Schreibeinladung für die Textwochen 38.39.19 | Wortspende von Make a choice Alice

Inhaltshinweis: Dieser Text diskutiert Triggerwarnungen und gibt Beispiele.

Eine Runde ist das neue Etüdentrimester erst alt, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, und schon stecken wir knietief in der Sch… im Schlamassel. Also holt euch einen Kaffee oder was auch immer, nehmt euch ein bisschen Zeit, es dauert was länger.

  1. Stellt euch vor, ihr seht im Fernsehen einen Film, in der ein Protagonist, ein gestandener Kerl, auf dem Sofa sitzt und draußen Schüsse hört. Aber statt sich darum zu kümmern, was los ist, rollt er sich auf dem Sofa zusammen, zieht sich die Decke über den Kopf, fängt tierisch an zu zittern, ihm wird schlecht, er hat Schweißausbrüche und bekommt keine Luft.
    Was denkt ihr? Weichei? Wer sich ein bisschen auskennt, der denkt irgendwas wie: Oh, verdammt, Flashback, Panikattacke, PTBS – posttraumatische Belastungsstörung –, was hat der denn erlebt? Armes Schwein. Und dann erwartet man die Rückblende, die erklärt, warum der Typ so reagiert und was ihm seine Psyche so ruiniert hat.

Der Typ wurde durch das Hören der Schüsse getriggert. „Der Begriff ‚Trigger‘ stammt aus der Trauma-Forschung und bezeichnet Reize, die bei Betroffenen potenziell Erinnerungen (‚Flashbacks‘) an ein erlebtes Trauma, Angstattacken oder depressive bzw. suizidale Gedanken auslösen können. […] Die Konfrontation mit einem echten Triggerreiz kann nicht ansatzweise mit Unwohlsein oder Empfindlichkeit verglichen werden. Das ist so, als würde man einen Patienten mit offenem Bruch am Arm als empfindlich abtun, weil er über Schmerzen klagt.“ (Quelle [1]).

Jetzt stellt euch vor, dass Menschen mit psychischen Problemen nicht nur dadurch getriggert werden, dass sie erneut in ähnliche Situationen geraten, sondern auch dadurch, dass sie derartige Szenen lesen (im Fernsehen oder im Kino sehen etc.).
Lesen. In den Etüden zum Beispiel. Zu denen ihr und ich beitragt, mit unseren mehr oder weniger harmlosen Geschichten.
Nicht möglich? Doch.

  1. Der eine oder die andere hat mitbekommen, dass auf ein paar Blogs in den letzten beiden Wochen heiß diskutiert wurde. Thema Verantwortung, und zwar Verantwortung für die Inhalte, die wir mit unseren jeweiligen Etüden in die Welt setzen, nämlich Verantwortung für das, was das Lesen unserer Texte möglicherweise beim Leser auslöst. Denn egal, was jede*r von uns schreibt, egal, was „nur mal eben“ probiert wird, wenn es jemand liest, der*die das nicht abkann, dann ist es egal, ob es ernst gemeint war oder wir das Schreiben nur als Spielerei ansehen (die ja eh keiner liest), dann haut es den*die weg. Könnt ihr damit leben? Denkt an das Beispiel mit dem offenen Bruch von oben. Das ist KEIN Spaß. (Muss ja keiner lesen? Ey, wozu seid ihr im Internet? Wollt ihr keine Leser? Mit einem Triggerhinweis gebt ihr Leuten die Chance, eure Leser zu bleiben – denn ihr glaubt doch nicht, dass die ansonsten jemals wieder zu euch kämen?)
  1. Wir haben jetzt – JETZT! – den konkreten Fall, dass (mindestens) eine Etüde aus der letzten Runde mehrere Personen (ich werde auf Wunsch keinerlei Namen nennen) getriggert hat. Folge: massive körperliche und psychische Symptome, die die Gesundheit der Betroffenen stark einschränken. Mir wurde versichert, dass das nicht zum ersten Mal vorgekommen sei, aber ich habe jetzt zum ersten Mal davon gehört. Ich bin schockiert.
    Ich habe spontan darüber nachgedacht, die Etüden zu schließen, der Gedanke ist mir unerträglich. Sicherlich bin ich nicht für das Leid der Welt verantwortlich, aber ich kann dazu beitragen, es nicht zu vergrößern.
  1. Was kann getan werden? Das hier ist ein bisschen ein Schnellschuss, ihr versteht, aber es gibt eine gangbare Lösung, relativ simpel, die in den nächsten Wochen noch verfeinert werden kann. Ihr setzt über eure Etüde eine Triggerwarnung/einen „Inhaltshinweis“. Ich habe eine Liste gefunden, bei welchen Themen Inhaltshinweise angebracht sind (Quelle [2], Auswahl).
  • Suizid, Suizidversuche und suizidales Verhalten von Figuren
  • Selbstverletzendes Verhalten […]
  • Depressionen
  • Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch
  • Gewalt […]
  • Tod
  • Kindesmissbrauch
  • Drogen, Alkohol & Suchtverhalten allgemein
  • Sexismus

Wie diese Inhaltswarnung aussehen soll? Bernd hat es vorgemacht [hier lesen]. Ich habe inzwischen dazu eine Rückmeldung bekommen, dass der betreffenden Person der (modifizierte) erste Satz völlig reichen würde. „Inhaltshinweis: Dieser Text enthält Szenen physischer oder psychischer Gewalt, die belastend sein können.“
Ich habe zwei Artikel (Quelle [1] und [2]) ausgegraben (danke, Werner!), die sich mit dem Thema befassen, Fragen beantworten und zeigen, wie sie es machen. Ihr findet die Links am Ende, bitte schaut rein. In einem wird das Thema m. E. gut zusammengefasst: „Triggerwarnungen sind letzten Endes nicht mehr als einfache Rücksichtnahme. Ihr nehmt auf Menschen Rücksicht, denen es nicht so gut geht, wie euch. […] Es ist nicht viel Aufwand, kann aber für einige Betroffene einen großen Unterschied machen.“ (Quelle [2])
Wenn ihr nicht wisst, ob ihr einen Inhaltshinweis setzen solltet, dann setzt ihn. Natürlich komme ich rum, natürlich gebe ich nach bestem Wissen und Gewissen meinen Senf dazu; und auch euch bitte ich, die Augen offen zu halten, wo eine Etüde einen Inhaltshinweis braucht und ihn nicht hat.

 

Ich habe lang und breit rumgetönt, dass ich an den Regeln nichts ändere, ohne euch, die Mitschreiber*innen, dazu zu befragen. Ich habe jetzt lang und breit erklärt, warum ich das in diesem Fall für nötig halte. Jetzt seid ihr dran. Ich möchte gern von euch hören, wer sich bereit erklärt, über seinen Text, falls er in eine der oben genannten Kategorien fällt, eine Triggerwarnung/Inhaltshinweis zu setzen. Ich habe dazu eine Umfrage erstellt, kann aber natürlich nicht garantieren, dass nur Schreibende abstimmen, daher bitte ich um Wortmeldungen in den Kommentaren.

LINK ZUR ABSTIMMUNG

 

So. Seid ihr noch da? Endlich zum „normalen“ Etüdengeschäft. Die Etüdenstatistik sagt: 36 Etüden von 23 teilnehmenden Blogs. Cool! Die Spitzenplätze der Liste teilen sich Alice und Werner mit jeweils drei Etüden. Vielen Dank, ich freue mich, der Start ist trotz allem gegeglückt.

Hier ist die Liste zum Schmökern, checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das ja inzwischen zu Genüge.

Corly in Corlys Lesewelt: hier und hier
dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier, hier und hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier und hier
fraggle auf reisswolfblog: hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier und hier
René auf Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Die Hoffende auf ICH & MEHR: hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Veronika auf vro jongliert: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Petra Schuseil auf Wesentlich werden: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Rina auf Geschichtszauberei: hier

Vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben, und einen speziellen Dank an Ludwig Zeidler, den Etüdenerfinder und Wortspender, dessen Wörter uns dieses Mal diese unvergleichliche Büchse der Pandora beschert haben. Ob ich sauer auf mich bin, dass ich die Wörter akzeptiert habe? Ich hätte gern auf das Öffnen der Büchse verzichtet, aber ganz ehrlich, ich glaube, das wäre eh irgendwann passiert.

Die Wörter für die Textwochen 38 + 39 des Schreibjahres 2019 kommen zum ersten Mal von Alice und ihrem Blog Make a choice Alice. (Alice, es tut mir so leid, dass deine Wortspende von diesem Schlamassel derart überschattet wird. Ich hoffe, es wird dennoch eine sensationelle Runde.) Die Begriffe lauten:

Roman
variabel
entlassen.

 

Der öde blöde Etüden-Disclaimer hat sich noch nicht weiter verändert: Bringt obige 3 Begriffe in einem Text mit maximal 300 Wörtern Länge unter. Die „Inhaltshinweise“ zählen NICHT zum Text.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright und sollen/dürfen zur Bebilderung eurer Etüden verwendet werden.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen, das ergänzt wird, wenn wir mit der Umfrage durch sind. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die vierte Ausgabe der Extraetüden startet am 29.09.2019, die nächsten regulären Wörter gibt es am 6. Oktober 2019.

 

Die angesprochenen Artikel:

Quelle [1]: https://eleabrandt.de/2019/04/12/mythbusting-triggerwarnungen-in-buechern/
Quelle [2]: https://alpakawolken.de/die-triggerdebatte/

 

abc.etüden 2019 38+39 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2019 38+39 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

465 Kommentare zu “Schreibeinladung für die Textwochen 38.39.19 | Wortspende von Make a choice Alice

  1. Hallo ihr Lieben,
    ich bin durch die Verlinkung meines Beitrages von Myriade auf diese Diskussion aufmerksam geworden und selbst Gewaltbetroffene. Ich habe zu Triggerwarnungen für mich eine recht eindeutige Sicht: Für mich braucht es die nicht und es gibt sie auch auf meinem Blog zu 99,9% nicht. Bislang hat das immer gut geklappt. Man kann Trigger leider nicht verhindern und die Krux daran ist, dass sie sich auch in scheinbar völlig harmlosen Texten finden können, wenn der Auslöser gerade an ein Traumafragment anknüpft. Im Grunde könnte man da auch schreiben: „Die Sonne strahlte warm“. Wenn’s blöd läuft sitzt jemand danach in einer alten Situation, weil es ein Fragment davon anstuppst. Um‘s möglichst kurz zu fassen: Ich finde ihr seid nicht für die Emotionen euerer LeserInnen verantwortlich. Wenn ich auf einer Seite schmökere, dann muss ich damit rechnen auf einen Trigger zu stoßen und mich ggf. dann auch entsprechend selbst versorgen. Wenn ich Tage habe, an denen ich das nicht kann, lese ich nicht auf fremden Seiten und in unbekannten Texten. Die Verantwortung kann ich nicht den Autoren übergeben. Das verlange ich im Grunde auch von meinen LeserInnen. Ich bin auch dafür klare Worte zu finden und nicht um den heißen Brei zu reden oder aus zu viel Rücksicht zu spoilern. Das macht schwierige Themen noch schwammiger und undurchsichtiger, als sie es ohnehin meistens sind. Aber das ist nur meine Meinung dazu. 😊
    Eins wollten wir auch noch zurückmelden: Wir wahren sehr positiv gerührt, dass ihr euch an sich mit dem Thema „Trigger“ beschäftigt und euch so empathisch damit auseinandersetzt. Zu merken, dass es grundsätzlich ein Bewusstsein dafür gibt, dass manche Dinge für andere Menschen schwierig sein können, bedeutet für uns mehr, als eine Triggerwarnung vor einem Beitrag. Danke dafür!
    Liebe Grüße,
    Sofie

    Gefällt 8 Personen

    • Hallo Sofie, wie schön, dass ihr hierher zu unserer Diskussion gefunden habt! Vielen Dank, Myriade, dass du die Brücke gebaut hast! Sofie, ich freue mich sehr, dass ihr das sagt, denn ich gehöre zu denen, die nicht betroffen sind und weiß daher genau, dass ich eigentlich nicht sehr viel darüber weiß.
      Natürlich ist mir klar, dass alles triggern kann. Wir sind alle unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Erlebnissen, es ist nicht möglich, einen großen Schutzschirm über die Welt zu breiten – was ich übrigens auch nicht wollen würde, denn das würde ich als eine Form von Bevormundung empfinden.
      Was mich beschäftigt, ist Folgendes: Eine von uns hat Triggerwarnungen als einen Stuhl beschrieben, den man einer Hochschwangeren auf einer Stehparty hinschiebt. Eine Form von Rücksichtnahme also, und damit kann ich eigentlich sehr gut leben. Hier in unserem Etüdenkreis lesen und schreiben Menschen, die Warnungen zu schätzen wüssten, da sie in der letzten Runde getriggert wurden und Schaden davongetragen haben.
      Du schreibst, dass du an schlechten Tagen nicht auf fremden Seiten liest, was ich sehr nachvollziehbar und richtig finde. Wir sind aber in dem Sinn nicht fremd, der Kreis, der hier schreibt und liest, hat sich über die letzten zweieinhalb Jahre geformt.
      Meine Frage ist also: Kann ich etwas tun (und was), als Organisatorin der Etüden und als Schreibende, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, Betroffene zu triggern? Mir ist klar, dass Triggerwarnungen nicht der Weisheit letzter Schluss sind, aber können sie nicht zumindest helfen?
      Weil, weißt du, ich will nicht sagen: Hurra, wir können alles beim Alten lassen, nur weil es für uns bequemer ist.
      Liebe Grüße, entschuldige, dass ich euch so überfalle, aber ihr habt mitbekommen, dass es mich wirklich bewegt.
      Christiane 😁❤️👍

      Gefällt 3 Personen

      • Hallo Christiane,
        man spürt mit wie viel Herz du bei der Sache bist. 😊❤️ Ich finde das großartig. Mein Kompliment!

        „Kann ich etwas tun (und was), als Organisatorin der Etüden und als Schreibende, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, Betroffene zu triggern?“
        Nein. Was dem einen hilft, triggert den anderen und umgekehrt. Es wird sicher auch die geben, bei denen genau diese Warnung zu inneren Spannungen führt. Ich bin nun aber, was den Etüdenkreis betrifft bislang kein aktives Mitglied und will mich deshalb auch nicht zu sehr einmischen, ob das für euch eine Lösung sein könnte.

        Es bleibt doch nicht alles beim Alten. Die Betroffenen wurden in ihrer Not gesehen und es gibt ein neues Bewusstsein in eueren Reihen dafür. Das ändert so vieles. 😉

        Herzliche Grüße und eine gute Lösung für alle!
        Sofie 😊

        Gefällt 7 Personen

        • Na, auf jeden Fall haben wir jetzt die Meinungen von beiden Seiten dazu gehört. Ich teile deine Ansicht, dass diese Diskussion viele Überlegungen losgetreten hat, und finde das grundsätzlich gut. Natürlich.
          Ich persönlich sehe das Problem, dass sich alle hinter dem Satz „Was dem einen hilft, triggert den anderen und umgekehrt“ verstecken können: „Wenn das so ist, dann kann ich ja schreiben, was ich will“ (richtig! Unbedingt!), „und muss mich um die direkten Auswirkungen nicht kümmern.“ Beim letzten Halbsatz setzen meine Bedenken ein. Meine. Immer noch.
          (Wenn du übrigens überlegst, bei den Etüden mitzuschreiben: willkommen! Wir freuen uns über jede*n, der*die „mitspielen“ mag, und werden dir fleißig die Blog-Bude einlaufen.)
          Liebe Grüße, gern und noch mal danke!
          Christiane 😊

          Gefällt 2 Personen

        • Aber ja, das hast du! Herzlich willkommen bei den Etüden! Du darfst gerne öfter pro Wortspende, das weißt du, oder? Ich verweise in diesem Zusammenhang auch mal auf die „Kleingedrucktes„-Seite. Und falls du noch Fragen hast, frag einfach. 😁
          Liebe Grüße
          Christiane 😀❤️👍

          Gefällt 1 Person

        • Gut! Das freut mich! 😊 Das Kleingedruckte hab ich schon gelesen. Im Moment ist soweit alles klar. Wenn was auftauchen sollte melde ich mich und sollte ich mal über irgendwelche Regelgrenzen gehen, bitte einfach bescheid sagen. Es war dann bestimmt nicht absichtlich. 😊

          Liebe Grüße,
          Sofie

          Gefällt 1 Person

    • Ich kenne Trigger auch persönlich, wenn auch nur in einer schlimmen depressiven Phase, die ich mal hatte.
      Dazu gehörte auch Gedankenvermeidung. Ging etwas in eine verdächtige Richtung, dann den Gedankenfluß abbrechen/stoppen – was aber oft nicht geklappt hatte.

      Wie Du sagst, kann so manches als Trigger dienen. Ganz kann man sich eh nicht in einer akuten Phase schützen.

      Ich denke, man kann von zwei Seiten aufeinanderzugehen: Als Triggeranfällige aufpassen, was man macht und als Autor vor etwas warnen. So in etwa.

      Gefällt 4 Personen

  2. Ich weiß nicht, ob ihr euch mit der Betroffenheit über die Schilderungen der Betroffenen, dass euere Beiträge etwas furchtbares oder sogar retraumatisierendes ausgelöst hätten, nicht vor einen Karren spannen lasst, der nicht euere Baustelle ist, sondern Ihre. Das meine ich jetzt ganz und gar nicht unempathisch. Dass euere Beiträge überhaupt triggern konnten, liegt nicht an euch, sondern an der Geschichte hinter den jeweiligen Lesern. Wenn es nun schon so blöd gelaufen ist, dass ein Text vollkommen umhaut, dann habt ihr es dennoch mit erwachsenen Gegenübern zu tun, die ihrerseits die Verantwortung für sich haben, das erlebte entsprechend aufzuarbeiten und sich Hilfe zu holen. Nicht ihr habt Ihnen weh getan, sondern die Geschichte in Ihnen tut immer noch weh. So grausam sich das manchmal auch als Betroffene anfühlen mag, man kann darauf auch reagieren, indem man es als Hinweis sieht dringend für sich nochmal daran zu arbeiten. So halte ich das zumindest. Manchmal stolpert man eben über Texte und Begebenheiten, die einen lange sehr tief bewegen. Dafür kann man nun einen Schuldigen im Außen finden und sich von der eigenen Verantwortung distanzieren, weil der böse, böse Autor (der im Grunde nichts dafür kann, sofern er nicht bewusst gewaltverherrlichend textet) einen so verletzt hat oder man packt an und sieht zu, dass man Hilfe bekommt, den Ursprung dahinter anzuschauen und zu verarbeiten. Ich finde es reicht vollkommen ehrlich zu signalisieren, dass das beim Schreiben überhaupt nicht seine Absicht ist. Man kann dem Trauma nicht gänzlich ausweichen. Wenn es nicht irgendwelche Texte sind, lugt es eben an anderer Stelle um die Ecke, solange, bis es verarbeitet ist. Ich kann ja beispielsweise die Mitarbeiter im Einkaufsladen auch nicht fragen, ob sie sich was anderes anziehen, nur weil mich das ins Nirwana schießt…

    Gefällt 10 Personen

    • Da würde ich von den hier beteiligten Etüdenschreiber*innen sofort jedem*jeder Einzelnen unterstellen, dass er*sie auf keinen Fall jemanden verletzen möchte.
      Aber dennoch ist der Schaden passiert – was jetzt? Sagen: „Tut mir leid, pass halt beim nächsten Mal besser auf“, kommt mir genauso komisch vor wie die Selbstzensur, in die einige jetzt verfallen: „O Gott, ich bin eine potenzielle Bombe.“
      Ich bin gespannt auf deine/eure Antwort.
      Liebe Grüße
      Christiane 😀👍❤️

      Gefällt 1 Person

      • Ich spreche mal ausdrücklich für mich und aus meiner Sicht. Andere würden mich dafür vllt gerne steinigen 😉: Ich finde, dass alleine die Anzahl der Kommentare zeigt, dass es sich hier niemand leicht macht. Persönlich finde ich, dass die ehrliche Rückmeldung, dass es nie die Absicht war Schmerz anzustoßen und dass es einen für die Betroffenen leid tut, alles ist, was es braucht. Mich bewegt das mehr, als jede Triggerwarnung, weil ich dadurch sehe, dass jemandem grundsätzlich bewusst ist, dass Dinge schwierig sein können. Das ist für mich der „Stuhl für die Schwangere“. Mehr wäre für mich, um in dem Bild zu bleiben, der Schwangeren ihr Kind abzunehmen, dass sie die Last nicht mehr tragen muss und im Extremfall noch nicht mal mehr merkt, dass sie schwanger ist. Man würde mit einer „Triggerwarnung“ im übertragenen Sinne verhindern wollen, dass sie merkt, dass sie nicht so lange stehen kann und Dinge anstrengender sind, als in nicht schwangerem Zustand, weil sie erst gar nicht mit der Erschöpfung in Kontakt kommt.

        Der Schaden ist passiert, ja, aber nicht wegen eueren Texten, sondern weil Täter oder das Leben getan haben, was sie getan haben und damit Leid verursacht haben. Was habe ich Freunde in manchen Momenten schon gehasst, weil sie mir gefühlt durch einen Trigger so viel Leid zugemutet haben. Objektiv und ehrlich gesehen können sie dafür nichts und wollten das auch nicht. Wir können ansprechen, dass etwas schwierig war, aber ändern muss sich für uns niemand. Das würde auch unser Leid nicht kleiner machen, nur unsichtbarer. 😉 Im Bezug auf euere Verantwortung dürft ihr für meinen Geschmack da gerne die Kirche im Dorf lassen und müsst euch den Triggerschuh nicht in der Form anziehen. Ihr seid verantwortlich für das was ihr sagt, nicht für das was andere darin verstehen. Selbstzensur aus Angst etwas auslösen zu können, fände ich extrem schade. Es ist ok und gut offen zu sein, ehrlich das rauszuschreiben, was innen gesagt werden will, seine Kreativität im Schreiben so zu leben, wie sie in einem selbst entsteht. Im Grunde ist doch gerade das auch das Bereichernde von Literatur. Sie bewegt, wenn sie authentisch ist. Das ist kein wegschieben von Verantwortung sondern gesunde Abgrenzung und Selbstliebe. Davon profitieren letztlich auch die Betroffenen, weil klar wird, wo die jeweiligen Grenzen liegen. Man darf Ihnen zutrauen ihr Thema gelöst zu bekommen und auch wenn das niemand gerne hört, auch wir nicht: Man darf auch mal sagen: „Sorry, aber das ist an der Stelle dein Problem und hat mit mir nichts zu tun“. Das ist nicht verletzend oder wegschieben von Verantwortung, sondern ehrlich. „Ich sehe dich, ich verstehe dich, aber ich werde in das Thema nicht weiter einsteigen und das mit dir lösen, weil das für mich nicht passend wäre.“ Worum es ja in der Aufarbeitung immer wieder geht, ist letztlich auch zu lernen, dass von dem Text im heute nicht mehr die Gefahr ausgeht, die er zunächst durch die Erinnerungen auslöst. Ihr müsst euch nicht in die Übererregung der Betroffenen mit hineinziehen lassen und selbst so aufgeregt werden, als hättet ihr tatsächlich etwas ganz schreckliches getan. Das stimmt so nicht. Die emotionale Angeheiztheit gehört eigentlich an eine ganz andere Stelle ins damals. Der eine möchte dem Thema „Trigger“ mit einer Warnung entgegenkommen, dann ist das ok, andere nicht, auch gut. Ich finde vor allem wichtig, dass sich niemand verbiegt oder das Gefühl hat, etwas tun zu müssen. Sonst macht das Bloggen am Ende keinem mehr Spaß – weder den AutorInnen noch den LeserInnen. Es sind euere Blogs, ihr bestimmt das Fahrwasser.
        Im Grunde würde ich vermutlich mit viel Verständnis so weiter machen, wie bisher.

        Liebe Grüße,
        Sofie 😀🦋

        P.s.: Ich hoffe ich habe nicht viel zu viel geschrieben. 🙈😊

        Gefällt 8 Personen

        • Liebe Sophie, vielen Dank für deine ausführlichen Ausführungen. Ich als nicht-Betroffene kann mich in deine Sicht der Dinge voll und ganz hinein versetzen und bin irgendwie erleichtert, dass du die Dinge so siehst. Als potenziell Betroffene, wenn ich dich richtig verstanden habe. Ich sehe unsere Verantwortung ebenso wie du, bzw ich sehe sie eben eigentlich nicht und hatte deswegen schon ein wirklich schlechtes Gefühl.
          Im Grunde genommen gebe ich doch die Verantwortung schon wieder ab, wenn ich im copy-paste Verfahren eine standardisierte Trigger Warnung über meine Texte setze. Du sagst sehr richtig, dich bewegt es mehr, wenn im konkreten Fall, also wenn es passiert ist, eine respektvolle empathische Diskussion entsteht und ein ehrlicher Ausdruck des Bedauerns geäußert wird.
          Ich bin nach wie vor hin und her gerissen…..

          Gefällt 3 Personen

        • Ich bin, das hast du vielleicht keine Lust gehabt zu verfolgen (und das verdenke ich dir sicher nicht), inzwischen von der standardisierten Warnung abgerückt, die ich anfangs propagiert habe. Ich würde konkret schreiben: Dieser Text behandelt Tod. Dieser Text behandelt Einsamkeit. Oder diese Tags als Schlagwörter setzen, was wir ja auch diskutiert haben.
          Ich bin bei dir, was das Hin-und-Hergerissen-Sein angeht. Aber, wie René schon schrieb: Nicht-Schreiben kann auch nicht die Lösung sein; und sich zu zensieren ist es ganz sicher nicht, denn deine Meinung ist so viel wert wie die aller, und du sollst und darfst sie so sagen, wie es deinem Herzen entspricht.

          Gefällt 2 Personen

        • Nein, hast du nicht, im Gegenteil, ich bin sehr froh über deine Wortmeldung (ich war gestern Abend unerwartet komplett off, daher nicht früher).
          Ich verstehe deine Argumentation, dass nicht wir, die Trigger-Schreibenden, die Bösen sind (was ich stellvertretend für alle gern höre), sondern dass wir das früher geschehene Böse nur aufrühren. Wenn man jetzt aber weiß, wo „das Böse“ ist, gilt das dann immer noch? Helfe ich jemandem denn nicht, indem ich bestimmte Themen oder Begriffe mit Triggerwarnungen besetze, dass er nicht gänzlich unvorbereitet beim Lesen in die Falle läuft? Ich habe in der Diskussion zwei Artikel pro Triggerwarnung verlinkt, der Autor von einem sagt, dass er beim Lesen nach einer Triggerwarnung mit so gut wie allem gut klarkommt, aber ohne Triggerwarnung dann gern mal als heulendes Elend in der Ecke sitzt.
          Und wenn man dann einen bestimmten Themenkreis als „triggerverdächtig“ ausmacht (siehe die Liste), helfen Hinweise (und wir haben nicht diskutiert, wie die aussehen sollten, ich habe etwas sehr Allgemeines vorgeschlagen und wäre jetzt erheblich spezifischer) dann nicht?
          Ich weiß nicht, ob ich dir mit diesen Fragen nicht zu viel zumute und ob ich dir das überhaupt zumuten kann, dich so einzulassen, ich möchte mich also dafür entschuldigen, aber ich bin wirklich gespannt auf deine Sicht der Dinge. 😁😺🐿️🌾

          Gefällt 3 Personen

        • Danke für deine Achtsamkeit! ❤️ Du kannst dir bei uns sicher sein, dass wir gut auf uns achten. Sollten uns Fragen wirklich einmal zu viel sein, würden wir das kurz zurückmelden und ggf. später beantworten. Insofern fühl dich frei zu fragen, was du möchtest.

          Ja, ich finde persönlich, dass das immer noch gilt. Im Grunde weiß man etwas und doch nichts, weil das ein so spezifisches Thema für jeden Einzelnen ist. Das geht mir nicht anders. Du moderierst ja nun keinen kleinen Haufen von 5-10 Leuten, in dem man mal auf jemanden Rücksicht nehmen kann und selbst da wird’s oft schon schwer, sondern müsstest die Bedürfnisse einer Menge Leute unter einen Hut bringen. Ich verstehe, wenn jemand für sich sagt, mir geht’s nach einer Warnung soviel besser und gönnen denjenigen das auch. Deinen Ansatz da ganz allgemein nochmal darauf hinzuweisen, finde ich, wenn man sich für die Warnungen entscheidet, gut. Das Problem für mich ist: Was macht man mit denen, denen es nach der Warnung schlechter geht? Im Grunde wäre dann ja gleiches Recht für alle und man müsste dafür auch eine Lösung finden. Ich befürchte, da macht man ein Fass ohne Boden auf, wenn man nicht an die eigene Verantwortung appelliert. Ein bisschen wird das vermutlich die Quadratur des Kreises. Vielleicht findet ihr aber auch eine Lösung, von der ich völlig überrascht bin und auf die ich bislang gar nicht gekommen bin. Manchmal bin ich ja eventuell auch „betriebsblind“.

          Ich hatte einen Beitrag im Bezug auf Triggerwarnungen vor längerer Zeit auf meinem Blog und mich darin entsprechend positioniert, dass es das bei mir nicht gibt und warum. Das Feedback viel recht positiv aus. Vielleicht geht’s auch nur darum insgesamt klar zu machen, gibt’s bei mir oder gibt’s nicht? Dann kann man sich auch drauf einstellen und entscheiden, wo man liest.

          Ich drück euch allen die Daumen, dass ihr am Ende eine Lösung findet, mit der ihr euch gut fühlt. 😊

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      • Da gibt es wohl vieles aufzuarbeiten? Ich wäre auch nicht für warnungen, höchstes Hinweise auf den Inhalt. Dann kann sich doch jede/jeder selbst entscheiden, ob er so viel Mut besitzt. Angstmacherei halte ich grundsätzlich für falsch. Manches läßt sich bei gutem Wollen viel einfacher lösen, als man/frau😊 glaubt…..

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        • Sorry für das Einmischen, aber dein „höchstens“ ist inzwischen längst auch mein aktueller Stand der Dinge. (Ist hier vielleicht bisschen schwer zu finden.) Der, den es tangiert, weiß dann Bescheid, alle anderen können achselzuckend darüber hinweglesen.
          Angstmacherei ist nie gut, da stimme ich dir vorbehaltlos zu, die Frage ist nur, wem was Angst macht – und was eben nicht.
          Willkommen auf meinem Blog übrigens!
          Liebe Grüße
          Christiane 🙂

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  4. Ich hätte noch eine Idee, die vielleicht ein Kompromiss sein könnte. Wie wäre es denn mit einer Art „Trigger Awareness Award“ den man sich z.B. in der Seitenleiste als Button verankert. Damit könnte man sich einzelne Triggerwarnungen sparen und signalisiert Betroffenen trotzdem: „Ich weiß um die Problematik und möchte empathisch damit umgehen. Achtet beim Lesen aber bitte selbst gut auf euch, weil ansonsten keine Warnungen gesetzt werden.“ So einen Button hätte ich als Bild fertig. Sofern er euch gefällt, würde ich den auch zur Verfügung stellen. Einen entsprechenden Beitrag, der das Symbol etwas ausführlicher erklärt, könnte man dazu ja dann verfassen.

    Gefällt 2 Personen

    • Ach, meine Liebe, tut mir ja leid für dich, das mit dem Kommentarschwarm, und auch, dass ich gestern Abend komplett off war. Sorry, keine böse Absicht.
      JA, 392 Wörter ist viel zu viel. Geht nicht. 300 ohne Überschrift, sagt die Regel.
      Aber du musst deine Etüde trotzdem nicht wegwerfen, denn: Kommenden Sonntag spielen wir für eine Woche Extraetüden, weil wir 5 Sonntage im Monat haben. Extraetüden heißt, 5 Begriffe in 500 Wörter zu packen, wobei diese Begriffe die Spielwörter der beiden vorherigen Etüdenrunden sind (minus einem, das du weglassen kannst). Wenn du es also noch schaffst, zwei von den vorherigen Wörtern einzubauen (und unter 500 Wörtern zu bleiben), könntest du deinen Text für die Extraetüden nehmen. Deal? 👍
      Liebe Grüße am Morgen
      Christiane 😁❤️😺

      Gefällt 1 Person

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  9. Hey :) hab in einige reingelesen und es macht Spaß.. und bewegt das zu lesen… ich kenne das Wort Etüde aber nur im Zusammenhang mit Klavierstücken etc. Was genau kann ich mir darunter vorstellen? Kurzgeschichten mit einem schwierigen Inhalt?
    Sorry für die blöde Frage, hoffentlich mache ich mich damit jetzt nicht zum Affen 🙈

    Gefällt 4 Personen

    • Hey, grüß dich! An Klavier denken viele bei dem Wort. Etüden sind „Fingerübungen“, okay? 👍 Wir haben das aufs Schreiben übertragen: Bring die in der Schreibeinladung genannten 3 Begriffe (dieses Mal: Roman, variabel, entlassen) in einem Text mit maximal 300 Wörtern Länge unter. Ja, alle drei. Um was der sich dreht: egal. Textart: dein Ding. Die meisten schreiben fiktive Texte, wir haben aber auch regelmäßig Gedichte oder Sachtexte dabei. Also liegst du mit „Kurzgeschichten“ schon ganz gut, aber wie „schwierig“ der Inhalt ist, entscheidest du. Okay? Wenn nicht, dann frag, und sonst magst du es ja vielleicht mal selbst probieren?
      Liebe Grüße
      Christiane 😁👍🌞

      Gefällt 3 Personen

  10. Bevor die Sonne untergeht noch schnell ein Beitrag von mir.

    (CN):
    Roman (aus meiner letzten Geschichte) entwickelt sich weiter zu einer tragischen Figur. Er erhält einen Anruf von seinem Zwillingsbruder, der eigentlich bei der Geburt gestorben sein soll und der ihn über Nazi-Machenschaften aufklärt.

    https://wkastens.wordpress.com/2019/09/21/abc-etueden-38-39-19-deepfake

    Ich wünsche allen Lesern und Schreibenden ein schönes Wochenende. Vielleicht findet sich ja danach eine Lösung für unser aktuelles Thema.

    LG Werner

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  12. Liebe Christiane,
    das mit den Schlagwörtern kommt mir sehr entgegen und entspricht völlig meiner Auffassung der Dinge. Ich mache es auf meinem Blog ohnehin und werde künftig verstärkt darauf achten. Damit kann ich wirklich (auch und nicht zuletzt als triggergefährdete Leserin!) gut leben, denn das warnt VIEL besser, als irgendwelche (nicht unbedingt passend ausgewählten) Triggerwarnungen.
    Danke für diese Lösung!
    Schönen Sonntag allerseits wünscht erleichtert
    Elke

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    • Liebe Elke, das freut und erleichtert mich auch, dass du das für eine gute Lösung hältst. Ich sitze gerade über einem Eintrag als Zusammenfassung der Debatte, daher hier nur kurz: Auch dir von Herzen einen schönen Sonntag! 🌞
      Liebe Grüße
      Christiane 😁😺❤️👍

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  16. Hm, eine Herausforderung, doch auch sehr intensiv und zeitraubend. Eigentlich gehe ich bei dem schönen Herbstwetter lieber spazieren , als all die vielen Beiträge am Bildschirm zu verfolgen, was ja auf die Dauer nicht so gesund sein soll. Kann wirklich a l l e s berücksichtigt werden? Besteht nicht die Gefahr, daß dies ins Uferlose geht und wir dann in dieser wellenbewegten Flut schließlich die Orientierung verlieren? Und das sichere Ufer nicht mehr erreicht? „Wer sich in Gefahr begibt, kann auch darin umkommen“, ist ein bekanntes Sprichwort. Alsom: Aufpassen schon bei Beginn, worauf man/frau☺ sich einläßt!

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    • Liebe Gisela, ich will dich weder vor den Kopf stoßen, noch vom Lesen vertreiben, aber die Für-und-Wider-Diskussion ist eigentlich durch. Ich bin sehr dafür, dass du das schöne Herbstwetter nicht für das Lesen endloser Diskussionen nutzt (obwohl sie aufschlussreich sind). Wenn du ohne die ganzen Schnörkel auf den Stand der Dinge kommen möchtest, würde ich dir mein Fazit empfehlen: Triggerwarnungen: Fazit, erst mal. 🙂

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  17. Beim Quer-Lesen fiel mir so Wunderbares auf, Wahre Perlen der Poesie! Zuletzt:“ Die letzte Kornblume“ von Jakob Bosshart! Wo es so Schönes gibt, das wert wäre, wirklich be- und geachtet zu werden, um es auf einen ganz wichtigen, erhöhten Platz zu stellen, wo alle es sehen können/sehen m ü s s e n , muß ich nicht Neues schreiben wollen. Wer nur so ein ziges – und einzigartiges- Gedicht auf sich wirken läßt, sich Zeit nimmt dafür und es selbst nachzuempfinden, nachzuerleben versucht, der t u t eigentlich, was jetzt notwendig wäre, wo die Jugend weltweit ein Umdenken im Hinblick auf Klima-Wandel fordert. Und dagegen hätte wahrscheinlich auch kein Politiker etwas einzuwenden.

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  19. Liebe Christiane! DIES also wäre für mich in Zukunft der richtig Kanal. Daran will ich mich gern halten. Kein Problem. Nun fährt also der“Zug“ mit meiner Geschichte auf diesem neuen „Gleis“ … weiter..Mal sehen, auf welchem „Bahnhof“ er landet. Dort kann ich mich erneut entscheiden, kann die Richtung frei wählen. Ich glaube aber, daß ich von Glück reden kann, dies Angebot gefunden zu haben. Danke für manche Hinweise und Hilfen bisher!

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  23. Liebe Christiane,
    Als selbst Dispositionsbetroffene kann ich die Warnung vor Triggern nur begrüßen, halte sie für wichtig und gut.
    Wichtig auch, die Schreibfreiheit eines jeden. Kunst muss frei sein dürfen. Manche Kunst ist für manche schwer auszuhalten bis unerträglich. Weil sie vielleicht eigenem Erleben zu nah gerät. Dem ist mit Respekt zu begegnen.
    Wie auch den Etüden, die ich gerne lese.
    Aus der Randzone grüßt freundlich,
    Amélie

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    • Wenn dies „mit Respekt begegnen“ für dich bedeutet, Triggerwarnungen zu setzen, dann freut mich das – du hast ja gesehen, dass die Meinungen dazu ziemlich auseinandergehen, bei Betroffenen wie Nicht-Betroffenen.
      Danke dir für deine Stellungnahme, hab dich lange nicht mehr gelesen!
      Liebe Grüße zurück
      Christiane 🙂

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      • Ja, ich finde zu warnen, bedeutet, respektvoll zu möglichen Betroffenen hinzuschauen. Umgekehrt könnte es als ‚Sigmatisierung‘ verstanden werden. Doch das träfe nur dann zu, wenn man eine Disposition als Stigma betrachten will. Darum befürworte ich Warnungen vor möglichen Triggern genauso wie die für Blinde piepende Fußgängerampel. Selbst bin ich unempfindlich gegen Trigger durch Texte oder schütze mich vor einem möglichen Zuviel. Was mich überfordert, grenze ich nach Möglichkeit ab: Kunst lässt mir die Wahl, das Kissen vor mein das Gesicht zu schlagen, was ich völlig legitim finde, wenn mir von zu viel Gewalt schlecht wird.
        Ja, die Meinungen gehen auseinander. Dem Link zufolge, befürworten die Warnung 60 %…
        Mag ich auch insgesamt eher still erscheinen, lese ich Euch und die Etüden einiger blogfreunde jedoch sehr gerne und schaue immer wieder bei Dir vorbei, wenn ich glaube, vielleicht etwas beitragen zu können, sag ich Muckschhuhn auch mal was…🙊👯‍♀️
        Herzlich in den Norden,
        Amélie

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        • Ich habe ein Fazit zu dieser Diskussion geschrieben, das ist kurz 😉 und da steht auch drin, wieso die 60 % nicht reichen.
          Es ist gut, dass du dich schützen kannst, viele können das nicht so gut, Selbstverantwortung hin oder her.
          Herzlich in den Teuto
          Christiane

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        • Ja, danke für Deinen Hinweis. Inzwischen habe ich gefühlt 300 Kommis gelesen und kann jede Meinung nachvollziehen- auch die Kontroversen.
          Dennoch halte ich Hinweise für gut, denn wie Du schon sagst: mancher kann sich schlecht schützen und kann überrumpelt werden. Gegen Geruchstrigger bin auch ich bislang nicht gefeit. Sie lösen Flashbacks aus das kann mich leider schon mal kurzfristig ausknocken.
          Jetzt surfe ich mal zum Fazit.
          Und danke, dass Du Dir so zu diesem Thema Gedanken und Arbeit gemacht hast. Ich finde; es hat sich sehr gelohnt: ich las hier viel Kluges.
          Bis gleich im anderen blog,
          Amélie

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        • …in der, wie ich finde, unmöglich ein Königsweg gefunden werden kann..,
          …alle Argumente, für wie gegen, sind nachvollziehbar. Es wäre mehr als traurig, wenn jetzt jemand zu befangen zum schreiben würde …
          Darum plädiere ich auf Freistellung der Möglichkeit einer Warnung. Es geht auch um Freiheit, in der Kunst nur entstehen kann, ohne Last eines Gewissens, das schon von vorneherein diktiert, was raus darf und was nicht…
          Wer selbst betroffen oder triggersensibel ist, wünscht sich vielleicht eine Warnung. Auch unter Artikeln oder Pressebeiträgen finde ich sie. Finde sie auch dort wichtig, weil es um Fakten geht. Um Informationen, sachdienliche Hinweise und Wirklichkeit. Die Etüden sind Fiktion, Kunstprodukte der Phantasie. Ein Zerrspiegel der Wirklichkeit. Das sollte jedem bewusst sein, der sie liest, wie auch Literatur, die eine Kunstform ist. Gehe ich in eine Galerie, warnt mich niemand vor blutigen Bildern. Ich muss damit rechnen, dass sie mich berühren, betroffen machen. Habe ich zu große Angst, macht mich das Buch wütend, lege ich es weg, gehe ich weg.
          Habe ich Angst vor Kunst, muss ich Kunst meiden.
          Du siehst, auch ich schwanke, erörtere, suche Für und Wider.
          Und als Künstlerin muss ich die Kunst frei sein lassen. Ohne Warnhinweis. Weil es kein Artikel in der Zeitung ist. Kein biographischer Leidensbericht, kein authentisches Drama. Weil es Kunst und somit die Fiktion meiner Wahrnehmung ist.
          Mannomann…
          Was für eine spannende Diskussion, der ich gute Lösungen wünsche. Und selbst ein wenig versuche mitzuhelfen…
          Liebe Donnerstaggrüße zu Dir🍂

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        • Richtig, aber du weißt bei einer Galerie (möglicherweise), worauf du dich einlässt, du weißt es oft bei Büchern (ich habe irgendwo gelesen, dass Betroffene Freunde fragen, denn Klappentexte helfen nur gelegentlich). Hier, im Internet, bei einer Wundertüte wie den Etüden, weißt du es nicht. Ich halte den Vergleich insofern für zumindest hinkend.
          Andererseits unterstütze ich dich vollkommen in deinem Plädoyer für die Freiheit der Kunst – solange sie andere (Schwächere) nicht bewusst schädigt, wobei ich zwar jetzt nicht speziell an die Etüden denke, deren Schreiber*innen ich nur gute Absichten unterstelle, aber eben auch …
          Wir haben uns jetzt nach viel Hin und Her auf diesen Disclaimer in der Schreibeinladung geeinigt, und nicht mal der schmeckt allen. Den Rest muss die Zeit zeigen.
          Müde Donnerstagsgrüße zurück! 😀🍂🐿️🌧️

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  27. Hallo zusammen,
    ich habe mal wieder einen kleinen Text verfasst. Wie so oft bei meinen Texten spielen Krankheit und Tod in Nebenrollen mit (sie lauern leider überall), während Kleinkinder und ihr Opa die Hauptrollen übernehmen: https://transsilabia.wordpress.com/2019/09/26/unterwegs-zum-opahaus/
    Insofern ist der Text zwar sehr „harmlos“, aber möglicherweise „variabel“ – und vielleicht für manche auch „provozierend“. Lest selbst!
    Eine gute Zeit wünscht
    Elke.

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  28. (CN):
    Es folgt eine Abhandlung über den Urknall, der ja als Ausgangspunkt für unser heutiges Universum gilt. Inspiriert hat mich dazu unser gestriges und heutiges Mittagessen: Graupensuppe. Die esse ich für mein Leben gern, deswegen darf sie es auch an zwei Tagen geben. Wie die Graupen das so an sich haben, quellen sie über Nacht noch einmal nach. Meine Frau hat deswegen vor dem Aufwärmen noch einmal Wasser nachgegossen und dann aufgekocht und aufgetischt. Dabei sagte sie: „Die Ursuppe gestern war etwas stäbiger.“ Ursuppe war dann das Stichwort in Bezug auf Urknall, ein Thema, das mir schon ewig im Kopf rumgeistert. In der Geschichte habe ich allerdings die Graupen gegen Linsen – ob besserer Wirkung – ersetzt.

    https://wkastens.wordpress.com/2019/09/26/abc-etueden-38-39-19-urknall

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  35. Meine Etüde sträubt sich und ist mir selbst noch nicht ganz geheuer.
    Ich versuche sie für die Extraetüdenrunde zu zähmen, verspreche aber nichts.
    Wollte dir aber sagen, dass das mit der von dir wirklich bewundernswert begleitetetn Triggerdiskussion nichts zu hat. (Und auch mit dem Wort variabel nur in Maßen).
    Natalie

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    • Na ja, „variabel“ ist wirklich so eine Sache, und für den Rest bedanke ich mich – auch, dass ich jetzt weiß, dass von dir zwischen Tag und Traum kein Nachzügler mehr kommt, für den ich die Schreibeinladung schnell noch update …
      Liebe Grüße in deine Nacht
      Christiane 😀❤️👍

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  36. Pingback: Schreibeinladung für die Textwoche 40.19 | Extraetüden | Irgendwas ist immer

  37. Mir ging es wie Natalie vom Fundevogelnest: ich habe als Jugendlicher auch nur vielleicht zwanzig Seiten gelesen, das Buch dann weggelegt und nie wieder in die Hand genommen. Und bis heute kann ich den Buhei um Grass nicht verstehen.

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  38. Pingback: abc – Etüden … | wortgeflumselkritzelkram

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