Gewissensentscheidung | abc.etüden

„Das kann nicht euer Ernst sein, da ertrinken jeden Tag unschuldige Menschen – und ihr wollt auf eine Kreuzfahrt? Im verdammten Mittelmeer? Echt jetzt? Ohne mich! Sagt, dass das nicht wahr ist!“

Zwecklos, zu erklären, dass das Mittelmeer größer war als nur jene Strecke, die als Fluchtroute unrühmliche Bekanntheit erlangt hatte. Mittelmeer stand neuerdings für sinnloses Leid ohne Grenzen.

„Willst du vielleicht die ganze Zeit beten, dass euch keine Boote mit Geflüchteten vor den Bug kommen, höchstens nachts, damit ihr weiter schön alles ignorieren könnt, was euch nicht in den Kram passt, und nicht sehen müsst, wie ein Haufen Neger absäuft? Weil das Schiff nämlich vermutlich gar nicht stoppen und helfen darf, weil es sonst in Teufels Küche kommt, gibt ja Beispiele genug? Und damit meine ich nicht, dass die euch die Restaurants leerfressen könnten! Aktion Seebrücke, unterlassene Hilfeleistung, nur um ein paar Stichworte zu nennen? Mama, ich hätte ein bisschen mehr politisches Bewusstsein von dir erwartet. Oder wenigstens Konsequenz.“

Ruhig bleiben. Wenn sich die Tochter politisch unkorrekt ausdrückte, wollte sie provozieren. Kannte man inzwischen.

„Aber nee, lieber all-inclusive jeden Tag am Pool liegen, auf dem Deck Tennis spielen und abends angeschickert aus einer der Bars in die Kabine stelzen. Und immer schön das Image und die Cellulite pflegen. Wir haben’s ja. Nötig! Ich nenne das gemeingefährliche Dummheit.
Mama, ich bitte dich, wenn du dich schon nicht engagieren willst, dann unterstütz diese Ignoranz nicht auch noch.“

Ein vernichtender Blick vor dem theatralischen Abgang.

„DENKT DOCH MAL NACH! Ein einziges Mal!“

Es hatte sich längst schon abgezeichnet, dass das rebellische Kind bald eigene Wege gehen würde. Sie hatten ein letztes Mal gemeinsam verreisen wollen und hätten ihr gern etwas Besonderes geboten. Ganz so dicke hatten sie es nicht, finanziell gesehen, und sie liebten das Meer im Süden. Alle drei. Eigentlich.

Sie verzichteten.

300 Wörter

 

2018 39+40 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung: ichmeinerselbst

 

Für die abc.etüden, Woche 39/40.2018: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Anna-Lena und lauten: Kreuzfahrt, gemeingefährlich, stelzen.

Das ist die Sache mit dem ersten Gedanken. Ich habe ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen: Wie kann man dort jetzt Urlaub machen, wo andere sterben? Und was sagt das über uns (als Gesellschaft/jeden Einzelnen) aus, diese Tatsache zu ignorieren? So einseitig wie diese Sicht auch sein mag, diese Etüde musste geschrieben werden. Ich habe keine Antworten.

 

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Vom Herbstanfang und der Zeit

 

Ende

Verträumt und müde wie ein Schmetterling im September taumelt der Sommer das Gelände entlang. Altweiberfäden wirren sich um seine zerrissenen Flügel und die Blumen, die noch blühen, haben keinen Honig mehr.

Am Hochwald drüben, hinter dem die Sonne glutet, lauert die Nacht, gleich einer großen Spinne, und wie ein engmaschiges Netz hängt sie die Dämmerung vor das verflackernde Abendrot, nach dem der Schmetterling seinen Flug nimmt.

(Cäsar Flaischlen, Ende, in: Lieder und Tagebuchblätter, aus: Von Alltag und Sonne, 1897, Online-Quelle)

 

Herbsthauch

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.

(Friedrich Rückert, Herbsthauch, in: Viertes Buch. Haus und Jahr, aus: Lyrische Gedichte, 1898, Online-Quelle)

 

Dienstag abends kamen wir mit der Post (aus Hamburg: Mozart ‚Zauberflöte‘, Kunsthalle) wieder in Worpswede an. Schöne, stille Sternennacht, festlich und gut zur Heimkehr. Da entschloß ich mich, in Worpswede zu bleiben. Jetzt schon fühle ich wie mit jedem Tage die Einsamkeit wächst, wie dieses Land, verlassen von Farben und Schatten, immer größer wird, immer breiter und immer mehr Hintergrund für bewegte Bäume im Sturm. Ich will in diesem Sturm bleiben und alle Schauer fühlen dieses großen Ergriffenseins. Ich will Herbst haben. Ich will mich mit Winter bedecken und will mit keiner Farbe mich verraten. Ich will einschneien um eines kommenden Frühlings willen, damit, was in mir keimt, nicht zu früh aus den Furchen steige.

(Rainer Maria Rilke, Tagebücher, 27.09.1900, Online-Quelle)

 

Sonnenuntergang | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Kommt gut in die erste Herbstwoche!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 39.40.18 | Wortspende von visitenkartemyblog

Na, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, war das nicht ein gelungener Auftakt zu den Etüden im neuen Gewand? Vielen Dank für die freundlichen Rückmeldungen, ich bin so glücklich, dass ihr alle dabei seid – und, äh, zwei Wochen = zwei Etüden? Hmmmmmmmmm?
Erzählt es ruhig weiter, ich/die Etüden-Verrückten freue/n mich/sich über jede und jeden Schreiber*in, der/die Lust hat, sich von den Etüden herausfordern zu lassen. Und nicht zu vergessen die Wiedereinsteiger bzw. die, die überlegen, ob sie sollen/wollen. Macht doch, 300 Wörter fühlen sich ganz anders an als 10 Sätze! Myriade und ich haben uns (zum Beispiel) sogar von den reinen Geschichten zu Betrachtungen hinbewegt, auch das ein spannendes neues Feld, und unser Running Gag, Anton, Frau Flumsels Zombiekatze, ist auch wieder unter den, äh, Lebenden *hust*.

Hier kommt eine kurze Übersicht derer, die in den letzten beiden Wochen mitgemacht haben. Ich habe (hoffentlich) alles drin, was bis zum Erscheinen dieses Beitrags aufgelaufen ist.

dergl auf Die Tinterkleckse sehen aus wie Vögel: hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
Berta auf Zuhause im Drei-Kronen-Land Schweden: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier
Werner Kastens hier in den Kommentaren: hier, hier und hier
Frau Flumsel auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Frau Vro auf vro jongliert: hier
Anne Seltmann auf Wortperlen: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier und hier
Isabel auf Wortverzauberte: hier

15 Leute (plus ich) haben insgesamt 23 Etüden geschrieben! Vielen Dank dafür!
Und jeeeeeeetzt *TUSCH* *TROMMELWIRBEL*:

Die Wörter für die Textwochen 39 und 40 des Jahres 2018 stammen aus der Feder von Anna-Lena von Meine literarische Visitenkarte und lauten:

Kreuzfahrt
gemeingefährlich
stelzen.

 

UPDATE: Ich bin so blöde, verdammt! dergl, Entschuldigung, ich habe es echt schon wieder vergessen, dass du mit WASSER-Wörtern eigentlich nicht kannst. Wenn es bei „Kreuzfahrt“ wieder zuschlägt, würdest du dir bitte ein Wort aus dem Umfeld suchen, gern auch irgendwas mit der Seebrücke, das du stattdessen verwenden kannst? Ich könnte mich echt schlagen. Tut mir leid.

Neuer Etüden-Disclaimer: Die neue Headline heißt: 3 Begriffe in maximal! 300 Wörtern.
Wenn jemand nicht weiß, wie er/sie die Wörter gezählt bekommt, bitte melden!
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin (immerhin, das ist geblieben) und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.
Die Illustrationen unterliegen meinem Copyright und ich behalte mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Oh, und die nächsten Wörter gibt es am 7. Oktober. Euch viel Spaß und zwei inspirierte Wochen!

 

2018 39+40 | 365tageasatzaday

 

2018 39+40 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, hier und hier, Bearbeitung von mir

 

Begegnung | (abc.etüden)

Ich wollte IHN in persona sehen oder besser hören. Nein, nein, das ist nicht das Ende – oder der Anfang – einer Lovestory, das ist der Grund, warum ich aufbrach, um dem kanadischen Schriftsteller Michael Ondaatje bei der Vorstellung seines neuen Buches „Kriegslicht“ zu begegnen. Klar kenne ich ihn aus Fernsehen und Internet, lange schon. Alles nicht damit zu vergleichen, dieses Timbre live zu hören.

Die Veranstaltung erwies sich als eine Mischung aus Interview (viel) und Lesung (wenig). Ondaatje beherrschte die Szene auf sehr zurückhaltende, souveräne Art. Für meinen Geschmack hätte er länger lesen dürfen, ich werde nicht müde, ihm zuzuhören, er weiß, was er da tut. Auch das Interview mochte ich: Gute Interviews sind eine Kunst, aber hierbei war kein Fremdschämen nötig, beide hatten größtenteils ihren Spaß, denke ich. Ondaatje performte nicht für die vollen Ränge, er konzentrierte sich auf seinen Gesprächspartner (gleichzeitig Moderator, Interviewer und Dolmetscher) und spielte mit. Und immer diese wachen Augen und dieses verschmitzte Lächeln in dem zauseligen Charakterkopf. Natürlich verflog die angesetzte Zeit im Nu.

Last but not least die ersehnte Signieraktion. Der Mann ist schnell, seine Unterschrift wenig mehr als eine schwungvolle Linie. Irgendwann stand ich am Kopf der Schlange, er sah freundlich zu mir und dem frisch erstandenen Buch auf und murmelte mir ein „For you?“ zu, ich bestätigte das erstaunt, er kritzelte, wir lächelten einander an, ich bedankte mich und zog glücklich mit meinem veredelten Buch von dannen.

Seitdem lese und schwelge ich und bin verzückt, wieder mal. Ach, dieses lyrisch anmutende Verschwenden von überbordenden, die Sinne berührenden Bildern, ein sorgfältig hingetupfter Flickenteppich, den man auf jeder Seite immer wieder neu entrollen kann. Dieses Innehalten, Sich-Wundern, Beglückt-schön-Finden. In jeder Szene freue ich mich schon neugierig und verzaubert auf die nächste; Pageturner im anderen Sinne, fürwahr eine hohe Kunst. Wie ich seine Bücher liebe.

300 Wörter

Die Veranstaltung fand am 11. September im Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg statt. Ondaatje hat am 12. September Geburtstag, er wurde 75. Hier mehr Infos zum Abend und zum Nachhören. Da gibt es auch ein paar anständige Bilder, auf dem Bild vom Publikum bin ich übrigens auch drauf, wie ich festgestellt habe. Ach, war schön.

Mehr Infos zu Ondaatje gibt es auch auf seiner Seite seines deutschen Verlags, dem Hanser-Verlag.

Nebenbei, fast hätte ich es vergessen, ist dies auch noch ein Beitrag für die abc.etüden, Woche 37/38.2018: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die zu verbauenden Worte stammen dieses Mal von mir und lauten: Kunst, müde, verschwenden.

 

Ondaatje "Kriegslicht" Signatur | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Von Tag und Nacht und Herbstwillkommen

 

Keine Wolke stille hält

Keine Wolke stille hält,
Wolken fliehn wie weiße Reiher;
keinen Weg kennt ihre Welt,
und der Wind, der ist ihr Freier.

Wind, der singt von fernen Meilen,
springt und kann die Lust nicht lassen,
einer Landstraß‘ nachzueilen,
Menschen um den Hals zu fassen.

Und das Herz singt auf zum Reigen,
schweigen kann nicht mehr die Brust;
Menschen werden wie die Geigen,
Geigen singen unbewusst.

(Max Dauthendey, Keine Wolke stille hält, aus: Der brennende Kalender, 1905, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 226)

 

Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln,
fühl ich, wird mein Auge heller;
schon versucht ein Stern zu funkeln,
und die Grillen wispern schneller.

Jeder Laut wird bilderreicher,
das Gewohnte sonderbarer,
hinterm Wald der Himmel bleicher,
jeder Wipfel hebt sich klarer.

Und du merkst es nicht im Schreiten,
wie das Licht verhundertfältigt
sich entringt den Dunkelheiten,
plötzlich stehst du überwältigt.

(Richard Dehmel, Manche Nacht, aus: Weib und Welt, Berlin 1896, S. 25–26, Online-Quelle)

 

Septembertag

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit …

(Christian Morgenstern, Septembertag, aus: Und aber ründet sich ein Kranz, 1902, Online-Quelle)

 

Unterwegs am Teich | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

Schöpfung | abc.etüden

Die Muse ist keine sanfte Geliebte. Jedenfalls ihre nicht, sie springt sie nächtens an und bezwingt sie, verbeißt sich in sie, bis sie gequält zum Stift greift, wie von Sinnen Sätze aufs Papier schleudert, die Idee verfolgt und vorantreibt und sich dem Rausch mit seiner inneren Logik hingibt. Im Licht des Morgens starrt sie dann auf das Ergebnis: Manchmal erkennt sie es, manchmal nicht. Nur der Einfluss der Wilden macht daraus Kunst, ihren Kuss versucht sie zu locken, bis sie in den durchwachten Stunden über sich hinauswächst und später nicht mehr so recht weiß, woher das stammt, was da steht.
Kurzfristig verschmolzen. Mit wem? War ich das? Keine Antwort.

Hinterher ist sie erschöpft, wieder allein, zutiefst müde. Aber sie ist gut, diese Mattigkeit, sie fühlt sich richtig an. Sie hat das Ihre großzügig verschwendet und ist selbst zum Gefäß geworden. Hat aufs Neue Himmel und Erde erschaffen und ihnen ihre Namen gegeben. Und dann ruht sie.

 

2018_37+38_1_250 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung: ich

 

Für die abc.etüden, Woche 37/38.2018: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von mir und lauten: Kunst, müde, verschwenden.

Na, die ist mal kurz, alles, was recht ist. Ich habe zur Sicherheit nachgezählt, ob ich über 10 Sätze hinaus bin – geübt ist geübt – ja, bin ich. Ach, diese Freude, Zweiwortsätze schreiben zu dürfen. Aber irgendwie … sehr interessantes Ergebnis des Experiments, das da oben.

 

Vom Frühherbst und der Liebe

 

Der Zaubergarten

Herbstnebel dampft.
Aber ich stehe in meinem Zaubergarten.

Auf den mattbesonnten Terrassen
knien die Schleppenträger des Sommers.
Leichtbewegliche Pagen,
purpurn, prangend.

Bald wird die Nacht ihre seidnen Kehlen zerdrücken.

Aber wer wird trauern,
wenn Gottes Nachtigallen
in Rauhreif und blindem Strauchwerk wohnen.

Sie singen.
Oh, wie sie singen!
Tausendfarbig sprüht der wolkige Morgen auf.
Alle Goldaugen spiegeln sich ein in mein Herz.

O Himmelsbürde!
Gott, wie beschenkst Du mich!

Ich stehe im Himmel Deiner Liebe.

(Frida Bettingen, Der Zaubergarten, aus: Gedichte, 1922. Online-Quelle)

 

Herbstblumen.

In des Herbstes weicher Luft
Hab’ ich dir den Strauß gepflückt,
Auf der Schöpfung stiller Gruft
Noch mit Farben bunt geschmückt.

Alle Farben sind hier, schau,
Wie sie nur der Frühling bot,
Violet, gelb, weiß und blau,
Nur kein brennend-heißes Roth.

Mit der Sommerlüfte Glühn
Ist erloschen Rosenbrand,
Aber blassre Blumen blühn
Schön noch an des Lebens Rand.

(Friedrich Rückert, Herbstblumen, aus: Gedichte, 1841, Online-Quelle)

 

Die Tage lassen keine Spur

O Regen sag, Du kommst so hoch daher,
Ist droben auch der Tag spurlos und leer?

Du fällst zum Fluß und schwimmst zum Meer,
Glaubst, Du enteilst dem Leid und suchst Genuß?

O wüßten alle nur, was doch ein jeder wissen muß:
Die Tage lassen keine Spur, so wenig wie der Regen auf dem Fluß, –
Die Liebe nur.

(Max Dauthendey, Die Tage lassen keine Spur, aus: Weltspuk, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 378/379)

 

Treibende Blätter | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

Relaunch: Schreibeinladung für die Textwochen 37.38.18 | Wortspende von Irgendwas ist immer

Es geht wieder los, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, es ist viel passiert in der Sommerpause und nicht alles ist fröhlich. Lasst es mich zusammenstellen:

1. Nach Absprache mit euch habe ich den Modus geändert. Zumindest bis zum Ende des Jahres kommen die neuen Wörter jetzt alle zwei Wochen, und ich werde an dieser Stelle jeweils ansagen, wann der nächste Termin ist. Nächster Termin also: 23.09.2018.

2. Nach Absprache mit euch spielen/schreiben wir ab jetzt mit einer maximalen Wortanzahl. Soll heißen, ihr zählt jetzt nicht mehr Sätze, ihr zählt Wörter. (Und zwar, für die, die es genau wissen wollen: Wörter im TEXT. Soll heißen, die Überschrift zählt nicht mit.) Die Abstimmung ist mit einer sehr deutlichen Mehrheit (300 Wörter: 8 (inkl. dergl in den Kommentaren), 250 Wörter: 4, 200 Wörter: 4; Stand 08.09.2018) zugunsten einer maximalen Anzahl von 300 Wörtern ausgegangen. Ich räume ein, dass auch ich für die 300 Wörter war und mich freue, endlich mal wieder Ein-Wort- oder Zwei-Wort-Sätze verbraten zu können, ohne innerlich zu fluchen.

3. MAXIMAL heißt ja nicht, dass ihr immer bis an die Grenze gehen müsst. Da wir jetzt im Zwei-Wochen-Rhythmus sind, könnte ich mir durchaus vorstellen, in der einen Woche eine „lange“ Etüde zu schreiben und in der anderen eine „kurze“. Es gibt für alle, die lieber mit 250 Wörtern spielen/schreiben würden, passende Illustrationen, siehe unten. Wenn ihr auch noch 200er haben wollt, sagt Bescheid, es war mir heute einfach zu viel Aufwand.

4. Denn Ludwig, unser Etüdenerfinder und Illustrator, hat (zum wiederholten Mal) aufgrund seines Stalkers seinen Blog gelöscht. Damit ging einher, dass er mir die Mitarbeit an den Etüden (zumindest vorläufig) aufgekündigt hat, weil er zurzeit einfach keine Lust auf Internet im Allgemeinen und die Bloglandschaft im Besonderen habe. Mir ist das passende Wort dafür eingefallen: Kollateralschaden. Ich mache also aus meinem Herzen eine MÖRDERGRUBE und verschone euch damit, was ich von dieser Sache halte; wie ich anderswo zu anderer Gelegenheit schon mal schrieb, ist öffentliches Emotionen-Hochkochen selten von Vorteil.
Beklagenswerterweise bedeutet das demnach, dass ihr mit meinen Illustrationen vorliebnehmen müsst. Nein, ich meine damit nicht, dass ich nicht irgendwie mit Photoshop umgehen könnte, natürlich kann man die Dinger ansehen, ohne schreiend wegzulaufen. Ich liebe an Ludwigs Illustrationen extrem, dass aus ihnen sein eigener schräger, unabhängiger, kreativer Künstlergeist spricht, der sogar verlaufene Farbe oder Hingekritzeltes, was bei mir wie ein Unfall aussehen würde (und wohl auch wäre), zu Absicht und damit zu einem Hingucker erhebt. Weil er’s kann. Kunst eben. Und daher, weil ich finde, dass seine Arbeiten meinen Blog und speziell die Etüden so unendlich bereichern, werde ich ihn geduldig weiter nerven, die Illus wieder aufzunehmen. Irgendwann. Versprochen.

5. Lange Vorrede. Kommen wir also nun endlich zu den neuen Wörtern für die Textwochen 37 und 38 des Jahres 2018, die dieses Mal, wie eigentlich immer am Anfang einer „Saison“, von mir (oder Ludwig) gespendet werden. Also, dies sind meine Wörter:

Kunst
müde
verschwenden.

Neuer Etüden-Disclaimer: Die neue Headline heißt: 3 Begriffe in maximal! 300 Wörtern.
Wenn jemand Hilfe beim Zählen braucht, meldet euch, man kann in jedem Schreibprogramm Wörter zählen lassen, und auch WordPress zählt die Wörter eines Beitrags automatisch, ich helfe euch gern dabei, das herauszufinden, wenn ihr nicht wisst, wo es steht (wobei ich mich mit der WP-App nicht auskenne).
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin (immerhin, das ist geblieben) und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

Die Illustrationen unterliegen meinem Copyright und ich behalte mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

 

2018_37+38_1_300 | 365tageasatzaday

 

2018_37+38_1_250 | 365tageasatzaday

 

2018_37+38_2_300 | 365tageasatzaday

 

2018_37+38_2_250 | 365tageasatzadayQuelle: beide Originale von Pixabay, hier und hier, Bearbeitung: ich

 

Aller guten Dinge sind vier!

Letzte Woche hatte mein Blog Geburtstag (und ich war gerade anderweitig schwer beschäftigt). Das ist zwar, wie ich jedes Jahr aufs Neue sage, DIE Gelegenheit, meinen Blog und mich mit Glitzer zu beschmeißen, zu verkünden, wie glücklich und zufrieden ich mit allem bin und knietief im Sternenstaub zu waten, in der Regel klappt es bloß nicht so ganz. Ich bin misstrauisch gegenüber Zuckerwatte, vor allem, wenn ich sie selbst produziere.

Tatsache ist, dass ich im letzten Blogjahr gefühlt eigentlich nichts anderes gemacht habe, als das Etüdenprojekt zu hätscheln betreuen (danke, Ludwig, immer noch, immer wieder), selbst Etüden zu schreiben und montags die Woche mit ein paar Gedichten einzuläuten. Da mein eigener Stresspegel ziemlich hoch war und ist, reicht mir das völlig an Aufwand, aber ganz glücklich bin ich doch nicht damit. Hm.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich etwas Besonderes auf meinem Blog zum Bloggeburtstag veranstalte. Und dann fiel mir Folgendes ein: Es gibt irgendeinen Award, der unter anderem dazu auffordert, seine „besten“ Bei-/Einträge aufzulisten. Kann ich nicht. Will ich nicht. Was soll das sein, meine „besten“ Einträge, wer bewertet das? Ich habe Schwierigkeiten mit dem Wort.
Was ich aber kann, ist, euch meine LIEBSTEN Geschichten zu präsentieren und euch lesen zu schicken. Also, holt euch einen Kaffee/Tee/Kakao/WasAuchImmer, bevor wir starten, es wird länger.

***

Wenn ich durchsehe, worüber ich so schreibe, dann sehe ich, dass ich einen Hang zu Geschichten habe, die zwar nicht immer positiv/versöhnlich ausgehen, aber doch meist die Kurve zum Hoffnungsvollen bekommen. Definiert man so einen Optimisten? It ain’t over till it’s over? (Bin ich einfach nur naiv?) Eigentlich ist es mir egal, ich glaube nicht, dass ich mich noch ändern werde, ich will es nicht.
Dann gibt es die Geschichten, wo ich an der Grenze zum Mystischen/Magischen/Fantasy kratze oder sie überschreite, und das, ihr Lieben, sind mir eigentlich die liebsten.

In diese Kategorie gehört eine frühe Geschichte, in der ein Mensch einem Zwerg aus der Klemme hilft und dafür einen Wunsch frei hat: Klappspatens Verwandlung. In einer anderen sitzt Tine im Treppenhaus und weiß weder so genau, wie sie dort hingekommen ist, noch woher ihre Verletzungen rühren: Tragischer Unfall am Weiher. Kurz und knackig waren dagegen meine beide Etüden von einer Meerjungfrau, die in einem Aquarium festsitzt: Alles Fake! (1) und Sirenengesänge (2). Was habe ich beim Zusammenfabulieren Spaß gehabt! Ganz frisch ist die Irgendwie-schon-auch-Liebesgeschichte vom gar nicht wilden Wassermann und der schönen Lilofee, die sich schon beim Schreiben in mein Herz geschlichen hat: Dylan und Lilo. Fast ein Wassermärchen.

Da wir gerade bei „Herz“ sind, möchte ich wieder ins rein Irdische wechseln und stellvertretend nur eine laaaaange Geschichte aufführen, die mir letztes Jahr den Sommer versüßt hat: Der Wassermaler (I) und Der Wassermaler (II).

Nun wird’s kurz: Katastrophenalarm, ein Brief eines Mädchens aus dem Urlaub an die BFF; Rausch handelt vom ultimativen Kick; Sternenwanderer, eine Geschichte, bei der es mich überläuft, warum auch immer; Wie viel? – eine Etüde, in der es nicht um das geht, worum es scheint.

Zum Schluss die Etüden-Trilogie von einem, den ich nicht kennen möchte: Nach Hause (1), Stay tuned (2) und THE END (3).

Wie, kein Fellträger? Na ja, in den meisten Geschichten, in denen er auftaucht, beruht der Witz darin, dass er sich erst im letzten Satz sozusagen zu erkennen gibt. Führe ich die also hier auf? Nein. Aber ich hoffe immer noch, dass sich die Gelegenheit ergibt, die Geschehnisse um eine gewisse rotäugige Zombiekatze (hallo Anton, hallo Frau Flumsel) noch mal aufzugreifen. Hat den eigentlich einer mal wieder gesehen?

***

Bliebe noch zu sagen, dass in diesem letzten Blogjahr meine Followerzahl bis auf um die 600 angestiegen ist, je nachdem, ob man die Mail-Follower mitzählt: Ich tue es, WordPress manchmal ja, manchmal nicht. Wie auch immer, ihr, die ihr dies lest und KEINE Etüden schreibt und/oder bisher nicht kommentiert habt: Herzlich willkommen auf meinem Blog, ich hoffe, ihr mögt es hier!
Ferner ist dies hier der 858. Beitrag, vor einem Jahr zum Bloggeburtstag war es der 674., und ich habe die unglaubliche Zahl von 26.800 Kommentaren überschritten (letztes Jahr über 18.500), und ja, ich weiß, ich habe bestimmt die Hälfte selbst geschrieben. Na und?! Ja, ich würde sagen, wenn ich mir die Zahlen so ansehe, muss ich einräumen, ich habe wohl einen lebendigen Blog.

Das hätte ich mir vor vier Jahren echt nicht träumen lassen, dass dieser Entschluss mein Leben so bereichern würde. Mein Dank und mein Gruß geht daher an alle von euch, die zum Teil schon seit mehreren Jahren meine „Online-Familie“ bilden (bitte, ich sehe das mit seinen Möglichkeiten und Grenzen durchaus auch kritisch, dennoch bedeutet es mir viel), und ganz besonders an die, die ich (quer durchs Land) inzwischen persönlich kennenlernen durfte. Ich danke euch. Gerne mehr davon! Wir sehen, hören und lesen uns!

 

Pusteblume | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Von der Nacht und dem Fernsein

 

Unterwegs

Vor meinem Lager liegt der helle
Mondschein auf der Diele.
Mir war, als fiele
auf die Schwelle
das Frühlicht schon;
mein Auge zweifelt noch.

Und ich hebe mein Haupt und sehe,
sehe den fremden Mond
in seiner Höhe
glänzen. Und ich senke,
senke mein Haupt und denke
an meine Heimat.

(Richard Dehmel, Unterwegs, Online-Quelle)

 

Wir wollen, wenn es wieder Mondnacht wird

Wir wollen, wenn es wieder Mondnacht wird,
die Traurigkeit zu großer Stadt vergessen
und hingehn und uns an das Gitter pressen,
das von dem versagten Garten trennt.

Wer kennt ihn jetzt, der ihn am Tage traf:
mit Kindern, lichten Kleidern, Sommerhüten, –
wer kennt ihn so: allein mit seinen Blüten,
die Teiche offen, liegend ohne Schlaf.

Figuren, welche stumm im Dunkel stehn,
scheinen sich leise aufzurichten,
und steinerner und stiller sind die lichten
Gestalten an dem Eingang der Alleen.

Die Wege liegen gleich entwirrten Strähnen
nebeneinander, ruhig, eines Zieles.
Der Mond ist zu den Wiesen unterwegs;
den Blumen fließt der Duft herab wie Tränen.
Über den heimgefallenen Fontänen
stehn noch die kühlen Spuren ihres Spieles
in nächtiger Luft.

(Rainer Maria Rilke, Wir wollen, wenn es wieder Mondnacht wird, aus: Mir zur Feier/Engellieder, Online-Quelle)

 

Wenn ich in Nächten wandre

Wenn ich in Nächten wandre
Ein Stern wie viele andre,
So folgen meiner Reise
Die goldnen Brüder leise.

Der erste sagts dem zweiten,
Mich zärtlich zu geleiten,
Der zweite sagts den vielen,
Mich strahlend zu umspielen.

So schreit ich im Gewimmel
Der Sterne durch den Himmel.
Ich lächle, leuchte, wandre
Ein Stern wie viele andre.

(Klabund, Wenn ich in Nächten wandre, Online-Quelle)

 

Park bei Nacht | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

Etüdengedöns mit Umfrage

Ihr Lieben, es war eigentlich keine große Überraschung, dass sich die Mehrheit von euch dafür entschieden hat, zu einer festgelegten Wortanzahl bei den Etüden zu wechseln. Dennoch hat es mich überrascht, dass von 18 Leuten nur 4 explizit gesagt haben, dass ihnen die Variante mit den Sätzen lieber ist. Damit haben wir die von Bernd angeregte Dreiviertelmehrheit für eine Änderung auf eine feste Wortanzahl. Jau! Tusch! Kamelle!
Ihr Lieben, die ihr für die 10 Sätze gestimmt habt, tragt ihr das mit? Frau Vro, dergl, was die zurzeit aktiven Schreiberinnen angeht, Petra, Mrs Postman? Ich habe die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben, dass ihr wieder einsteigen mögt. Falls ihr es völlig blöd findet, könnte ich anbieten, dass wir das zum Jahresende noch mal neu verhandeln (siehe auch unten).

Ihr wisst alle, dass WordPress (PC) unten links oder unten rechts die „Anzahl Wörter im Text“ anzeigt, sodass wirklich NIEMAND von Hand zählen muss? Möchte es jemand erklärt bekommen? Und ja, DIE ÜBERSCHRIFT ZÄHLT NICHT MIT! Auch bei Word gibt es eine Wörterzählfunktion, bei allen Schreibprogrammen gibt es die, soweit ich weiß. Was ich nicht weiß, ist, ob man die Wörteranzahl eines Textes auch in der App angezeigt bekommt, weil ich nie über die App schreibe. Kann das bitte mal eine*r von euch bestätigen?

Wortanzahl: Okay, wie viele Wörter sollen es denn sein? Schaut doch eure letzten Etüden mal durch. Ich habe festgestellt, dass bei mir SEHR wenige Etüden über 300 und unter 200 Wörtern sind (und habe Ähnliches auch schon von anderen gehört), also würde ich vorschlagen, dass wir über 200, 250 und 300 Wörter abstimmen. Ich wollte schon immer mal ausprobieren, wie das mit einer Umfrage geht (siehe unten, Mistding), aber es wäre mir sehr lieb, wenn ihr, die ihr mitschreibt und mitüberlegt habt, euch in den Kommentaren äußern könntet, ich weiß ja nicht, wer alles klickt, und ich möchte das nicht über eure Köpfe entscheiden.
(Kennt sich jemand von euch mit Polldaddy aus? Der klägliche Link ist definitiv NICHT, was ich möchte. Wofür kann ich mir eine Optik für die Umfrage aussuchen, wenn ich dann nur weitergeleitet werde? Ich glaube, ich mache was falsch. Und nee, wenn ich den WP-Shortcode einfüge, passiert einfach nichts. Schon die Vorschau geht nicht.)

Wortanzahl für die Etüden
(Polls)

Etüdenrhythmus: Mir wäre es zurzeit lieb, wenn ich ein bisschen mehr Zeit für mich haben könnte. Daher möchte ich gern den zweiwöchigen Rhythmus mal ausprobieren. Und zwar (hallo Elke!) erst mal bis zum Jahresende, dann sehen wir weiter. Das sind tatsächlich nur 8 Termine bis Weihnachten. Ob die Etüden zwischen den Jahren ruhen (der Termin wäre am 30.12.), weiß ich noch nicht.

Wortspender: Wie komme ich also nun an die Wortspender für die 8 Termine? Der erste Termin, der 9. September, den losen Ludwig und ich unter uns aus, wir eröffnen die „Saison“ ja immer. Die anderen 7 Termine möchte ich in Zeiten der DSGVO wie folgt vergeben.
Ich habe von folgenden aktiven Wortspender*innen der letzten Saison die Mailadressen und sie damit in meiner „Wortspenderdatei“: Anna-Lena, Bernd, dergl, Elke, Gerda, Myriade, m.mama, Natalie, Frau Flumsel, Frau Vro, Viola, Werner, Yvonne. (Wenn ihr nicht mehr wollt, bitte melden!)
Wer sonst von den aktiven Schreiber*innen noch Wörter spenden möchte, der/die vermerke das bis Mittwochabend bitte in den Kommentaren, damit habe ich dann die Mailadresse. Dann mache ich Donnerstag für alle kleine Zettelchen, stecke sie in Ü-Eier (nein, ich habe das Drumherum nicht gegessen!) und lasse den Fellträger ziehen. Er freut sich schon. Und die Gezogenen schreibe ich dann an. Sollte wer nicht innerhalb 3 Tagen geantwortet haben, ziehe/nominiere ich nach.

Ich bin sicher, das wird eine überraschende Runde bis zum Jahresende!

 

Fellträger mit Ü-Eiern | 365tageasatzaday