfang die größten Schwierigkeiten hatte, hinterher die geworden sind, die mir selbst wirklich gut gefielen – was mir wiederum viel wert ist.
          Liebe Grüße
          Christiane ;-)

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  7. Ich kann deinen Cookiebanner wegdrücken – aber meiner kommt auch immer wieder – was ich auch schon hatte, dass ich beim Kommentieren erst wegdrückte und mein Kommentar (natürlich ausführlicher Kommentar) war weg….*grrrr*…

    Hier mein Beitrag. Liebe Grüsse

    https://wp.me/p8qB43-6Of

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  8. Pingback: Liebe im Mai | abc.etüden | Irgendwas ist immer

  9. Ich tue mich diesmal auch schwer. Aber Christiane hat recht: gerade dann soll man es versuchen!
    Mir ist nur ein kleines freches Gedicht eingefallen,
    was mancher vielleicht nicht mag. Aber es sei gewagt:

    Janken und wanken und zanken,
    was wir alten Waschweiber so tun.
    Und wenn wir nach Haus dann wanken,
    gegen Geheul und Tratsch verdammt immun,
    zurück in den alten Affenkasten,
    mit dem neuen Kleid in elektrischblau,
    dann wird der Olle blökend uns mit Schmäh belasten:
    aber das interessiert doch keine S..

    Jedenfalls nicht mich.

    LG Werner

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    • Ich glaube, auch das ist ziemlich oft Realität, gerade in alten Beziehungen, ich sags ja ungern. Man arrangiert sich, hat aber aufgehört, sich füreinander zu interessieren.
      Gefällt mir, auch wenn es unangenehm sein mag.
      Liebe Grüße, guten Morgen
      Christiane

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  10. Den vieldeutigen Affenkasten, ein Blau, das an die Funken erinnert, welche über einer Straßenbahn aus der Oberleitung sprühen und ein norddeutsches Jammerwort in einem Text unterzubringen, hat mich zu mehreren Bandwurmsätzen verleitet. Ich bitte um Entschuldigung:

    Auf diesen Urlaub in einem Kuhkaff vor den Toren seiner Heimatstadt hatte Henry sich gefreut wie schon seit Jahren auf keinen Urlaub – mehr als auf Malta oder Mexiko und vielleicht wegen des guten Gefühls, nichts zur Umweltbelastung durch Kerosin und zur Verschandelung von Küstenlandschaften durch immer mehr Hotels beizutragen. Und dann war er schon am zweiten Urlaubstag so ungeschickt in einen Kaninchenbau getreten, dass er sich das Fußgelenk gebrochen hatte. Doch nachdem der Bruch in einer Universitätsklinik, nur einen Steinwurf von seiner Wohnung entfernt, gerichtet und das Bein eingegipst worden war, war er an seinen Urlaubsort zurückgekehrt, hatte sich vom Wirt seiner Pension die Treppe zu seinem Zimmer hinauf- und zu den Mahlzeiten wieder hinunterhelfen und – weil es keine andere Attraktion für einen Gehbehinderten gab – zu einem kleinen Zirkus fahren lassen, der zwischen Stadt und Kuhkaff sein Zelt aufgeschlagen hatte, und nun ließ er sich auch von dem Landregen nicht vertreiben, sondern beschloss einen weiteren Zirkusbesuch und lud dazu – schon um den Wirt für einen weiteren Transport gefügig zu machen, dessen achtjährigen Sohn ein.

    Schwer zu sagen, wessen Enttäuschung größer war, seine eigene oder die des Jungen, als sie unter einem Regenschirm vor dem Kassenhäuschen darauf warteten, dass das Tor zum Zirkusgelände geöffnet wurde und der Verkauf der Eintrittskarten begann, und als dann die dicke Frau erschien, die ihm auch bei letzten Mal das Billett ausgehändigt hatte, diesmal aber nur, um den Holzladen der kleinen Bretterbude zu schließen, wobei sie nur „Klappe zu, Affe tot!“ sagte, bevor sie in Richtung eines der Wohnwagen neben dem Zelt verschwand. Ärgerlich wollte Henry ihr etwas hinterherrufen, doch in dem Moment bemerkte er, dass der eben noch so fröhliche Junge aussah, als würde er gleich in Tränen ausbrechen, und dass er auf den Affenkasten neben dem Kassenhäuschen starrte, in dem gestern noch ein Äffchen in elektrischblauer Uniform mit goldenen Litzen und Knöpfen gehockt hatte – die einzige Attraktion des Zirkus, die der Junge bisher gesehen hatte, als er in der Woche zuvor mit den anderen Kuhkaffkindern hergeradelt war. und nun war dieser Kasten ebenso verrammelt wie das Kassenhäuschen.
    „Brauchst nicht zu janken“, sagte da eine weibliche Stimme hinter dem Rücken der beiden und fügte hinzu: „Dem Affen geht es gut, aber es kommen bei dem Wetter keine Leute, und da gibt es keine Vorstellung“, und als Henry sich umwandte, erkannte er sofort die rothaarige Reiterin, die, auf dem schwingenden Rücken eines zierlichen Apfelschimmels stehend, schwindelerregende Runden in der engen Manege galoppiert war – in einem grün glitzernden Kostüm.
    „Das verstehe ich, aber was machen wir jetzt, da wir doch erst in zwei Stunden wieder abgeholt werden, und ich gerade nicht gut zu Fuß bin?“ fragte Henry – mehr sich selbst als die rothaarige Schönheit, die weder an dem Regen noch an seinem kaputten Fußgelenk schuld und deshalb für die Lösung des Problems nicht verantwortlich war.
    „Ich habe vor, den unverhofften freien Tag zu nutzen und in die Stadt zu fahren, und nehme sie gerne mit“, sagte sie und wies mit einer einladenden Geste auf einen neben der Zufahrt geparkten Polo.
    Und da saß er dann auf dem weit nach hinten geschobenen Beifahrersitz, das Gipsbein ausgestreckt, so gut es ging, und neben ihm eine hinreißende Zirkusprinzessin, der er nur noch verklickern musste, dass der Junge auf der Rückbank nicht sein Sohn war. Jedenfalls war Henry jetzt ganz sicher, dass dies der beste Urlaub seines Lebens würde.

    Viele liebe Grüße in die Runde
    Christa

    Gefällt 4 Personen

    • Na, dann wünsche ich Henry doch noch einen schönen Urlaub trotz des erlittenen Pechs! Ich persönlich finde deine Bandwurmsätze ziemlich kunstvoll aufgetürmt und kein bisschen schwer lesbar. Und überhaupt ist die Geschichte wunderbar farbig. Gefällt mir sehr.
      Liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

      • Freut mich, dass es dir gefällt, und ich bedanke mich für das Lob. – Was kreatives Schreiben angeht, feile ich zurzeit eigentlich nur noch an der kurzen Form, und da sind die Etüden eine sehr willkommene Anregung.
        Liebe Grüße am fortgeschrittenen Samstagabend
        Christa

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  11. Pingback: abc-Etüde 22/18. | vro jongliert

  12. Die Geschichte ist schön und rund. Aber weil ich selbst in solch einem Kuhkaff wohne (380 Einwohner) eine Bitte: trampelt doch nicht immer so auf uns Dorfkindern rum, wir haben es ohnehin schon schwer genug!
    Grinsegrüße Werner

    Gefällt 3 Personen

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