Von Feiern und Musik

 

Christbaumfeier

Piano, Geige: Hupf mein Mädel (forte),
Im Christbaum zucken gelblich ein paar Lichter,
Und an die Rampe tritt Kommis und Dichter
Und stottert stockend tannendufte Worte.
Man trampelt: „Bravo, Bravo“ mit den Füßen
Und prostet mit den Krügen nach dem Helden,
Indem sich schon zwei weiße Fräuleins melden,
Mit „Stille Nacht“ die Menge zu begrüßen.
Man säuft, man schreit, man giert und man verlost
Die Lebenslust – Rosa, unwiderstehlich,
Bringt lächelnd ihrem Buben bei (allmählich),
Daß er mich Papa ruft. – Na danke. Prost.

(Klabund, Christbaumfeier, aus: Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, 1913, Online-Quelle)

 

Bettellied/Christmas is coming

Weihnacht kommt näher
Die Gänse werden fetter
Gebt einen Groschen
Dem armen, alten Bettler!

Habt ihr keinen Groschen
Ein halber tuts zur Not
Und wenn ihr keinen halben habt
Dann helf euch Gott!

(Christmas is coming, altenglisch, Online-Quelle)

 

In die Zeit, als ich noch viel Sting gehört habe, fiel auch seine Weihnachtsplatte „If on a Winter’s Night“, die ich sehr mochte und immer noch höre. Darauf befindet sich ein Stück namens „Soul Cake“, das ich euch unten eingebunden habe, welches obigen Text enthält (die zweite Strophe).

Interessant finde ich den Wikipedia-Eintrag zu den Soul Cakes als Halloween-Tradition (hier lesen). Die Quellen des Liedes reichen zurück bis ins Jahr 1891/3, wobei Sting sich wohl wirklich Peter, Paul & Mary angeschlossen hat, denn er gibt deren Quelle bei sich ebenfalls an (im Original steht nicht „Till Christmas Time“ (was Sting singt), sondern „Till this time“ (Quelle: englische Wikipedia zu Soul Cake). Die englische Wikipedia weiß aber auch, dass schon 1893 Zeilen aus Weihnachtsliedern vorkamen (unter anderem obiges „Christmas is coming“, womit sich der Kreis schließt). Insgesamt ist der englische Beitrag zum Thema erheblich detailreicher und exakter, falls es euch interessiert und ihr des Englischen mächtig seid, lest den.

Wie ich beim Herumsuchen entdeckt habe, gibt es viele schöne Versionen dieses Liedes auf YT (nicht nur von Sting), sollte es euch gefallen, wünsche ich euch viel Spaß beim Herumhören!

Kommt gut in und durch die neue Woche!

 

 

 

 

31 Kommentare zu “Von Feiern und Musik

  1. Liebe Christiane, jetzt bringst du mich doch noch in Vorweihnachtsstimmung, obwohl mir bisher noch gar nicht da nach war. Hach, wie finde ich das denn jetzt, mmh. Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche und liebe Grüße, Annette *kaffeerüberschieb*

    Gefällt 3 Personen

  2. Danke fürs Erinnern an diese CD, liebe Christiane, wird Zeit, dass ich wieder hinhöre. Und über den zu langen Bart unterhielten wir uns auch mal, den blenden wir einfach aus. Oder denken ihn uns auf ästhetische Kürze. ;-)

    Gefällt 2 Personen

  3. Doch: Ich mag Sting mit und ohne Bart, ihn entstellt nichts, habe ihn damals schon verteidigt -:))) Im Fernsehen gab es mal eine Weihnachtsendung mit ihm, vermutlich war es diese und danach kaufte ich mir sofort die CD und sie gehört immer noch mit in die Vorweihnachtszeit.
    Bitte Link umwandeln, ich konnte es nur so einfügen, sonst löschen

    Deine Gedichte heute sind sehr speziell, ähnliche den Weihnachtsgeschichten, die uns gestern der HR geboten hat, hauptsächlich Geschichten aus diesem Band „Das böse Buch zu Weihnachten“ von Gitzinger, Höke, Schmelzer . Wir haben Tränen gelacht, obwohl oft wirklich böse. Neulich suchte doch jemand ein Geschenk für den 81 Jahre alten Vater, der hätte sicher seine Freude daran -:)))
    Dir einen lieben Gruß vom wetterwendischcen Dach, Karin

    Gefällt 3 Personen

    • Okay, wenn du dich auf den Standpunkt stellst, dass Sting nichts entstellen kann, dann zucke ich die Achseln – natürlich!
      Nö, der Link bleibt gern drin, für alle, die sich Sting mit Bart ansehen möchten :-)
      Gestern war das, bei Renés Etüde, da suchte die Hummel ein Geschenk für ihren Vater ….
      Klingt so, als sollte das Buch wirklich auf eine alternative Weihnachtsgeschenkeliste …
      Liebe Grüße
      Christiane, überarbeitet, und ein Fellträger mit einem lädierten Katzenkopf

      Gefällt 2 Personen

    • Entweder hab ich dich da noch nicht gelesen oder ich erinnere mich nicht.
      „Seelen“ gibt es auch hier. Zwar seltener und meist auf so bisschen handwerklich angehauchten Märkten (gern Mittelalter, aber auch Weihnachtsmärkte), aber ja, es gibt sie.
      Stimmt, die Schwaben hätte ich in meine Aufzählung aufnehmen können. Liegt mir zu fern … Keine böse Absicht :-)
      Frohe Zeiten auch dir!
      Liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 1 Person

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