Corona: Lourdes – abc.etüden

Lourdes hat geschlossen!“
Klar, sagte man ihr, da sind immer so viele Menschen, zum Teil signifikant krank, es gibt Vorschriften, ist doch nur gut, bla, bla, bla. Sie nickte. Natürlich war das so, und vermutlich war es lächerlich, dass es sie überhaupt berührte, schließlich hielt sie religiösen Massentourismus für fragwürdig, und Lourdes mit seinem frommen Overkill stand ganz oben auf ihrer Liste.
Aber: LOURDES hatte geschlossen. Lourdes, wohin seit gut 160 Jahren immer mehr Leute gepilgert waren, um Hilfe zu erflehen, und das scheinbar wohl auch in den Weltkriegen immer offen gewesen war. Lourdes war dicht. Lourdes kam kurz nach dem Petersdom. Sie hätte vermutet, dass eher die Hölle erfror, also einfror, als dass das passierte.

Die untersagten Gottesdienste hatten sie schon merkwürdig berührt. Als Konstante in ihrem Leben vermittelten sie ein Gefühl von Beständigkeit: was, wenn nicht die Kirche, war immer da? Und sei es nur in Form des Abend- und sonstigen Läutens, bzw. dessen Fehlen zu Zeiten von „nach Rom fliegenden Glocken“ vor Ostern. Auf den kirchlichen Beistand war sie nicht angewiesen, ihre Spiritualität ging andere Wege. Aber sie stellte fest, dass sie dieser Tage für herzliche Worte empfänglich war, zum Beispiel für die Rundmail der Gemeinde, selbst wenn es nicht mehr als das vielfach gehörte „Rückt virtuell zusammen, nehmt Rücksicht, seid vernünftig und beachtet die Regeln, wir sehen uns bald wieder“ war.

Und jetzt? Ja, leben, einen Tag nach dem anderen, weiterlächeln, irgendwie würde es weitergehen. Der Forsythienstrauch im Garten war fast abgeblüht, aber aus anderen Gärten leuchtete es vielfarbig. Hämmern drang die Straße herauf, dort arbeiteten Handwerker auf dem Dach. Radiobeats, Gefluche, Gelächter. Normalität, selten so willkommen. Im Sonnenschein erschien alles frühlingshaft verzaubert.
Sie beschloss, draußen eine kleine Runde zu machen – mit Maximalabstand zu allen, die es ihr gleichtun würden. Solange sie noch durfte.
Befremdliches Gefühl.

 

abc.etüden 2020 12+13 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 12/13.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Elke H. Speidel mit ihrem Blog Transworte auf Litera-Tour und lauten: Forsythien, lächerlich, erfrieren.

Ich bin nicht sicher, ob man das nachvollziehen kann …

 

81 Kommentare zu “Corona: Lourdes – abc.etüden

  1. Ich hatte zunächst nicht einmal mitbekommen, dass es sich um eine abcEtüde handelt. Toll! Ich habe, obwohl ich kein gläubiger Mensch im konfessionellen Sinn bin, auch wirklich geschluckt, gerade für einsame und/oder alte Menschen, die vielleicht keinen Zugang zum Internet haben, wäre der Gottesdienst doch ein Halt. Ist er für manchen Menschen nicht ebenso wichtig, wie Lebensmittel? Hab einen schönen Tag! Ela

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    • Ja, Kirchgang als Lebens-Mittel, da sagst du was. Ich kenne ein paar Leute, meist ältere, die über die Kirche und deren Veranstaltungen einen wichtigen Teil ihrer sozialen Kontakte wahrnehmen. Das muss nicht nur der Gottesdienst sein. Es ist mit Sicherheit ein tiefer Einschnitt.
      Auch dir einen guten Tag!
      Liebe Grüße
      Christiane 😁☕👍

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      • Dankeschön 🙂 Man könnte für die Gläubigen doch beispielsweise täglich eines Gottesdienst im TV übertragen, es gibt ja genug Programme vielleicht sogar einen, zu dem die Menschen telefonisch ihre Fragen und Sorgen loswerden können. Ich sehe an meiner Mutter (wir wohnen zusammen), was sie für große Ängste hat. Wir müssen doch alle mitnehmen.
        Schönen Abend!
        Ela

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        • Du, es gibt ja so was wie „Bibel-TV“. Gar nichts für mich, ich bin nicht auf dieser Schiene, aber mag deine Mutter so was? Ansonsten, falls sie/ihr zu einer Gemeinde gehört, habt ihr dort Ansprechpartner für Seelsorge? Hier bieten unsere Pastoren so was an …
          Liebe Grüße, auch dir einen schönen Abend!
          Christiane 😁🌞👍

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  2. Lourdes ist mir fremd und kannte Menschen die voll Heilungshoffnung, dahin gepilgert sind. Den Krebs hinderte es am Wachsen nicht. Was es ihnen gegeben entzieht sich meiner Kenntnis.
    Gottesdienste sind mir fremd, ich kenne Menschen verschiedener Glaubenswege, denen sie wichtig. Hier sind sie erstmal abgesagt, aus Gesundheitsgründen.
    Gestern Abend wurde evangelisch wie immer der Abend eingeläutet. Ob nachher Glocken rufen zur Messe um acht?
    Glockenklang ist für mich „normal“. Ich würde ihn missen.

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        • das ist eine wirklich interessante Frage! Man sagt ja, dieDeutschen hätten (nach Freud) vorwiegend einen Analcharakter („übertriebene Pünktlichkeit, Ordnung, Sparsamkeit (Geiz), Genauigkeit und Eigensinn und sonstige zwangsartige Verhaltenseigenschaften (widerholte Kontrolle, ob Licht gelöscht, Gashahn geschlossen, Tür versperrt ist). Bezeichnung für ein Bündel von Persönlichkeitseigenschaften, die als Folge der Regression auf die anale Phase – anstelle spezieller neurotischer Symptome – entstehen können“. Bei Angst, Wut, Hilflosigkeit finden solche Regressionen massenhaft statt – daher das Klopaier.
          Die anale Fixierung der Deutschen zeigt sich auch in ihren häufigsten Flüchen (Sch***.. Leck mich*** … In den A***… kriechen etc pp), während andere Nationen die f***-Variante vorziehen (f*** your mother, f***me oder einfach f***). Da sind dann Kondome wichtiger.
          Ich habe übrigens gestern freudig zur Kenntnis genommen, dass mein Mann eine Kiste Rotwein geordert hat.

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        • Ich finde Rotwein ähnlich unentbehrlich wie Klopapier – na gut, kein Klopapier haben möchte ich auch nicht. 😏
          Danke, liebe Gerda, ich wusste, dass es diesen Überbau gibt, er war mir aber nicht präsent. Analcharakter, genau. Ich hoffe, wir bekommen keine Ausgangssperre, dann werden wieder welche anfangen, ihre Nachbarn zu melden …
          Unfrohe Grüße, aber dir vielen Dank!
          Christiane 😁☕👍

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        • Eine Ausgangssperre ist sicherlich kein wünschenswerter Zustand, aber meines Erachtens bekommen wir nur mit einer Ausgangssperre – die dann natürlich auch entsprechend kontrolliert werden muss – das Problem der unbelehrbaren Jungspunde in den Griff, die weiterhin im Rudel auf der Straße tanzen, weil sie sich für klüger, besser oder allgemein viel geiler halten als den Rest.

          So wie diese junge Frau, die gestern ihr Gesicht in die Kamera des Privatfernsehens hielt, um dort im Brustton der Überzeugung zu veründen:

          „Isch nehm das nisch ernst!“

          Mir persönlich fällt es schwer, Menschen ernst zu nehmen, die „isch“ sagen, aber sie sind halt da. Und das Problem beschränkt sich auch nicht auf Jungspunde, nein, ganze Familien gehen generationenübergreifend einkaufen, man hat ja gerade Zeit, weil Kurzarbeit …

          All diese, mit Verlaub, Idioten, denen ich entweder Mangel an kognitiven Fähigkeiten unterstellen muss, die also entweder zerebral nicht in der Lage sind, zu verstehen, was gerade abgeht, oder aber eine derartige Verachtung allen anderen Menschen gegenüber, dass sich, sollte Letzteres zustreffen, eigentlich jegliche weitere Diskussion mit diesen Leuten verbietet, bekommt man vermutlich nur dann wirklich nach Hause, da, wo sie hingehören, wenn man das „von oben“ beschließt.

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  3. Mir ging es ganz genauso liebe Christiane, als ich hörte dass die Gottesdienste nicht stattfinden – obwohl es logisch ist – und nein, ich bin auch keine Kirchgängerin. Aber daran u. a. ist zu erkennen, wie groß die Auswirkungen im Moment tatsächlich sind.
    Hoffen wir das Beste!
    Liebe Grüße und achte gut auf Dich
    Nicole

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  4. Meine heimische, sehr kleine evangelische Landeskirche hat vergleichsweise lange gebraucht, um sich mal zu äußern, letztlich fallen aber auch da jetzt alle Gottesdienste aus, man arbeitet an neuen „Verkündigungsformaten“. Ich finde übrigens, dass „Verkündigungsformate“ ein sehr schönes Wort ist. 🙂

    Ich selbst bin zwar kein sonderlich gläubiger Mensch – so gar nicht, um genau zu sein -, aber dass sie für die Leute, denen sie wichtig sind, jetzt auch fehlen sollen, stimmt mich ebenfalls traurig.

    Aber es hilft ja nichts, wir müssen weitermachen, „einen Tag nach dem anderen“, wie Du so passend schreibst. Oder wie Hagen Rether kürzlich sinngemäß sagte: „Wer heutzutage morgens aufsteht und sich wäscht, kann schon als Optimist durchgehen. Sonst würde er ja liegenbleiben.“ 🙂

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  5. Hier läuten gerade die Glocken – welche Kirche es ist, weiß ich nicht – vermutlich die evangelische. Liebe Christiane, die Kirche hat die Möglichkeit über den Rundfunk, das Fernsehen, digital ihre Gläubigen zu erreichen und jetzt danach zu verlangen, dass ausgerechnet im Gottesdienst (er wird es schon richten) alles so weiterlaufen soll, wie gewohnt – es wäre total unvernünftig. Wenn ich gläubig bin, vertraue ich weiter auf Gott.
    Lourdes ist wie so vieles in der katholischen Kirche auch ein Geschäftsmodel, das gut auf dem Rücken der (Aber-)gläubigen ausgetragen wird.
    Im HR 2 gibt es jeden Morgen aus beiden Konfessionen oft wundervolle Ansprachen und so etwas wird wahrscheinlich ausgeweitet – . Gott hat uns noch nie vor etwas beschützt, ganz im Gegenteil, in seinem Namen sind schreckliche Verbrechen begangen worden.
    Wenn mir Religion Halt und Zuversicht gib (mir z.B. nicht)t, dann gibt sie mir das auch zu Hause – es gibt für niemanden im Augenblick noch Sonderrechte und das finde ich sogar gut.
    Natürlich bedarf es auch Zeit, sich an das unerwartete Neue zu gewöhnen, sich darauf einzustellen und das gelingt dem einen eher als dem anderen – uns bleibt nichts anderes als Vertrauen – egal zu wem.
    Komm gut über die nächste Zeit – sie wird uns noch vor ganz andere Herausforderungen stellen – und sei herzlich gegrüßt vom sonnigen Dach, Karin –

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    • Ja, liebe Karin, selbstverständlich ist das so, ich gebe dir total recht in allem. 👍
      Dir entgeht zwar der Punkt, den ich meinte, aber auch das ist nicht weiter schlimm, mir war klar, dass es vielen Lesenden damit nicht so ergehen würde wie mir. Alles gut, wirklich, ich habe das wirklich nicht geschrieben, um die x-te Kirchendebatte zu führen.
      Bei mir hat die katholische Kirche übrigens eben zu Mittag geläutet.
      Auch dir ganz herzliche Grüße aus dem trüben Hamburg
      Christiane 😁☕👍

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      • Liebe Christiane, mir ist das nicht entgangen, Du hast die spirituelle Seite angesprochen und wie viel die vielen Menschen eben auch gibt und die für sie notwendig ist. Da ist das Vermissen , vor allem der Wegbruch schwerer zu verkraften. Stimmt es so?

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        • Ja, stimmt, danke dir für die Ergänzung ❤️. Vor allem, wenn diese spirituelle Seite für diese Menschen an den Ort Kirche und den wöchentlichen Gottesdienst gebunden ist. Hat auch einen sozialen Aspekt. Das kann man nicht so einfach durch Fernsehgottesdienste ersetzen, obwohl die zum Teil echt gut sind, wie ich mir habe sagen lassen.

          Gefällt 2 Personen

  6. Liebe Christiane, die Glocken läuten hier noch zuverlässig, aber eben nicht mehr zum Gottesdienst. Ich muss an meine ehemalige sehr alte Nachbarin Hilde denken, die es irgendwann Sonntags nicht mehr ins Kirchlein geschafft hat, sie saß dann sehr andächtig vor dem Fernseher und sang sogar mit – ja, sie schaute Gottesdienst!
    Wir mussten nun auch sämtliche geplanten Veranstaltungen in unserem buddhistischen Zentrum absagen, auch darum bitten von persönlichen Besuchen derzeit abzusehen. Alternativ haben wir vorgeschlagen uns jeden Abend um 20h hinzusetzen (jede und jeder in ihrem und seinem Zuhause) und eine bestimmte Meditation zu praktizieren, einerseits, um unsere Verbundenheit zu stärken, andererseits, um ein Feld der liebenden Güte und des Mitgefühls in der Welt aufzubauen. Viele machen mit, ein tolles Gefühl.
    Herzliche Grüße
    Ulli

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    • Liebe Ulli, was für eine großartige Idee, die Sache mit der gemeinsamen Meditation. 🌟🌟🌟
      Gut, dazu muss man aus einer spirituellen Richtung kommen, die damit vertraut ist, und das ist das konventionelle Christentum weniger, das bestenfalls von „Gebet“ spricht (korrigier mich, wenn ich mich irre). Von daher ist das Einzige, was vielen jetzt bleibt, die Fernsehkirche. Möge es nützen! 🌟
      Was für eine Meditation ist das, kannst du das jemandem erklären, der von Buddhismus ziemlich wenig Ahnung hat?
      Liebe Grüße
      Christiane 😁☕👍

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      • Es ist eine Singmeditstion, in der man sich mit „Chenrezig“ verbindet, er ist die Verkörperung des großen Mitgefühls. Wenn man such mit dieser Qualität verbindet und darum geht es ja dann entwickelt man in sich selbst nach und nach das Mitgefühl mit sich und allen anderen.
        Zum Gebet, auch hier besteht ja die Möglichkeit eines gemeinsamen Gebets, vielleicht wird das ja auch gemacht, ich weiß es nicht.
        Liebe Grüße
        Ulli 🙏

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        • Chenrezig wird oft mit 1000 Armen und Händen dargestellt -mindestens aber mit vieren. So wie ich es für mich verstehe kann es nur ein Weg sein, ich bin weit davon entfernt mit ALLEN Lebewesen, insbesondere mit ALLEN Menschen Mitgefühl zu haben. Auf einer sehr abgehobenen Ebene kann ich das, im Alltag aber nicht. Es ist wie der mit der allumfassenden Liebe, da gibt es manchmal eine Idee, einen Hauch von einer Vorstellung, mehr aber nicht. So habe ich auf alle Fälle schon einmal zwei Felder, die ich immer mehr weiten kann. Wenn ich kann …

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  7. Der trifft es auf den Punkt, dein Text. Das befremdliche Gefühl ist es, das alles so unheimlich macht. Wenn die ganze Normalität Stück für Stück wegbricht, ist das seltsam. Ich versuche gerade, mich mit den Chancen der Seltsamkeit anzufreunden, aber im Moment umkreisen wir uns noch sehr skeptisch.
    Ich gehe regelmässig in Gottesdienste, finde es aber sehr vernünftig, sie jetzt auszusetzen, und es ist ja nur für eine begrenzte Zeit. Trotzdem ist es komisch, genauso komisch wie all die leeren Straßen und Bürgersteige. Seltsam eben.

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    • Ja, das ist eine große Umstellung, ohne die Kollegen, die klingelnden Telefone, die vertraute Kulisse. Zu Hause und Arbeit unter einen Hut zu bringen, ist erst mal sehr anders.
      Die Frage ist auch, inwiefern kollidieren deine beiden Rollen: die Büro-Tanja und die Zu-Hause-Tanja … 😉

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  8. Im Grunde freue ich mich derzeit sehr, wenn mal wieder über das Wetter geredet wird, anstatt so viel und fast ausschließlich über Corona und Diesbezügliches.
    Aber deine Etüde habe ich sehr gerne gelesen und ich verstehe sie gut.
    Halt die Ohren steif und die good vibes hoch!
    Alles Liebe!

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  9. Da mein Sohn ja im Kirchenvorstand und der Synode ist (frag nicht, an der Erziehung lags nicht ;)) habe ich die ganze Gottesdienstentscheidung quasi live und dramatisch mitbekommen. Das wichtigste Argument war, dass die klassischen Gottesdienstbesucher zur Hauptrisikogruppe gehören.
    Wie haben hier zu Hause, weil die Fundevögel es brauchen, immer recht viel Struktur und Regeln und das zahlt sich jetzt aus.
    Auf die Frage , ob wir auch hamstern, antwortete mein Sohn bloß „meine Mutter IST ein Hamster“, äh ja stimmt, ich habe es immer gern, wenn alles im Keller vorrätig ist. Ich habe der Zuverlässigkeit der Dinge noch nie getraut, also brauchte ich jetzt nicht die Klopapierschlacht mitmachen. Obwohl es erstaunlich ist wieviel Essen wir zurzeit brauchen, wenn alle Familienmitglieder jede Mahlzeit zu Hause einnehmen., außerdem versorgen wir noch sechs weitere Personen in vier Haushalten und das sieht dann vielleicht doch wieder maßlos aus.
    Lass dich nicht zermürben.
    Natalie
    PS: Irgendwie meine ich zu erinnern, dass Lourdes während der Schweinegrippe auch geschlossen war, kann ich aber nicht sicher beweisen.

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    • Du, dass das alles logisch und vernünftig ist, ist überhaupt keine Frage, war es nie. Schutz geht vor. Ich weiß auch, wie die Altersstruktur in den Kirchen aussieht.
      Das was ich meine, ist irgendwie irrational, und Lourdes ist nur ein Beispiel. Auf der Webseite steht, dass sie nicht geschlossen gewesen wären, aber ehrlich gesagt ist es mir nicht so wichtig. (Merke: Ich habe mich von der Schweinegrippe wohl damals nicht bedroht gefühlt.)
      Zermürben ist ein gutes Wort. Nein, tu ich nicht, alive and kicking, aber ich habe keine Lust, Frohsinn zu versprühen, wo ich gerade keinen über habe.
      Liebe Grüße, danke dir für den Zuspruch, alles Liebe und Gesundheit für das Nest
      Christiane 😁😺🍷👍

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  10. Ich verstehe dich sehr gut und finde die Lourdesetüde schon bemerkenswert.
    Am Sonntag hatten wir noch einen Gottesdienst, sogar mit dem entsprechenden Abstand von 1-2 Metern, da viele Ältere schon zuhause geblieben sind, aber am nächsten Tag war dann Schluss.
    Mich persönlich trifft es sehr, besonders auch vor und zu Ostern, denn damit sind auch für mich Gemeinschaft, soziale Kontakte und meine Ehrenämter auf unbestimmte Zeit lahmgelegt.
    Unsere Kirche ist ohnehin tagsüber offen und viele andere katholische auch und so kann man sich wenigstens dahin mal zurückziehen. Aber sollten Ausgangssperren kommen, ist auch das vorbei.
    Liebe Grüße dir,
    Anna-Lena

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  11. „erfror, also einfror“ gefällt mir sehr ! Ich verstehe, was du meinst. Ich würde das ein Wegbrechen der Pfeiler der Normalität nennen. Da kommt es nicht darauf an, ob man an die Ideologie, die die Pfeiler aufgestellt hat glaubt oder nicht …

    Gefällt 2 Personen

    • Na ja, im akuten Fall darf die Kirche nicht, sie würde schon. Ob Glaube generell eine sinnvolle Sache ist, dazu gibt es unterschiedliche Haltungen, und das ist in einer Demokratie auch gut so.
      Aber du siehst es z. B. an deiner Großmutter, dass ein Glaube eine große Stütze sein kann.
      Liebe Grüße
      Christiane 😁☕👍

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  12. Eine wundervoll nachvollziehbare Etüde, liebe Christiane.
    Das Wegbrechen von Ritualen, von Gewohntem, bemerken wir sehr. Ich weiß z.B. auch, wann die Glocken läuten und kann erkennen, welche der beiden Kirchen es ist. Würde es wegfallen, würde ich es vermissen, aber ich gehe nicht in die Kirche, weder in die eine, noch in die andere. Es fallen ja auch die Seniorentreffs aus und für viele Menschen fehlt dann ein wichtiger Teil ihres sozialen Umfeldes, den sie schmerzlich vermissen.
    Ich stimme allen Deinen genannten Punkten zu, weil ich ähnlich empfinde.
    Meine Tochter, die vor zwei Tagen ihr Kindchen bekam, kann ich nicht sehen, nicht besuchen und das tut weh. Ich weiß aber, ihr Mann darf zu den Besuchszeiten zu ihr und das ist mir eine große Beruhigung. Und es gibt das Handy, die kleinen Videos, die Kommunikation kann in dieser Weise fließen.
    Wir kommen klar.
    Ich bin kein Hamsterer, schaffe es auch jetzt nicht, aber ich habe die Bauernlädchen hier und das ist ganz prima.
    ( Klopapier finde ich allerdings hier nicht :- )
    Heute Abend gab es eine gemeinsame Licht/Kerzenaktion von vielen Menschen, an der ich mich sehr gerne beteiligt habe.
    Gemeinsame Aktionen sind wichtig, sie können stärken, wenn andere wegfallen.

    Liebe Grüße in die Nacht von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Ach, Bruni, daran habe ich ja noch gar nicht gedacht, dass ihr zurzeit nicht zueinander dürft 😢 Das tut mir leid. Gut, deine Tochter ist nicht allein und hat alle Unterstützung, und es gibt die digitale Kommunikation. Trotzdem blöd 😩
      Du hast auf jeden Fall recht damit, dass gemeinsame Aktionen stärken.
      Liebe Grüße in deine Nacht 🌔🌟
      Christiane, bei der es gerade richtig runterkühlt

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  13. ja, es war nicht einfach auszuhalten, das ferne sein, aber über die Handys konnten wir Verbindung halten, mitfiebern und uns am Ende miteinander freuen

    Ganz herzliche Grüße von Bruni an Dich

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  14. Pingback: Schreibeinladung für die Textwoche 14.20 | Extraetüden | Irgendwas ist immer

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