Im Frühling: Liebe

Unterm weißen Baume sitzend
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren; –
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon mit Schneegestöber
Hab’ der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freud’gem Schrecken;
Duft’ge Frühlingsblüthen sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maye,
Schnee verwandelt sich in Blüthen,
Und dein Herz, es liebt aufs Neue.

(Heinrich Heine, Unterm weißen Baume sitzend, 1844, aus: Neue Gedichte, Onlinequelle)

 

Liebesanfang

O Lächeln, erstes Lächeln, unser Lächeln.
Wie war das Eines: Duft der Linden atmen,
Parkstille hören – , plötzlich in einander
aufschaun und staunen bis heran ans Lächeln.

In diesem Lächeln war Erinnerung
an einen Hasen, der da eben drüben
im Rasen spielte; dieses war die Kindheit
des Lächelns. Ernster schon war ihm des Schwanes
Bewegung eingegeben, den wir später
den Weiher teilen sahen in zwei Hälften
lautlosen Abends. – Und der Wipfel Ränder
gegen den reinen, freien, ganz schon künftig
nächtigen Himmel hatten diesem Lächeln
Ränder gezogen gegen die entzückte
Zukunft im Antlitz.

(Rainer Maria Rilke, Liebesanfang, Frühjahr oder Sommer 1915, in: Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens, Gedichte aus den Jahren 1906 bis 1926, insel tb 98, 1953, S. 94. Onlinequelle)

 

Die Amsel

Da die Nacht mit Laternen noch draußen stand,
Der Schlaf und der Träume glitzender Fächer
Um Haus und Himmel ausgespannt,
Da sang an mein Bett weit über die Dächer,
Da sang vor der Stund’, eh’ mit bläulicher Hand
Der Morgen sich unter den Sternen durchfand,
Eine Amsel aus Finster und Fernen.
Eh‘ noch den Laternen das Licht verflackt,
Hat schon die Amsel die Sehnsucht gepackt.
Sie sang von Inbrunst aufgeweckt
Mit dem Herz, das ihr heiß in der Kehle steckt.
Sie sang von Lieb’, die sich aufgemacht
Und durch die schlafenden Mauern lacht.

(Max Dauthendey, Die Amsel, aus: Insichversunkene Lieder im Laub, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 296. Onlinequelle)

 

Kann mir wer sagen, wer oder was sich da im Anflug befindet? Weiteres Fotomaterial auf Wunsch vorhanden. Ich komm und komm nicht drauf …

(Seht ihr das Cookie-Banner immer noch? Könnt ihr es wegklicken?)

Kommt gut in die neue Woche!

 

 

 

66 Kommentare zu “Im Frühling: Liebe

  1. Deinen Cookie Banner kann ich wegklicken, er bleibt nur auf der eigenen Seite haften wie alter Kaugummi.
    Das Gefleuch kenn ich leider auch nicht, gibt ja (noch) so viele verschiedene.
    LG Erich

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    • War bei mir gestern auch so, dass es blieb, egal, wie oft ich draufgeklickt habe. Dann ist mir Folgendes aufgefallen:
      Ich vermute, du hast das Banner mit dem Widget eingebunden, richtig? Dann hast du vielleicht gesehen, dass wir zwar den Text ändern, aber bei den Optionen zum Wegklicken nichts auswählen können (Screenshot folgt)? Mich hat das stutzig gemacht, und ich habe auf den Link ganz unten geklickt. Der führt auf eine leider englische Seite, aber fast ganz oben stehen folgende Sätze: „The privacy banner will automatically display on sites utilizing our no-cost hosting plan, since they display advertisements in order to keep that part of the service free.
      If you are a site owner with an upgraded hosting plan, both advertising and this banner are optional. You can customize the banner to fit your needs and add your own privacy disclosures, as explained below. This can be useful for following the EU Global Data Protection Regulation (GDPR) or other local laws.“
      Ich verstehe das so, dass bei uns, den Leuten mit der Kostenlos-Version, dem „no-cost hosting plan“, dieses Banner NICHT optional ist und demnach AUTOMATISCH erscheint. Da ich vor der Umstellung aus Versehen das Widget auch schon mal doppelt drin hatte, weiß ich, dass es dann nie wegzuklicken geht. Also habe ich das Widget gelöscht. Du hast mir eben die Bestätigung geliefert, dass es daran liegen könnte: Du hast es gesehen und konntest es wegklicken.
      Bisher ist das Theorie, wenn du mehr in Erfahrung bringen kannst, freue ich mich.
      Liebe Grüße
      Christiane

      Cookie-Banner WP

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      • Vielen Dank für die ausführliche Antwort, wenn ich mal etwas mehr Muse habe werde ich es ausprobieren, aber eigentlich stört es mich nicht so gewaltig. Anfangs war es wegklickbar und blieb weg. Irgendwann wird wp vermutlich auch hier wieder was ändern.

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      • Herzlichen Dank Christiane für diesen Hinweis.
        Ich habe mein Banner nach DSGVO aktualisiert und das von wp überlagert das andere, sodass es nicht wegzuklicken geht. Vor allem am Handy (Handy-Modus) ist meine Seite so unlesbar, am Desktop/Laptop oder Handy auf Desktop-Version ist das möglich. Das Problem beim völligen Ausschalten ist, dass der Blog nicht mehr dem EU Gesetz entspricht.

        Liebe Grüße
        „Benita“

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        • Ich habe gelesen, dass diese Geschichte mit den Cookies, für die man das Banner braucht, von Deutschland nicht wasserdicht umgesetzt worden sei, weshalb diese Cookie-Banner eh fragwürdig seien.
          Aber: Wenn du dein eigenes Banner abschaltest, hast du doch immer noch das WordPress-Banner, denn das, so meine Theorie, KANNST du nicht abschalten! Du (wie auch ich) bist also gar nicht bannerlos!
          Liebe Grüße
          Christiane

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        • Aber du meintest doch das Widget entfernen. Insofern bist du dann Bannerlos, oder lässt sich das nicht entfernen? Zudem entspricht das wp-banner eben nicht dieser EU-Norm. Ich hab in mein eigenes vieles hinein gepackt, das die DSGVO fordert, was sonst mit den gratis Blogs nicht umzusetzen ist.
          Hast du das Widget nun entfernen versucht?
          Liebe Grüße
          „Benita“

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        • Nein, das ist ja der Witz, meiner Meinung nach lässt sich das von WP bei den kostenlosen Blogs eben nicht entfernen, nur das, was wir selbst hineinsetzen.
          Hattest du bei mir eins gesehen und klein klicken können?

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        • Ich habe es gesehen und konnte es nicht wegklicken. Wie ich es verstehe, will sich wp so evtl. selbst versichern der dsgvo zu entsprechen. Daher keine Möglichkeit es abzuschalten, solange auf deinem Blog gratis Mail läuft. Und wenn ich es ändere, habe ich auch den Link von wp auf deren Cookie Richtlinie geändert, das passt auch nicht für wp, also zwei Banner.

          Ich denke nicht, dass wp das wieder ändern wird.

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        • Ich habe mein Banner aus den Widgets entfernt. Das, was du gesehen hast, ist das, das WP automatisch schaltet. Daher sind alle meine Infos in der Datenschutzerklärung, und sonst gibt es nur noch kurze Hinweise darauf.

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        • Ich habe es jetzt nochmals auf deiner Seite probiert und das WP Banner konnte ich weg klicken. Mir ist nämlich eingefallen, dass ein anderer Blogger meinte, dass es am eigenen Blog nur dann nicht wegzuklicken geht, solange du eingeloggt bist. Also anmelden bei WP und versuchten, dann siehst du, dass es weg geklickt werden kann.
          Noch einen schönen Tag 🌞☺️
          „Benita“

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        • Ich denke tatsächlich, dass sich wp wegen der Werbebanner die sie schalten absichern mag und es daher immer da ist und auch nicht durch ein eigenes ersetzt werden kann. Daher erst seit DSGVO. Vielen Dank für die Info. Mir erscheint das Banner-Rätsel nun gelöst. 😉
          Liebe Grüße
          „Benita“

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      • Ich hatte dasselbe Problem und habe es gelöscht, seither lässt es sich wegklicken.
        Technik, die begeistert .

        Liebe Grüße und danke für deine schönen Gedichte. Nach all dem Technikkram tun sie wirklich gut.

        Liebe Grüße
        Anna-Lena

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    • Ich habe gerade mal schnell nach dem Taubenschwänzchen gesucht, liebe Karin, vielen Dank! Aber von dort bin ich weitergewandert, denn das ist er nicht, er ist nur ähnlich. Ich füge gleich noch ein Bild mit einer Ansicht von hinten hinzu: Ich glaube inzwischen, es ist ein Hummelschwärmer, die haben nämlich im Gegensatz zum Taubenschwänzchen durchsichtige Flügel, was dieser hier eindeutig hatte. So ein faszinierendes Geschöpf!
      Aber vielen Dank, ohne dich wäre ich nicht auf diese Spur gekommen!
      Liebe Grüße
      Christiane

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  2. Mal zu den Gedichten, die mir Trost in der einsamen Abendstunde boten: Ich war dieses Jahr ganz traurig, als die Kastanien und der Flieder nach einem Gewitterschauer all ihre Blueten verloren. Aber vielleicht hat Heine recht: Es kommt jetzt was Neues. Bin mal gespannt.

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  3. Vielen Dank für die ausführlich-nützlichen Kommentardialoge zum Cookiebanner. Ich habe jetzt auch das Widget entfernt und nun ist das Banner gebannt und läßt sich einfach wegklicken. Ich war schon leicht angenervt von dieser den Lesefluß störenden Warnblinkzeile.
    Mann, Mann, Mann – als wüßte nicht jeder halbwegs aufgeklärte Internetnutzer, daß alle Internetinteraktionen Datenspuren hinterlassen. Der Arm des Gesetzes sollte sich mal lieber gegen diese Monopolkonzentrationen erheben, die das Internet schon längst eigenmächtig „regieren“.
    Ich benutze ja wenigstens die Suchmaschine Ecosia und meide Google weiträumig.
    Abendsonnige Grüße von
    Ulrike

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    • Na ja, ich denke, dass der eigentliche Sinn der DSGVO genau der war: Die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass sie ihre Daten verschleudern, wenn sie surfen, und dass ihre Daten irgendwo (deine „Monopolkonzentrationen“) gesammelt werden. Selbst weiterdenken muss jede/r allein.
      Hin und wieder sehe ich Ecosia-Einträge in meiner Statistik, dann habe ich also demnächst dich im Verdacht, liebe Ulrike 😉
      Mich hat das mit dem Banner auch total genervt, deshalb die Klimmzüge. Ich freue mich, dass es bei dir auch funktioniert (ja, tut es, ich war gerade drauf, ich habe ein Banner gesehen, ich konnte es wegklicken)!
      Abendwarme Grüße aus der Stadt im Norden
      Christiane

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      • Wenn das der Sinn der DSGVO ist, kommt das alles etwas spät auf den Gesetzesschirm …
        Wie man ja schon an Deiner Ecosia-Bemerkung sehen kann, ist das Auskundschaften persönlicher Charakterprofile ein Kinderspiel. *ggg*

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        • Bis der Gesetzgeber reagiert, dauert es immer, ja. Auch ja, ich habe das mit Ecosia absichtlich erwähnt. Und nein, wenn du das nicht gesagt hättest, wüsste ich es nicht, denn ich habe keine Daten, die ich damit verknüpfen kann. Ich weiß aber nicht, ob das mit anderen Bordmitteln als jenen, die wir hier auf unseren Blogs haben, möglich wäre, beispielsweise die IP-Adresse zu erfahren. Sollte nicht, aber … phhhh.

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        • Ich weiß, daß DU keine Daten hast, die Dich erkennen lassen, daß ICH über Ecosia surfe, aber WordPress und seine Dienste können das mit Sicherheit.
          Als ich das erste Mal meine Länderstatistik betrachtet habe, wurde mir klar, daß mir WordPress die Länderklicks aufzählt und daß es für WordPress nur zwei, drei weitere Meßschritte sind, auch die Stadt, die IP und von dort zumindest den Standort des benutzten Rechners oder Smartphones zu orten und zu verknüpfen.
          Es gibt digitale Meßwerkzeuge, die uns nicht zugänglich sind.

          Kennst Du das Bücher-Blog »Lesestunden« von Tobi? https://www.lesestunden.de/
          Er ist Softwareentwickler und hat u.a. eine Topliste der Deutschen Buchblogger erstellt, die er regelmäßig aktualisiert, und er hat zig Verbindungen zwischen den Blogs gemessen und graphisch dargestellt. Offenbar kann man mit entsprechenden Filtern (?) die Verweildauer des Blogbesuchers messen, das Suchmaschinenranking usw…
          Tobi schreibt zwar selbstironisch „wer mißt, mißt Mist“, aber offensichtlich läßt sich allerhand messen, verknüpfen und auswerten.

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        • Was du oben für WP aufzählst, sind die klassischen Funktionen von Google Analytics. Seit einigen Jahren ist allerdings das Tracken der vollen IP-Adresse untersagt, besagte IP-Adresse muss anonymisiert werden – in Deutschland. Ob das für Unternehmen außerhalb Deutschlands auch gilt, weiß ich nicht, nach dem Inkrafttreten der DSGVO müsste sich da eine Menge tun.
          Tobi nutzt ein Tool namens Matomo zur Reichweitenmessung (-> Datenschutzerklärung), das kann Ähnliches wie Analytics, hat aber eine datenschutzkonformere Historie. Okay, hinter der Topliste und den Auswertungen, die er fährt, steckt mit Sicherheit noch einiges mehr an Wissen und Können.
          Und, oh ja, es lässt sich richtig viel messen und auswerten! Im Netz geht es um unsere Daten. Ich vergesse nie, was ich mal gehört oder gelesen habe: „Wenn Sie ein kostenloses Angebot nutzen, dann sind Sie nicht der Kunde, dann sind SIE das Produkt.“
          Schönen guten Morgen! 🙂

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  4. Heute mag ich den Heine, wenn auch vermutlich alleine, denn alle anderen sind mit dem Banner beschäftigt, liebe Christiane
    Lächelnde Grüße in die Navht von Bruni

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