Alltag | Dezember

Letztes Wochenende war es wieder so weit: Ulli rief dazu auf, Einblicke in unseren Alltag zu zeigen. Sie lädt ein, „… einmal im Monat, ein Jahr lang, jeweils zum ersten Wochenende eines Monats, ein Bild, einen Text, ein Musikstück mit dem Thema „Alltag“ vorzustellen.“

 

Quelle: Ulli Gau

 

Ich habe lange überlegt, was ich dieses Mal zeigen wollte, und mich dann für meine neueste Lieblingsbeschäftigung entschieden: Apfelbrot backen. Gehört momentan als Genussfaktor zum Alltag. Ich bin nämlich eher kein vorweihnachtlicher Plätzchenbäcker, ich bin eigentlich sogar ein ziemlicher Selten-Bäcker, aber ich habe zu dieser Jahreszeit verstärkt das Bedürfnis nach etwas Simplem, Selbstgemachtem. Apfelbrot also, ich liebe Äpfel. Und wenn es aufgegessen ist, backe ich neu.

 

Apfelbrot

 

750 g Äpfel (geschält und geputzt, möglichst sauer, ich: Boskoop)
200 g Zucker
(ich: normaler Kristallzucker)
200 g Rosinen
(ich: Sultaninen)
200 g Mandeln, gemahlen
(ich: gemahlen gekauft)
500 g Mehl
(ich: ordinäres Typ-403-Weizenmehl)
1 Pck. Backpulver
2 EL Kakao

1 TL Zimt
(gemahlen)
1 Messerspitze Nelken
(gemahlen)
1–2 EL Rum
(gelingt auch ohne)

 

Vorbereiten: Äpfel schälen und raspeln (siehe Bild), ich nehme dafür eine grobe Haushaltsreibe. Mit dem Zucker bedeckt etwa 3 Stunden stehen lassen, um Saft zu ziehen. (Wichtig! Zeit unbedingt einhalten! Es gibt Rezepte, da werden ungeschälte Äpfel verwendet und die Ruhezeit beträgt 12 Std./“über Nacht“. Noch nicht probiert.)

 

Making of Apfelbrot 1 | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Danach vermische ich die „nassen“ und die „trockenen“ Zutaten erst mal getrennt voneinander, also in einer Schüssel Mehl, Backpulver, Kakao, Zimt und Nelken, in der anderen Äpfel, Zucker, Mandeln und Rosinen. Das geschieht nur, damit sich alles wirklich gut mischt, speziell die trockenen Zutaten, schließlich soll das Brot hinterher aufgehen – und wenn die Äpfel dazukommen, braucht man einen Knethaken, dann wird es mühsam. Die Äpfel sollten nach den drei Stunden relativ kräftig Saft gezogen haben, das Mischen der „nassen“ Zutaten daher kein großes Ding sein. Danach füge ich beides zusammen und knete gut durch (Bild unten). So ungefähr sollte es aussehen. Wenn der Teig zu wenig geschmeidig sein sollte, kippe ich den Rum dazu. (Nur für die besondere Note geht natürlich auch.)

 

Making of Apfelbrot 2 | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Backen: Teig in gebutterte Kastenform füllen (Bild) und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (Ober- und Unterhitze!) ca. 60–80 Minuten backen. Das Brot geht noch auf, bleibt aber dennoch relativ kompakt und feucht, das ist der eigentliche Effekt der Äpfel (Bild).
Hier muss man für den eigenen Ofen das goldene Mittelmaß zwischen „zu nass“ und „außen verbrannt“ finden. 60 Minuten ist bei mir die Untergrenze, danach habe ich eine wachsame Nase Richtung Küche. Stäbchenprobe! (Bild)

Je nach Geschmack mit Butter (und z. B. Johannisbeergelee) bestreichen.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Variante: 100 g gemahlene, 100 g blanchierte Mandeln, macht das Aussehen im Teig interessanter; Haselnüsse (gemahlen)

Kalorien: Also, was an Zutaten reingeht, hat Pi mal dicken Daumen 5.000 kcal. Ich bekomme ein Apfelbrot von ca. 1.600 g raus und kann euch nicht sagen, wie viele Scheiben es gibt. Wiegt im Zweifelsfall selbst. 100 g hätten nach dieser Rechnung 312,5 kcal.

Feedback: Es gab bisher keine*n, der/dem mein Apfelbrot nicht geschmeckt hat (man sieht ja, was übrig bleibt), ich habe aber auch schon gehört, dass es „nicht sehr nach Äpfeln schmecken“ würde. Stimmt. Es ist ein Brot; die Äpfel machen den Teig locker und feucht, wer ausgeprägten Apfelgeschmack sucht, sollte über die Herstellung eines Apfelkuchens nachdenken.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Bemerkung: Das Brot steht und fällt (erst mal) mit den Äpfeln. Eher süße Äpfel ziehen viel mehr Saft, eher mürbe zerfallen beim Raspeln, die Konsistenz bildet sich hinterher im Teig deutlich ab. Bei den beiden oberen Bildern ist das erste von der heutigen Partie (mit Boskoop; zu früh angeschnitten, war noch heiß, ich denke, wenn es durchgekühlt gewesen wäre, wäre das anders gewesen, aber was solls, im Winter sind die Tage kurz), das andere (mit der angeschnittenen Scheibe) von der davor, da hatte ich als Äpfel Red Jonaprince ausprobiert. Beide Apfelbrote sind übrigens mit Haselnüssen gemacht, und heute habe ich noch ein halbes Päckchen Lebkuchengewürz zusätzlich verbacken. Geschmackstest steht noch aus, da ich aber Zimtfan bin, fürchte ich mich nicht.

Ich wäre neugierig auf eure Erfahrungen, ich bin sicher, dass ihr zum Teil mit anderem Mehl und mit anderem Zucker backen werdet – und vielleicht hat ja auch eine*r was zum Über-Nacht-mit-Schale-ziehen-lassen zu sagen. Das Rezept habe ich übrigens ursprünglich hier gefunden, und es hat ziemlich lange gedauert, bis ich raushatte, dass man die Temperaturangabe NICHT für Umluft halten sollte.