Die Reise | abc.etüden

 

»Scha-hatz? Sag mal …«

»Mal.«

Er schweigt. Sie setzt wieder an.

»Du-huu?«

Oha. Wenn sie so herumeiert, dann ist was im Busch.

»Ja?«

»Meine Kegelschwestern wollen eine Woche verreisen. Ohne unsere Männer. Nach Mallorca.«

Ach herrje.

»Hör mal, Aschermittwoch ist vorbei und erster April ist noch nicht, oder? Das ist kein verspäteter Karnevalsschabernack, den ich nicht mehr auf der Rechnung hatte?«

Sie schüttelt den Kopf. Au weia. Acht Frauen auf Malle. Das ist schlimmer als Rosenmontag in Köln. Dabei hat er doch immer gedacht, dass sie auf so Gruppenkram eigentlich nicht steht.

»Okay, dann müssen wir eigentlich nur zwei Fragen klären: Bekommst du hier zu wenig Alkohol? Brauchst du oder braucht irgendeine von deinen Damen einen Vorwand, um sich scheiden zu lassen?«

Sie lacht ein bisschen.

»Weder – noch, was mich angeht. Oder?«

Er nickt. Für ihn ist alles gut. Aber vielleicht nicht falsch, wenn er mal fragt.

»Willst du mit, oder denkst du, dass du mitmusst? Da steckt doch bestimmt wieder Lotte dahinter, oder?«

Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. Aha. Er hat es doch gewusst.

»Ich war noch nie auf Malle.« Pause. »Partyinsel, alle ständig breit, ich weiß doch auch, was man so hört. Aber es soll echt schön dort sein. Hinterland, Spezialitäten, Kultur, Märkte …«

Er unterbricht sie.

»Ruth, Schatz, und du glaubst, dass du mit deinen Kegelschwestern davon was zu sehen bekommst? Wenn die sich vor Mittag überhaupt aus ihren Lotterbetten erheben! Höchstens, wenn die Schönheiten am Strand herumlaufen und Cocktails verteilen!«

»Paul!«

Er fasst einen Entschluss.

»Schatz, wenn es dir so wichtig ist, dann lass uns beide Urlaub auf Mallorca machen. Dieses Jahr. Vielleicht zehn Tage im Herbst? Aber du auf so einer Sauf- und Bumsreise? Bitte nicht.«

Plötzlich beschleicht ihn irgendwie das unangenehme Gefühl, ausgetrickst worden zu sein.

»Deal«, sagt sie schlicht und strahlt.

 

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 08/09.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von René mit seinem neuen Zweitblog BerlinAutor und lauten: Schabernack, breit, erheben.

Heute bin ich mal spät dran, aber okay, darf auch mal sein. Ich konnte Paul, meinen Muffel, seine Frau Ruth und Lotte, den Stein so vieler Anstöße, nicht so einfach ziehen lassen.
Herzlichen Dank an Sven, der die Idee hatte, dass die Kegelschwestern eine Gruppenreise nach Malle planen könnten – auch wenn ich etwas anderes daraus gemacht habe …

 

49 Kommentare zu “Die Reise | abc.etüden

  1. Ist ja ein Witz, wie zwei lang schon verheiratete Individuen umeinander herumschleichen und sich mit Schlaubergereien austricksen wollen. Aber so ist es wohl bei vielen. Wünsche werden nicht offen geäußert, alles wird zum „basari“ (Verhandlungen wie auf dem Basar, wo man sich über den Tisch ziehen will). Gut geschrieben!

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    • Na ja. Ich möchte meinen Paul ein bisschen verteidigen, bei dem Mallorca den Ruf der Partyinsel nie so ganz losgeworden ist und der von daher sehr typisch reagiert. Was sie weiß, denn ich unterstelle ihr mal, dass das nicht ihr erster Versuch war. 🙂
      Ich muss übrigens einräumen, dass ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob Ruth sich die Reise mit den Kegelschwestern ausgedacht hat oder ob es die wirklich geben soll, sie aber keinen großen Wert drauf legt, weil sie genau weiß, dass Paul mit seiner Einschätzung größtenteils richtig läge … 😉
      Freut mich, dass du meine Etüde magst. 😀
      Liebe Grüße
      Christiane 😁☕🥐👍

      Gefällt 3 Personen

  2. Ich mag Ruth-:))) und im übrigen kenne ich keinen Mann, der sich auf diese Art nicht gern um den Finger wickeln ließe, sie geben es nur ungern zu. Für mich sind das keine Spielchen, sondern in einer Ehe Momente, die eher verbinden als trennen. Ist doch egal, ob erfunden oder geplant…… sie ist am Ziel -:))
    Hocherfreute amüsierte Grüße an Schaaaatz und Schäääätzin, Karin

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    • Natürlich lassen Männer sich gern um den Finger wickeln. Frauen auch. Ich finde nicht unbedingt, dass der Zweck die Mittel heiligt, aber in diesem Fall hat keiner einen Nachteil davon.
      Sie werden das schon geregelt bekommen, die beiden Schätze 😁
      Liebe Grüße auf dein Dach und an den vierpfotigen Besitzer der Außengebiete!
      Christiane, bei der alles grünt 😁😺👍

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      • Ich komme gerade vom Mainspaziergang zurück und dort blühen die Sträucher schon; der Main ist gut gefüllt und die Wiesen voller Gänseblümchen.Das einzige – allerdings vierpfotige – Mannsbild, das sich mit nichts um den Finger wickeln lässt, ist Capucchio -:)))
        Dir einen frühlingswinddurchpusteten Gruß, Karin

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        • Die Sträucher fangen hier erst an, ich bin nicht sicher, ob ich gestern(?) Forsythien gesehen habe. Aber die Narzissen sind draußen und ich habe heute auch was Veilchenartiges gesehen. Oh, und die Enten und Gänse turteln wie verrückt. Ich hoffe auf die Schwäne wie jedes Jahr, aber sie brütet noch nicht. Wäre aber auch sehr früh.
          Mein Katzenherr schläft unbeeindruckt. 😁😺👍

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  3. Gerade mit Freude gelesen, während ich meinen Obstsalat löffelte, liebe Christiane. Bei uns blühen die Forsythien definitiv. Und die Narzissen, und die Veilchen, und auch schon die erste Vergissmeinnicht.
    Windige Grüße aus dem Ruhrgebiet,
    Andrea

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    • Klar, ihr „da unten“ seid noch früher dran. Auf Vergissmeinnicht warte ich hier hoffentlich noch länger, man muss ja nichts überstürzen … 😉
      Liebe Grüße zurück aus dem blaugrauen Hamburg
      Christiane 😁😺☕👍

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  4. Eine drollige Spielerei, von der ich mir vorstelle, dass dieses Paar sie seit Jahren in vollkommener Einigkeit betreibt, um sich gegenseitig etwas neckisch zu verstehen zu geben, dass ein bisschen Eifersuchtsgetue als Kompliment erwünscht ist.

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    • Sich des anderen „sicher“ sein, kann man das? Sollte man das?
      So sehr, wie ich dir einerseits recht gebe, andererseits ist es eine Möglichkeit, aufmerksam zu bleiben, nicht alles für selbstverständlich zu nehmen und gegebenenfalls zu intervenieren …
      Liebe Grüße
      Christiane 😁😺☕👍

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      • Jeder muss mit seinem Partner den gemeinsamen Weg finden, eigentlich.
        Ich muss es relativieren, denn in einer Familie ist man auch in der Verantwortung, Kindern ein Vorbild mitzugeben, wie Partnerschaft gelebt werden sollte. Manipulation und Angst gehören nach meinem Dafürhalten nicht ins Beziehungsgepäck.

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        • Absolut. Vor allem keine Drohgebärden und fiesen Tricks, so was wiegt schwer.
          Aber: Nichts davon findet sich explizit in dieser Etüde. Wobei mir schon klar ist, dass man ihr Verhalten mit einem anderen Hintergrund als Manipulation auslegen könnte – ich bin da bewusst vage geblieben, um genau diese Möglichkeiten zu schaffen.

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        • Mhm. Ich mache da aus der Not eine Tugend. Entweder es wird ein Holzschnitt (wo die Feinheiten unter den Tisch fallen), oder es wird ein Ausschnitt wie dieser hier, der idealerweise viele Interpretationen zulässt. 300 Wörter sind nicht viel.

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    • Ach was?!?!?! 😉
      Ja, sind sie. Auch langjährige Paare nähern sich im Laufe der Zeit aneinander an, nicht nur Mensch und Tier 😉
      Ich habe mir inzwischen mehr zum Background der beiden überlegt, als mir klar wurde, dass ich noch eine zweite Etüde zu ihnen schreiben wollte. Und da war es dann ganz klar, dass das eigentlich eine sehr stabile, erfreuliche Angelegenheit ist.
      Liebe Grüße
      Christiane 😁😺☕👍

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  5. Alsoooo, auf jeden Fall mal eine trickreiche Schalttagswickelgeschichte, welche die Systematik des ‚Zusammenfunktionierens ein wenig näher beleuchtet. Ich hab mir mal überlegt, kenne ich einen Frauenkegelklub? Nein. Kenne ich eine Situation, ähnlich deiner, in welcher sie ihm etwas in seinen Augen so abstruses vorschlägt, dass er die Kehre macht und somit alle zufrieden sind? Nein. In meinem Umfeld sind tatsächlich Gruppenreisen von einigen Frauen nichts Ungewöhnliches, und da könnte ich spontan 3 voneinander unabhängige Gruppen benennen, die mal näher, mal weiter für ein paar Tage zusammen fortfahren. Gut, Malle war noch nicht dabei. Aber selbst da hätte wohl keiner der Männer/Partner ein Problem damit, da alle Betroffenen einfach anders gestrickt sind, und ich spreche da nicht von staubtrockenen hochgeknöpften Akademikerdamen in Stern- und Nieren-Cabriolets, sondern durchaus von Frauen, die mit den Realitäten des Alltags vertraut sind.
    Darüber hinaus gehen auch die Männer mal gemeinsam auf Tour, und da haben auch die Damen nur geringfügiges Augenbrauenrunzeln… In den Kommentaren scheinen das aber bekannte Verhaltensmuster zu sein.
    Nun könnte es natürlich sein, dass diese Art des Zusammenlebens (etwas überspitzt: er behält das Gefühl, dass er als Patriarch der Familie die Fäden zusammenhält) bei anderen Menschen nicht bis zu mir vordringt, oder/und ich dies bei mir selbst noch nicht bemerkt habe. Also lass mich nochmals ein wenig drüber nachdenken.
    Die Geschichte gefällt mir, so ist das nicht, wenn es jedoch explizit bei mir so wäre, dann wäre ich damit nicht zufrieden.
    Huch, hier gewittert es! Eine Frau darf nicht nach Malle! Grüße!

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    • Oooookay. Ich sehe schon, um die Geschichte für dich rund zu machen, müsste ich vermutlich all die Hintergrundinfos einbauen, die ich mir über die beiden überlegt habe. 🤔
      Aber lass mich erst mal staunen: Für dich sind Kegelclubs einfach Vereine, die kegeln, du kennst derartige Sprüche, die in die Richtung gehen, dass da nicht nur die Kegel nicht mehr standen (warum auch immer), also nicht? Für dich sind Gruppenreisen, speziell gleichgeschlechtliche, nicht auch mit dem Stigma behaftet, dass dort gesoffen und ungeheuer viel herumge…schäkert wird? Ich selbst bin zu nüchtern in jedem Sinn des Wortes, um so was schon mal erlebt zu haben, aber das heißt nicht, dass ich davon noch nie gehört hätte. 😉
      Und ja, Rollenverteilungen sind auf jeden Fall interessant. Geh ruhig mal davon aus, dass die beiden mindestens so alt sind wie wir, eher älter. Mich würde deine Rückmeldung auf jeden Fall interessieren, wenn dir dazu noch was einfällt. (Nieren-Cabrio musste ICH nachschlagen. Danke 😉
      Liebe Grüße aus dem windigen Hamburger Abend
      Christiane 😁😺🍷👍

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      • Nun guuuut! ;)
        Also, gerne im Einzelnen:
        Sicherlich gibt es eine Reihe von Hintergrundinfos, die den Rahmen der Geschichte dann sprengen würden, die braucht es meiner Meinung auch nicht.
        Kegelclubs: insoweit stimme ich zu, dass KC keine üblichen Vereine sind, und ich kenne die Sprüche, natürlich. Bislang kannte ich sie jedoch nur in Bezug auf männliche Kegelclubs, und tatsächlich, ich kenne (bewusst) keine einzige Person, die in einem rein männlichen KC aktiv ist und ich kenne keinen rein weiblichen KC. Die gemeinschaftlich orientierten Frauen in meinem Umfeld (Ü50 mit Ausnahmen) tendieren zu Trendsportarten wie Yoga, Trommeln und Wandern. KC mit Paaren sind mir bekannt, die reisen dann auch mal gemeinsam irgendwohin.
        Gleichgeschlechtliche Gruppenreisen sind bei mir auch mit einem Stigma behaftet, allerdings nur getrennte m/w-Gruppen U30. Darüberhinaus Grauzone, ab Ü50 dem Grunde nach kein wirkliches Stigma mehr (da ich eine andere Realität kenne). Diese Stigmas habe ich beerdigt. Die gleichgeschlechtlichen Gruppenreisen Ü50 sehen in meinem Umfeld (und das gilt eben nur für mich) weitestgehend positiv aus, auch im Sinne der Partnerschaften. (Auch wenn mir jetzt tatsächlich ein gegenläufiger Fall einfällt).
        Dann habe ich mir überlegt, wo habe ich denn dieses negative Image gehört? Eigentlich niemals aus erster Hand. Nur über 3 Ecken und über die Medien. Sicherlich, das was man direkt mitgeteilt bekommt, kann auch nur die halbe Wahrheit sein.
        Und: meine vielleicht leicht blauäuige Sichtweise ignoriert die eine oder andere Rollenverteilung, wozu auch der Umgang miteinander gehört. Selbstverständlich muss meine Bewertung vom Partner nicht geteilt werden, auch ich urteile subjektiv, natürlich überwiegend aus der männlichen Sicht heraus, und diese kann niemals umfassend sein (da halte ich die weibliche Seite i.A. tatsächlich für umfassender, da diese aus einer anderen Rolle heraus argumentiert).
        Vielleicht hadere ich ja damit: deine Geschichte ist real und hat einen „Schmunzelfaktor“, aber ich wünsche mir diese Rollenverteilung nicht für mein Leben, denn das war nie mein Ziel. Jedoch kann ich nicht ausschließen, dass es mich auf die eine oder andere Art doch auch getroffen hat, ohne es bemerkt zu haben.
        Die konkrete Nachfrage meiner nächsten Angehörigen brachte ein differenziertes Bild hervor, vielleicht mit dem Ergebnis: jede/r setzt sich mal durch, aber mit individuellen Methoden (also doch ein wenig…). Überwiegend jedoch Einigkeit, dennoch teilweise klassische Rollenverteilungen. Da fällt mir ein, ich muss noch bügeln…
        Deine Geschichte unterscheidet sich eben von meiner erlebten Welt, da sie diametral liegende Themen verbindet:
        Kegelclub/Frauen, Ü50-Frauen/auf Malle saufen. Auf der anderen Seite könntest du mir entgegnen, dass ich mich von meinen Vorurteilen leiten lasse, also ein Problem mit der Vorstellung von selbständigen, saufbereiten Kegelclubfrauen habe. Die dann aber wiederum ihre Männer quasi (also symbolisch) fragen müssen, ob sie eine Reise machen dürfen (dies sie in dieser Form gar nicht machen wollen).
        Jetzt kennen wir jedoch deine Protagonisten schon aus deiner Vorgeschichte und somit fügt sich das System für diese Interessengemeinschaft wieder zusammen. Wie ich das bewerte, ob positiv oder eher nicht, ist natürlich eine ganz andere Sache. Sagen wir mal so: ich habe laut gedacht, vielleicht noch nicht zu Ende. Spannend, irgendwie.
        Nachgewitterliche (sie darf nun doch nach Malle) Grüße aus dem nur heute verschalteten Süden.
        :)

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        • Na ja, sie FRAGT ja nicht, ob sie mitDARF. Allerdings schmeißt sie es ihm in kleinen Häppchen vor die Füße, weil sie weiß, dass ihm ihr Kegelclub irgendwie unheimlich ist (saufen könnende unabhängige Weiber Ü50, potenziell männermordend) 😉
          Ich finde, sie ist sehr nett zu ihm. Ich behalte das mit einer eventuellen Fortsetzung mal im Hinterkopf. 😁
          Und noch ein Gedanke am Rande. Wenn das eine Beziehung wäre, in der das so gegangen wäre:
          „Schatz, ich will mit den Kegelfrauen eine Woche nach Malle.“
          „Ausgerechnet Malle? Wann denn? Bist du sicher, dass du das nicht bereust, so wenig, wie du verträgst? Sag rechtzeitig Bescheid, dass ich dann meine Termine so lege, dass das mit den Kindern klar geht und ich dich zum Flughafen fahren kann“ – ja, klar, gibt es, finde ich auch gut, aber wo ist dann die Geschichte?
          Denn als oberstes Gebot gilt immer noch: Bringen Sie Ihren Protagonisten in Schwierigkeiten. Also ist mir lieber, dass es ein bisschen Gezicke gibt und ich darüber schreiben kann. 😉
          Immer noch zu windige (für die Katze, die wieder reinkam) Abendgrüße
          Christiane mit mehr Rotwein 😁😺🍷🍷👍

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        • Schon wahr, das mit der Frage war eher meine Deutung, da ich diese Herangehensweise als verkappte Frage interpretierte. Was es definitiv nicht war. Der Bezug zum Tun der Kegelfreundinnen, dabei sich selbst noch herauszunehmen, entsprach für mich eben dann der Schaffung von optionalen Möglichkeiten bei fehlendem Verständnis. Und da sehe ich eben eine gewisse Unterwürfigkeit, die mich beschäftigt hat.
          Davon abgesehen funktioniert die Geschichte eben aus den von dir beschriebenen Gründen. Anders wäre es irgendwie keine Geschichte.
          Vielleicht habe ich die spezielle Realität deiner Protagonisten zu sehr mit meiner erlebten Realität vermischt, dann klingt mein Einwand (vorsichtig formuliert) nach Widerspruch. Das ist es aber nicht, du zeigst eben eine Form der Realität, die es zweifelsohne gibt. Nur die Bewertung hierfür ist nicht so eindeutig wie z.B. bei einem Lottogewinn… wobei…da könnte ich auch meckern.
          Grüße vom Meckerpict nach Kino (Parasite).

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        • Guten Morgen, Herr Meckerpict (mochtest du den Film?)! 😉
          Du hast recht und ich hatte unrecht: Dass sie sich herausgenommen hat, macht die Sache optionaler, als ich wollte. (Ich habe so massiv kürzen müssen, ich hatte sie drin. Hm. Blöde Entscheidung. 😒) Nur „Unterwürfigkeit“ hatte ich dabei nie im Sinn.
          Ich glaube, ich muss eine dritte Etüde schreiben, um alle(s) endgültig zu ent-/verwirren. Ich denke darüber nach. 😉
          Und ja, klar gibt es solche Realitäten. Und ja, sie spielen das Spiel beide und mit großer Vertrautheit. Ich finde es anstrengend, und da treffen wir uns wieder.
          Nochmals herzliche Grüße und einen schönen Sonntag!
          Christiane 😁☕🥐👍

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        • Danke dir. Aaaaaber: als Verfasserin dieser deiner Geschichte ist diese natürlich auch von deiner Interpretation geprägt, von daher würde ich nicht von recht und unrecht sprechen, sondern eher von unterschiedlichen Auffassungen. Da könnte man vermutlich jeden Satz diskutieren… Es ist ja schwer genug, eine schlüssige Geschichte in dieser Form zu schreiben, was dir ja gelungen ist. 😊
          Mit asiatischen Filmen brauche ich meist länger um damit warm zu werden, da kenne ich nicht so viele… Parasite war kurzweilig, extrem und voller Überraschungen, flüssig erzählt. Also auf jeden Fall ein besonderer Film, dem aber das Weglassen einiger Gewaltszenen gut getan hätte, das Wissen über das Geschehen war für mich ausreichend.
          Ich fand ihn dennoch sehr gut.
          Nochmals Grüße!

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        • Na ja, ich als Autorin der Etüde sollte schon so formulieren, dass Missverständnisse vermieden werden und ich hinterher nicht einräumen muss: Ja, konntest du nicht wissen, weil …
          Nächstes Mal besser, hoffentlich, bzw. anders.
          Danke fürs beharrliche Diskutieren (ernsthaft, das ist mir viel wert) und für den Kommentar zum Film. 😁👍

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  6. Also, ich weiß nicht, ich mag diese Art von Rollenzuteilung auch nicht. Sie manipuliert und er steht wie ein Depp da, der das nicht bemerkt. Weder die eine noch die andere Rolle hätte ich gerne und eine recht traurige Beziehung kommt mir vor, wenn man als altes Paar solche lächerlichen Spielchen betreibt anstatt seine Wünsche und Absichten zu äußern …

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  7. Ich finde die beiden ganz süß. Sicher spielen sie Spielchen, aber es scheint ein einvernehmliches Spiel zu sein. Und klar denke ich, sie könnte auch ohne Erlaubnis eine Woche ohne ihn verreisen. Ich habe das Gefühl, sie will ja gar nicht ohne ihn weg und will ihm nur eine goldene Brücke bauen, mit ihr zu fahren. Vielleicht hat er Flugangst oder traut sich nicht an fremde Orte. Und nun hat er ja gesagt und wird ein Abenteuer mit ihr erleben. Gute Reise!

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    • Für mich ist er einfach so ein „Muffelkopp“, der den Hintern ungern hochbekommt, für seine Frau aber fast alles tun würde. Von daher begreift er ihre Ansage als Aufforderung, sich einzubringen. Würde sie jetzt mit den Mädels fliegen wollen UND mit ihm im Herbst noch mal, ich glaube nicht, dass der Haussegen deswegen ernsthaft länger schief hinge.
      Liebe Grüße, danke für deine Meinung auch hier
      Christiane 😁😺☕🥐👍

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  8. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 10.11.20 | Wortspende von Corlys Lesewelt | Irgendwas ist immer

  9. Ich las und las und wunderte mich. Es war wie ein Tanz um den heißen Brei *g*, aber ich dachte, na ja, is halt so, sie will da mit und dann kam das Ende und ich dachte nur völlig perplex: Ach, wie raffiniert *lach* und nun höre/lese ich die Meinungen der Leser und na ja, ich mag es so auch nicht, aber manchmal muß man sehr eigene Wege gehen, um an ein Ziel zu gelangen, doch so wie sie hätte ich niemals einen Wunsch verpackt. Ich denke aber, gerade das Überzogene von ihrer Seite zeigte auch ganz wundervoll das Widersinnige in dieser Paar-Geschichte und genau SO hast Du erreicht, was Du wolltest. Aufzeigen, wie verrückt auch ein langjähriges Paar miteinander umgehen kann.
    Liebe abendliche Grüße in den März an Dich

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    • In Vollendung kann das nur ein langjähriges Paar, das sich immer noch sehr zugetan ist, sehr genau weiß, wie das Spiel funktioniert und wo dessen Grenzen sind. Dann finde ich das ziemlich harmlos.
      Liebe Grüße am Montagmorgen, komm gut in die neue Woche! ☀️
      Christiane 😁😺☕🥐👍

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      • na ja, die unterschiedlichen Temperamente und Wesenzüge können schon viel zerstören, was eigentlich keiner von beiden möchte… so ein Tanz ist dann vermutlich ganz geschickt und sollte nicht verteufelt werden. Er hilft, so gut er kann *g*
        Liebe Gutenmorgengrüße von Bruni an Dich

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