Für die Vielfalt

Vor zwanzig Jahren hab ich es schon mitgesungen bzw. mitgesprochen, heute ist es aktueller denn je. Es gibt aktuell ein Cover des Liedes von Konstantin Wecker, „Sage Nein!“, durch den Dresdner Musiker Ezé Wendtoin.

 

 

Nein, das heißt nicht, dass ich unkritisch sofort alles gut finde, was aus einer bestimmten Ecke kommt. Meine Überzeugung ist lediglich, dass man Ars…her nicht automatisch an ihrer Hautfarbe, ihrem Glauben, ihrem Sexualverhalten, ihren Essensgewohnheiten oder … (sucht euch was aus) erkennt. Ich glaube letzten Endes an die Verantwortung und an die Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen (ob hier geboren oder nicht), ob er „Fremdes“/“Abweichendes“ als Bedrohung oder als Bereicherung ansieht.

Wir müssen alle miteinander leben, wir haben nur diese Welt. Verstehen wollen hilft. Veränderungen zulassen hilft. Sich auseinandersetzen hilft.
(Und wer dazu beiträgt, Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen, muss sich fragen lassen, was er davon hat. Unser System ist kapitalistisch, also muss eine wichtige Frage sein, um zu verstehen: Wer hat was davon? Wo/wie/warum fließt das Geld, und an wen?)

Hier wird über Ezé Wendtoin und den Song berichtet (Dresdner Zeitung). Gefunden bei Red Skies over Paradise, ich hätte rebloggt, wenn es gegangen wäre. Für alle Fälle (man weiß ja nie) weise ich darauf hin, dass ich auf meinem Blog Kommentare moderiere.

Kommt gut ins Wochenende!

 

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41 Kommentare zu “Für die Vielfalt

      • Kurzes Einmischen: WP spinnt tatsächlich mal wieder. Eine zugelassene Person auf den Fädenrissen wurde letztens auch vom System rausgekickt und ich musste die Tür nochmal öffnen. Wenn so etwas passiert, halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass WP Bernd seine Buttons zerschossen haben könnte, so dass er manuell zurückstellen musste.

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      • Die Rebloggen-Funktion ist eine der wesentlichen Funktionen von wordpress. Der Button kann zwar auf der Webseite entfernt werden, nicht aber im Reader (hier heißt er „Teilen“). Mit der Nutzung von wordpress haben wir die Allgemeinen Geschäftsbedingungen anerkannt und haben die Rechte unserer Beiträge innerhalb von wordpress an wordpress abgetreten. WordPress möchte, dass rebloggt wird. Lediglich das Teilen außerhalb von wordpress können wir untersagen. Anders sieht es bei selbst gehosteten Blogs aus. Liebe Grüße, Bernd

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        • Einspruch. Entschuldigung, nein, ich hab gerade bei mir beim letzten Beitrag geschaut. Ich unterdrücke das Rebloggen (der Button ist deaktiviert), das geht auch im Reader nicht, und „Teilen“ kann ich nur bei zwei Diensten. Die allerdings habe ich meines Wissens nirgendwo bewusst ausgewählt, kann sein, dass das von WP kommt, denn, wie du sagst, WP möchte, dass sich die Inhalte verbreiten lassen.

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        • Tricky von wp ist, den Button dort anders zu benennen. Aber, wie gesagt, das Rebloggen gehört zu den wesentlichen Funktionen und kann nicht unterbunden und darf nicht untersagt werden (innerhalb wordpress.com). Liebe Grüße, Bernd

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        • Ich lese zwar viel im Reader, reblogge aber selten, deswegen ist mir das vermutlich nicht aufgefallen.
          Ja, ergibt Sinn, dass man es nicht unterdrücken kann, aus WP-Sicht.
          Liebe Grüße, schönes Wochenende an den Rhein!
          Christiane

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    • Die Kluft ist so groß und wird immer größer, liebe Gerda. Es gibt Gesellschaftsblasen, ich nenne sie jetzt mal so, da ist das so und da wird Vielfalt voller Freude und Stolz gelebt. Aber dann gibt es andere, wo du dich schon fürchtest, wenn du mit einem nicht ortsansässigen Autokennzeichen durchfährst. Oder, wie dergl anführt, wo ihr nahegelegt wird, „duschen zu gehen“, was nun wirklich nichts mit Sauberkeit zu tun hat, für alle, die es nicht glauben.
      Ich vermute, dass es auf beiden Seiten mehr werden, ich selbst weiß es nicht. Wahr ist, wie gesagt, dass der Graben zwischen den Blasen tiefer wird – und die Desorientierung.

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      • das klingt ja schlimm, Christiane! Was für faulige Dünste steigen da hoch. Bei uns sind die „Nationalisten“ eine stabille Gruppe von ca 8 % der Bevölkerung, bei den nächsten Wahlen wird der Hauptstoßtrupp (Goldene Morgenröte) wahrscheinlich halbiert, weil eine Konkurrenz am rechten Rand aufgetaucht ist.
        Man sollte auf jeden Fall vermeiden, finde ich, alle, die gegen Multi-Kulti und für die Bewahrung dessen, was sie für ihre eigene Kultur halten, sind, mit den aggressiven Randgruppen gleichzusetzen. Überhaupt ist es problematisch, alle in einen Topf zu werfen – also zB die, die Behinderte diskriminieren, die gegen Lesben und Schwule sind, die muslimische Männer für Vergewaltiger halten, die Antisemiten sind … – das sind ja keine identische Motivationen, und sie treten selten in einer Person gleichzeitig auf!

        Insofern fand ich bei dem Lied bemerkenswert, dass im gleichen Atemzug gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Antisemitismus und gegen aggressives Chauvi-Verhalten Stellung bezogen wird. Das ist in gewisser Weise ein Spagat, denn dass bei Jugendlichen moslemischer Prägung Chauvi-Verhalten und Anti-Semitismus besonders verbreitet sind, ist ja nicht zu leugnen, und Fehden aufgrund unterschiedlicher Volks- und Religionszugehörigkeit gehören zur Tagesordnung (zB zwischen Kurden und Türken, Syrern und Syrern etc).

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        • Viele Leute sind vom Leben überfordert. Wer überfordert ist, sucht einfache Lösungen. Einfache Lösungen sind 1. nicht immer einfach (sondern sehen nur so aus) und sind 2. nicht immer die besten.
          Natürlich ist es problematisch und nur bedingt korrekt, alle in einen Topf zu werfen. Das geht nur, wenn man daran appelliert bzw. appellieren möchte, dass sich jeder an die eigene Nase fasst, das eigene Hirn anschaltet und den Mitmenschen als Mitmenschen leben lässt.
          Wenn aber, was hier immer stärker und häufiger geschieht, die eine Gruppe gegen die andere ausgespielt wird, dann hast du fast keine Chance, denn Hitzköpfe wie auch Leute, die das Spiel nicht durchschauen, wie auch Leute, denen was auch immer (fast egal was) wichtiger ist als Besonnenheit (weil sie daraus Profit irgendeiner Art schlagen), gibt es immer.
          Das ist ein Spiel mit SEHR vielen Variablen.

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  1. Was mir an dem Video besonders gefällt ist, dass durch Raul Krauthausen wir da auch repräsentiert sind. Dass wir „duschen gehen sollen“ traut man sich ja auch wieder sehr offen zu sagen, was aber von vielen Nichtbehinderten gar nicht wahrgenommen wird.

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    • Ja, ich hab mich auch gefreut, als ich ihn gesehen habe. Der Typ, der das Video gemacht hat, hat wirklich bewusst ein Statement in die Welt gesetzt.
      (Ich würde das mit dem Duschen auch nicht wahrnehmen, es dränge gar nicht bis zu mir, wenn du es nicht immer wieder mal (ZU RECHT!) ansprechen würdest.)

      Gefällt 3 Personen

      • Man könnte jetzt sagen, gut bei Raul ist noch dazu, dass er einen Migrationshintergrund hat (ich glaube, ein Elternteil ist aus Chile oder Ecuador und er ist da geboren), also selbst wenn Raul nicht behindert wäre könnte man ihn da hinstellen, weil er zwar deutsch aussieht, aber durchaus sobald er ein Dokument auf seinen vollen Namen irgendwo vorlegt die „Nee, nee. Ausländer, hier nicht.“ -Reaktion bekommen könnte, Raul passt also doppelt gut. Natürlich wäre es schön gewesen wenn da mal ein*e andere*r Aktivist*in für gewonnen worden wäre, gern auch jemand wie Julia Probst, die im Video gebärden können hätte, aber wir sind so unterrepräsentiert, dass Rauls Präsenz da schon eine super Anerkennung ist. Gerade bei uns im Großraum liest man derzeit immer wieder, irgendwer wird angepöbelt, bespuckt oder soll eben duschen gehen. In Dortmund wo das Amt das Kind gern auf dem Internat gesehen hätte wird Gehörlosen angeraten in der Öffentlichkeit nicht zu gebärden (also zu schweigen), erkläre das Schulkindern. Andere dürfen sich unterhalten, die aber nicht, weil sich irgendwer provoziert fühlen könnte. Gelsenkirchen, wo der antisemtische Vorfall an dem Gymnasium war, den ich heute verlinkt habe ist auch nicht allzu weit weg.

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  2. Richtiges Lied, richtiger Text zur richtigen Zeit. Allein die Bilder gefallen mir nicht. Mal wieder Großstadt, mal wieder bunte bis exzentrische Leute. Wo ist die Vorstadt, der Speckgürtel, das Dorf? Hier nein zu sagen ist die einfache Sache, die so schwer zu machen ist.

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    • Ja, ist richtig, ich habe es in einem anderen Kommentar schon angesprochen: Nein zu sagen in deinem Kiez, in deinem direkten Umfeld ist immer am schwersten.
      Ich wohne selbst in einer Vorstadt, ich brauche keine Bilder von hier oder vom Dorf, ich finde es richtig, dass die Bilder bunt sind und der Vorstadt und dem Dorf zeigen, dass und wie es (woanders) aussieht. Dass es überhaupt anders geht und es seine Berechtigung hat, das können sich manche ja nicht vorstellen, die am Wochenende ihre Rasenkanten mit der Nagelschere beschneiden.
      (Selbstverständlich darfst du Berlin hässlich finden – das meiste ist doch in Berlin gedreht, oder? So gut kenne ich mich bei dir nicht aus …) 😉

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  3. Ja, ich erkenne die Orte. Vieles ist im Umkreis von 5 Kilometern rund ums Berghain gedreht. Aber das ist vielleicht das Problem. Die Orte, die Typen: Ich kenne sie schon aus der Werbung für Berliner Pilsener oder irgendwelchen anderen Filmchen, die mir zeigen wollen, wie wunderbar Berlin ist. Selbstinszenierung

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    • Ah, alles klar, danke. Das heißt für mich, du bist zu nah dran. Klar, hätte man hier im 5-km-Umkreis um die Schanze gedreht, hätte man auch diese Bilder gehabt.
      Bei Berlin denke ich irgendwas in Richtung „Oh, hübsch“, in Hamburg hätte ich vermutlich auch „Wie jetzt?“ gedacht. Da muss man/du als Berliner vielleicht bisschen abstrahieren.

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  4. Das größte Problem ist unsere Regierung. Sie hat die Angewohnheit alles aufzublähen und damit Dinge erst richtig wichtig zu machen. Dabei geht es ihnen nicht um die Sache selbst. Es geht ihnen darum, so zu tun, als würden sie etwas gegen was immer auch tun. Machen sie nicht, da sie selbst wissen, das sie die Sache nur aufgebläht haben, um Wähler Stimmen abzugreifen. Die Presse steigt da natürlich sofort drauf ein und läst alles noch dramatischer erscheinen. So bekommen genau die Öffentlichkeit die keine haben sollten. Dadurch schließen sich wiederum Menschen an, die das nie gemacht hätten, wenn die Regierung mal statt auf Stimmenfang zu gehen, Taten sprechen lassen würde. Wir werden von einem Haufen alter, seniler Knacker regiert, die von nichts eine Ahnung haben. Da kann der Wecker noch so richtige Lieder singen. Solange wir von unfähigen Leuten regiert werden, wird sich in diesem Land nichts verändern.

    Liken

    • Das ist mir zu pauschal, sorry, auch wenn die Strukturen stimmen mögen und ich dir darin recht gebe, dass sie momentan oft eher zum Schlechten und nicht zum Guten genutzt werden.
      Aber Politiker sind vor allem auch erst mal Menschen …

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      • Sicher sind es Menschen. Das ist auch nicht das Problem. Ihre Ziele sind es. Und erzähl mir doch bitte, was die zum Guten verändert haben? Was verändern sie überhaupt? Ausser das es Hartz4 gibt und wir das Niedriglohnland Nr.1 in Europa sind?Haben sie das Gesundheitssystem verbessert.?Nein, ganz im Gegenteil. Noch nie konnten so viele Menschen, ihre Familie von ihrem Gehalt, nicht finanzieren. Klimaschutz?Nichts. Die bringen nichts fertig ausser Sprüche und Hätte, Könnte, Was ist mit erneuerbaren Energien. Da laufen die sogar Rückwärts in der Zeit. Infrastruktur?Schau dich um. Grauenhaft. Mietwohnungen und Mieten?Ein Witz. Nichts aber auch gar nichts kommt von denen. Ist dir das jetzt wenig genug Pauschal.

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        • Nein, ist es nicht. Ich mag das „Die, die, die“-Gehämmer nicht. Ich mag die Aufregung nicht, die aus deinen Sätzen spricht, das Mitreißende, das Polemische, denn es gibt Leute, die das triggert.
          Ich wünsche mir (d)einen kühlen, analysierenden Kopf, und keine Anklagen.
          Was allerdings die Sachlage angeht, da stimme ich dir zu. Da ist vieles einfach zum Kotzen.
          Bitte, versteh mich nicht falsch. Ich lese dich schon länger, du bist jemand, der sich gern und oft so ausdrückt. Aber bei einer Debatte, die sachlich geführt werden muss, meiner Meinung nach, führt ein Überschwang an Emotionen dazu, dass alles leicht aus dem Ruder läuft.

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        • Ruhig und sachlich. So geht es schon die letzen 20 Jahre zu. Was hat es gebracht?Schau dich um. Es geht nicht ruhig wenn man Veränderung will. Auf Argumente hören diese Leute nicht. Und dieses Wort Polemisch wird gerne dazu benutzt, dass die Leute den Mund nicht mehr aufmachen Das ist genau so gewünscht. Alles was den Mund aufmacht wird von der Politik gerne klein gemacht. Siehe Friday die Future oder das Video von dem blauhaarigen Herrn😀 Aber genau diese Leute bringen Bewegung in den politischen Schlafalltag. Nicht durch ruhig sein, nicht durch Schweigen. Die Dinge beim Namen nennen, so das das es jeder hören kann.

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        • Ich seh schon ich kann dich nicht überzeugen Möchte ich auch gar nicht. Jeder soll seinen Weg gehen, da er diesen am besten vertreten kann. Aber wir kämpfen beide für die gleiche Sache. Das ist das wichtigste.

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  5. Ich kannte diesen Song noch nicht und stimme ihm voll zu.
    Wir müssen alle miteinander leben, wir haben nur diese Welt, so schreibst Du vollkommen zu recht
    und deshalb sollte sich jeder bemühen, in der Gemeinschaft mit anderen Menschen tolerant und aufnahmebereit zu sein, sonst enden wir in einem allgemeinen sehr *ungemütlichen* Chaos.
    Das, was anfangs fremd erscheint, muss man erst mal näher kennenlernen, um zu wissen, wie es tatsächlich ist, vollkommen unabhängig von Hautfabe, Herkunft und auch diesem allerersten , eigentlich flüchtigen Eindruck, der total falsch sein kann und das nur, weil im Kopf höchst seltsame Vorurteile sitzen…

    Liebe Abendgrüße von Bruni

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  6. Der Song ist wohlbekannt – und schön!

    Ich sage mal so: Man muß sich ständig darin üben, die Anzahl seiner Vorurteile klein zu halten oder zu überdenken.

    In uns allen ist Agression, Vorurteil, Missgunst ect. Dies erstmal bei sich anzuerkennen und zu sehen, trägt dazu bei,diese Phänomene stärker zu sehen.
    Es ist, wie gesagt, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Üben notwendig.

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  7. Ich finde dieses Lied so wichtig, dass ich es gleich einmal posten werde. Hannes Wader hatte ich ja im vergangenen September geblogt, allerdings hatte es damals keine Beachtung gefunden. Schade.
    Dabei wird diese Aussage von Tag zu Tag wichtiger. 🙄
    Liebe Grüße,
    Werner 🙂

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  8. Pingback: Sage Nein! | Ezé Wendtoin – Werners Traumlounge

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