Schreibeinladung für die Textwochen 38.39.19 | Wortspende von Make a choice Alice

Inhaltshinweis: Dieser Text diskutiert Triggerwarnungen und gibt Beispiele.

Eine Runde ist das neue Etüdentrimester erst alt, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, und schon stecken wir knietief in der Sch… im Schlamassel. Also holt euch einen Kaffee oder was auch immer, nehmt euch ein bisschen Zeit, es dauert was länger.

  1. Stellt euch vor, ihr seht im Fernsehen einen Film, in der ein Protagonist, ein gestandener Kerl, auf dem Sofa sitzt und draußen Schüsse hört. Aber statt sich darum zu kümmern, was los ist, rollt er sich auf dem Sofa zusammen, zieht sich die Decke über den Kopf, fängt tierisch an zu zittern, ihm wird schlecht, er hat Schweißausbrüche und bekommt keine Luft.
    Was denkt ihr? Weichei? Wer sich ein bisschen auskennt, der denkt irgendwas wie: Oh, verdammt, Flashback, Panikattacke, PTBS – posttraumatische Belastungsstörung –, was hat der denn erlebt? Armes Schwein. Und dann erwartet man die Rückblende, die erklärt, warum der Typ so reagiert und was ihm seine Psyche so ruiniert hat.

Der Typ wurde durch das Hören der Schüsse getriggert. „Der Begriff ‚Trigger‘ stammt aus der Trauma-Forschung und bezeichnet Reize, die bei Betroffenen potenziell Erinnerungen (‚Flashbacks‘) an ein erlebtes Trauma, Angstattacken oder depressive bzw. suizidale Gedanken auslösen können. […] Die Konfrontation mit einem echten Triggerreiz kann nicht ansatzweise mit Unwohlsein oder Empfindlichkeit verglichen werden. Das ist so, als würde man einen Patienten mit offenem Bruch am Arm als empfindlich abtun, weil er über Schmerzen klagt.“ (Quelle [1]).

Jetzt stellt euch vor, dass Menschen mit psychischen Problemen nicht nur dadurch getriggert werden, dass sie erneut in ähnliche Situationen geraten, sondern auch dadurch, dass sie derartige Szenen lesen (im Fernsehen oder im Kino sehen etc.).
Lesen. In den Etüden zum Beispiel. Zu denen ihr und ich beitragt, mit unseren mehr oder weniger harmlosen Geschichten.
Nicht möglich? Doch.

  1. Der eine oder die andere hat mitbekommen, dass auf ein paar Blogs in den letzten beiden Wochen heiß diskutiert wurde. Thema Verantwortung, und zwar Verantwortung für die Inhalte, die wir mit unseren jeweiligen Etüden in die Welt setzen, nämlich Verantwortung für das, was das Lesen unserer Texte möglicherweise beim Leser auslöst. Denn egal, was jede*r von uns schreibt, egal, was „nur mal eben“ probiert wird, wenn es jemand liest, der*die das nicht abkann, dann ist es egal, ob es ernst gemeint war oder wir das Schreiben nur als Spielerei ansehen (die ja eh keiner liest), dann haut es den*die weg. Könnt ihr damit leben? Denkt an das Beispiel mit dem offenen Bruch von oben. Das ist KEIN Spaß. (Muss ja keiner lesen? Ey, wozu seid ihr im Internet? Wollt ihr keine Leser? Mit einem Triggerhinweis gebt ihr Leuten die Chance, eure Leser zu bleiben – denn ihr glaubt doch nicht, dass die ansonsten jemals wieder zu euch kämen?)
  1. Wir haben jetzt – JETZT! – den konkreten Fall, dass (mindestens) eine Etüde aus der letzten Runde mehrere Personen (ich werde auf Wunsch keinerlei Namen nennen) getriggert hat. Folge: massive körperliche und psychische Symptome, die die Gesundheit der Betroffenen stark einschränken. Mir wurde versichert, dass das nicht zum ersten Mal vorgekommen sei, aber ich habe jetzt zum ersten Mal davon gehört. Ich bin schockiert.
    Ich habe spontan darüber nachgedacht, die Etüden zu schließen, der Gedanke ist mir unerträglich. Sicherlich bin ich nicht für das Leid der Welt verantwortlich, aber ich kann dazu beitragen, es nicht zu vergrößern.
  1. Was kann getan werden? Das hier ist ein bisschen ein Schnellschuss, ihr versteht, aber es gibt eine gangbare Lösung, relativ simpel, die in den nächsten Wochen noch verfeinert werden kann. Ihr setzt über eure Etüde eine Triggerwarnung/einen „Inhaltshinweis“. Ich habe eine Liste gefunden, bei welchen Themen Inhaltshinweise angebracht sind (Quelle [2], Auswahl).
  • Suizid, Suizidversuche und suizidales Verhalten von Figuren
  • Selbstverletzendes Verhalten […]
  • Depressionen
  • Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch
  • Gewalt […]
  • Tod
  • Kindesmissbrauch
  • Drogen, Alkohol & Suchtverhalten allgemein
  • Sexismus

Wie diese Inhaltswarnung aussehen soll? Bernd hat es vorgemacht [hier lesen]. Ich habe inzwischen dazu eine Rückmeldung bekommen, dass der betreffenden Person der (modifizierte) erste Satz völlig reichen würde. „Inhaltshinweis: Dieser Text enthält Szenen physischer oder psychischer Gewalt, die belastend sein können.“
Ich habe zwei Artikel (Quelle [1] und [2]) ausgegraben (danke, Werner!), die sich mit dem Thema befassen, Fragen beantworten und zeigen, wie sie es machen. Ihr findet die Links am Ende, bitte schaut rein. In einem wird das Thema m. E. gut zusammengefasst: „Triggerwarnungen sind letzten Endes nicht mehr als einfache Rücksichtnahme. Ihr nehmt auf Menschen Rücksicht, denen es nicht so gut geht, wie euch. […] Es ist nicht viel Aufwand, kann aber für einige Betroffene einen großen Unterschied machen.“ (Quelle [2])
Wenn ihr nicht wisst, ob ihr einen Inhaltshinweis setzen solltet, dann setzt ihn. Natürlich komme ich rum, natürlich gebe ich nach bestem Wissen und Gewissen meinen Senf dazu; und auch euch bitte ich, die Augen offen zu halten, wo eine Etüde einen Inhaltshinweis braucht und ihn nicht hat.

 

Ich habe lang und breit rumgetönt, dass ich an den Regeln nichts ändere, ohne euch, die Mitschreiber*innen, dazu zu befragen. Ich habe jetzt lang und breit erklärt, warum ich das in diesem Fall für nötig halte. Jetzt seid ihr dran. Ich möchte gern von euch hören, wer sich bereit erklärt, über seinen Text, falls er in eine der oben genannten Kategorien fällt, eine Triggerwarnung/Inhaltshinweis zu setzen. Ich habe dazu eine Umfrage erstellt, kann aber natürlich nicht garantieren, dass nur Schreibende abstimmen, daher bitte ich um Wortmeldungen in den Kommentaren.

LINK ZUR ABSTIMMUNG

 

So. Seid ihr noch da? Endlich zum „normalen“ Etüdengeschäft. Die Etüdenstatistik sagt: 36 Etüden von 23 teilnehmenden Blogs. Cool! Die Spitzenplätze der Liste teilen sich Alice und Werner mit jeweils drei Etüden. Vielen Dank, ich freue mich, der Start ist trotz allem gegeglückt.

Hier ist die Liste zum Schmökern, checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das ja inzwischen zu Genüge.

Corly in Corlys Lesewelt: hier und hier
dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier, hier und hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier und hier
fraggle auf reisswolfblog: hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier und hier
René auf Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Die Hoffende auf ICH & MEHR: hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Veronika auf vro jongliert: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Petra Schuseil auf Wesentlich werden: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Rina auf Geschichtszauberei: hier

Vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben, und einen speziellen Dank an Ludwig Zeidler, den Etüdenerfinder und Wortspender, dessen Wörter uns dieses Mal diese unvergleichliche Büchse der Pandora beschert haben. Ob ich sauer auf mich bin, dass ich die Wörter akzeptiert habe? Ich hätte gern auf das Öffnen der Büchse verzichtet, aber ganz ehrlich, ich glaube, das wäre eh irgendwann passiert.

Die Wörter für die Textwochen 38 + 39 des Schreibjahres 2019 kommen zum ersten Mal von Alice und ihrem Blog Make a choice Alice. (Alice, es tut mir so leid, dass deine Wortspende von diesem Schlamassel derart überschattet wird. Ich hoffe, es wird dennoch eine sensationelle Runde.) Die Begriffe lauten:

Roman
variabel
entlassen.

 

Der öde blöde Etüden-Disclaimer hat sich noch nicht weiter verändert: Bringt obige 3 Begriffe in einem Text mit maximal 300 Wörtern Länge unter. Die „Inhaltshinweise“ zählen NICHT zum Text.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright und sollen/dürfen zur Bebilderung eurer Etüden verwendet werden.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen, das ergänzt wird, wenn wir mit der Umfrage durch sind. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die vierte Ausgabe der Extraetüden startet am 29.09.2019, die nächsten regulären Wörter gibt es am 6. Oktober 2019.

 

Die angesprochenen Artikel:

Quelle [1]: https://eleabrandt.de/2019/04/12/mythbusting-triggerwarnungen-in-buechern/
Quelle [2]: https://alpakawolken.de/die-triggerdebatte/

 

abc.etüden 2019 38+39 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2019 38+39 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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463 Kommentare zu “Schreibeinladung für die Textwochen 38.39.19 | Wortspende von Make a choice Alice

  1. Liebe Christiane, danke, dass ich eine Wortspende beitragen darf und der Schlamassel ist ein sehr wichtiges Thema. Gerne bin ich bereit Triggerwarnungen einzuflechten, denke auch über meinen Blog nach, da ich ja auch als Betroffene viel über Depression schreibe bzw. häufiger mal getriggert werde (allerdings nicht so leicht von Texten, aber das ist eine andere Geschichte). Eine Warnung schadet nicht, die Verantwortung, was man lesen möchte und kann, liegt dann bei den Betroffenen. Komplett schützen kann man leider niemanden, aber wenn hier ein kleiner Schutzraum ist, ist das schon mal ein guter Anfang. Vielleicht etwas, das Schule machen kann.
    Ganz liebe Grüße
    Alice

    Gefällt 8 Personen

    • Liebe Alice, vielen Dank, dass du dabei bist. Unsere Gesellschaft verlernt Rücksichtnahme, so kommt es mir jedenfalls vor, und ersetzt sie durch Gesetze, die dann fröhlich von allen weitgehend ignoriert werden. :-(
      Wie du schreibst, ein kleiner Schutzraum. Das wäre prima.
      Liebe Grüße, hab einen schönen Sonntag!
      Christiane

      Gefällt 4 Personen

      • Liebe Christiane,
        du schreibst an Alice: „Unsere Gesellschaft verlernt Rücksichtnahme (…) und ersetzt sie durch Gesetze, die dann fröhlich von allen weitgehend ignoriert werden“. Aber genau in diese Richtung zielt m.E. die Warnhinweis-Idee: Wir entlasten uns (scheinbar) von Verantwortung. Bei Risiken und Nebenwirkungen beachten Sie den Warnhinweis?
        Hm.
        (Ich habe übrigens meinen eckigen Tisch mit Abrundungsklappen versehen. Meine Enkelkinder nur vor ihm zu warnen hätte nämlich wenig geholfen. Trotzdem hauen sie sich regelmäßig die Köpfe daran an, aber hoffentlich wenigstens nicht so schlimm. So viel zu Analogien.)
        Liebe Grüße
        Elke

        Gefällt 4 Personen

        • Nein, wir haben die Verantwortung nach wie vor, wir sind die Autoren, das sagt schon das Urheberrecht.
          Aber du liest deinen Enkelkindern ja bspw. keine Horrorgeschichten vor, wenn du weißt, dass sie davon Albträume bekommen. Da wir unsere Lesenden aber nicht bevormunden können wie du deine Enkelkinder, können wir sie darüber informieren, dass unser Text Themen aus dem „kritischen“ Themenfeld beinhaltet, und ihnen den Rest überlassen. Das hat mit „Schuld zuschieben“ nichts zu tun, in meinen Augen.

          Gefällt 2 Personen

        • Liebe Elke, leider gibt es Menschen, die Dinge erlebt haben, die durch Texte, Bilder oder ähnliches wieder hervorgerufen werden können. Komplett davor schützen können wir sie selbstverständlich nicht, dafür ist die Welt zu groß. Es geht auch nicht darum, Verantwortung abzugeben, sondern dahingehend welche zu übernehmen, dass wir unsere Texte zumindest kritisch beäugen und sagen, okay, da könnte was sein. Wer es dann liest, hat zumindest eine Idee, was ihn erwartet. Aber Trigger können auch ganz harmlos daherkommen. Ich fing gestern beim Anblick einer alten Frau mit einem Hund (in einem Film) an zu schniefen. Das Bild ist für 99,9% aller Menschen harmlos, für mich aus einem unerfindlichen Grund eben nicht. Wie gesagt, wir können nicht komplett schützen, genausowenig wie du mit den Schutzecken die Köpfe deiner Enkelkinder. Wir können nur etwas unterstützen, wenn unsere Texte doch einmal etwas drastischer ausfallen. Du gibst mit den Schutzecken ja auch nicht die Verantwortung für die Sicherheit deiner Enkelkinder ab.
          Ganz liebe Grüße
          Alice

          Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Christiane,
    was ein Thema zum Sonntag! Bei Deinem Aufruf zur Triggerwarnung kommt mir dieser entsetzliche Vorspann zur Medizinwerbung in den Sinn: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker .
    Fast jede Literatur und vor allem großartige Literatur verarbeitet die Themen, vor denen die Leser jetzt gewarnt werden sollen. Dazu würde z.B. auch schon Gerdas Sachtext von gestern über Ödipus zählen!
    Traumata sind beim Betroffenen NIE aus der Welt zu schaffen, weil etwas Geschehenes nicht rückgängig gemacht werden kann, aber Literatur kann sie nicht davor bewahren, sich dem nicht weiter auszusetzen, dann machte man alle Schreiber unfrei, die solche Themen literarisch verarbeiten und dies ja nicht aus Sadismus o.ä. tun.
    Literatur ist dazu da, uns die Grausamkeiten und Schönheiten der Welt beim Lesen vorzuführen und dessen bin ich mir als Leser bewußt und gehe jedesmal das Risiko ein, dass mich etwas bis ins Innerste erschüttern kann, es kaum zu ertragen ist.
    Literatur ist immer auch Zumutung.
    Ich bin gespannt auf die Reaktionen Deiner Etüdenschreiber und -leser. Was mich anbelangt, ich würde lieber keine Triggerwarnung vor den Etüden als Vorspann haben.

    Lieber Morgengruß in Deinen Sonntag,
    Karin

    Gefällt 11 Personen

    • Triggerwarnung:
      Dieser Kommentar kann – wie jeder andere Text und jede beliebige Situation im Leben – Flashbacks auslösen.

      Liebe Karin,
      als jemand, die von Literatur auch schon getriggert worden ist (und das bereits bei schulischer Pflichtlektüre!) gebe ich dir absolut Recht. Trigger lassen sich nicht vermeiden.

      (Fast) ALLES kann triggern, und niemand (auch nicht Personen, die getriggert werden!) kann vorhersehen, was triggern wird und was nicht. Nicht im realen Leben und nicht in der Literatur. Ein vollkommen harmloses Thema kann ebenso triggern wie eines, in dem Gewalt in beliebiger Form vorkommt (vielleicht … NICHT triggern mag).

      Zudem gibt es strukturelle Gewalt. Die Schreibenden manchmal gar nicht bewusst ist, die aber auch triggern kann.

      Also: entweder eine Triggerwarnung vor JEDE Geschichte oder vor gar keine. Denn jede Geschichte kann irgendwen irgendwo irgendwie (und durchaus schlimm) triggern. Die Geschichte über ein niedliches Baby zum Beispiel, dem es gut geht, über das die Eltern glücklich sind, die aber jemand liest, der/die gerade (oder vor langer Zeit) ein Baby durch plötzlichen Kindstod oder einen schauderhaften Unfall verloren hat. Das Leben ist hart.

      Ich kann es auch nicht immer vermeiden, liebe Christiane, jemanden versehentlich an einer Stelle zu berühren, die gebrochen oder verletzt ist. Die Gefahr dazu besteht immer. Trotzdem trage ich kein Schild vor mir her, das da sagt: Vorsicht, hier komme ich, ich könnte dich versehentlich verletzen.

      Und wenn ich nur vor die Etüden-Geschichten einen Warnhinweis setze, weil ich es soll, und vor meine anderen Geschichten nicht, weil ich eigentlich nicht einsehe warum? Heißt das dann, dass diese anderen Geschichten nicht triggern? Oder dass sie ALLE triggern? Natürlich könnte ich ins Impressum einen Warnhinweis setzen à la: „Literatur kann triggern. Lesen auf eigene Gefahr.“ Ob das aber sinnvoll wäre? Ich bezweifle es.

      Ich weiß, ich habe lange keine Etüde mehr verfasst und eingestellt, ich hatte zu viel andere Dinge zu schreiben und nicht die Muße für kleine Geschichten. Wenn ich solche Einschränkungen berücksichtigen muss, fürchte ich, werde ich künftig gar nicht mehr mitmachen, denn das tötet meine Kreativität.

      Ich wünsche aber allen anderen Schreibenden die für sie jeweils richtige Entscheidung.

      Gefällt 11 Personen

      • Liebe Elke, das würde ich sehr bedauern, wenn du das Schreiben aufgibst. Ich habe mich auf kurze Zitate beschränkt, da ich die Länge dieser Schreibeinladung nicht ins Unendliche ziehen wollte: Würdest du bitte die beiden verlinkten Artikel dazu lesen, falls du es nicht schon getan hast, und dann noch mal über deine Entscheidung nachdenken? Dort gibt es Überlegungen zu den von dir aufgeführten Punkten, z. B. was man mit Inhaltshinweisen versehen sollte.
        Der Autor des Artikels auf Alpakawolken (Quelle [2]) schreibt dazu: „Ich selbst komme mit so ziemlich jedem meiner Triggerthemen klar, sofern ich mich vorher mental darauf vorbereiten kann. Kann ich das jedoch nicht, sitze ich schnell als Häuflein Elend da.“
        Was also deine Geschichte über das Baby angeht, dann schreibst du drüber: „In dieser Etüde ist Tod ein Thema.“
        Ich will das Thema gern weiterdiskutieren, ich bin selbst noch nicht sicher, wie es (gut) funktionieren soll, und ich erhoffe mir Rückmeldungen von dem sichtbaren und hoffentlich auch sonst unsichtbaren Teil der Etüdenleser*innen.
        Dir danke ich und wünsche dir einen schönen Sonntag.
        Liebe Grüße
        Christiane

        Gefällt 2 Personen

        • Nein, liebe Christiane,
          in der Etüde mit dem Baby wäre Tod KEIN Thema. Das LEBEN triggert. Und ich bleibe dabei, jeder Text und jede Situation kann traumatisierte Menschen triggern. Es mag anderen Traumatisierten anders gehen, aber wenn ich persönlich eine solche Warnung läse, könnte das schon einen Trigger auslösen. Der gar nicht aufträte, wenn ich den Text läse. Ehrlich gesagt geht es mir in den letzten Tagen, genau seit ich zum ersten Mal an dieser Diskussion teilgenommen habe, psychisch wesentlich schlechter als vorher.
          Vielleicht mache ich weiter mit. Aber dann ohne Hinweise. Denn Hinweise sind kein Schutz, sondern können ihrerseits triggern. Und wie Arno schreibt: Traumatisierte brauchen Hilfe von außen, alleine kommen wir nicht aus dieser Kiste heraus.
          Wir können als Schreibende die Welt nicht retten, und jeder noch so ehrenwerte Versuch, sie ein wenig besser zu machen, kann auch nach hinten losgehen, denn was den einen hilft, mag den anderen schaden. Übrigens setze ich bei meinen Geschichten Kategorien, immer schon. Die zeigen das Thema vorab, wie ein Klappentext.
          Nochmals: euch allen eine gute Entscheidung und im übrigen einen schönen Sonntag!
          Elke

          Gefällt 11 Personen

        • Okay, ich habe mich verlesen, ich war zu schnell, sorry, Elke. :-(
          Ja, Inhaltswarnungen können nicht alles abdecken, da wir nie wissen, wer bei uns liest. Aber wir können die „üblichen Verdächtigen“, die es anscheinend gibt, benennen, da es Menschen gibt, denen das hilft. Das enthebt sie nicht ihrer Verantwortung, mit ihren Themen klarzukommen, das ist aber auch gar nicht das Ziel dabei.
          Dir auch, einen schönen Sonntag, nach wie vor!
          Liebe Grüße
          Christiane

          Gefällt 2 Personen

    • Liebe Karin, für dich gilt dasselbe wie für Elke: Hast du die beiden verlinkten Artikel gelesen?
      Es geht nicht darum, kritische Themen zu vermeiden. Gar nicht. Literatur muss den Finger dorthin legen, wo es wehtut. Unbedingt!
      Einen Text zu labeln ist jedoch das genaue Gegenteil von Zensur, innerer und äußerer. Ich finde, es ist nicht zu viel verlangt, über seinen Text zu schreiben: „Inhaltshinweis: Dieser Text enthält Szenen physischer oder psychischer Gewalt, die belastend sein können.“ Du und ich, die nicht betroffen sind, lesen darüber hinweg. Andere wissen, dass sie sich innerlich „festhalten“ müssten und können entscheiden, ob sie weiterlesen.
      Wenn dieser Hinweis also wichtig ist und hilft, dann setze ich ihn.
      Außerdem gibt es bei Büchern Klappentexte, nach denen Betroffene auswählen können, bei den Etüden gibt es sie nicht. Und danke, dass du die Etüden als „Literatur“ einordnest ;-)
      Einigermaßen vergnügte Grüße auf dein Dach
      Christiane

      Gefällt 2 Personen

    • Liebe Christiane, erstmal danke für deine Recherche zum Triggern. Ich bin auch deinen Links gefolgt. Inhaltlich gehe ich mit Karin: Kunst dient der Katharsis durch mitleiden, mithassen, mitlieben. Kunst arbeitet auf der symbolischen Ebene, wodurch sie eine Möglichkeit schafft, reale Vorkommnisse überhaupt seelisch zu bewegen und zu klären.

      Diie Verantwortung des Künstlers liegt mithin darin, diese symbolische Ebene so zu gestalten, dass die Seele der Mitmenschen erreicht, aber nicht nachhaltig verstört wird. Ich mag Horror-Fiction nicht zur Kunst rechnen, denn sie setzt auf solche verstörende Wirkung. Dasselbe gilt für einen wachsenden Teil der Filmproduktion, die mit immer härteren Szenen Verkaufserfolge einfahren möchte. Dasselbe für die Spieleszene, die für Kinder und Jugendliche zu attraktiv ist.

      Das Problem ist NICHT, vor solchen Inhalten zu warnen, sondern es sind diese Inhalte selbst! Ich werde nicht warnen, denn Warnungen wecken Erwartungen (o, schön, eine Schauergeschichte! grusel grusel! Solche Erwartungen möchte ich weder wecken noch erfüllen).
      Soll ich etwa vor „Ödipus“ spezifizierende Inhaltshinweise setzen (nur sie würden überhaupt Sinn machen) wie: „Vorsicht! Vatermord, Selbstverstümmelung, Grausamkeit, Tod, Vertreibung“? Oder vor meine Kata-Strophen: „Vorsicht, Ratte frisst Leichenteile!“ „Vorsicht für Menschen mit Mäusephobie! Es kommen Mäuse vor!“ „Vorsicht für kleinwüchsige Menschen: Mann misshandelt Zwerge!“, „Vorsicht, Schneewittchen-Variante“. Nein! Das ist nichts als Augenwischerei. Also ich mache da nicht mit. Ich hasse diese Warnerei, die m.E. Verantwortungsscheu für die eigenen Inhalte ist, aus ganzem Herzen. Mit Allergie-Warnung lässt sie sich keinesfalls vergleichen, wohl aber mit der Zigaretten-Warnung, oder langen Latte von Nebenwirkungswarnungen, die kleingedruckt auf den Medikamenten stehen. .
      Du aber kannst ja deinen allgemeinen Hinweis auf deinem Blog, dass du für verlinkte Inhalte keine Verantwortung übernimmst, ergänzen, dass du über die Gefahr des Triggerns gründlich aufgeklärt hast, mit Verlinkung zur heutigen Seite.

      So. alsdann zur neuen Runde! Danke, Christiane, für deine Sorgfalt! Danke, Alice, für deine Wörter! Schönen Sonntag noch! Gerda

      Gefällt 14 Personen

      • Gerda, bei Büchern gibt es Inhaltsangaben und Klappentexte, bei unseren Etüden nicht. Was ist schwer daran, gegebenenfalls den von Bernd entwickelten Satz über deine Etüden zu setzen: „Inhaltshinweis: Dieser Text enthält Szenen physischer oder psychischer Gewalt, die belastend sein können.“
        Du musst die Pointe durch explizite Content-Angaben nicht verraten, und ich sehe nicht, wo da eine Verantwortungsscheu ist, wenn man sagt, dass ein Text Gewalt (etc.) enthält, denn NEIN, das bedeutet eben NICHT, dass man die Ecken am Tisch abschleift, dass sich keine*r dran stößt, es bedeutet, dass man einfach vorher sagt, dass hier ein Tisch herumsteht, der spitze Ecken hat.
        Weil es Menschen – Leser – gibt, die dafür dankbar sind. Und zwar mehr als man denkt, ich verweise wieder auf die Artikel.
        Selbstverständlich werde ich jede deiner Entscheidungen respektieren.
        Auch dir einen schönen Sonntag! Ich freue mich auf weitere Etüden von dir und bitte dich einfach, auf der Sache noch ein bisschen weiter herumzudenken.
        Liebe Grüße
        Christiane

        Gefällt 4 Personen

        • ich mags nicht, Christiane. Außerdem hat solch ein allgemeiner Satz, wie ja auch die Autorin des links feststellt, überhaupt keine Schutzwirkung für Gefährdete. Sie irritiert nur den nicht gefährdeten Leser oder reizt seine kranhafte Neugierde.

          Verantwortungsscheu nenne ich die, die ihre grässlichen, schädlichen, brutalen, idiotischen Produkte aus Geschäftsgründen unter die Leute bringen und denken, wenn sie draufdrucken: „der Genuss dieser Sache, das Lesen dieses Textes hat möglicherweise üble Folgen für dich“, seien sie aus dem Schneider.
          Im Grunde ist diese ganze Chose mit den Warnungen eine Reaktion auf die Verklagewut in Amerika, wo Rechtsanwälte nach immer neuen lukrativen Aufgaben suchen. „Ha! Da hat jemand eine Krise gekriegt, weil er diesen Text las! Klagen – Geld einsacken“.

          Ich selbst schreibe nichts, um jemanden absichtlich in Angst und Aufregung zu versetzen.
          Liebe Grüße! Gerda

          Gefällt 9 Personen

        • Liebe Gerda, ich weiß, was die Autorin des Artikels schrieb. Da wir aber Leser haben, die bereits getriggert sind, unterhalten wir uns nicht mehr über ferne Irgendwers.
          Und die Autoren schreiben auch, dass es unendlich viele Leute gibt, denen selbst allgemeine Hinweise nutzen, weil sie dann nicht ungeschützt dem Text ins Messer laufen. Ich unterstütze detaillierte Warnungen und werde sie umsetzen. Aber für hier geht es mir erst mal darum, etwas anzuregen, ein Umdenken zu starten.
          Du und ich, wir brauchen keine Inhaltswarnungen. Aber wie ich eben an Arno schrieb: Ich verliere nichts durch ein bisschen Rücksichtnahme, wenn, wie mir ebenfalls bereits nachdrücklich versichert wurde, es helfen kann.
          Und der nicht betroffene Leser darf gern wissen, dass es Leute jenseits seines Tellerrandes gibt.
          Dass du niemandem schaden willst, davon bin ich zu mehr als 100 Prozent überzeugt! Ich doch auch nicht. Aber „gut gemeint“ kann manchmal nicht genug sein.
          Liebe Grüße
          Christiane

          Gefällt 2 Personen

        • ich freu mich, Christiane, dass du meine Entscheidung respektierst. Ich werde nämlich nie und nimmer solche Warnungen auf meine Produkte schreiben. Wenn ich mit Menschen therapeutisch arbeite, achte ich sehr darauf, keine Re-Traumatisierungen auszulösen. Auch da gibt es Gratwanderungen. Will, darf ich die Wunde berühren? Aber wenn nicht – kann ich dann überhaupt therapeutisch arbeiten? Nein. Ich kann es auch nicht dem Ratsuchenden überlassen, denn er weiß oft nicht wirklich, worin sein Trauma besteht. Es ist eine Frage des Herantastens und der Behutsamkeit, aber auch des Vertrauens in die Kräfte, die den Ratsuchenden bisher haben überleben lassen. So sehe ich es auch mit der Lektüre: wenn jemand (egal ob nach Warnung oder ohne) durch einen Text erschüttert wird, dann war es gut so. Dann brauchte er es eben jetzt, um ein Stück voranzukommen. Das dient seiner Mündigkeit.

          Was mich wirklich umtreibt – ich sagte es bereits – sind die überschüssigen Gewaltfantasien, mit denen erwachsene Menschen Kinder und Halbwüchsige füttern, weil es ihnen Geld und Ruhm einbringt. Damit meine ich die Hersteller von Filmen, Jugendbüchern, elektonischen Spielen sowie etliche Rapper und andere Größen der Musikszene. Sie sind für mich nichts anderes als Drogenhänder, die ihr Zeugs Unmündigen verkaufen. .

          Gefällt 11 Personen

        • Ich stimme dir zu, was den Umgang mit Phantasien angeht. Furchtbar und unverantwortlich.

          „Wenn jemand durch einen Text erschüttert wird, dann war es gut so.“ Wenn das auf mich gemünzt wäre, würde ich dir zustimmen. Ich bin nicht betroffen. Aber wenn, und das ist belegt und bezeichnet der Begriff „Trigger“ eben auch, das Lesen einer Etüde Retraumatisierungen auslösen kann, wovon man mir versichert hat, dass es passiert ist, dann teile ich deine Meinung nicht.
          Im therapeutischen Kontext, in dem du arbeitest, meinetwegen, das ist eine Einzelfallsache. Aber „in the wild“ im Internet?

          Gefällt 1 Person

        • Zugegeben, ich hätte deutlicher kennzeichnen können, worauf ich mich beziehe. :-) Ich präzisiere und sage: Ich sehe das absolut genau so, wie Karin es in ihrem Kommentar wiedergegeben hat.

          Ich bin zwar der Meinung, dass sich man sich von meinen Etüden nur schwerlich getriggert werden kann, aber wer weiß … Da sicherheitshalber alle möglichen Arten von Triggerwarnungen voranzusetzen oder voransetzen zu sollen, würde mich nicht begeistern.

          Gefällt 7 Personen

        • Auch an dich die Frage: die angefügten Artikel überzeugen dich nicht?
          Du sollst ja nicht jedes Mal, wenn du z. B. einen Politiker mit Herrn S. Atan konfrontierst, den Warnhinweis voranstellen, dass jemand sich dadurch persönlich gemeint fühlen könnte ;-)

          Gefällt 1 Person

        • Meine Meinung ist völlig unabhängig von den beiden Artikeln, deren Inhalt man übrigens sogar guten Gewissens teilen kann, wenn man denn möchte. Ich möchte das aber nicht. Auch, weil in den Artikeln jedes Gegenargument (und ja, manche davon sind vollständig schwachsinnig) so behandelt wird, als wäre der, der es äußert ein, mit Verlaub, misanthropischer Scheißkerl. Und das bin ich nicht!

          Für mich würde sich durch Triggerwarnungen die Entwicklung meiner Texte wohl folgendermaßen darstellen:

          Ich schreibe eine Etüde. Oder einen Beitrag zu den Freitagsfragen. Am Ende stelle ich fest, dass der Text eine Triggerwarnung vertragen könnte, weil es da ein zwei Stellen gibt, die für Menschen mit entsprechendem thematischen Hintergrund problematisch sein können. Nun würde ich mir die Frage stellen, ob man die entsprechenden Texte nicht auch so umformulieren und/oder abändern könnte, dass sie letztlich keine Triggerwarnungen mehr benötigen würde. Ich würde also, in einer Art vorauseilendem Gehorsam dazu neigen, meine eigenen Texte, mit Verlaub, zu „enteiern“, nur um niemandem auf die Füße zu treten. Und das möchte ich eben nicht.

          Dabei muss das natürlich nicht jedem so gehen, ich für mich weiß aber, dass ich als konfliktscheuer Beschreiter des Weges des geringsten Widerstands in Zukunft sicherhaltshalber nur noch weichgespülte Texte fernab jeglichen Lesewertes produzieren würde. Und auch das möchte ich nicht.

          Gefällt 12 Personen

        • Neeee, das möchte ich auch nicht. Ganz sicher nicht. Und das ist auch nicht der Sinn der Sache.
          Der besteht darin, dass man sagt, Achtung, hier steht ein Tisch mit spitzen Ecken – und NICHT NICHT NICHT darin, in vorauseilendem Gehorsam und Selbstzensur die Ecken selbst rundzuschleifen.
          Wenn du das tust, bitte, aber dann ist das dein Ding, und dann verwechselst du da was.
          Ich glaube, dass das gar nicht so leicht ist. Ich bin selbst so ein harmonischer Typ. Wenn du dir aber von Anfang an vornimmst, dagegenzuarbeiten, dann führt das vielleicht dazu, dass man sich dessen, was man schreibt (man, nicht automatisch konkret du), bewusster ist, nicht aber automatisch dazu, es abzuschwächen. Siehe Bernd, der das vorhin ganz schlicht und klar formuliert hat.
          Ist doch die Mühe wert, oder?

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        • Ich weiß, dass das nicht der Sinn der Sache wäre,

          Der Effekt bliebe – zumindest bei mir und auch nur auf meine Texte beziehe ich mich hier – dennoch absolut der selbe: Es führt, wenn auch nur unterschwellig, zu einer „Entschärfung“ meiner Texte. Das mag anderen absolut anders gehen, deshalb beziehe ich mich hier auch ausschließlich auf meine Texte.

          Und ob diese Entschärfung dann darin begründet liegt, dass ich mir dessen, was ich schreibe, vorher bewusster werde oder ob ich den Text anschließend verharmlose, wäre mir ziemlich schnuppe, das Ergebnis wäre, ich wiederhole mich gerne, das selbe.

          Um mal bei Deinem Tisch-Beispiel zu bleiben: Die Welt der Literatur wäre in diesem Beispiel ein riesiges Möbelhaus. Und in diesem stehen auch Tische. Unzählige Tische. Manche davon klein und rund, manche davon groß und klobig und mit unzähligen Ecken. Und weil sich mancher an Letzterem stößt, soll ich als Produzent eines der Tische, der irgendwo zwischen klein und rund einerseits und groß und klobig mit unzähligen Ecken andererseits liegt, ein Schild auf dem Tisch aufstellen, damit niemand dagegenläuft?

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        • Das Beispiel hinkt, weil jede*r Käufer die spitzen Ecken sehen kann. Da ist ein Schild albern.
          Das mit dem Sehen ist bei einer Etüde – bleiben wir bei einer Etüde, ja? – aber nicht so. Da weiß man beim Lesen nicht, was einen erwartet. Gerade dann nicht, wenn der Schreibende sein Handwerk versteht und die Lesenden aufs Glatteis führt.

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        • Man weiß bei keinem literarischen Text, was einen erwartet. Auch Klappentexte in Büchern können missverständlich sein, wie ich beispielhaft in einem anderen Kommentar erläutert habe. Daher bleibt für mich die Frage, warum man unterschiedliche Textformen unterschiedliche behandeln sollte, ungeklärt.

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        • Bernd macht es nicht. Ich überlege es für mich. Aber ich bin die Etüden-Organisatorin, daher KANN ich nur für die Etüden sprechen. Selbstverständlich laufen die Etüden weiter, auch wenn du oder andere Schreibende keine Inhaltswarnungen über eure Texte setzen wollt. Ich (ich persönlich) möchte nur dazu motivieren, es zu tun.

          Klappentexte, ja? Ich frage mich bei Klappentexten oft genug, ob der Schreibende das Buch ÜBERHAUPT gelesen hat. Aber das ist in diesem Bezug off topic.

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        • Ich möchte Dir nur ungern nochmal widersprechen. ;-) Aber Du schriebst selbst vorhin „bei Büchern gibt es Inhaltsangaben und Klappentexte, bei unseren Etüden nicht.“, insofern ist das also überhaupt nicht off topic, zumal Du ja selbst gerade sinngemäß festegestellt hast, das Klappentexte häufig nicht im Geringsten auf den Inhalt vorbereiten. Vor dem Hintergrund muss doch die Frage erlaubt sein, warum man unterschiedliche Textarten unterschiedlich behandelt!?

          Sicherlich, Du kannst nur für die Etüden sprechen, die aber eben Dein eigenes Ding sind und mit denen Du verfahren kannst, wie Du möchtest, aber bei einer Regelung wie beispielsweise im Disclaimer festzuhalten „Ihr könnt es mit Triggerwarnungen halten, wie Ihr wollt, auch wenn ich gerne hätte, das Ihr welche einsetzt“ wäre ich in letzter Konsequenz raus.

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        • Warte. Soll heißen, wenn ich in das Kleingedruckte aufnehme, dass manche Schreibenden Inhaltshinweise setzen und manche nicht, verlässt du das Projekt?
          Oh, und wer ist „man“, bei dem „unterschiedlich behandelt“?

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        • Zu früh auf „Senden“ gedrückt, sorry. Also, das kommt auf die Formulierung an. Wenn da stünde: „Das Setzen von Triggerwarnungen ist freiwillig und wird jedem freigestellt“, dann ginge das für mich noch.

          Wenn da stünde: „Ich habe die Verwendung von Triggerwarnungen angeregt, wonach sich nunmehr einige entschieden haben, sie zu setzten und einige sich auch dagegen entschieden haben.“, dann hätte ich damit schon wieder ein Problem, weil man dann unterschwellig wieder als der vorhin erwähnte misanthropische Scheißkerl dastünde, der man nicht ist.

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        • Ist gut, ist notiert und fett zur Kenntnis genommen. Sorry, ich war den Nachmittag über unterwegs und hatte unerwarteterweise 20 km vor Hamburg keine funktionierende Internetverbindung (EDGE). Internet zu Fuß. Seufz.

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        • Schon okay, keinen Stress. ;-) Letztlich kannst und wirst Du es dann ja halten, wie Du möchtest, und so soll es ja auch sein, schließlich sind die Etüden Dein Ding, und dann sehen wir ob und inwieweit ich mich damit arrangieren kann oder eben nicht. :-)

          Wobei jetzt schon bei mir unterschwellig das Gefühl eingesetzt hat, ein Arsch zu sein, weil ich mich gegen Triggerwarnungen ausspreche …

          Übrigens, nur zur Beruhigung meines Blutdrucks: Du hast nicht zufällig eine E-Mail von mir bekommen …? ;-)

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        • Oh, und was das Argument angeht, dass für die Etüden die gleichen Rechte wie für andere Arten der Literatur gelten müsse, woraufhin Du schriebst, dass Bücher wenigstens einen Klappentext haben, nach dem man sich richten könne:

          Ich nehme mal das Beispiel des neuen Romans von John Boyne, „Cyril Avery“, den ich nach den ersten kanpp 100 Seiten übrigens sehr lesenswert finde. Der Klapptentext dazu lautet:

          „Schon vor seiner Geburt steht Cyril Averys Leben unter einem ungünstigen Stern. Als uneheliches Kind hat er keinen Platz in der konservativen irischen Gesellschaft der 1940er Jahre. Ein exzentrisches Dubliner Ehepaar nimmt ihn schließlich bei sich auf. doch auch dort fühlt er sich nicht zu Hause. Bis eines Tages ein Junge im Hausflur steht – und mit ihm ein Abenteuer beginnt, das Cyril genau das finden lässt, wonach er immer gesucht hat: seinen Platz in dieser verrückten Welt.“

          Nun, das klingt doch eigentlich nach einer Art Comin-of-age-Geschichte“ mit Wohlfühlhintergrund, oder!? Na, auf den ersten etwa 100 Seiten tauchen Szenen auf mit Themen wie Gewalt, Gewalt gegen Homosexuelle, Gewalt gegen Minderjährige, Mord, Tod und Inzest. Auf nichts davon bereitet der Klappentext die Leserschaft vor. Und dennoch enthält Boynes Roman nicht den Hauch einer Triggerwarnung.

          Warum sollten meine Texte dann eine enthalten?

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    • Ein wundervoller Satz in Deinem Text, liebe Karin:
      Literatur ist immer auch Zumutung
      und ich ergänze: Das Leben auch!
      und ich glaube, darum geht es hier im weitesten Sinne.
      Ein Beispiel, das mir vor einigen Minuten passiert ist:

      Ich las ein Buch, eigentlich eine Liebesgeschichte, die mies und deprimiert endete., Sie heiratete den Mann, den sie nicht liebte, sie begnügte sich mit dem, der vorhanden war und ließ alle ihre Träume sausen.
      Aber Ende packte mich die Wut, weil ich das Ende so anders erhofft hatte (es hätte kein Happy End sein müssen, aber etwas Versöhnliches) und ich schmiss mein ausgelesenes Buch kurzerhand in den Abfall. Eine spontane Reaktion.
      Denke ich nun darüber nach, war es völlig überzogen, vermutlich eine kindliche *Geste*, hinter er so viel anderes stecken kann…
      Rücksichtnahme muß sein, sollte sein, aber wir schaffen es nicht immer, auch wenn wir eigentlich gar nicht verletzen wollten und ärgern uns über uns selbst.

      Liebe Grüße von Bruni

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      • Liebe Bruni, sorry, ich hab den Überblick verloren, welche Kommentare noch offen sind. Keine böse Absicht.
        Mit deinem letzten Satz läufst du bei mir offene Türen ein. Ich finde das Leben leichter, wenn man Rücksicht nimmt, auch wenn das bedeutet, dass man die berühmte Extrameile auf sich nimmt, und ich werde nicht müde, dafür zu werben.
        Liebe Grüße, hab einen schönen Abend (und ein besseres Buch) 😁
        Christiane 😺👍❤️

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  3. »Ich möchte gern von euch hören, wer sich bereit erklärt, über seinen Text, falls er in eine der oben genannten Kategorien fällt, eine Triggerwarnung/Inhaltshinweis zu setzen.«

    Es ist Ausdruck eines achtsamen und respektvollen Umgangs, einen Inhaltshinweis zu geben; ich werde Artikel entsprechend kennzeichnen. Das betrifft übrigens nicht nur selbst ausgedachte Geschichten, sondern auch zitierte Artikel anderer Autoren aus dem ‚World Wide Web‘. Übrigens: Wenn Journalisten in ihren (Mainstream-)Medien von Dingen berichten, in denen die genannten Kategorien beschrieben werden, habe ich noch nie einen Inhaltshinweis gesehen.

    »Natürlich komme ich rum, natürlich gebe ich nach bestem Wissen und Gewissen meinen Senf dazu; und auch euch bitte ich, die Augen offen zu halten, wo eine Etüde einen Inhaltshinweis braucht und ihn nicht hat.«

    Soziale Kontrolle verbitte ich mir.

    »Ob ich sauer auf mich bin, dass ich die Wörter akzeptiert habe?«

    Auch eine Zensur von Wortspenden, so sie denn im Duden oder in anderen gängigen Wörterbüchern vorkommen, darf es nicht geben.

    In einer offenen und freiheitlichen Gesellschaft darf es keine Beschränkungen von veröffentlichten Gedanken geben (es sei denn, sie verstießen gegen Strafrecht).

    Liebe Grüße, Bernd

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    • Moin Bernd, bei dir mache ich mir mit am wenigsten Sorgen, dass du eine Geschichte falsch labeln könntest. Ich weiß aber, dass andere nicht so sicher sind wie du – ich zum Beispiel tue mich mit neuen Anforderungen immer schwer. Ich rufe zu Unterstützung auf, nicht zu Kontrolle, so, wie man vielleicht zu der alten Nachbarin schaut, ob sie morgens ihre Vorhänge aufgezogen hat, wenn sie das jeden Tag um die gleiche Zeit tut.
      Du hast recht, keine Zensur von Wortspenden, das war aber nicht das, was ich mit dem Satz gemeint habe. Auch für die Freiheit des Autors (in den von dir angesprochenen rechtsstaatlichen Grenzen) trete ich unbedingt ein.
      Liebe Grüße, danke, dass du eine Vorreiterrolle eingenommen hast, und einen schönen Sonntag!
      Christiane

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      • Liebe Christiane, danke für Klarstellung! Solange wir noch sagen und schreiben dürfen, was wir wollen, sollten wir einer Schere im Kopf keinen Platz einräumen. | Wer sich mit der Warnung schwer tut, könnte ja auch einfach schreiben (spontaner Einfall): „Liebe* Leser*, bevor du weiterliest: bedenke, ob du gerade in der Verfassung bist, eventuell von Situationen zu lesen, die dir nicht gut täten? Dann komme bitte wieder, wenn es dir besser geht. Liebe Güße.“ | Mal anders gedacht: Wenn ich eine traumatisierte Person wäre, die zu Flashbacks neigte, weil bestimmte Worte oder Situationen mich unangenehm träfen, würde ich jeden Artikel erst einmal mit „spitzen Fingern anfassen“ und zunächst überfliegen. Die Verantwortung, sich zu beschützen, liegt zuerst bei den Betroffenen. Und in einer Gemeinschaft wie diesen Etüden, sollte es für Nicht-Betroffene selbstverständlich sein, darauf Rücksicht zu nehmen und einen kleinen Warnhinweis vorzuschalten. | Liebe Grüße, Bernd

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        • Lieber Bernd, ich danke dir für den erneuten Kommentar. Der gibt mir nämlich die Möglichkeit, eine Rückmeldung anzubringen, die mich vor zwei Tagen erreichte: Verhaltensratschläge („Bitte bedenke, ob du in der Verfassung bist …“) wurden als „anmaßend“ empfunden; ich würde stattdessen vielleicht „übergriffig“ sagen. Jemand, der auf physische und psychische Gewalt reagiert, will sich nicht anhören, dass er der Situation vielleicht nicht gewachsen ist, er will wissen, ob Triggerauslöser im Text sind. Daher wurde vorgeschlagen, den Text auf deinen von mir angepassten Satz zu schrumpfen: „Inhaltshinweis: Dieser Text enthält Szenen physischer oder psychischer Gewalt, die belastend sein können.“
          Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, getriggert zu werden, aber ich denke, jede*r Betroffene bemüht sich darum, sich selbst zu schützen, und die Inhaltshinweise/Triggerwarnungen helfen dabei.
          Ich denke, wir machen einen Anfang, und der ist besser als nichts.
          Herzlich zurück
          Christiane

          Gefällt 3 Personen

  4. Guten Morgen zusammen. Es ist eigentlich ziemlich simpel. Wenn mir der Text an die Nerven geht, höre ich auf zu lesen. So mache ich es überall. In meinen Büchern kommt ebenfalls Gewalt vor, die triggern könnte, doch man muss ja einen Thriller nicht kaufen, wenn man vor Gewalt zurückschreckt. Dies gilt ebenso für die Etüden, oder nicht?

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    • Klar. Nur mit dem Unterschied, dass die Etüden keine Inhaltsangabe haben, lieber Arno, und dass du, wenn du getriggert bist, u. U. handlungsunfähig mit schweren Symptomen in der Ecke hängst.
      Es haben einfach nicht alle die gleichen Voraussetzungen.
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Natürlich ist es nicht einfach, liebe Christiane. Ich bin jetzt schon über 4 Jahre in Therapie und dort lernt man entweder nicht mehr getriggert zu werden oder diese zu vermeiden. Alleine geht so etwas nicht. In meiner schlimmsten Phase habe ich 1 Jahr lang kein TV gesehen, also glaube mir, wenn ich sage, dass es simpel ist. Nur eben nicht als Einzelkämpfer. Wer so stark auf Texte o.ä. anspricht sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und sich von allem fernhalten, was Ängste auslösen könnte …

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        • „… und sich von allem fernhalten, was Ängste auslösen könnte.“ Ja, und dafür die Inhaltsangaben, damit jemand weiß, es könnte möglicherweise triggern. Wenn die Liste die am häufigsten vorkommenden Trigger abdeckt, was sie behauptet, wäre das ein großer Schritt. Natürlich kann man nicht alles abdecken.
          Klar ist jede*r dafür selbst verantwortlich, dass ihm*ihr geholfen wird. Aber ich kann es keiner*keinem vorschreiben, was er tut und wie.
          Meinen Blog für Menschen sicherer machen, das kann ich. Ich kann Inhaltshinweise als Rücksichtnahme verstehen. Rücksichtnahme kostet mich einen Satz und ein Lächeln. Ich versuche es wenigstens.

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  5. Fast alles, was auf abstrakter Ebene zu dem Thema gesagt werden kann, wurde schon gesagt. Ich möchte noch einen praktischen Aspekt beitragen: ein 300 Wörter langer Text hat in den allermeisten Fällen einen kleinen Spannungsbogen und ein möglichst überraschendes Ende. Wenn dieses Ende aus einem Bereich in der Liste der möglichen Trigger stammt, kann man den Text vergessen.

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  6. Hallo in die Runde,

    ich wollte mich zum Thema eigentlich nicht äußern, aber da es ausdrücklich erwünscht wird. Ich bin einer Meinung mit meinen Vorrednern. Wie soll man unterscheiden in welche Texte eine Warnung gehören? Ich verstehe, dass manche Texte für bestimmte Personengruppen traumatisch sind, aber ich finde da wird man einfach zu sehr eingeschrenkt. Außerdem finde ich bei dem Beispieltext kann man gleich am Anfang sehen worum es ungefähr geht und da würde ich dann vermutlich für mich schon gleich selbst aufhören zu lesen. Außerdem können Klappentexte in Büchern auch täuschen. Ich hatte schon Bücher, wo Klappentexte wirklich schön und friedlich klangen und dann kam pure Gewalt drin vor. Und wie viele Klappentexte liest man und dann kommt im Inhalt des Buches was ganz anderes vor, was man so gar nicht erwartet?

    Ich habe aber einen Gegenvorschlag, der vielleicht helfen könnte das Problem zu lösen. Wie wäre es, wenn du zum Beispiel hier in deinen Wortspendebeiträgen darauf hinweist, dass manche Texte solche Inhalte haben können? Dann sind die Menschen darauf vorbereitet und können selbst entscheiden ob sie überhaupt was lesen möchten oder vielleicht nur was mit schönen Überschriften oder so? Denn letztlich ist es deine Aktion, aber unsere Texte. Wenn du willst, dass auf sowas hingewiesen wird kannst du auch dafür sorgen, dass es so gemacht wird. Das ist kein Angriff gegen dich, aber ich finde es wäre die beste Lösung für alle.

    Denn sonst wäre ich der Ansicht der meisten hier: entweder alle Texte oder keine. Ich möchte nicht jedes mal überlegen müssen ob ich jetzt einen HInweis schreiben möchte oder nicht. Ich denke auch das würde mir die Lust an den Etüden nehmen, weil ich mich dann zu sehr eingeschränkt fühle. Ich bin eindeutig dagegen, dass so ein Hinweis speziell über solche Texte kommt. Dann würden viele sie nämlich vermutlich genrell vermeiden. Auch wenn sie vielleicht ganz harmlos sind. Die Idee an sich ist schwierig umzusetzen und meine Meinung liegt keinesfalls daran, dass ich kein Verständnis für diese Leute habe.

    So, und jetzt hoffe ich ich kann trotzdem weiter Etüden schreiben, denn ich möchte gleich mit der nächsten loslegen.

    LG Corly

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    • Würdest du bitte mal in die verlinkten Artikel reinschauen, was die Themen für Inhaltswarnungen angeht?
      Und ja, natürlich werde ich das in die Hinweise aufnehmen, dass manche Schreibenden Triggerwarnungen setzen und manche nicht. Ich beschneide die Rechte und die Verantwortlichkeiten der Einzelnen nicht, weder der Schreibenden noch der Lesenden. Es sind eure Blogs, eure Etüden, wenn ihr irgendwen schädigt, seid ihr verantwortlich! Aber ich, ich habe ein Problem damit, dass die Etüden, die ich als Projekt in die Welt trage und liebe, Menschen in ihrer Gesundheit schädigen – was gerade akut der Fall ist, denn sonst stünde das Ding nicht auf dem Tisch.
      Liebe Grüße, ich freue mich, dass du schreibst
      Christiane

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      • Tja, eigentlich hatte ich erwartet mein Vorschlag wird wenigstens überdacht im Hineweis darauf, dass nur du den Hinweis scheinst. Aber ich bin nicht sicher ob ich noch mitmachen möchte, wenn ich so eingeschränkt werde.

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        • Momentan zum Beispiel von dir, weil du haarklein vorschreiben willst, was wir zu der Etüde schreiben. Dass wenn ich jedes mal überlegen muss ob ich das jetzt schreiben muss oder nicht ich jetzt vermutlich nur noch Friede-Freude-Eierkuchen schreiben würde. Und dass ich gerade mit dir hier darüber diskutiere, du aber gar nicht auf meine Kritikpunkte eingehts, statt einfach jetzt meine Etüde zu schreiben so wie es mir gefällt. Mein Problem ist, dass ich dann von Anfang an ganz anders an die Etüde ran gehen würde als normal. Und dass ich allein jetzt schon mich viel zu sehr damit beschäftige als eigentlich nötig. Es ist ein wichtiges Thema, aber man muss es auch nicht unnötig hochschaukeln.

          Sorry, ich habe mich immer sehr zurück gehalten. Das hier ist ein Blog, es ist eine Aktion und man soll Spass dran haben. Momentan fühle ich mich aber eher blockiert. Wenn du meinst die Geschichten gehören zum Thema und würden belastend sein könntest du ja auch denjenigen einfach draufhinweisen und die Etüden könnten gelöscht werden. Aber das sieht auch einfach jeder anders. Deswegen ist die Umsetzung des ganzen schwierig.

          Ich sage nicht, dass jeder meiner Meinung sein soll. Ich halte die Umsetzung deiner Idee nur für sehr schwirig. Und wie gesagt würde man auch ganz anders an die Etüden der anderen rangehen, wenn sowas dabei steht. Dann würde ich es nämlich schon generell nicht lesen. Auch wenn es vielleicht harmlos ist.

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        • Sorry als Erstes, ich war den Nachmittag unterwegs und hatte unerwarterweise keine Internetverbindung.
          Ich „schreibe dir nicht vor“, was du über deine Etüde schreiben sollst, ich gebe Anregungen, verbesser sie gern. Ich werde niemals zu jemandem sagen, dass seine*ihre Etüde Mist ist und gelöscht werden sollte, das maße ich mir nicht an, ich bin hier nicht die Über-Mama, du bist und bleibst für deine Sachen verantwortlich.
          Natürlich musst du keine Triggerhinweise setzen, und ich bin komplett dagegen, sich selbst zu zensieren. Trotzdem ist es Fakt, dass jede unserer Etüden (und natürlich jeder unserer anderen Texte, aber ICH spreche nur über die Etüden, weil mein Blog dieses Projekt hostet) irgendwelche Mitlesende triggern kann (und in der letzten Runde getriggert hat). Das ist die Realität, und ja, das schockt mich ebenso wie dich, glaubst du, ich würde sonst so einen Aufriss machen, wenn ich es zu Hause warm und kuschelig haben könnte?
          Ich finde deine Idee gut, auch in den Schreibeinladungen darauf hinzuweisen, dass triggernde, ungekennzeichnete Texte dabei sein könnten. Ist notiert.
          Liebe Grüße, dir einen schönen Abend
          Christiane

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        • Okay, das ist doch mal eine Lösung. So könnte ich mich arrangieren. Ich denke ich sehe es nur nicht so eng wie du. Deswegen sind wir teilweise vermutlich ziemlich unterschiedlichen Ansichten. LG Corly

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        • Kriegen wir gelöst, da bin ich ganz sicher. Ich sehe die Sachen momentan aus einem anderen Blickwinkel als du, was ebenfalls völlig normal ist. Lass uns drüber schlafen.
          Liebe Grüße zurück
          Christiane

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  7. Anscheinend ein schwieriges Thema, was ich so echt nicht gedacht hätte. Ich habe bisher einmal eine Triggerwarnung gegeben, weil es um Vergewaltigung ging. Auch warne ich bei Horrorgeschichten, weil das nicht jedermans Genre ist. Drüber reden und zu senisibilisieren ist wichtig, aber etwas vorschreiben, sorgt nur für mehr Unsicherheit. Ich werde weiterhin, wenn ich ein Problem sehe, eine persönliche Einleitung schreiben. Einen generischen Satz finde ich keine gute Lösung, dazu ist das Thema zu komplex.
    Grüße, Katharina

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    • Differenzieren ist auch besser, das wird in den Artikeln auch empfohlen. Ich bin nur auf den generischen Satz angesprungen, um dem, der mit dem Thema GAR NICHTS anfangen kann, etwas an die Hand zu geben.
      Und ja, es ist sehr komplex, das Thema, aber wie gesagt, es ist akut …
      Liebe Grüße, schönen Sonntag
      Christiane

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  8. Ich bin selbst etwas zwangskrank (was das ist erkläre ich lkieber nicht) und vermeide brisante Etüden-Themem, um niemand anzutriggern.
    Doch weiß man im Einzelnen, wo und wann man antriggert?!
    Das kann man unmöglich wissen.
    Ich kann nur anbieten, meine Etüdentexte ganz sorgfältig zu erfassen. Sie sollen schon spannend werden, aber ohne Crime, Sex ect.
    Es geht ja auch darum, Dich zu schonen! Schlieslich soll es ja ein Spaß sein.
    Noch etwas:
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß schon ein einzelner Satz antriggern kann, deshalb hilft es auch nicht zu sagen: Der oder die soll doch einfach nicht weiterlesen! Das greift deutlich zu kurz.
    Also: Meine Parole wäre, Kritisches da wegzulassen.

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  9. Liebe Christiane,

    „Da wir unsere Lesenden aber nicht bevormunden können wie du deine Enkelkinder, können wir sie darüber informieren, dass unser Text Themen aus dem „kritischen“ Themenfeld beinhaltet, und ihnen den Rest überlassen.“
    Es gibt im Prinzip, meiner Ansicht nach, ausschließlich „kritische Themenfelder“. Wer schreibt, setzt sie automatisch. Wer liest, setzt sich ihnen automatisch aus.

    Selbstverständlich ist jede und jeder von uns gehalten, keine strafrechtlich relevanten Texte zu veröffentlichen. Aber darum ging es ja zu keiner Zeit.

    Ich merke, wir sind und bleiben einfach unterschiedlicher Meinung.
    Das ist okay, wir werden es beide aushalten.

    Alles Liebe
    Elke

    Gefällt 7 Personen

    • Ich respektiere deine Meinung völlig, liebe Elke, das ist kein Problem für mich. Ich werde mich jederzeit freuen, dich zu lesen, ich mag deine Texte sehr und hoffe, dass du Zeit fürs private Schreiben finden kannst.
      Alles Liebe auch dir
      Christiane

      Gefällt 2 Personen

  10. Liebe Alice,
    du sagst es treffend: „Das Bild ist für 99,9% aller Menschen harmlos, für mich aus einem unerfindlichen Grund eben nicht.“ Genau darum geht es mir. Jede Situation, ob im Leben oder im Text, im Film oder im Lied oder sonstwo, kann triggern, da mag sie noch so „harmlos“ sein. Auch der Hinweis: „Da ist etwas, was dich triggern könnte“ kann seinerseits triggern. Darum nach wie vor: NEIN zu Warnhinweisen.
    Liebe Grüße
    Elke

    Gefällt 6 Personen

  11. Liebe Christiane, was für ein schwieriges Thema, über das ich jetzt schon den ganzen Morgen nachdenke. Ich bin zwiegespalten – auf der einen Seite verstehe ich die Betroffenen, denen evtl durch eine Warnung geholfen würde. Auf der anderen Seite sehe ich es ähnlich wie z.B. fraggle, dass ich nicht weiß, ob ich nicht unbewusst gemäßigter schreiben bzw meinen Text im Nachhinein ändern würde. Ja – das ist mein Ding, aber so wie manche auf Trigger reagieren, so arbeiten manche eben dann anders mit ihrem Text. Zudem stelle auch ich immer wieder fest, dass Klappentexte nicht wirklich das wieder geben, was das Buch ansonsten so an evtl Triggern beinhaltet. Auch Aussagen von Myriade, dass es sich eben meist um einen kurzen Text mit wahrscheinlichem Spannungsbogen oder überraschender Wendung handelt, sehe ich so. Da macht jegliche Warnung den Text kaputt. Ja, Rücksichtnahme ist schön und da bin ich normalerweise auch sehr für – in diesem Fall bin ich – immer noch – hin und her gerissen. ich spüre nur gerade, wie mir das ganze die Lust am Schreiben nimmt (jaaaaaa – meine Sache!) … Das heißt für mich erstmal, dass ich das Thema weiter für mich bewegen werde und noch zu keinem abschließenden Ergebnis kommen kann. Und jetzt empfehle ich einfach mal: Geht raus, genießt die Sonne, nehmt auch mal Abstand und betrachtet das ganze morgen neu – so werde ich es jetzt halten, manchmal hilft das :-) Einen wundervollen Tag wünsche ich euch

    Gefällt 12 Personen

    • Ich habe die nicht vorhandene Sonne genossen und war draußen, daher kommt die Antwort erst jetzt, sorry.
      Weißt du, wenn du dich damit gar nicht anfreunden kannst, dann machst du es eben nicht. Ich kann (und werde!) keinen zwingen.
      Dass unsere Etüden bei Leuten aber etwas bewirken können (wer war das mit der Bombe?), das ist leider wahr und aktuell. Was glaubst du, warum ich mich so aufführe? Wegschauen ist immer einfacher.
      Ich muss das mit dem gestörten Spannungsbogen auch noch ausprobieren, mir gefällt das auch nicht, mir selbst den Effekt zu klauen. Ich denke, der Versuch würde/wird es zeigen.
      Lass es einfach mal bisschen sacken.
      Liebe Grüße, danke für deine Gedanken
      Christiane

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      • Wenn ich davon ausgehe, dass meine Texte von mehr oder weniger den gleichen Menschen gelesen werden, die auch meine Etüden lesen, betrifft es letztendlich meinen ganzen Blog- egal, wie ich mich jetzt entscheide – diese Entscheidung müsste dann letztendlich für alle Texte gelten….. das mal eben nur so als meine zusätzliche Überlegung.
        Und, falls ich mich entschließen sollte, keine Warnungen auszusprechen, hat das für mich nichts mit Wegschauen zu tun oder dass ich Verantwortung ablehne, sondern eher mit anderen, tw schon genannten Gründen.
        Ich denke weiter und lasse dich meine Entscheidung auf jeden Fall wissen.
        Liebe Grüsse an dich 🌼🌻

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  12. Jetzt haben wir also den Salat …

    Ich habe überlegt, Etüden in eine entsprechende Kategorie einzuordnen. Offenbar greift das aber zu wenig.
    Eigentlich mag ich keine Triggerwarnumg an den Anfang setzen. Was, wenn ich vor etwas warne und das Wort daneben ist dann der Auslöser? Knapp daneben ist auch vorbei.

    Möglich wäre, dass ich keine Links mehr zur Schreibeinladung setze. Dass ich nur noch den Link zu meiner Etüde in einen Kommentar schreibe mit entsprechendem Text und ev einer Warnung. Dass ich grundsätzlich den Zugang zu meinem Blog erschwere. Wer mich kennt und gerne liest, wird mich finden. Wer sich unwohl bei meinen Geschichten fühlt, bleibt weg.

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  13. Auch ich überlege und überlege und lese und überlege – und merke, wir mir gerade die Lust am Schreiben völlig vergeht… Nein, ich möchte das Niemandem anlasten, und ich verstehe, dass Triggerwarnungen etwas völlig Normales werden könnten. Bei mir aber erwecken sie aber das Gefühl, als sei ich selbst mit meinen Texten die Bombe… und diese Gefühl tut mir gerade überhaupt nicht gut.
    Meine ganz persönliche Lösung wäre im Moment, aus dem offiziellen Teil der Etüden einfach auszusteigen, d.h. keine Verlinkung bei dir, liebe Christiane, und wer bei mir lesen will, kann das einfach tun, ohne Warnungen.
    Wie gesagt, ich bin da gerade sehr zerrissen. Ich habe nur mal „Tod“ als Stichwort in meinen Texten gesucht und bin schon diverse Male fündig geworden. Wollte ich da jemals Jemandem mit schaden? Sicher nicht? Muss ich mir aber nach jedem Text überlegen, welchen WARNHINWEIS ich jetzt darüberschreibe, bleibt der persönliche Ausdruck meines Inneren etwas Böses, was Andere schädigen kann. Ich weiß nicht, irgendwas wehrt und sträubt sich in mir, ich bin da noch nicht am Ende… Und ja, ich weiß, das ist mein eigener Film.
    Also: Wenn ihr einen geschützten Raum einrichten möchtet, kann ich das verstehen und beglückwünsche euch dazu.
    Für mich ist mein Blog jedoch mein persönlicher Schutzraum, in dem ich mir erlaube, ich selbst oder auch mal jemand Anderes zu sein. Unbewertet. Die drei Worte aus den Etüden helfen mir dabei, meine Gedanken auf die Sprünge zu bringen, und das finde ich sehr schön. Aber ich muss sie nicht verlinken bei dir.
    So ist mein, vielleicht noch nicht abschließender, Stand.
    Ich hoffe, ihr alle könnt diesen Sonntag noch genießen,
    lieber Gruß,
    Hummel

    Gefällt 9 Personen

    • Ach, du warst das mit der Bombe. ;-)
      Das ist genau mein Problem, als ich erfahren habe, dass unsere Etüden Leute getriggert haben. Die auch von mir eher weit weg geschobene Möglichkeit, dass das passiert, war plötzlich ganz nah. Ich bin ziemlich durchgedreht, ich kann dein Gefühl so was von gut verstehen.
      Ich habe mit dem Gefühl ungefähr drei Tage Vorsprung vor dir. In der Zeit habe ich mir überlegt, dass ich es mal versuchen kann.

      Ich halte es nicht für die Antwort, sich zu verstecken (zum Beispiel durch die Nicht-Verlinkung) oder sich selbst zu zensieren. Wenn es für dich anders ist, okay. Wenn du keine Inhaltswarnungen setzen willst, okay.
      Es tut mir leid, dass ich dir quasi untergejubelt habe, dass sich dein Blog nicht im luftleeren Raum befindet …
      Ich würde dich wie alle anderen einfach bitten, noch ein bisschen auf dem Thema herumzudenken, den Schock zu verdauen und dich dann erst zu entscheiden.
      Liebe Grüße
      Christiane

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  14. Hallo zusammen. Ich habe jetzt auch lange überlegt ob und was ich dazu sagen will. Am Anfang dachte ich erst ich hätte dazu nichts beizutragen, weil meine Texte ja sowieso „selten wirklich ernst“ sind. So einfach wollte und kann ich es mir dann aber auch nicht machen. Schließlich bin ich auch der Meinung, dass es generell kaum auszurechnen ist was jetzt wen, wann und warum triggert und was nicht, und schließt daher auch die von mir bearbeiteten Themen möglicherweise mit ein. Oder eben auch nicht. Daher halte ich mögliche Vorkehrungen auch für fast unmöglich.

    Um aber unseren Teil der Verantwortung zu erfüllen unterstütze ich am ehesten die Idee, dass Christiane als Schirmherrin über den Etüden einen Hinweis auf der Ankündigungsseite der Etüden setzen könnte. Über eine von mir verfasste Etüde einen solchen Hinweis drüber zu setzen, da bin ich dagegen.

    Wenn ich an dieser Stelle aber noch etwas allgemein ergänzen darf. Was mich sehr erfreut ist tatsächlich der Fakt, wie sachlich selbst ein solch empfindliches Thema hier diskutiert werden kann und wird. Das sehe ich leider zu häufig auf anderen Seiten sehr schnell eskalieren und unsachlich werden. Aber ich denke das zeichnet uns als Gruppe hier auch aus und macht dieses Projekt sehr wertvoll. Daher bin ich sicher, dass es eine gute Lösung geben wird die für alle funktioniert, und von der uns die Lust am Schreiben nicht vergeht.

    Denn nicht zu Schreiben … da bin ich definitiv dagegen ;-)

    VG und einen schönen Sonntag, René

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    • Lieber René, das mit dem Hinweis habe ich jetzt so oft gehört/gelesen, dass ich es bestimmt umsetzen werde, schon allein deswegen, weil nicht alle Inhaltswarnungen einführen werden.
      Trotzdem, auch an dich die Frage: Wenn man schon weiß, dass die meisten Trigger aus einem bestimmten Themenfeld kommen, warum soll man es dann nicht im Vorfeld benennen? Wen es trifft, der liest es, wen es nicht trifft, der überliest es, und zwar ganz fix.
      Last but not least danke ich dir für dein Lob. Ich war und bin stolz auf unsere Diskussionskultur auf meinem Blog, das geht nur, weil alle bereit sind, sich nicht gegenseitig anzuschreien. Nicht, dass ich das zulassen würde, aber ich weiß, dass es anderswo nicht selbstverständlich ist.
      Und selbstverständlich stimme ich dir zu: Nicht zu schreiben ist kein Lösung! 😉
      Liebe Grüße Richtung Hauptstadt
      Christiane

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      • Hallo Christiane und danke für die Antwort. Ich verstehe absolut, dass man die meisten Trigger „abfangen“ könnte, vielleicht sollte. Daher fände ich die genannte Idee einen guten Kompromiss mit dem Hinweis auf der Ankündigungsseite.

        Mir drängt sich noch eine Frage auf. Womit ich definitiv nicht sagen oder andeuten will, dass mir das Befinden einzelner Menschen egal ist, wenn sie oder er sich durch irgendwelche Inhalte betroffen fühlen.

        Wenn du aber 1000 Etüden hast die nichts triggern. Und eine tut das dann. Ist diese eine den ganzen Aufwand tatsächlich wert, um diese eine Eventualität „abzufangen“, die mit einer Chance von 1:1000 nochmal auftreten könnte? Der Gesetzgeber geht ja bekanntlich diesen Weg eine Regelung zu erlassen wo sich eine „Lücke“ in den Gesetzen auftut. Und ich sehe nicht, dass das sehr erfolgreich ist, weil im Zweifelsfall durch die Neuregelung mehr Menschen eingeschränkt werden als das vorher der Fall war.

        You get the idea…

        Auf jeden Fall eine erfolgreiche Woche, René

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        • Moin René, prinzipiell gebe ich dir recht bei der Frage, ob es den Aufwand wert ist, darüber kann man laut nachdenken.
          Aber: Wir HABEN Leute, die hier mitlesen, und die akut getriggert werden bzw. worden sind, von Etüden, die ich mitverbreitet habe. Ich bin verdonnert worden, nichts zu deren Identität zu sagen, aber sie sind da. Jetzt.
          Und: Es geht nicht um „betroffen fühlen“, es geht um physische/psychische Auswirkungen, die massiv sind – siehe „offener Armbruch“ zu „empfindlich“.
          Das alles vorausgesetzt, was willst du machen, wenn du diesen Menschen die Sicherheit geben willst, dass sie deinen/meinen/unseren Kram lesen können, ohne auszuflippen? Immer vorausgesetzt, dass unsere Triggerwarnungen deren tatsächlichen Fall abdecken, was man sowieso nicht weiß, und wo ich auch ganz klar (hoffentlich) gesagt habe, dass ich mich da an die Empfehlungen halte.
          Du fragst, ob es das wert ist. Tja. Es ist die Entscheidung jedes Einzelnen, die mit Berechtigung so oder so ausfallen kann, unbenommen.
          Ich kann und werde EUCH überhaupt nichts vorschreiben.
          Aber ICH habe damals das Leben einer einzigen Streunerkatze verändert (und sie meins), als sie bei mir einziehen durfte, und nicht das Leben aller ausgesetzten Katzen, weil das in Bausch und Bogen nicht geht und ich den Anspruch eh nicht habe.
          Ich bemühe mich. Ich weiß, dass Freundlichkeit von unerwarteten Ecken zurückkommt. Der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Es ist ein klitzekleinerSchritt gegen die so oft besungene Kälte in unserer Gesellschaft (entschuldige, falls das pathetisch bei dir rüberkommt, ist nicht so gemeint), und viele Schritte bewirken was. Irgendwann. Ja, ich für mich finde schon, dass sich die Unbequemlichkeit der Inhaltshinweise lohnt.
          You get meine idea?
          Ich wünsche dir auch eine gute Woche. Hab Dank fürs Mitdenken!
          Liebe Grüße
          Christiane

          Gefällt 2 Personen

        • I get your idea vollständig und kann deinen Gesichtspunkt nachvollziehen und unterstützen. Nennen wir es Hilfe, Kümmern, Wärme oder wie auch immer. Und ich denke auch, dass deinem Geben auch ein Bekommen folgen wird, im positivsten Sinn :-)

          So lasse ich das jetzt einfach mal stehen.

          VG, René

          Gefällt 1 Person

  15. Ich finde den Gegenvorschlag von Corby brauchbar (s.o.) Was mich betrifft: ich werde keine Warnung setzen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich Texte lesen werde, die mit einer solchen Warnung beginnen. Mir sind all diese Entmündigungen zutiefst suspekt. Mir reicht das Elend mit den Datenschutzbestimmungen, die das eigentliche Poblem natürlich überhaupt nicht tangieren.

    Im übrigen ist auch die einschlägige Forschung keineswegs einhellig. Ich zitiere aus dem ersten link: “ Einige Studien zeigen eher negative Effekt auf (v.a. von unspezifischen Warnungen bei Nicht-Betroffenen, z.B. die Studie von Bellet und Kollegen aus Harvard), andere fanden eher positive Effekte (z.B. eine Studie von Gainsburg und Earl an der Universität Michigan). Manche, wie die von Boysen, fanden gar keinen Effekt.“

    Gefällt 8 Personen

    • Exakt, liebe Gerda. Mir reichen die Datenschutzbestimmungen auch mehr als aus. Ich war schon zu Datenschutz-Installationszeiten nahe daran, mit dem Bloggen aufzuhören und habe meine klitzekleine Verlags-GmbH unter anderem deshalb liquidiert. Das war mir zu heikel. Aber private Geschichtlein wollte ich dann doch weiterhin schreiben. Wer Angst hat, von einem Text getriggert zu werden, wird zum Lesen ja nicht gezwungen. Dachte ich. Scheint aber nicht so glasklar zu sein, wie ich dachte.

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        • Liebe Christiane,
          das bleibt den (uns) Betroffenen überlassen. Ich nehme am Straßenverkehr teil, obwohl ich einen Unfall haben könnte. Ich gehe abends schlafen, obwohl nachts mein Herz stehenbleiben könnte. Ich lese im Internet, obwohl ich retraumatisiert werden könnte. Ich backe Kuchen, obwohl ich mich verbrennen könnte. Das Leben ist voll von Risiken, ich kann sie nicht vermeiden, und da ich sie meiner Ansicht nach mit einem Triggerhinweis auch nicht mindern könnte (und in dieser Hinsicht sind wir offenbar verschiedener Ansicht), lasse ich es lieber bleiben. Sorry, wir kommen bei diesem Thema nicht zusammen.
          Nichts für ungut!
          Elke

          Gefällt 3 Personen

    • Ich würde mich grämen, dich als Leserin zu verlieren, liebe Gerda. Ich weiß, dass die Literatur zu Triggerwarnungen nicht einhellig ist. Aber alle scheinen der Meinung zu sein, dass spezifische Triggerwarnungen noch am ehesten funktionieren. Und wenn dem so ist, und wenn es für Mitlesende einen Akt der Rücksichtnahme bedeutet, dann versuche ich es zumindest.

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      • Na, mal sehen. den Text von Bernd habe ich jedenfalls nicht lesen mögen, (UND DAS TUT MIR RICHTIG LEID), da ich mich lieber solidarisch einreihe bei denen, die durch solche Warnungen vom Lesen abgehalten werden sollen, als bei denen,die solche Warnungen aussprechen. wenn ich les: „Brücke, Vorsicht Einsturzgefahr! Betreten auf eigene Gefahr“ – wer bin ich, dass ich sie dann leichtfertig betrete? Zumal wenn neben mir Leute stehen, die es mit der Angst zu tun kriegen? Oder gar Kinder, die hinter mir hergehen? Aber wie gesagt: mal sehen.

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  16. Da unsere Meinung gefragt ist, gebe auch ich meine ab:

    Ich kenne keine Buchhandlung, an deren Eingangstür ein Warnhinweis (Triggerwarnung) angebracht wäre. Muss auch nicht, weil man erwarten kann, dass dort Bücher aller möglichen Genres ausliegen, unter denen natürlich auch welche mit Inhalten sein können, die triggern könnten. Zudem sind die Bücher in den Buchhandlungen zumeist nach Genres sortiert, was schon Wahrscheinlichkeiten erkennen lässt, ob Trigger-Inhalte zu erwarten sind.
    Bei „unserem“ Etüdenblog haben wir keine Schubfächer, in die wir unser Gedicht, unsere Geschichte einstellen. Wir sind ja eher wie ein Flohmarkt: jeder bringt das, was er gerne „loswerden“ möchte. Und jeder bringt es in der Regel ohne „Klappentext“. Der Leser weiß also nur recht selten, was ihn erwartet.

    Also Augen zu und durch?

    Meiner Meinung nach NEIN. Man soll sich diesem brisanten Thema einfach nicht verschließen. In unserem demokratischen Denken haben wir gelernt, Minderheiten zu schützen. Wir tun es z.B. für unsere Kinder durch die Jugendschutz-Gesetze. Wir schützen jede Art von Religionsausübung, auch wenn es nicht der Hauptglaube in unserem Land ist. Wir schützen ältere Menschen und Kranke. Wir nehmen Rücksicht in unserer Sprache auf Leser*innen. Und wir wollen es Trigger-Gefährdeten versagen? Auch wenn es nur eine ganz kleine Hilfe ist?

    Die Schwierigkeit ist wohl, dass wir dafür noch kein ausgeprägtes Bewusstsein entwickelt haben. Aber Umdenken dauert halt immer lange. Siehe Gleichberechtigung.

    Aus meiner Sicht gibt es Lösungen:

    Christiane könnte bei jeder Etüden-Ausrufung pauschal einen Hinweis vorschalten wie z.B.:

    Bloghinweis: Nachfolgende Texte der teilnehmenden Autoren können u.U. Szenen physischer oder psychischer Gewalt enthalten, die für sensible Menschen belastend sein könnten. Lesen Sie solche Text bitte nicht weiter, wenn Sie entsprechend sensibel oder sensitiv sind.

    (Dann fühlt sich Christiane gut und wir können trotz manche ABER oder NEIN doch auch wohl damit leben)

    Die zweite Lösung wäre natürlich ein (freiwilliger) eigener Inhaltshinweis, ggfs. alternativ über die Vorschaltung eines e i g e n e n (nicht fremd oder vom Verlag geschriebenen) „Klappentextes“ in den Kommentaren, wenn wir den Link bei Christiane einstellen und wo ganz kurz auf den Inhalt der Etüde verwiesen wird.

    Und wieso sollte man sich dadurch die Lust am Schreiben in den Etüden verlieren, wenn es keinerlei Einschränkungen gibt?

    LG Werner

    Gefällt 3 Personen

    • Danke dir, lieber Werner, für die Einbringung deiner konstruktiven Vorschläge und deine prinzipielle Unterstützung! Ist notiert, ich bin da noch lange nicht am Ende der Fahnenstange.
      Ich bin sehr für die Formulierung eigener Inhaltshinweise, ich habe ein Angebot formuliert, nichts Verpflichtendes.
      Wie, denkst du, kann man aber das Problem lösen, wenn eure Etüden nicht über meinen Blog mit der entsprechenden Warnung aufgerufen werden, sondern direkt gefunden werden? Dann würde der entsprechende Hinweis fehlen.
      Liebe Grüße zum Abend
      Christiane, wieder online ;-)

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  17. Liebe Christiane,
    obwohl ich bisher nur ein paar Etüden geschrieben habe, und die letzte auch schon geraume Zeit her ist, lese ich gerade diesen Post und alle bisherigen Kommentare mit sehr großem Interesse.
    Auch ich bin hin und her gerissen und habe für mich noch nicht endgültig entschieden, was ich für richtig halte, wenn „richtig“ hier überhaupt das passende Wort ist.
    Ich finde deine Initiative, dein Verantwortungsbewußtsein, dein Einfühlungsvermögen und deine Hilfbereitschaft großartig. Du bist die freundlichste und empatischste Person, die ich hier bei WordPress bisher kennen gelernt habe. Deine Maßnahmen erklären sich deshalb für mich von selbst.
    Dennoch habe auch ich jede Menge Zweifel, ob die Warnhinweise vor Etüden (oder welchen Texten auch immer) sinnvoll und wirklich hilfreich sind. Denn, wie hier schon viele vor mir geschrieben haben: fast alles kann triggern. Irgend jemand schrieb etwas von einer glücklichen Familie mit einem gesunden Baby. Ja, schon diese Zeilen können manche Menschen triggern, was wirklich schlimm ist. Aber verhindern läßt sich das doch nicht, nur weil vor allem denkbaren und undenkbaren gewarnt wird. Die betroffenen Personen haben mein tiefes Mitgefühl. Dennoch frage ich mich, wo die Grenzen für Rücksichtnahme zu ziehen sind, ohne die Freude und das Bedürfnis der Allgemeinheit am Schreiben grundlegend zu beeinflussen.
    Empfängliche Personen können jederzeit und überall getriggert werden, aber jeder von uns kann auch jederzeit und überall von einem Auto überfahren werden. Warnungen, dass dies geschehen kann, können dieses Risiko nicht ausschließen. Ähnlich verhält es sich mit Warnungen vor Blitzeinschlägen, Terroranschlägen, Operationen etc. Ich hoffe, meine Zeilen kommen nicht ignorant, arrogant oder abwertend rüber. So sind sie nicht gemeint, das garantiere ich. Herzliche Grüße, Berta.

    Gefällt 6 Personen

    • Liebe Berta, nein, sei unbesorgt, ich verstehe dich gut. Und du hast ja recht, dass alles triggern kann! Versteh meine Hilflosigkeit, als ich erfahren habe, dass ich mittelbar daran beteiligt war, dass Lesende jetzt mit massiven Problemen zu kämpfen haben …
      Wenn Triggerwarnungen für Menschen, die mit psychischen Problemen kämpfen, das Risiko einer Retraumatisierung verkleinern, dann bin ich dafür.
      Denn es geht nicht darum, sich selbst zu zensieren, sondern ein exaktes Etikett auf die Etüde zu kleben. „Marmelade“ ist ja schließlich auch bisschen unspezifisch ;-)
      Daher bin ich eigentlich sogar für detaillierte Triggerwarnungen, wir alle müssten schauen, wie gut die umsetzbar sind. Ich bin auch nicht versiert darin, das ist/wird ein Lernprozess. Ja, und?
      Ich danke dir, dass du deine Gedanken einbringst und danke dir sehr herzlich für deine netten Worte.
      Herzliche Grüße zurück
      Christiane

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  18. Liebe Christiane, danke für deine Sorgfalt! Ja, ich habe gewählt und mich für eine Warnung entschieden, obwohl ich nicht immer beurteilen kann, ob meins andere triggern kann. Ich schreibe seltenst Krimis in den Etüden und Gewalt kommt auch sehr selten vor, durch die Blume manchmal schon. Ich sehe ein Dilemma. Ich werde und kann also nur eine Warnung zu meinem darübersetzen, wenn ich meine, dass dies ein Triggerthema sein könnte, ansonsten werde ich es nicht tun. Sollte sich dennoch eine Leserin/ein Leser getriggert fühlen, dann möchte ich sie/ihn bitten mir dies mitzuteilen. Ich finde auch nicht, dass du das jetzt alles zu tun hättest. Okay, klar, fällt dir was auf, dann sag es, aber die Verantwortung liegt letztlich erstens immer bei den Schreibenden und zweitens auch bei den Lesenden. Ich mag keine Überverantwortlichkeiten!
    Ansonsten bedanke ich mich bei dir für die Bilder und bei Alice für die drei neuen Worte.
    Liebe Grüsse am Sonntagabend,
    Ulli
    P.S. ich habe heute so viele Stunden an den Tasten verbracht, dass ich mich gerade ausser Stande sehe die Diskussion zu verfolgen, tut mir leid!

    Gefällt 4 Personen

    • Die Diskussionslage ist verworren, liebe Ulli. Ich danke dir, dass du dich dafür entschieden hast, das Projekt „Inhaltshinweis“ prinzipiell zu unterstützen. Sei versichert, dass ich mich nicht in die Rolle der Über-Mama dränge, ich habe dafür wenig Eignung. Ich bin völlig deiner Meinung, dass die Verantwortung nicht bei mir liegt, sondern bei den Schreibenden und Lesenden, bin aber dafür, die Lesenden mit psychischen Problemen durch besagte Inhaltshinweise zu unterstützen.
      Das muss sich alles erst einspielen, da ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.
      Herzliche Grüße zurück
      Christiane, inzwischen ziemlich tastenmüde ;-)

      Gefällt 2 Personen

      • Du Liebe, ich beneide dich gerade nicht. Das ist eine sehr lange und intensive Diskussion. Ein bisschen habe ich jetzt schon auch gelesen. Ich finde ja gerne einen mittleren Weg, in dem Fall heißt das, dass ich zwar bei eindeutigen Hinweisen in meinen Texten auf Triggergefahren aufmerksam machen kann, aber letztlich nie wirklich wissen kann, was wen triggert. So müssen sich letztlich eide Seiten verantwortlich verhalten, ich als Schreibende einer Etüde, weil ich mir das vorstellen kann, die Leserin/der Leser, dass er die Seite schließt, falls es passieren sollte. Niemand kann sich in jeden hineinversetzen und die Palette der Verletzungen ist leider groß.
        Na, nu höre ich aber auf, du musst auch nicht antworten, wenn du nicht mehr magst oder kannst :bear:

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        • Ich habe mir die Auswirkungen davon, getriggert zu werden, nicht vorstellen können, und möchte meine Beteiligung daran möglichst gering halten – und mein Blog ist die Hauptanlaufstelle für die Etüden, deshalb hänge ich mich rein. Ich denke, im Zweifelsfall eher eine Warnung aussprechen als nicht. Das muss jede*r selbst wissen, wasserdicht geht nie …
          Ich bin tatsächlich ziemlich platt, liebe Ulli.
          Hab Dank, die Diskussion wird sicher noch ein paar Tage weitergehen.
          Liebe Grüße, gute Nacht
          Christiane 😏

          Gefällt 3 Personen

  19. Liebe Christiane,
    ich habe die Diskussion (auch die Links) aufmerksam verfolgt und inzwischen den Eindruck gewonnen, dass die Spontanität, die Lust am Schreiben jetzt erst einmal bei vielen Deinen Etüdenschreiberinnen verloren gegangen ist, es fehlt die Leichtigkeit, die Unvoreingenommenheit, es kommt eine Schwere hinein und das ist eigentlich bedauerlich.
    Ich lasse allen Schreiberinnen einen Text aus Dörrie’s neuestem Buch Leben Schreiben Atmen da, das ich im übrigen Euch allen empfehle:
    „Zu schreiben bedeutet, sich jeden Tag wieder aus dem kleinen , ordentlichen Garten mit gemähtem Rasen und Blumenrabatten herauszuwagen in den Dschungel. Dorthin, wo wilde Pflanzen wachsen und gefährliche Tiere umherstreifen. Dorthin, wo die Geschichten nicht mehr hübsch und ordentlich sind, sondern schillernd und giftig, schmerzhaft und wüst. Interessant ist nie die Beschreibung unseres schönsten Ferientages, sondern die des schlimmsten. Wir verbinden uns über die schlimmen Geschichten miteinander, nicht die hübschen. Über die, in denen wir nicht gut dastehen, nicht moralisch gehandelt haben, versagt haben, verletzt worden sind, gescheitert sind. “

    Nach wie vor: ich wünsche mir die Etüden als Leserin in der alten Form ohne Vorspann zurück und weiter.
    Dir einen herzlichen Abendgruß, Karin

    Gefällt 8 Personen

    • Liebe Karin, ich finde den zitierten Text sehr konservativ: wir ergötzen uns an dem eigenen und dem Leid Anderer. Ich glaube eher, daß wir einen Paradigma Wechsel brauchen, in dem wir Befriedigung darin finden, sich selbst und Anderen dazu zu verhelfen, Probleme zu überwinden und ein wahrhaftiges Leben zu führen.

      Gefällt 2 Personen

    • Liebe Karin, nachdem alle irgendwie alles gesagt haben, rufe ich inzwischen dazu auf, das Gesagte sacken zu lassen und darüber zu schlafen.
      Dir danke ich für das Zitat, dem ich zustimme, auch wenn ich es nie so formulieren könnte.
      Dir einen herzlichen Gruß zurück auf dein Dach, mit oder ohne Schnurrer
      Christiane 😁🌞👍😺

      Gefällt 2 Personen

      • Mich hat das auch geschockt, da dein Ansinnen ja kein Zwang, sondern eine Option ist. Es ist schwierig und ich dachte beim schreiben dauernd, ob es jemanden triggern würde. Würde es, aber da kann ich nicht vor warnen. Wir schreiben über uns, unsere Ideen und Träume und die triggern manche – vielleicht. Wenn es gewalttätig werden sollte, was nicht mein Stil ist, werde ich warnen.
        Liebe Grüße

        Gefällt 4 Personen

        • Und genau dieses „ich dachte beim schreiben dauernd, ob es jemanden triggern würde.“ ist der Effekt, der mich durch diese Diskussion jetzt wohl eine Weile beim Schreiben begleiten wird … :-(

          Sei es drum, ich werde gleich auch erst mal eine Nacht darüber schlafen, kann aber jetzt schon mal garantieren, morgen noch genau identischer Meinung, wahrscheinlich aber wesentlich schlechter gelaunt zu sein. ;-)

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        • Und dann … wirst du mich verfluchen und die Tatsache, dass ich dich auf die Existenz triggernder Etüden und die Möglichkeiten, das zu umgehen, aufmerksam gemacht habe, und die Welt und überhaupt.
          Boten schlechter Nachrichten werden traditionell gekillt, ob mit oder ohne Triggerhinweis.
          Und dann kannst du dir ja vielleicht überlegen, wenn der Grummel vorbei ist, wie du damit umgehst.
          Nützt es, wenn ich dir versichere, dass es mir leidtut und ich das Thema ebenfalls am liebsten weiträumig umgangen hätte? Vermutlich nicht.
          Gute Nacht!
          (Mail an dich ist in Arbeit.)

          Gefällt 5 Personen

        • Ich werde Dich bestimmt nicht verfluchen. „Don´t shoot the messenger!“ ist eines meiner Grundprinzipien. Und Dinge, die einen beschäftigen, sollte man immer und unabhängig davon, was andere davon halten, ansprechen, Insofern ist alles gut, mach Dir mal keine Sorgen. Außerdem kannst Du nur etwas für die Diskussion, die Du angestoßen hast und nichts dafür, wie ich damit umgehe. (Das ist ein bisschen, wie mit den Etüden …) Also versichere ich Dir umgekehrt: Es ist alles gut, mach Dir keine Gedanken.

          Meiner Motivation hat das Ganze nur trotzdem nicht gut getan, aber das gibt sich bestimmt. Mal schauen …

          Gefällt 8 Personen

        • Ich habe jetzt den ganzen Tag mitgelesen, mit meinem Mann darüber gesprochen, nachgedacht. Mein Fazit ist, dass es Texte gibt, die ich, wenn sie sich dementsprechend entwickeln, bewarnen würde. Andere nicht. Normales Leben, normale Probleme oder Ängste können triggern, dennoch werde ich da keine Warnung vorsetzen. Ich werde schauen, was aus der virtuellen feder fließt und erst, wenn der Text fertig ist, entscheiden, ob eine Warnung angebracht ist – oder eben nicht. Und bis dahin werde ich einfach schreiben und nicht daran zu denken versuchen.
          Liebe Grüße

          Gefällt 8 Personen

  20. Pingback: Gruß zum Wochenanfang – Hummelweb

  21. Etüde zu den Textwochen 38.39.19

    Roman – entlassen – variabel

    DIE WARNUNG

    Vorsicht, der nachfolgende Text enthält die Buchstaben des lateinischen Alphabets (inkl. Umlaute, exkl. „J“ und „Y“), die für sich oder zu Worten oder zu ganzen Romanen aneinandergereiht bei manchen Menschen Panikattacken, Depressionen und dergleichen auslösen können.
    Ich spreche aus eigener Erfahrung: In meinem Fall dreht sich’s hauptsächlich um das Wort „kurz“. Meine Reaktionen auf den Trigger „kurz“ sind variabel und hängen von meiner Tagesverfassung ab. Manchmal ist es eine schlichte Depression und dann wieder die Eruption unkontrollierter Wut, die anschließend erst recht in eine handfeste Depression mündet.
    In letzter Zeit scheint mitunter allein schon das „K“ die gleichen Reaktionen auslösen zu können. Zwei weitere Trigger, welche in meinem Fall die Lebensqualität ganz erheblich beeinträchtigen, sind „türkis“ und „blau“.
    Denkt also an das Leiden, liebe Leute, das ihr (ungewollt und unbewusst) manchen Menschen verursachen könnt, wenn ihr eure Texte in die Weiten des Internetzes entlasst!
    Und wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt, ersetzt ihr bitte das Wörtchen „kurz“ durch Ausdrücke wie „nicht sehr lang“, „unlängst“, oder „abgezwickt“ und bezeichnet die Farben „Türkis“ und „Blau“ mit den HEX Codes #00CED1 und #1874CD. Alternativ könnt ihr auch über eure Etüden drüberschreiben, dass „kurz“, „türkis“ oder „blau“ drin vorkommen. Dann weiß ich Bescheid und lese nur unter der Aufsicht meiner Therapeutin weiter.
    Ich danke für euer Verständnis!

    Das ist natürlich alles Blödsinn. Und SO nah geht mir das Treiben unseres Kurzkanzlers auch wieder nicht.
    Die aus rechtlichen Überlegungen heraus geborene Idee, das Pickerl „Lesen kann Ihre Gesundheit gefährden“ über die Texte drüberzupappen, präsentiert sich in einem duftenden Sprühnebel aus den (in den Kommentaren über hundertmal gedrückten) Zerstäuberfläschchen „Empfindsamkeit“, „Einfühlsamkeit“ und „Empathie“. Und sie triggert bei mir tatsächlich etwas: die Lust, ein bisserl dagegen anzuschreiben.

    283 Wörter

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  22. Pingback: Gedanken über das Leben – Gedichtbeitrag für die a.b.c Etüden – Jacquelines Lebenstagebuch

  23. heute las ich bei dergl 7 fiktive Triggergeschichten, die demonstrieren, dass es gegen das Auslösen von Krisen durch „Trigger“ überhaupt keine Mittel gibt. Selbst in dem einen Fall, wo gewarnt wird (Dolch-Messer), kommt es zur Auslösung der Krise. Die einzig mögliche Hilfe ist Psychotherapie!

    Gefällt 3 Personen

    • Da widerspricht ja auch keine*r, ich am allerwenigsten! Jede*r ist für sich erst mal selbst verantwortlich, das muss man jeder*jedem zumuten.
      Aber deshalb kann ich trotzdem Rücksicht nehmen, oder??? Mehr ist das doch nicht.
      Liebe Grüße am Vormittag
      Christiane

      Gefällt 1 Person

      • Ich bin jederzeit für gegenseitige Rücksichtnahme, wobei „gegenseitig“ übrigens das Zauberwort in diesem Satz darstellt.

        Beispielsweise bin ich an anderer Stelle als Forenmoderator tätig und werde oftmals mit der Meinung konfrontiert, dass, wer nicht beleidigt werden möchte, eben nicht ins Internet gehen darf. Und ich verabscheue diese Argumentation, weil sie ausblendet, dass eine Beleidigung ein aktives, bewusstes Handeln einer Person darstellt, auf das sie auch guten Gewissens verzichten könnte.

        Bei den Etüden ist es aber eben ein bisschen anders, wenn es um die Intention geht. Niemand schreibt eine Etüde, um andere Leute zu triggern. Wer das doch tut, der hat ganz andere Probleme. Und dennoch wollen mir Leute (nicht Du! Dazu später im Text mehr) vorschreiben, wie ich meine Texte zu präsentieren habe. Und damit habe ich eben ein Problem.

        Momentan stellt sich meine Gedankenwelt zum Thema folgendermaßen dar:

        Du hast Dich zu diesem Thema klar positioniert, indem Du klarstellst, dass Du Triggerwarnungen als wünschenswert empfindest. Das ist vor dem Hintergrund, dass die Etüden Dein Projekt sind, auch vollkommen okay, weswegen ich das weder kritisiere noch sonst irgendwie bewerte, sondern lediglich feststelle.

        Vor dem Hintergrund dieser Prämisse habe ich nun das Gefühl, bei einem Verzicht auf Triggerwarnungen irgendwie gegen Spielregeln zu verstoßen sowie allgemein der bad boy zu sein, der möglicherweise zu triggernden Personen den Stinkefinger des Ignorierens vor die Nase hält und sagt: „F*** you, I won´t do what you tell me!“

        Was in einem Rage Against the Machine – Song noch cool ist, ist als persönliche Empfindung aber eben überhaupt nicht so cool!

        Nun könnte man natürlich denken, dass diese Empfindung dafür sorgt, meinen Standpunkt nochmal zu überdenken und daraus resultierend eben doch Triggerwarnungen zu verwenden, aber: nein. Ich möchte keinen Safe-Space-Blog betreiben.

        Nun kann man mich gerne als misanthropischen Drecksack empfinden, damit kann ich umgehen. Und vor dem Hintergrund des Absolutheitsanspruchs mit dem die Diskussion an anderer Stelle von den Triggerwarnung-Befürwortern teilweise geführt wird (und da sind wir dann bei der Klammer weiter oben im Text) und die mehr oder weniger implizieren, man müsste automatisch ein empathiebefreiter, egozentrischer Zeitgenosse sein, wenn man sich gegen Triggerwarnungen ausspricht, wird man das vielleicht sogar tun.

        Und wer weiß, vielleicht bin ich deswegen ja auch ein schlechter Mensch, schließlich kriege ich auch schon bei den ganzen Sternchen in geschriebenen Texten die Krise. Zwar nicht, weil ich nicht alle Menschen in meine Leserschaft einschließen möchte, sondern, weil sie die Lesbarkeit eines Textes nachteilig beeinflussen, aber vielleicht lässt man das auch nicht durchgehen.

        Kurz gesagt hat sich meine Motivation zum Verfassen von Etüden vorerst – frei nach Douglas Adams – wortlos neben die größte existierende Primzahl in die Ecke verzogen und schmollt.

        Gefällt 8 Personen

        • Bei dergl kann man derzeit nicht kommentieren. Ich würde aber außerordentlich gerne wissen, was genau ihre 7 Beispiele zu diesem Thema sagen möchten. Bei mir kommt dieser Beitrag an als „alles kann triggern, daher sind Warnungen sinnlos“. Ich vermute aber, dass es nicht das war, was sie vermitteln wollte ???

          Gefällt 6 Personen

        • „[…] Einer davon ist meine Gesundheit, weshalb ich mich in nächster Zeit nicht wie gewohnt um dieses Projekt und das Sachblog kümmern kann.
          Sichtbar geht es für Sie hier wahrscheinlich normal weiter, weil es bei der Artikel-Erstellung die „Planen“-Funktion gibt. Das bedeutet, ich kann an einem Tag mehrere Texte einstellen, sie aber an unterschiedlichen Tagen veröffentlichen lassen und brauche dann vielleicht alle sieben Tage mal in den Account zu sehen. Mehr schaffe ich derzeit nicht. […]
          Die ersten Texte, mit denen es weitergeht dürften hier Montag oder Dienstag erscheinen.“
          Quelle: „In eigener Sache auf dergls „Tintenklecksen am SAMSTAG. Ich glaube, sie weiß von unserer Debatte hier nichts, weil sie gerade offline ist, denn, da bin ich deiner Meinung, ich gehe davon aus, dass sie anderer Meinung ist.

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        • Du entschuldigst, dass ich grinse, als ich an Douglas Adams dachte.
          Schau: Ich halte dich nicht für (bitte beliebiges Schimpfwort von oben einsetzen), du hast einfach eine andere Meinung. Ich teile sie nicht, aber ich unterstelle dir gute Gründe, schließlich lese ich dich schon ein bisschen – und ich lese nicht (lange) bei Leuten, die ich für „misanthropische Drecksäcke“ halte. Echt nicht.
          Dass ich dich in eine Krise gestürzt habe und dir deine Motivation daraufhin flöten gegangen ist, verstehe ich – und es bekümmert mich, ganz egoistisch für die Etüden gesprochen. Aber bevor ich mich jetzt in die Ecke verziehe und „Macht doch, was ihr wollt“ grummele, lasse ich die Diskussion noch ein bisschen offen.
          Hab einen schönen Abend! 😁

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        • Das brauche ich nicht zu entschuldigen, das war beabsichtigt. ;-)

          Und Du persönlich hast mich mitnichten in die Krise gestürzt, das war schließlich nicht Deine Intention, sondern lediglich meine Reaktion auf das Ganze. Und dafür kannst Du schließlich nichts. Alles gut also.

          Wir einigen uns einfach drauf, dass wir uns ausnahmsweise mal nicht einig sind, daran ist ja nichts Schlimmes. :-)

          Gute Nacht!

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        • Wenn Du meiner Argumentation in ihren Details folgst, müsstest Du auch der logischen Schlussfolgerung, ähm, folgen. ;-)

          Außerdem schreibe ich ja nicht nicht, sondern lediglich die Etüden betreffend. Und das, obwohl sich mir die Themen eigentlich die Klinke in die Hand drücken. Aber, näää. :-)

          Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass Du dagegen bist. Prangere es doch an. ;-)

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        • Nein, NICHT schreiben ist NIE die Lösung! 🙂Meine Lösung ist: Schreib, wie (blutig etc.) dir der Schnabel gewachsen ist, und labele es. Der Rest ist dann wirklich die Selbstverantwortung der Lesenden.
          Guten Morgen in die Hauptstadt!

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      • Liebe Christiane, ich vermute mal, dies ist dein Eintrag mit den meisten Kommentaren ever, der auch nicht so leicht von Einträgen hochstehender Politiker oder beliebter Rockstars getoppt wird. Warum wohl? Meinst du im Ernst, es ginge nur um ein bisschen Rücksichtnahme? Soviel Gedöns deswegen? Meinst du wirklich, die, die diese Triggerwarnung ablehnen, tun das aus einem Mangel an Rücksichtnahme, während die, die dafür sind, besonders rücksichtsvolle Menschen sind? Also dagegen möchte ich mich doch verwahren!
        Ich habe jetzt wirklich keine Lust, noch mal meine Argumente auseinander zu klamüstern, aber bitte, lies doch noch mal ohne Voreingenommenheit, was jeder hier so zu sagen hat, und wäge ab.
        Ich würde natürlich vollkommen verstehen, wenn auch du dies Thema satt haben solltest. Andererseits hast du die Diskkussion absichtlich noch offen gehalten, und deshalb habe ich mich hier nochmal zu Wort gemeldet. Gute Nacht! Gerda

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        • Liebe Gerda, klar kommt mir das Thema gerade zu den Ohren raus. Und nein, noch ist eine andere Schreibeinladung (von Myriade) vorn, was die Anzahl der Kommentare angeht, aber wenn ich mit Beantworten dieser Runde hier fertig bin, haben wir die vermutlich überholt.
          Nein, Gerda, ich glaube nicht, dass es „nur um ein bisschen Rücksichtnahme“ geht. Ich glaube, dass ihr anderen überwiegend der Meinung seid, dass man vor Triggern nicht warnen kann, weil alles potenziell triggern kann, und dass jede*r selbst für sich verantwortlich ist. Das respektiere ich. Ihr habt andere Erfahrungen und Standpunkte als ich, ich bin nicht in euren Schuhen gegangen und ihr nicht in meinen.
          Ich habe meine Meinung dazu inzwischen gefühlt so häufig formuliert, dass ich es mir jetzt an dieser Stelle spare. Wir sind eben hierbei nicht einer Meinung, und es sieht so aus, als würden wir es auch nicht werden.
          Dann ist das eben so. Du hast nach wie vor meine volle Wertschätzung, auch wenn ich deine Ansicht in diesem Punkt nicht teile.

          Natürlich muss und werde ich mir jetzt Gedanken über die Etüden machen, aber auch das wird nicht geschehen, ohne eure Ideen/Gedanken dazu einzuholen.
          Liebe Grüße, gute Nacht auch dir
          Christiane

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        • Liebe Gerda,
          wie viele hier bin ich völlig deiner Meinung: Es scheint kein Sinn darin zu liegen, die Argumente noch einmal aufzuzählen, die gegen eine Triggerwarnung sprechen, denn offenbar dringen sie nicht durch, so wenig wie die Argumente, die für eine solche Warnung zu sprechen scheinen. Wie Christiane schreibt, mag es unterschiedliche Lebenserfahrungen geben, die der jeweiligen Meinung zugrundeliegen und sich nicht einfach durch ein paar noch so wohlgemeinte Argumente beiseiteschieben lassen. Ich bin mir, wie du, nicht sicher, ob ich als Schreibende und Lesende weiterhin hier teilnehmen möchte, aber ich habe es noch nicht entschieden, weil ich es sehr schade fände, dieses schöne Projekt kaputtgehen zu sehen.
          In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Dienstag und eine gute Woche!
          Elke

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        • Ich behaupte als Schnittmenge der Kommentare herausgelesen zu haben, dass ein Hinweis von dir auf der Ankündigungsseite der Etüden eine verträgliche Lösung zu sein scheint. Weil Verständnis für das Thema zeigte jeder. Nur die Art der Umsetzung ist und war ein verständlicher Diskussionspunkt…so sehe ich das.

          VG,
          René

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        • Wie würde denn für euch eine Lösung des Problems aussehen? Alles weiterlaufen lassen wie bisher? Einen Hinweis in die Schreibeinladung setzen? Falls ja, wie würdet ihr den formulieren? Soll der einzelne Blog überhaupt was tun?
          Natürlich ist mir nicht am Sterben der Etüden gelegen, würde ich nicht mehr wollen, würde ich sie einfach aus persönlichen Gründen schließen.
          Liebe Grüße, habt einen guten Tag
          Christiane

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        • Auch wenn ich hier nicht direkt angesprochen war, aber:

          Es ist ja Dein Projekt, insofern kannst Du auch die Lösung aussuchen, mit der Du am besten zurechtkommst. Ich persönlich würde natürlich alles so weiter laufen lassen wie bisher, fatalerweise scheint das die einzige Option zu sein, die keine Option zu sein scheint. ;-)

          Grundsätzlich muss ich aber mal loswerden, dass ich es sehr gut finde, dass Du das Thema überhaupt zur Diskussion stellst und nicht einfach diktatorisch entscheidest!

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        • Erstens mag ich diktatorisches Entscheiden selber nicht.
          Zweitens würden dann die Leute mit den Füßen abstimmen. Jetzt tun sie es vielleicht immer noch, aber dann mit einem anderen Bewusstsein, denn ich denke, jede und jeder (um für dich das Gendersternchen mal zu vermeiden 😉), der hier mitdiskutiert, hat über das Thema seit Sonntag intensiv nachgedacht.
          Ich freue mich (auch) über deine Lösungsvorschläge, klar, der Aufruf ging nicht alleine an René oder an Elke oder Gerda, der geht an alle, die diesen Strang lesen.

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        • Trotzdem musste ich mal loswerden, dass ich gut finde, wie einbeziehend Du mit dem Thema umgehst. :-) Und danke für den Verzicht auch Sternchen. ;-)

          Ich hab leider keine bis heute keine adäquate Lösung, auch weil ich zwar seit Sonntag nachgedacht habe, meine Meinung zu dem Thema aber schon vorher Bestand hatte. ;-)

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        • Hab dir gerade auf deinen anderen Kommentar geantwortet: Was ist mit einem rein sachlichen Aufzählen möglicher Trigger? Ist dir aufgefallen, dass über dieser Schreibeinladung etwas steht, was ich als Triggerwarnung bezeichnen würde?

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  24. Pingback: ABC-Etüde – Neu – Make a Choice Alice

  25. Gerade habe ich bei Ulli ein sehr kluges Zitat eingestellt. Damit es nicht aussieht als wollte ich einen parallelen Diskussionsstrang eröffnen, stelle ich es auch hier hinein:
    „Wollten wir die gesamte Erde mit Leder bedecken um unsere Füße zu schützen, wo könnten wir genügend Leder finden? Denselben Zweck erreichen wir jedoch, wenn wir unsere Füße in Schuhe mit Ledersohlen stecken. Die beste Lösung für ein Problem ist immer diejenige, die wir selbst herbeiführen können“
    Es ist ein klassischer buddhistischer Spruch, den ich nach einem Buch von Thupten Jinpa zitiere.

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  26. Pingback: Bücher können doch mehr – ABC-Etüden | la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

  27. Guten Abend, liebe Christiane,
    ich habe fast alles mitgelesen. Dankeschön.
    Nur kurz von meiner Seite:
    Ich werde keine Vorwarnung meinen Texten voranstellen.

    Ich schließe mich einigen Vorschreiberinnen an u.a. Gerda und Elke in ihren Statements.
    Bin gespannt wie Du entscheidest für dich und die Etüden. Ich werde nun einige Wochen verreist sein.
    Gute Zeit. Herzlich. Petra

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  28. Nachdem ich nun den ganzen Tag meine Bienen, Himbeersträucher und die Spülmaschine mit meinen Gedanken zu diesem Thema vollgetextet habe, versuche ich sie hier in Worte zu fassen:
    Wie Christiane hat mich sehr bewegt und auch schockiert, dass offenbar mehrere , die bei den Etüden mitspielen, in der Vergangenheit und v.a. in der letzten Runde schwerwiegende Folgen vom Lesen einer oder mehrerer Etüden erlitten haben.
    Etwas das ich nie erwartet hätte und so ziemlich das Letze, was ich mir als Autorin wünsche.
    Wenn ich Christiane richtig interpretiere, wünschen diese Personen sich Triggerwarnungen bei einschlägigen Texten.
    Der Etüdenkreis ist – zumindest was den harten Kern ausmacht- recht überschaubar. Insofern geht es hier nicht darum, dass „wissenschaftliche Studien besagen, dass es angebracht wäre …“, sondern um den konkreten Wunsch von Menschen, die mutmaßlich recht aktiv Etüden schreiben und lesen.
    Das ist für mich ein großer Unterschied.

    Also habe ich per Abstimmung meine Bereitschaft für Warnungen kundgetan, damit alle weiter sich in diesem Spiel wohlfühlen können und niemand ausgeschlossen wird.
    Schwierig bleibt für mich, was sollte ich den bewarnen und was nicht.
    Wenn ich jetzt jeden Text, der irgendwie an alte Traumatisierungen tippen kann inflationär mit Warnhinweisen vollklebe, schließe ich traumatisierte Personen vom Lesen quasi aus. Das kann es auch nicht sein.
    Mich selbst widern detaillierte Gewalt- und Sexdarstellungen an, ich schreibe sie also nicht, aber ich habe z.B. eine Etüde, in der der Plötzliche Kindstod Thema ist
    Insgesamt glaube ich aber, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz aller Etüden betroffen ist.
    Allein eine Gute Nacht
    Natalie

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    • Liebe Natalie, ich danke dir für deine differenzierte Antwort und den einen Aspekt, den hier jede*r zu überlesen scheint.
      Ferner schreibst du: „Wenn ich jetzt jeden Text, der irgendwie an alte Traumatisierungen tippen kann inflationär mit Warnhinweisen vollklebe, schließe ich traumatisierte Personen vom Lesen quasi aus.“ Nein, genau das tust du damit eben nicht. Der Autor des Artikels auf den „Alpakawolken“ schreibt dazu: „Ein weiterer Aspekt ist jedoch auch, dass nicht jeder Triggerwarnungen will, um den Themen komplett aus dem Weg zu gehen. Manche wollen sich einfach nur mental darauf vorbereiten können, innerhalb einer Geschichte mit einem bestimmten Thema konfrontiert zu werden. Wenn darauf vorbereitet, trifft der Trigger bei manchen nicht so stark oder gar nicht. Ich selbst komme mit so ziemlich jedem meiner Triggerthemen klar, sofern ich mich vorher mental darauf vorbereiten kann. Kann ich das jedoch nicht, sitze ich schnell als Häuflein Elend da.“
      Ich glaube auch, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Etüden betroffen wäre, aber die generelle Bereitschaft, Inhaltshinweise zu setzen, ist (Stand der Debatte momentan) wenig vorhanden. Was Lesende vor das unschöne Problem stellt, wenn sie auf eine Etüde ohne Anmerkung treffen: Ist diese Etüde triggerfrei (im Sinn der von mir aufgeführten Liste), oder gehört die schreibende Person zu denen, die Warnungen für unnötig halten? Dafür sehe ich noch keine Lösung.
      Ich danke dir sehr für deine Wortmeldung.
      Hab einen guten Tag!
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Liebe Christiane,
        offenbar fehlt mir eine Information: Du hast eine Liste mit Wörtern/Sachverhalten/Situationen o.ä. aufgestellt, die deiner Auffassung nach triggern könnten? Und diese Dinge haben vielleicht Personen bereits getriggert, die hier mitlesen oder -schreiben? Ist das richtig verstanden? Und NUR um DIESE Triggertatbestände ginge es dir? Weil es nur um diese speziellen Personen und ihre speziellen Traumata geht?
        Das hatte ich bisher anders gelesen.
        Bitte kläre mich auf!
        Liebe Grüße
        Elke

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        • Liebe Elke, ja, so ist es. Ich habe in meiner Schreibeinladung, die zugegeben ellenlang ist, den „theoretischen“ Teil in ein paar Unterpunkte unterteilt. Schau doch hier bitte in Punkt 3 und Punkt 4. Punkt 3 behandelt das, was ich zu den Personen sagen darf, Punkt 4 die Liste, die im Übrigen nicht von mir stammt, da ich nicht betroffen bin und mir das nicht anmaßen würde, darüber zu entscheiden.
          Danke dir sehr für dein Nachfragen.
          Liebe Grüße
          Christiane

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    • Niemanden vom Lesen der Etüden ausschließen zu wollen, ist sicherlich ein guter Gedankengang. Je nach Umsetzung der Thematiken läuft man jetzt aber Gefahr, einen Teil der Schreibenden von den Etüden auszuschließen.

      Ich zum Beispiel möchte schlicht mit meiner Etüden nicht in einer Liste von Texten auftauchen, bei der – in den meisten Fällenrein prophylaktisch – oben drübersteht, dass einige dieser Texte sich negativ auf die Psyche der Lesenden auswirken können.

      Eine Lösung für die Problematik, die für beide Seiten praktikabel ist – oder, um genau zu sein, erst mal für mich ganz persönlich – sehe ich aber leider im Moment auch noch nicht …

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        • Selbst wenn man das Bla wegließe, bliebe immer noch, dass Texte unter Generalverdacht gelabelt würden, weil sie x, y, oder z enthalten könnten. Könnten! Und die Auswirkungen davon auf die Leser stünden dann zwar nicht da, wären aber für jeden erkennbarer Subtext.

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        • Das ist die bittere Kröte, die ich geschluckt habe und die mich ins Rotieren gebracht hat. Ja. Könnten.
          Daher mein Plädieren für Label, in dem Wissen, dass die im besten Fall helfen, aber nicht den Betroffenen von jeder Verantwortung für sich enthebt. Siehe das Zitat in meiner Antwort an Natalie. Sorry, ich predige schon wieder.
          Ey, ich bin ein Typ, der Spinnen rausträgt!

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        • Die Verwantwortung der Betroffenen wurde in dieser Diskussion übrigens arg wenig thematisiert und auch ich werde dieses heiße Eisen nicht anfassen, um mir nicht vorwerfen zu lassen, ich würde von Dingen sprechen, von denen ich keine Ahnung habe. Ich wollte es nur mal gesagt haben.

          Ich habe das Zitat übrigens gelesen, aber Dein Vorschlag für ein „Label, in dem Wissen, dass die im besten Fall helfen“ ändert ja immer noch nichts an der Grundproblematik eines Generalverdachts.

          Mir fällt weiter keine gangbare Lösung ein, außer Etüden zwar zu schreiben, aber nicht mehr hier zu verlinken, was dem Grundgedanken des Projektes entgegenstehen und wenig Sinn ergeben würde ooooder meine Texte mit einem Hinweis einzuleiten, dass meine Texte bewusst KEINE Triggerwarnungen enthalten, wobei dieser Hinweis in meiner grenzenlosen Bosheit wahrscheinlich ganz anders formuliert sein dürfte, als sich das manche vorstellen, womit ich mir einen veritablen Shitstorm einhandeln würde.

          Ich bin nämlich ein Typ, der Spinnen auch dann erschlagen würde, wenn sie auf der Roten Liste stünden.

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        • Verantwortung: Daher mein ständiger Verweis auf diesen alpakawolken-Artikel, dessen Autor augenscheinlich betroffen ist.
          Bevor ich mich schon wieder ständig wiederhole, verschlucke ich meine nächsten Sätze. 😉
          Äh, Spinnen? Nur Spinnen? Ich hatte gehofft, man/du würde/st den „Gutmenschen“-Subtext (ja, wieder so ein Wort 😉) darunter herauslesen.

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        • Gelegentlich auch Fliegen, Mücken und so Zeug, ich bin da nicht wählerisch. Und ja, den Subtext habe ich schon rausgelesen. ;-)

          Den Artikel habe ich auch gelesen und bei „Ja, cool, du Besserwisser, aber du bist sehr wahrscheinlich kein Psychologe.“ fühle ich mich so richtig mit meinen Argumenten ernst genommen … Im Übrigen beschäftigt sich dieser Artikel in meiner Wahrnehmung in erster Linie damit, die Argumente der Gegenseite zu entkräften auch und gerade, wenn es um die Eigenverantwortung geht, nämlich eben mit obigem Zitat.

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        • Vermutlich, aber das ist meine Spekulation, weil es für den Verfasser selbstverständlich ist, dass man als Betroffener das tut, was man eben kann.
          Okay, wir treffen uns bei Mücken. Mein BLUT ist MEIN Blut und bleibt es auch! 😉

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        • Mag sein, aber wenn wir von Selbstverständlichkeiten reden, dann ist es – und das klingt jetzt vielleicht böser, als ich es meine – für mich aber auch eine Selbstverständlichkeit, dass es nicht meine Aufgabe ist, Menschen vor sich selbst zu schützen. Der Trend geht meines Erachtens ohnehin schon viel zu sehr in die Richtung.

          Für mich ist eine der Grundsatzfragen bezüglich Triggerwarnungen: Wo fängt man an und wo hört man auf? Bücher? Zeitungen? Fernsehen? Streaming-Dienste? Kino? Theater? Müssen oder sollen die jetzt alle ihr Programm labeln?

          Müssen die Schauspieler auf der Theaterbühne vor der Aufführung von Hamlet jetzt unbedingt vor Beginn des Stücks sagen: „Liebe Zuschauer, Shakespeare behandelt in seinem Stück unter anderem Inzest.“?

          Und wenn man sich gegen Triggerwarnungen bzgl. auch nur eines der oben genannten Medien ausspricht, muss doch die Frage erlaubt sein, warum man gerade von mir und meinen Texten erwartet, dass ich sie mit so etwas versehe!?

          Du merkst, ich bin in der Beziehung total renitent, und da tut mir auch leid.

          Aber wir hatten uns ja schn dahingehend geeinigt, uns nicht einig zu sein. ;-)

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        • „Wenn es keiner tut, warum dann ich?“ ist natürlich ein schlagendes Gegenargument – und ich meine das durchaus nur halb ironisch, denn ich glaube eigentlich nicht, dass ich generell viel anders bin.
          Ich verstehe dein Argument. Ich kann dir dazu aber jetzt keine gute Antwort liefern, vorausgesetzt, es gibt eine, denn ich habe keine Zeit, mich jetzt online zu belesen, was man sicher könnte, ich muss auch noch was für meine Brötchen tun. Ich hoffe auf später. 😉
          Denn eigentlich finde ich die Diskussion hier echt spannend, so ganz generell gesehen.

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        • Die Diskussion ist in der Tat spannend.

          Und mein Argument ist nicht nur „Wenn es keiner tut, warum dann ich?“ sondern auch: „Wo hört das Ganze auf?“ Erst dann, wenn alle literarischen Texte in sprachliche Luftpolsterfolie eingehüllt wurden? Das kann meines Erachtens nicht die Lösung sein.

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        • Wie gesagt, ich denke drauf herum. „Sprachliche Luftpolsterfolie“ ist sehr schön. Mein Ansatz ist bloß grundsätzlich anders, fürchte ich.
          Oh, übrigens, die FSK-Warnungen und/oder Altersbegrenzungen sollen einen ähnlichen Zweck erfüllen. Ist also nicht so, dass es keiner täte. Was aber auch bedeutet: In dem Moment, da es dich nicht betrifft, fällt es dir ganz fix nicht mehr auf. (Wobei das VERBOTE sind, schon klar. Daher das „ähnlich“.)

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  29. Liebe Christiane,
    danke für den Verweis. Das hatte ich wohl gelesen, aber nicht als „Liste“ wahrgenommen, obwohl es natürlich eine ist. Haben die betroffenen Personen sich eigentlich bei dir beschwert? Oder woher kommt sonst diese Diskussion? Nur interessehalber. Ändert nichts an meiner bisherigen Meinung, wenn du es also nicht beantworten magst, kann ich es verstehen.
    Liebe Grüße
    Elke

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    • Ich wurde gebeten, keine Namen zu nennen, liebe Elke, daher möchte ich zu diesem Punkt die Aussage verweigern, da jede weitere Antwort in diese Richtung Hinweise geben würde.
      Ich bin darüber gar nicht glücklich, da ich finde, dass es meine Position schwächt, nicht Ross und Reiter nennen zu dürfen (die es gibt, jawohl!), aber ein gegebenes Wort ist ein gegebenes Wort.

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      • Liebe Christiane,
        nach Namen hatte ich nicht gefragt, nur danach, ob sich konkrete Betroffene bei dir beschwert haben. Aber okay, wenn du auch das nicht sagen darfst, ist es ein eben sehr umfassender Informantenschutz, der aus meiner Sicht sogar die priesterliche Schweigepflicht übertrifft. Ich respektiere das. Du kennst die Fakten. Ich nicht.
        Danke, dass du trotzdem noch einmal geantwortet hast!
        Elke

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        • Liebe Elke, ich verweise noch mal auf meinen Punkt 3: „Wir haben jetzt – JETZT! – den konkreten Fall, dass (mindestens) eine Etüde aus der letzten Runde mehrere Personen (ich werde auf Wunsch keinerlei Namen nennen) getriggert hat. Folge: massive körperliche und psychische Symptome, die die Gesundheit der Betroffenen stark einschränken.“
          Kann ich noch deutlicher JA sagen?

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  30. Pingback: [ABC.Etüden 38/39.19] Anjeguckt: Per im Glück. Lief bei ihm… – Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!

  31. So, ich habe jetzt auch nochmal ein wenig nachgedacht.
    Mein erstes Entsetzen (das kann doch nicht wahr sein!) hat sich gelegt. Und wenn ich das Ganze unter dem Aspekt „Schutz für die Gruppe hier“ betrachte, bin ich gerne bereit, im meinem Kommentar bei dir eine kurze Inhaltssequenz einzubauen, so nach dem Motto: Es dreht sich diesmal um persönliche Schicksalsschläge, Kündigung, Tod und Verderben oder sonstwas, siehe deine Liste. Dann könnten die regelmäßigen Mitlesen das in deinem Kommentarstrang sehen und von dort entscheiden, die Etüde zu lesen oder nicht. Es wäre aber auf meinem persönlichen Blog keine Kennzeichnung vorhanden, nach wie vor. Denn ich finde immer noch, dass z.B. ein kurzes Gedicht oder auch manche pointierte Geschichte einfach keine Triggerwarnung verträgt.
    (Ja, Christiane, mir ist bewusst, dass ich mich so aus der gesellschaftliche Verantwortung rausziehe. Es gibt viel zu viele Menschen, die ständig Gefahr laufen, von Flashbacks und Triggern geschädigt zu werden. Aber die Ursache dieser Schädigung sehe ich nicht in meinem Blog. Ich möchte gerne dazu beitragen, die Welt im Kleinen etwas wärmer zu machen, ja, manchmal trage ich auch Spinnen raus.)
    Für mich wäre das eine Lösung für die Etüden. Was haltet ihr davon?
    Fragende Grüße,
    Hummel

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    • Das ist das, was Werner auch machen will. Magst du mal nach Natalies (fundevogelnest) Vorschlag schauen, ob der auch was für dich wäre?
      Liebe Grüße, und danke für dein Nachdenken
      Christiane 😁❤️

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      • Mit den Schlagwörtern, da hatte ich auch dran gedacht. Wobei, ich kann nur meinen Text verstichworten. Aber die Stichworte erscheinen z.B. im meinem Blog nicht sichtbar, ich habe das extra überprüft. Nur die Kategorien erscheinen. Und eine Kategorie „könnte triggern“ auf meinem Blog möchte ich eher nicht einführen ;-))

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      • Ja, finde ich immer noch eine gute Idee. Wir akzeptieren/kämpfen/setzen uns ein für Barrierefreiheit in allen Bereichen und auch Inklusion ist ein Thema, was wir aufgenommen haben und versuchen zu leben. Aber wir sollten es nicht den Kindergärtnerinnen, Lehrern alleine überlassen. Die kurze Inhaltsangabe (CN) kann ein Beitrag sein, den jeder Einzelne von uns zu den Themen ohne Aufwand leisten kann. Und ich denke, dass die trigger-gefährdeten Leser auch zu einer (be)schützenswerten Gruppe gehören.

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  32. Nach einem weiteren Vormittag Diskussion mit Himbeersträuchern und Spülmaschine unterbreite ich nun folgenden VORSCHLAG:
    WordPress und ich glaube auch die meisten anderen Blogportale bieten die Möglivhkeit Texte mit Schlagworten zu versehen.
    Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, potentiell triggernde Texte mit Schlagwörtern wie „explizite Gewaltbeschreibung“ oder „misshandeltes Kind“ etc. zu versehen. Christiane könnte dann in ihren „öden, blöden Etüdendisclaimer “ aufnehmen, dass Schlagworte auf evtl. Trigger hinweisen.
    So könnten Menschen, die dafür empfänglich sind, gezielt und eigenverantwortlich in die Schlagworte schauen, den ganzen Sermon „könnte triggern, Flashbacks auslösen“ braucht m.E. niemand potentiell Gefährdrtes, die wissen das selbst.
    Wer „Spoiler“ fürchtet, guckt sich die meist ja ziemlich klein gedruckten Schlagworte halt nicht an.
    Niemand wäre dann verpflichtet seinen Blog mit magentarot blinkenden Triggerwarnungen zu verunstalten und ja die von Fraggle an die Wand gemalte Version, die eigene vielleicht völlig harmlose Geschichte in einer Liste mit der Überschrift „manche Texte enthalten potentiell psychisch belastende Inhalte“ behagt auch mir nicht.
    Trotzdem möchte ich nicht einfach stehen lassen, dass es Menschen aus dem Etüdenkreis nach dem Lesen schlecht gegangen ist.
    Darauf in irgendeiner Form , vielleicht ja dieser, Rücksicht zu nehmen, bedeutet für mich den gleichen Anstand, wie auf einer coolen Stehpatry, der Hochschwangeren und dem, dem gerade das Knie operiert wurde, Stühle bereit zu stellen.
    Liebe Grüße Natalie

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  33. Pingback: Der Kranich | abc.etüden 38+39 – Katha kritzelt

  34. Moin – ich klinke mich nochmal ein …. Das mit den Schlag- bzw. Stichwörtern habe ich nicht ganz verstanden. Da arbeite ich nicht mit – sprich: Wie geht das? Aber habe ich das richtig verstanden, dass ggf in der ersten Zeile meines Beitrag Stichwörter von mir eingegeben werden, die mögliche „Triggerwörter“ enthalten? Sorry – ist das nicht das gleiche, wie eine Triggerwarnung?
    Liebe Grüße in die Runde :-)

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  35. Pingback: [ABC.Etüden 38/39.19] Die Zahl des Tages: Drölf – Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!

  36. Meine Wortmeldung fällt kurz aus. Ich finde einen kurzen Hinweis angebracht, wenn der Etüdentext in eine entsprechende Kategorie fällt. Die Etüden werden von sehr vielen Menschen gelesen und sind aus dem sonstigen Blogzusammenhang oft herausgerissen. Für meine normalen Blogeinträge werde ich keine Warnungen setzen, das ist dann das persönliche Risiko, das man bei jedem Blog hat, wenn man ihn das erste Mal besucht. Ich habe noch nie Warnungen woanders gesehen und schon einiges gelesen, wo es wirklich gepasst hätte.
    Liebe Grüße
    die Hoffende

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    • Was du auf deinem Blog machst, ist und bleibt deine Sache. Wenn du dich aber den Etüden mit einem Inhaltshinweis anschließen könntest, wenn du ihn für angebracht hältst, würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank!
      (Dass man etwas noch nirgendwo sonst gesehen hat, heißt nicht, dass man es nicht selbst mal ausprobieren kann.)
      Liebe Grüße
      Christiane

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  37. Liebe Christiane und liebe Etüdenfans!

    Ich verfolge seit 5 Tagen still diese Diskussion und überlege, was ich dazu zu sagen habe. Zunächt einmal überfordert sie mich, weil ich nicht mitbekommen habe, was in der letzten Etüdenrunde genau passiert ist. Die blosse Information, dass eine unserer Etüden jemandem geschadet hat, ist ebenso erschreckend wie unvorstellbar.

    Was ich aber mitbekommen habe, und was mich zu Anfang der letzten Etüdenrunde wirklich irritiert hat, war, dass scheinbar die Wortspende schon ein Problem dargestellt hat. Was erstens bestätigt, was in einigen Kommentaren hier schon gesagt wurde, nämlich dass eigentlich alles, sogar ein einzelnes Wort, triggern kann. Ich selbst habe ja wieder einmal keine Etüde hinbekommen. Allerdings hatte ich eine Idee, in der es um’s Haare abschneiden gegangen wäre. Meine „Verzweiflungstat“ in der Geschichte wäre der Gang zum Friseur gewesen. Muss man wirklich schon die einzelnen Wörter einer Wortspende mit Warnhinweisen (oder in deinem Fall, mit Links zu Hilfetelefonnummern) belegen? Noch bevor wir wissen, in welchem Zusammenhang sie verwendet werden? Als ich dann im Kommentarstrang las, dass einige Schreiberinnen überlegen, ob sie ihre Geschichte nun eigentlich so veröffentlichen können, hat mir das gar nicht gefallen, konnte es aber nachvollziehen.

    Ich selbst hätte wahrscheinlich meinen Beitrag zum Adventskalender auch eher nicht eingereicht, wenn diese Diskussion früher aufgekommen wäre.

    Und wie werde ich mich nun dazu verhalten? Ich werde keine Triggerwarnungen setzen. Es sei denn, meine Etüde wäre wirklich drastisch, was aber dann nur meine Definition von drastisch wäre. Jemand anders kann den Inhalt einer anderen Geschichte, die in meinen Augen „harmlos“ ist, verstörend finden, Mir fällt gerade ein, es gibt sogar eine Etüde, in der ich eine Vergewaltigung schildere – nein ich deute sie nur an, aber was passiert, wird trotzdem deutlich. Oh je. Ich weiss wirklich nicht, ob ich diese Geschichte heute mit einer Warnung versehen würde….. da könnt ihr sehen, ich habe wirklich keine eindeutige Haltung zu dem Thema. Es muss vielleicht noch ein bisschen sacken…….

    Die neueste Diskussion um Schlagwörter finde ich allerdings durchaus überlegenswert. Schlagwörter verwende ich ja schon, und würde dann in Zukunft womöglich ein wenig länger darüber nachdenken, welche womöglich passen könnten.

    Im Übrigen hoffe ich, dass diese – verständliche – Etüdenverdrossenheit, die das Problem bei vielen auslöst (auch bei mir, ich schreibe aber trotzdem, sofern mir was einfällt), nur vorübergehender Natur sein wird.

    Liebe Christiane, dir ganz liebe Grüsse, ich beneide dich gerade wirklich nicht…..

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    • Du Liebe, danke für dein Mitgefühl, es geht mir auch nicht gut mit der ganzen Diskussion, allerdings versuche ich, so sachlich wie möglich zu bleiben.
      Das Vorfeld: dergl hatte mich gebeten, bei der „Verzweiflungstat“ die Links zu den angegebenen Stellen dazuzusetzen. Da ihr Umfeld gänzlich anders ist als meins, das eher behütet ist (und für mich wäre die „Verzweiflungstat“ auch eher in deine Richtung gelaufen), bin ich dem nachgekommen.
      Deine Adventskalenderetüde finde ich einfühlsam, wunderschön und traurig. Es geht nicht darum, NIE, AUF KEINEN FALL, so etwas nicht mehr zu schreiben und zu veröffentlichen, gerade vor Weihnachten nicht! Das ist Selbstzensur, und das ist mit Sicherheit das Allerletzte, was wir brauchen!
      In der Liste, die ich übernommen habe (s. o.), steht, man soll bei „Tod“ eine Triggerwarnung aussprechen, d. h., auch wenn in deiner Kalenderetüde keine*r zu Tode kommt, könnte ich ein entsprechendes Schlagwort setzen oder einen Satz zu Beginn stellen, etwas wie: „Inhaltshinweis: In diesem Text ist unter anderem Tod ein Thema.“ Wäre das okay für dich? Und auch du könntest dich für deine zukünftigen Etüden an dieser Liste orientieren, denn sie scheint das abzudecken, was am häufigsten triggert.
      Irgendwer (Natalie?) schrieb, es sei doch nichts anderes, als würde man auf einer Stehparty einer Hochschwangeren einen Stuhl organisieren. Dem stimme ich zu.
      Hab einen guten Tag!
      Ganz herzliche Grüße und danke für die Wortmeldung
      Christiane

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      • Eigentlich spricht wirklich nichts dagegen, ein bisschen Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn man (ich) die in unserem Fall immer noch nicht wirklich fühle. Dennoch, es bringt einen ja auch dazu, etwas nachzudenken und genauer hin zu schauen, was man da eigentlich schreibt.
        Ach, ich weiß auch nicht….
        Übrigens, es wurde schon gesagt, man kann es aber nicht oft genug wiederholen: was für eine angenehm sachliche, freundliche und dennoch hitzige Debatte.
        Liebe Grüße und ein schönes Wochenende 🙋

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        • „Dennoch, es bringt einen ja auch dazu, etwas nachzudenken und genauer hin zu schauen, was man da eigentlich schreibt.“

          Eben, und dann bringt es einen unter Umständen dazu, das, was man eigentlich schreiben wollte, nicht mehr zu schreiben, abzuändern, zu entschärfen, Selbstzensur zu betreiben.

          Ach, ich wollte mich doch eigentlich raushalten jetzt. Ich hab schon viel zu viel dazu gesagt. :-)

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        • Ich auch (zu viel gesagt), aber [GEBETSMÜHLE AN] ich möchte noch mal betonen, dass es ausdrücklich NICHT um Selbstzensur geht. Du wirst mir jetzt sagen, dass es bei dir trotzdem so ist, ich werde dir antworten, dass der Zustand hoffentlich bald vorbeigeht und du aufhörst, für alles, was vielleicht passieren könnte, Verantwortung zu übernehmen (was Schwachsinn ist, denn alles kann triggern etc.), und einfach nur das zu tun, was du tun kannst: Wenn du irgendwas schreibst, aus dem Blut tropft (was ich bald mal wieder hoffe), es entsprechend zu kennzeichnen, sei es mit einem Satz oder einem Schlagwort.
          [GEBETSMÜHLE OFF]
          Danke, dass du weiter mitliest, und das meine ich völlig ernst. 🙂

          Gefällt 2 Personen

        • Ja, würden wir die Diskussion argumentativ fortsetzen, würde sie ziemlich genau den von Dir beschriebenen Gang gehen. Deshalb wollte ich mich ja auch raushalten. ;-)

          Natürlich lese ich in der Diskussion weiter mit, auch weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass irgendwo vielleicht doch noch ein Vorschlag herkommt, bei dem ich mir denke: „Hm, ja, damit könnte ich gut leben …“

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        • Ja, und die Gefahr ist absolut da, dass man sich dann bisschen duckt und kleiner macht. Das ist vielleicht die Hauptschwierigkeit bei der Debatte, zu verstehen (zu fühlen), dass es darum nicht die Bohne geht, sondern einfach nur darum, dazu zu stehen.
          Alles Liebe auch für dich, und mit dem schönen Wochenende fange ich gern an 🙂
          Christiane

          Gefällt 1 Person

  38. Die Kommentare sind etwas unübersichtlich gerade, zumindest bei mir im Reader…… Das Dilemma, von dem ich schrieb, war als Antwort auf fraggles Kommentar gedacht. Ich sollte auch dazu übergehen, den Kommentar zu zitieren, auf den meiner sich jeweils bezieht 😉

    Gefällt 2 Personen

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