17 – Auf das Leben! | Adventüden

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Auf das Leben! (Viola, viola-et-cetera)

 

Seit ich mit meiner Familie Weihnachten feiere, war kein Weihnachtsfest wie das andere. Meistens wurde im Familienkreis gefeiert. Manchmal waren auch Freunde der Familie dabei, die sich einsam fühlten. Und irgendwann mischte sich auch Hundegebell in die menschlichen Gespräche.

Traditionen gibt es nicht viele in meiner Familie. Das Zusammensein mit anderen ist wichtig. Nicht immer war das Fest harmonisch, vor allem Teenager-Viola hat alle deutlich wissen lassen, was sie davon hielt, ihr Bett eine Nacht der Oma überlassen zu müssen. Aber wir haben es zusammen durchgestanden. Weiße Weihnachten mit Glatteis und Schneeflocken waren genauso dabei wie grüne Weihnachtsfeiertage. Aber ausgefallen ist noch kein Weihnachtsfest, und das ist auch gut so, es hätte uns allen sehr gefehlt.

Leider mussten wir uns auch schon zwei Mal ganz kurz vor Heiligabend von Verwandten für immer verabschieden. Daraufhin hat meine Mutter den Brauch eingeführt, Weihnachten »auf das Leben« anzustoßen. Das beinhaltet Dankbarkeit, dass wir ein weiteres Mal im Kreise lieber Menschen feiern können, und es ist ein Gedenken an diejenigen, die nicht mehr dabei sind.

Mir hilft die Vorfreude auf Weihnachten immer aus der Herbstdepression, die sich gerne in mir ausbreitet, wenn die Tage kürzer werden. Geschenke müssen besorgt und eingepackt werden, Adventsgestecke verbreiten angenehmen Tannenduft, und oft steht abends eine Teekanne voll wohltuend warmem Gebräu auf dem Tisch. Und wenn der Weihnachtszauber vorbei ist und alles wieder in Dunkelheit und Matsch versinkt, kann ich mir einreden, dass die Wintersonnenwende schon vorbei ist und die Helligkeit wieder Einzug hält.

Euch allen frohe Feiertage, und feiert das Leben!

 

Adventüden 2019 17 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

55 Kommentare zu “17 – Auf das Leben! | Adventüden

  1. Same here. Kein Weihnachtsfest ist wie das andere, zumindest nicht, seit ich den Kinderschuhen entwachsen bin. Aber ethnologisch ist es auch ein Ritus, jedes Einzelfest anders zu feiern, habe ich mal gelernt. Mal hier, mal da, mal ganz anderswo. Mal mit diesen, mal mit jenen Menschen und mal allein mit sich selbst und dem Christkind. Mit und ohne Tannenbaum, mit und ohne Schnee, mit und ohne Herbst-/Winterdepression. Mit teuren Geräten als Geschenke oder geflickten Puppenkleidern und reparierten Holzlastwagen. Alles dagewesen.

    Euch allen viel Vorfreude, und lasst sie euch nicht durch unangenehme Nachrichten trüben! Im Stall von Bethlehem stand auch nicht alles zum Besten.

    Gefällt 7 Personen

    • Würdest du mir zustimmen, wenn ich sage, es kommt darauf an, dass das Fest für einen einen tieferen Sinn hat, dann ist es auch egal, wie man feiert?
      Liebe Grüße, danke für den Kommentar
      Christiane, nachdenklich 😀☕🍪✨🕯️🕯️🕯️

      Gefällt 6 Personen

      • So sehe ich das, liebe Christiane, ja. Der tiefere Sinn hinter den Weihnachtsfeierlichkeiten ist für mich wichtig. Hinter der Idee von Weihnachten überhaupt, ob Feierlichkeit oder nicht.

        Aus meiner Sicht ist es die Idee der Liebe (Gottes und der Menschen) zu den Mitmenschen, die der Schöpferkraft eines fernen, allmächtigen Gottes die nahe, erlebbare emotionale Wärme hinzufügt.

        Aber wie du sagst: Da mag jeder Mensch seinen eigenen tieferen Sinn darin finden, jenseits von Zwangsgeschenkerwerb und Dezemberstress.

        Alles Liebe dir und euch allen hier von
        Elke

        Gefällt 4 Personen

  2. „Auf das Leben“ , das finde ich gut, denn das hat einen realen Bezug. Überhaupt, trotz mancher durchwachsener Erinnerung überwiegt doch das Positive, das häufig, wie auch hier, auf die gemeinsamen Tage gründet. Ja, Erinnerungen. Und den ganzen Rahnen haben die Mütter gestaltet, die Väter sind erst mit dem Baumkauf in die Szene eingestiegen.
    Schöner Rückblick, und immer noch aktuell. Klasse, zum 17ten Mal.
    Grüße und gute Tage an alle.
    😊

    Gefällt 5 Personen

    • Ah, Stadtkind! Wir bekamen unsere Bäume über Beziehungen der Nachbarn, die jemanden kannten, der … Aber ja, die meiste Arbeit hatten immer die Mütter. Sagen wir, die Frauen. Auch in meinem Mikrokosmos.
      Auch dir liebe Grüße und selbstverständlich schöne Tage, mit Pudelmütze oder ohne 😉
      Christiane 😁🐱☕🍪🕯️🕯️🕯️

      Gefällt 3 Personen

  3. Tradition hat ja mehrere Gesichter. Die schöne Seite daran heisst ja eigentlich: am Leben festhalten, das Leben bejahen und natürlich auch feiern, eingebunden sein, Teil sein von gemeinsamen Handlungen und Empfindungen. Und das Alles weiter zu geben.
    So leben wir es!
    Sehr schön in Erinnerung gerufen.

    Gefällt 7 Personen

  4. Als ich Kind war, haben wir die Feiertage immer im großen Familien- und Verwandtenkreis gefeiert, den ersten Feiertag bei der mütterlichen, den zweiten bei der väterlichen Verwandtschaft und daran denke ich heute gern zurück, denn von all denen ist kaum noch jemand da.
    An einem 2. Weihnachtstag starb mein Opa, friedlich mit seiner Zigarre in der Hand ist er in seinem Lieblingssessel eingeschlafen.

    Das Leben zu feiern, Zeit zu schenken und miteinander zu teilen wird immer wichtiger, je älter wir selbst werden.

    Danke für die schöne Etüde, sie macht das eigene Herz warm.

    Gefällt 5 Personen

    • Ja, das ist eine ziemlich übliche Aufteilung der Weihnachtstage auf die Verwandtschaft … und plötzlich ist man selbst alt und wird an den Feiertagen besucht … der Lauf der Welt.
      Ganz herzliche Grüße
      Christiane 😁🎄✨🕯️🕯️🕯️

      Gefällt 3 Personen

      • Damals fand ich das ganz schön, zumal ich bei der väterlichen Sippe meine vielen Cousinen regelmäßig treffen konnte. Wir sind die noch Lebenden, wohnen heute aber alle unendlich weit auseinander.

        Ja, der Lauf der Welt, da sagst du etwas Wahres, liebe Christiane, und schon sind wir die Alten!

        Trotzdem junge Grüße zu dir! :-)

        Gefällt 2 Personen

        • Skypt ihr nicht? Mal ganz doof gefragt? Ist natürlich nicht dasselbe wie persönlich treffen, aber ist umsonst und immerhin ein Bild.
          Grüße zurück! Ich verkneife mir den Spruch mit dem gefühlten Alter, ich halte ihn für … ähm … euphemistisch. 😀

          Gefällt 1 Person

        • Nein, gelegentlich mailen wir und eine Cousine habe ich im Sommer in Koblenz getroffen. Das Ruhrgebiet, woher wir alle stammen, ist ja doch nicht um die Ecke und eigentlich hat es uns in alle Winde verstreut.
          Das ist aber auch alles kein Problem.

          Liebe Grüße dir!

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      • Als mein Mann und ich unsere ersten Weihnachten im neuen Haus mit kleinem Kind feierten, mussten wir auch erst unsere eigene Tradition finden. Heute ist unserer Älterer 15,5 und der Jüngere 11,5 Jahre alt, da ändert sich schon wieder einiges. Die Geheimniskrämerei fällt langsam weg, obwohl der Jüngere es nach wie vor nicht genau wissen will. Mach du nur, sagt er.
        Manches mache ich ganz bewusst anders als damals in meinem Elternhaus. Aber bei mir spielt auch der christliche Gedanke nicht mehr diese Rolle wie damals.
        LG, Veronika

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  5. Diese familiären Zeremonien um das Fest finde ich so interessant und welche schöne zusätzliche Bedeutung Menschen plötzlich hineintragen. Auf das Leben anzustoßen ist ein wunderbarer Einfall.
    Lieber Gruß auch von mir, Karin

    Gefällt 3 Personen

  6. Das habe ich per Zufall eben im Netz gefunden und dachte mir, das gehört hierher -:)))

    Ihr sollt niemals aufhören zu leben, ehe ihr gestorben,
    welches manchem passiert und ein gar ärgerliches Ding ist.

    Jacques Offenbach (1819-1880)

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        • Ja, neee. Als ich neu im Zitate-Suchen war, war mir auch noch nicht aufgefallen, wie oft bei Zitaten die Urheber fraglich sind (im Zweifelsfall, Goethe, Mark Twain oder Einstein. Oder Buddha). Da schreibt oft einer vom anderen ab, die, die es aus einem Buch haben, haben oft auch keine verlässlichere Quelle, und die großen Seiten mit den Tausenden von Zitaten müssten über die Hälfte löschen (schätze ich), wenn sie gezwungen wären, eine beweisbare Quelle anzugeben. Tut das wer freiwillig? Ganz sicher nicht, das will nicht mal ich, und ich müsste nur zu meinen Blog-Anfängen zurück. Da ist aus meiner heutigen Sicht und Kenntnisstand auch ganz viel nicht mehr haltbar.
          Jetzt, wo ich jedes Zitat und jedes Gedicht erst mal in die Suchmaschine schmeiße, um rauszufinden, wo es (nach Möglichkeit zuerst) veröffentlicht wurde, sträuben sich mir die Haare. Aber so bin ich, ich hab an so was Spaß. 🙂

          Gefällt 1 Person

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