Schreiben mit der Hand – Schreiben bei Jutta Reichelt, Tag 5

 

Wer mir erklärt, ich möge doch jetzt bitte Das-und-das tun, ich hätte fünf/zehn/fünfzehn/dreißig Minuten dafür Zeit und es würde mir riesigen Spaß (ha!) machen, der riskiert in der Regel, dass ich die Augen rolle und frage, wo der Ausgang ist oder ob es noch eine andere Option gibt. Ich fühle mich dann gern unter Druck gesetzt, zaubere mir irgendeine Form von Brett vor den Kopf und bekomme nichts mehr zustande, ein Gefühl, das mir höchstes Unwohlsein verursacht und alles andere von einem entspannten Gefühl vermittelt. Ich ärgere mich zudem über mich selbst, was die Sache nicht besser macht, kann es jedoch dann erst recht nicht ändern. Als also Jutta zum Umgehen des inneren Zensors vorschlug, »fünf Minuten zu schreiben, ohne den Stift abzusetzen, ohne aufzuhören. Wirklich alles aufschreiben, was in den Sinn kommt – auch, wenn es unsinnig oder belanglos ist oder nicht mehr als der Ärger über diese saublöde Übung«, habe ich erst mal grimmig genickt und die Auseinandersetzung aufgeschoben. Schießen Sie sich bitte selbst ins Knie.

Andererseits hatte sie leider kurz davor die Begründung geliefert, die mich überzeugte, nämlich »dass Texte oft eine andere Tiefe und Qualität erreichen, wenn wir in ihnen einen künstlerischen Ausdruck finden für das, was uns ›umtreibt‹. Wenn wir uns auf die Suche gemacht haben nach den Geschichten, die nur wir erzählen können, vielleicht müssen.« Denn wenn ich etwas suche, dann ist das tatsächlich das: Die Geschichte(n), die nur ich (so) erzählen kann. Das »Wie« wird mir allmählich immer klarer, das beständige Etüdenschreiben und -lesen etc. trägt Früchte, ich habe eine gewisse Routine und ein Vertrauen entwickelt, die mir guttun. Also habe ich mir dann doch einen Zettel und einen Stift geschnappt, auf die Uhr geschaut, den nächstbesten Gedanken festgehalten und losgeschrieben. Scheiß drauf, egal auf was.

Ich habe irgendwann, so ungefähr zum Anfang meiner Unizeit, aufgehört, meine Notizen in Schreibschrift zu machen, ich weiß gar nicht mehr, wieso. Wahrscheinlich fand ich Druckschrift cooler. Und dann gab es irgendwann PCs, und ich tippte begeistert Notizen in den Rechner. Seitdem schreibe ich höchstens noch den Einkaufszettel und ab und an mal eine Postkarte mit der Hand, und zwar in Druckschrift. Längere Texte in Schreibschrift … wofür?
Aber: Druckschrift ist prima für Stichworte, für Listen, für kurze Notate. Für »Schreib mal eben flüssig einen Text« ist Druckschrift ziemlich großer Mist. Diese Tatsache und dass mir schon vor längerer Zeit aufgefallen war, dass ich dabei bin, Schreibschrift und damit meine Handschrift gründlich zu verlernen, führte dazu, dass ich den verlangten Fünf-Minuten-Text spontan nicht in meiner präferierten Druckschrift verfasste, sondern in Schreibschrift, und worum drehte er sich? Um genau diese Tatsache. Überraschung. Uff.

»Ich will nämlich, auch das eine erstaunliche Erkenntnis, meine Handschrift nicht verlieren.«

Uff? Ja, uff. Das Ergebnis war durchwachsen. Einerseits war ich sehr erschrocken (ich mochte meine Schrift mal, und das, was ich da gestern produziert habe, ist relativ weit weg davon), andererseits mochte ich das Gefühl, dass da irgendwas in meinem Kopf passierte, als ich mich beim Schreiben auch noch physisch mit dem Vorgang des Schreibens auseinandersetzen musste. Und drittens beschert mir das Experiment die Erkenntnis, dass es mir Spaß machen könnte, wieder mehr mit der Hand zu schreiben, dass ich, siehe oben, meine Handschrift nicht verlieren will, und dass ich eigentlich überzeugt bin, dass es sich nur um verloren gegangene Übung handelt, also um motorische Fähigkeiten, die dringend trainiert werden sollten. Natürlich bin ich dann anschließend zur Erholung durchs Internet spaziert (Stichwort: »Schreibschrift wiedererlernen«) und habe festgestellt, dass, nachdem die Malbücher für Erwachsene jetzt so langsam durch zu sein scheinen, Handlettering das große neue Ding ist. Hübsch, aber nein, danke, das ist momentan die falsche Richtung. Ich werde wohl öfter mit der Hand schreiben und versuchen, den Kopf abzuschalten. Was auch immer dann kommt, ich bin gespannt. Für mich aktuelle Themen werden sich bestimmt schon zeigen, aber ich bin durchaus nicht überzeugt, in welcher Form das Ganze Früchte tragen wird (die von mir zu erzählende Geschichte, siehe oben). Aber wer es nie versucht, kommt auch nicht vom Fleck.

Liebe Jutta, ich glaube, an dem, was du mit deiner Schreibanregung aufwirbeln wolltest (hier klicken zum Nachlesen), bin ich relativ weit vorbeigeschlittert – schade um das Zitat, dem ich sehr zustimme. Aber du wolltest auch wissen, wie es mir/uns damit so geht, und dies hier fällt eindeutig unter Feedback.

Ihr Lieben, die meisten von euch sind doch auch keine dreißig mehr. Schreibt ihr noch viel mit der Hand? Könnt ihr das noch – flüssig mit der Hand schreiben? Ist es euch wichtig?
Mein Beitragsbild zeigt übrigens ein euch möglicherweise bekanntes Gedicht in meiner damaligen Handschrift von ca. 1985, das war eine Chinakladde für besondere Gedichte …

 

Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

71 Kommentare zu “Schreiben mit der Hand – Schreiben bei Jutta Reichelt, Tag 5

  1. Mir ist es teilweise ähnlich wie dir gegangen. Als ich mit meinem Schreibkurs begann – bei dem nur mit der Hand geschrieben wird – tat mir lange Zeit schon nach kürzester Zeit die Hand weh. Irgendwann versuchte ich meine Schrift zu verändern und plötzlich schrieb ich – die ich jahrelang gerade und ordentlich geschrieben hatte – schräg und zumeist auch fast schon unleserlich. Das machte ziemlich viel mit mir: in erster Linie tat meine Hand beim schreiben nicht mehr weh, aber ich wurde flüssiger und schneller. So komisch es sich anhört – es war wie ein Befreiungsschlag. Inzwischen ist es so, dass ich fast alles erst mit der Hand schreibe, bevor ich es fein säuberlich in den PC tippe (und dabei zumeist auch noch überarbeite). Meist bleibe ich bei der schrägen Schrift, manchmal habe ich aber auch tatsächlich Spaß daran, meinen Schönschreibfüller hervor zu holen und „schön“ zu schreiben 🙂 Und ich schreibe anders (inhaltlich), wenn ich mit der Hand schreibe, habe ich oft das Gefühl – es fließt …. sage ich gerne 😉
    Liebe Grüße und hab einen wundervollen Tag

    Gefällt 3 Personen

    • Guten Morgen, liebe Sabine, und gleich einen Sack voller Fragen zurück 😁
      Dass du inhaltlich anders schreibst, wenn du mit der Hand schreibst, hast du eine Ahnung, woher das kommt? Ist das ein Mehr-Einlassen? Und: Du hast einen Schönschreibfüller *staun*? Ist das ein besonderer Füller oder hast du ihn lediglich dazu bestimmt?
      Ich kann mir momentan nicht vorstellen, alles mit der Hand zu schreiben und später abzutippen – überarbeiten kann ich auch nur am PC.
      Aber vermutlich sind das Erfahrungen, die ich erst wieder machen muss, ich werde es ausprobieren und im Hinterkopf behalten.
      Hmmm. Etüden mit der Hand? Hmmm.
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌞☕🍪👍

      Gefällt 1 Person

      • Moin – ich versuche mal zu antworten 🙂
        Dass ich inhaltlich anders schreibe – warum, weswegen – direkt als Empfehlung zwei Bücher: „Schreiben in Cafes“ und „Der weg des Künstlers“ (wobei mir das ein wenig zu abgehoben war). Ich glaube tatsächlich, dass man dieses „schreiben“ üben kann und je häufiger man einfach schreibt, ohne „zu denken“, desto mehr verändert sich …..
        Ein Schönschreibfüller – das war eher Zufall. Ich habe beim bösen A etwas gesucht, dabei einen günstigen Füller mit dickerer Feder entdeckt, diesen einfach mal gekauft und zwischendurch macht es mir einfach Spaß, meine Gedichte damit nochmal zu schreiben.
        Ich habe, wie gesagt, auch lange nicht mit der Hand geschrieben, aber aus meiner Sicht, verändert das tatsächlich etwas. Meine Schreiblehrerin empfiehlt z.B auch gerne blanko (oder zumindest liniertes) Papier, bloß nicht kariert – von wegen großflächig schreiben, sich ausbreiten können etc.
        Ich persönlich kann es empfehlen, allerdings darf man sich gerne drauf einlassen und ein wenig Geduld haben ….
        Liebe Grüße 🙂

        Gefällt 2 Personen

        • „Der Weg des Künstlers“ ist Cameron mit ihren Morgenseiten? Das hatte ich mir auch mal angesehen; war damals nicht meins. „Schreiben in Cafés“ kenne ich nicht.
          Aber natürlich bin ich seit ewigen Zeiten auf Karopapier eingeschworen *lach*, habe allerdings dann auch bemerkt, dass das zum Wiedererlernen möglicherweise nicht die beste Lösung ist.
          Wenn ich mich entscheide, etwas zu wollen, dann kann ich auch ziemlich geduldig sein. Ich denke, meine Voraussetzungen sind da gar nicht so schlecht.
          Danke dir für deine Antworten! 😁😼👍

          Gefällt 1 Person

        • Ich habe auch immer „kariert“ geschrieben😂, durfte aber tatsächlich einen Unterschied bemerken.
          Schreiben in Cafes ist „leichter“, verständlicher und gut „nach zu arbeiten“. Berichte gerne mal weiter, ib du was änderst und ob du Veränderungen bemerkst.
          Liebe Grüße 😊🌞☕

          Gefällt 1 Person

  2. Ich schreibe immer noch gerne mit der Hand, die Übung fand überwiegend in meinem Kopf statt, wo ich den üblen Zensor ausknipsen musste. Und ein Tipp, wenn du an deiner Handschrift arbeiten möchtest, lerne Sütterlin. Das macht auch noch Spaß.
    Liebe Grüße
    Alice

    Gefällt 1 Person

  3. Diesen Vorschlag machte damals bei ihrem Auftritt im Frankfurter Schauspiel anläßlich der letzten Buchmesse auch Doris Dörrie, wir bekamen sogar ein kleines rotes Buch in die Hand: zu einem Stichwort 10 Minuten – dort ging es nur mit der Hand – schreiben.
    Da ich meine eigene Handschrift nicht mehr lesen kann, aber immer noch mein Steno, habe ich es versucht, war aber alles andere als zufrieden.
    Schön schreiben – ein Wunschtraum von mir – aber ich bin leider zu ungeduldig. Für mich ist das Briefeschreiben mit dem PC das Normale und meine Empfänger, die ja auch meine Schrift kennen, haben das eingesehen.
    Eine meiner besten Freundinnen hat im hohen Alter noch eine wunderbare Handschrift und ich liebe ihre Karten und Briefe.
    Ich werte nicht, ob ein Brief handgeschrieben oder getippt ist – für Viele ist das anders.
    Auch Autoren händeln das ganz unterschiedlich seitdem es die Schreibmaschinen gibt.

    Einen lieben Samstagsgruß zu Dir, liebe Christiane, Karin

    Gefällt 5 Personen

    • Das ist eigentlich ein Plädoyer für die Erhaltung der Handschrift. Ich möchte gern eine Fähigkeit, die ich als Schulkind mit viel Mühe erlernt habe, nicht verlieren.
      Könntest du noch Druckschrift schreiben (und deine eigene lesen), liebe Karin? Meine Leute haben sich an meine flüchtigen Grüße gewöhnt, und dass ich eigentlich nur noch meinen Namen in Schreibschrift daruntersetze.
      Geduld oder nicht (wer jagt dich?), es ist bestimmt eine persönliche Entscheidung, an der Handschrift festzuhalten, die man treffen kann, aber heutzutage nicht mehr muss, und ich sehe das durchaus als großen Vorteil an.
      Entschleunigte Samstagsgrüße zurück auf dein Dach
      Christiane 😁🌞☕🍪👍

      Gefällt mir

  4. Hallo liebe Christiane, phasenweise schreibe ich Briefe und Karten mit der Hand und gelegentlich auch Gedanken und Ideen, weil es nicht nur der Handschrift gut tut, sondern auch die Synapsen dabei in einer Weise profitieren, die mit dem Schreiben auf der Tastatur nicht vergleichbar ist. Was genau da passiert, habe ich noch nicht ergründet. Vielleicht so ähnlich wie bei in der Kaffeemühle handgemahlenem, frisch aufgebrühtem Kaffee im Vergleich zu industriell gemahlenem Kaffee aus einer traditionellen Kaffeemaschine? Geht, wenn es schnell gehen muss und Genuss weniger wichtig ist? Interessante Gedanken für das Osterwochenende 😉 Liebe Grüße, Annette

    Gefällt 4 Personen

  5. Liebe Christiane,
    Spannend, was du da schreibst.
    Ich schreibe all meine Beiträge, Geschichten, Gedichte, ja sogar meinen Roman, mit der Hand und übertrage das Geschriebene dann in den PC. Da bin ich in einem anderen Schreibfluss.
    Grüße Judith

    Gefällt 4 Personen

    • Als Computer in meinem Leben immer präsenter wurden, und das ist mindestens 25 Jahre her, habe ich aufgehört, längere Sachen mit der Hand zu schreiben und später abzutippen. Ich habe den Nutzen davon nicht gesehen.
      Wie du jetzt schreibst, und du bist ja nicht die Einzige, ist mir da was verloren gegangen, was ich damals noch gar nicht auf dem Zettel hatte.
      Danke dir für den Einblick in deine Schreibgewohnheiten!
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌞☕🍪👍

      Gefällt 1 Person

  6. Verlust und Rückeroberung seiner eigenen Handschrift – das Thema hatte ich voriges Jahr intensiv bearbeitet.
    Wer es mal mit dem Karpaltunnelsyndrom zu tun hatte, weiss, was es mit eingeschlafenen Fingern auf sich hat, und ich hatte trotz ansonsten erfolgreicher OP rechts jahrelang nicht einmal mehr eine konstante, wiedererkennbare Unterschrift zustande bekommen, trotz Übens. Nur entgleisende Krakeln.
    Es trat zwar über den Zeitraum von ca. zehn Jahren langsam Besserung ein, aber den Antrieb, mir meins wieder zurückzuholen, hatte ich erst ab dem Punkt, wo es weniger frustrierend aussah. Voriges Jahr um diese Zeit übte ich täglich mit Stift und Schrift, zeichnend nur mit der rechten, schreibend aber mit rechts und links, denn das konnte ich früher schon mal, und mit der Linken schrieb ich ein kleines „Blabla-Tagebuch“, einfach drauflos, ohne Nachzudenken. Seltsam tatsächlich, dass dies auch mental dann schliesslich leichter wird.

    Gefällt 1 Person

    • Und bist du jetzt wieder handschriftlich in einer Form unterwegs, die dich zufriedenstellt? Hast du das Schreiben mit der Hand mehr in deine täglichen Abläufe integriert? Ich glaube dir sofort, dass das mental Einfluss nimmt. Danke dir!
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌞☕🍪👍

      Gefällt 1 Person

      • Ja, wenn man sich mal so darüber freut, dass man die Schrift zurückgewonnen hat, dann ist das schon ein Antrieb, sie wieder hin und wieder anzuwenden. Ich habe das Übungs-Heft auf dem Fuss des PC-Monitors direkt unter dem Brillen-Etui liegen, so dass es mich immer erinnert, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Meine Handschrift war aber zu besten Zeiten schon vielfach als „schön aber schwierig“ bezeichnet worden , dass ich niemandem einen handgeschriebenen Brief zumute, nur um zu schreiben.
        Ich freue mich aber, mir handschriftliche Notizen machen zu können, ohne mich zu genieren, dass ein neben mir stehender oder sitzender Mensch (na gut, derzeit eh nicht) sich über die fahrigen Krakeln wundert, wie es lange Zeit z.B. bei Elternabenden meines damals noch zur Schule gehenden Sohnes der Fall war.

        Gefällt 2 Personen

  7. Ihr Lieben,
    Handschrift, ja, das ist so ein Thema… Ich war ja bereits als Kind so gut wie blind, konnte da aber mit meinem Sehrest und fetter Vergrößerung noch Schrift und Bilder erkennen. Also habe ich auch ganz normal mit der Hand schreiben gelernt, auch wenn die Blindentechniken wie Brailleschrift immer parallel liefen. Vor guten 10 Jahren reduzierte sich dann mein Sehrest so weit, dass auch mit Vergrößerung visuell nichts mehr ging. Handschrift schreiben oder lesen kann ich also nicht mehr. Meine Unterschrift kriege ich noch hin, leserlich ist allerdings etwas Anderes. Druckschrift und vielleicht sogar Schreibschrift bekomme ich von den Bewegungen und Formen her mit der Hand auch geregelt, die Muster kenne ich ja. Aber da ich meine eigene Schrift nicht lesen kann und so auch nicht kontrollieren kann,wo ich den Stift wieder aufsetzen muss, wenn ich ihn einmal abgesetzt habe etc., ist das unglaublich mühsam und sinnfrei.
    Ich finde es schade, dass meine Handschrift unwiderbringlich verloren ist, denn ich kann sie auch durch Üben oder neu Lernen nicht wiedererlangen. Wenn Euch Handschrift wichtig ist und sogar beim Schreiben hilft, weil sie Euch auf eine andere Art kreativ macht, nutzt das, übt sie wieder und genießt den „handschriftlichen Fluss“ Er ist ein Privileg.
    liebe Grüße
    Lea

    Gefällt 1 Person

    • Guten Morgen, liebe Lea, danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich hätte mich nämlich vermutlich nicht getraut nachzufragen – ich möchte mich nicht falsch ausdrücken und Fettnäpfchen vermeiden, die vermutlich unvermeidlich sind, wenn man doof fragt.
      Ich bin deiner Meinung: Handschrift ist etwas Persönliches, als „Privileg“ habe ich sie bisher nicht gesehen, dafür war sie mir zu selbstverständlich. Ich bin mit meiner schlampig umgegangen, weil mir nicht klar war, dass man das Schreiben tatsächlich verlernt, und natürlich ändert sie sich im Laufe der Jahre. Bei mir (wie bei vielen) sind die Augen durch die ganze Bildschirmarbeit nicht besser geworden, das kommt noch dazu …
      Liebe Grüße, schönen Samstag!
      Christiane 😁🌞☕🍪👍

      Gefällt mir

  8. Guten Morgen,

    und ja, ich schreibe täglich und immer wieder mit meiner Schreibschrift, die sich natürlich im Laufe der Jahre auch gewandelt hat.
    Natürlich tippe ich auch viel übers Laptop und doch, wenn ich mit der Hand schreibe und dann in Schreibschrift und manchmal ist es auch ein Mischmasch aus Schreib- und Blockschrift, fließen meine Gedanken anders.

    Dann gibt es ein Buch „Der Weg des Künstlers“ heißt es, wenn ich mich richtig erinnere. Darin wird von „den Morgenseiten“ berichtet. Jeden Morgen drei Seiten mit der Hand schreiben, befreit den Kopf von unnötigen Gedanken, befreit und somit auch den Geist sowieso und die Seele. Dabei spielt es keine Rolle, was man schreibt, wie richtig oder falsch und was man schreibt. Es ist nicht zum Nachlesen und auch nicht für andere Augen gedacht.

    Also, viel Spaß beim Schreibschrift-Schreiben auch weiterhin.

    Herzlichst, das Licht

    Gefällt 1 Person

    • Guten Morgen, das ist ja interessant, dass so gut wie alle Anmerkenden sagen, dass sie anders schreiben, wenn sie mit der Hand schreiben. Muss mal schauen, wie es sich bei mir herauskristallisiert.
      Julia Camerons Morgenseiten sind dagegen nicht meins, ich hatte es eben schon mal erwähnt, aber ich weiß, dass ihre Methode sehr verbreitet ist und viele Freunde hat. Und warum auch nicht: Jede*r, wie es ihr*ihm gefällt und guttut!
      Herzliche Grüße zurück
      Christiane 😁🌞🌷🌼👍

      Gefällt mir

      • Ach, da fällt mir noch etwas ein. Wenn man mal eine Schreibblockade hat, oder so, dann hilft es auch manchmal einfach die andere Hand zu nehmen, auch wenn es schwer fällt. (Stammt das nicht auch aus dem Buch von Julia Camerons „Der Weg des Künstlers“?)

        Gefällt 1 Person

        • Ja, das hattest Du bereits erwähnt, das weiß ich doch … 🙂 Ich meinte hier jetzt auch nicht die Morgenseiten. Ich meinte, statt der gewohnten Hand mal mit der anderen zu schreiben, weil dann automatisch nicht gewohnt denken kann – man ist ja gerade ganz konzentriert auf die ungewohnte Hand … 🙂

          Gefällt 1 Person

        • Stimmt. Aber ich zum Beispiel bin darin nicht besonders begabt, und wenn ich irgendwas gar nicht kann, nervt mich das furchtbar – außerdem waren Kreativtechniken nicht mein Thema.
          Und nein, ich möchte mir jetzt auch nicht anhören, wie toll doch der Lerneffekt ist 😉, bitte versteh.

          Gefällt mir

  9. Hallo Christiane,
    auch ich gehöre zu den Handschreiberlingen. Während meiner berufsbegleitenden Ausbildung
    hatten wir in unserem Kurs auch einige sehr junge Frauen, die alles in ihr Notebook tippten. Damit konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden, habe alles schön per Hand mitprotokolliert und zuhause dann noch mal „in Schön“ (d.h. übersichtlich) abgeschrieben. Dabei werde ich gern auch mal graphisch oder benutze unterschiedliche Farben.
    Auch wenn ich Predigten schreibe oder andere Manuskripte (Nomen est Omen), immer zuerst per Hand. Um alles nicht durcheinanderzubringen habe ich auch unterschiedliche Kladden: eine schwarze für die Arbeit, eine blaue für die Jugendarbeit, eine bunte für alles, was mir so einfällt. Und eine im DinA6 Format für die Tasche zum Mitnehmen. Gerade beim Bahnfahren fällt mir immer unheimlich viel ein (weil ich gern die Gegend und die Mitreisenden beobachte).
    Wer schreibt, der bleibt. Und was ich aufschreibe, mit der Hand, das bleibt mir auch besser im Gedächtnis…

    Einen schönen Karsamstag noch (ich gehe gleich wieder Terrasse fegen, musste nur mal meine Beine ausruhen) und gesegnete Ostern.
    Liebe Grüße, Anja

    Gefällt 1 Person

    • Wenn du die Zeit für das alles hast (= dir nehmen kannst), ist das toll. Ich habe aus Gründen der Zeitersparnis irgendwann zu tippen begonnen, denn überarbeiten kann ich auch im Rechner.
      Eine Kladde dabei zu haben, ist allerdings von Vorteil. Ich habe das auch, muss allerdings gestehen, dass ich sie bisher wenig genutzt haben – bin meist mit anderem (nicht dem Handy) beschäftigt …
      Danke, dass du deine Erfahrungen hier mit mir/uns teilst!
      Liebe Grüße, auch dir gesegnete Feiertage!
      Christiane 😁🌞🌷🌼☕👍

      Gefällt 1 Person

  10. Ich schreibe- schon beruflich bedingt – viel mit der Hand. Dazu Unterricht nur mit Powerpoint-Folien zu betreiben, kann ich mich nicht entschließen. Obendrein bin ich sehr haptisch und mag Papier und diverse Schreibgeräte. Texte, die in irgendeiner Form im Blog landen, tippe ich aber immer, allein schon wegen der Möglichkeit des „Umbaus“ der Texte. Handschriftlich ist es mühsam, irgendetwas zu verändern mit Querverweisen, Sternchen, Durchstreichungen etc.
    Eine schöne Schrift hatte ich nie, war mir auch kein Anliegen … Für mich macht es inhaltlich und stilistisch glaube ich keinen Unterschied ob auf Papier oder in die Tastatur. Beides geschieht ja mit den Händen, die Worte fließen durch die Hände, ob aufs Papier oder in die Tastatur ….

    Gefällt 2 Personen

    • Ich bin anscheinend die Einzige, die zwei Schreibweisen kultiviert hat, stelle ich gerade erstaunt fest.
      Ich schreibe auch oft mit der Hand, würde ich sagen, aber meist eben nur Notizen – und bisher nie in Schreibschrift *grrrr*. So ein Ding mit Papier und edlen und/oder zumindest schönen Schreibgeräten könnte ich ebenfalls GANZ LEICHT entwickeln – ich habe mich bisher immer mit dem Hinweis auf fehlende Gelegenheit gebremst. Dafür sind meine Kulis aber meist ganz ordentlich, was die Qualität angeht.
      Ich bin gespannt, ob ich irgendeinen Effekt feststellen kann, was mein Schreiben betrifft, wenn ich häufiger mit der Hand schreibe, außer dass mein Schriftbild besser wird …
      Vergnügte vorösterliche Grüße
      Christiane 😁🌞🌷🌼☕👍

      Gefällt 1 Person

  11. Die Amseln haben Sonne getrunken …

    Ich schreibe relativ viel mit der Hand, weil ich da einfach besser Beziehungen, Verknüpfungen zwischen Zeilen,Texten und Wortfetzen optisch herstellen kann, hier und da noch eine Anmerkung dazu kritzeln und Pfeile und Ausrufezeichen setzen kann.

    Gefällt 2 Personen

    • Genau, Werner, so lange kenne ich das schon.
      Danke für deine Schreiberfahrungen, ich finde das alles gerade ziemlich spannend.
      Liebe Grüße, schönen Abend dir
      Christiane 😁🍷🍪👍

      Gefällt mir

  12. Das ist ein sehr interessantes Thema. Meine Handschrift war noch nie wirklich gut lesbar, und so haben Kunden mich vor über 25 Jahren vorsichtig gefragt, ob ich nicht vielleicht in Druckschrift… habe ich gemacht und prompt meine Schreibschrift verlernt. Heute schreibe ich einen Mischmasch aus Druck- und Schreibschrift und bin so semioptimal zufrieden damit.
    Gedichte schreibe ich fast immer per Hand, und streiche und stelle um und ersetze in diversen Fassungen. Meine aktuelle Verfassung kann man am Schriftbild erkennen, je sauklauenmässiger, desto mieser und unkonzentrierter. Längeres dagegen schreibe ich per PC, das geht schneller und ist einfacher beim Korrigieren. Mein allererstes Gedicht habe ich auf Schreibmaschine geschrieben… unglaublich. 🙂 Von Hand kam irgendwie nicht in Frage. Übrigens bin ich auch Rechtshänderin, hab die Maus aber links.
    Liebe Grüße und schon mal Frohe Ostern!
    Tanja 🙂

    Gefällt 2 Personen

  13. Interessant, ich schreibe nach wie vor immer wieder per Hand, auch ab und an Postkarten und Briefe. Einerseits gefällt es mir, es ist ein wenig eine persönliche Note, andererseits denkt man eher darüber nach bevor man schreibt als digital.
    Wobei ich dennoch nicht der Vielschreiber bin, und klar, emails eher nicht handschriftlich, wobei ich manche auch ausgedruckt, handschriftlich kommentiere, und eingescannt zurückschicke.
    Nun gut, bei meinen wilden Komma-Schachtelsätzen hätte ich auch mehr nachdenken sollen, aber was solls.
    Wünsche dir erfreuliche sonnige Ostern!

    Gefällt 2 Personen

    • Und demnach scheinst du das handschriftliche Schreiben nicht verlernt zu haben. Weil das ja das ist, was mich so irritiert: nicht meine Sauklaue, sei die, wie sie sei, sondern dass ich mich bei manchen Buchstaben andauernd verschreibe, ein Bogen zu wenig oder zu viel beim m, nur mal als Beispiel.
      Das mit den sonnigen Ostern scheint hier zu funktionieren, ich wünsche dir selbige auch, einen geneigten Hasen und überhaupt …
      Danke und herzliche Grüße in den wilden (selbstverständlich) Süden
      Christiane 😁😺☕🍪🌞🌼👍

      Gefällt 1 Person

  14. Eine schöne Handschrift hatte ich nie, aber eine flüssige, leicht unleserliche, die im Laufe der Jahre immer unleserlicher wurde und nun schreibe ich nicht mehr gerne mit der Hand, weil ich ein doofes mütterliches Erbe mitbekommen habe. Eine Handarthrose, bei der die Tasten sich leichter bedienen lassen, wenn es sich um etwas längere Texte dreht.
    Und doch schreibe ich weiter von Hand in ein kleines Büchlein, wenn mir etwas einfällt, was ich später vielleicht in wortbehagen verwenden möchte. Ich kann es lesen, abet andere sicher nicht. Hier schreibe ich schnell, flüssig und kritzelig, weil es schnell gehen muß, sonst haben sich die Gedanken wieder verabschiedet, die ich eben noch hatte… 🙂
    Liebe Grüße in die Nacht zum Ostermontag
    von Bruni

    Gefällt 1 Person

    • Gut, mit einer Arthrose bist du aus dem Spiel natürlich raus, liebe Bruni, das ist ja ätzend und bestimmt nicht nur hinderlich beim Schreiben. Aber interessant finde ich doch, dass du Sachen, die du schnell mal niederschreiben musst, dass du das handschriftlich machst. Allerdings hast du vermutlich auch nicht den ganzen Tag den Computer oder das Tablet griffbereit. Spannend.
      Liebe Grüße und danke! Schöne Restostern dir noch
      Christiane 😁😺☕🍪👍

      Gefällt 1 Person

      • Das werde ich beibehalten, solange es geht und so wie ich mich kenne, geht es noch lange *g*. Inzwischen sind es kleine interessante Fundstücke für mich, auch wenn sie manchmal tatsächlich kaum lesbar sind.
        Tja, die Arthrose (nur in den Fingern) … mies ist das, liebe Christiane, aber ich ignoriere sie, so gut ich kann

        Gefällt mir

  15. Liebe Christiane, ich habe sowohl deinen Erfahrungsbericht als auch die Kommentare hier sehr, sehr gerne gelesen und möchte dir nur in einem einzigen, winzigen Detail widersprechen: Du bist weder weit noch nah an dem vorbeigeschlittert, was ich mit der Anregung im Sinn hatte – du bist direkt im Zentrum gelandet 😉 Denn darum gehts doch immer wieder: etwas Neues ausprobieren, aufmerksam dafür sein oder werden, was andere Ideen, andere Schreibweisen, andere Routinen für Veränderungen hervorrufen – und mehr Auseinandersetzung mit all diesen Themen, als du in und nach diesen fünf Minuten geführt hast, ist ja nur schwer vorstellbar. Aber natürlich ist mir auch klar worauf du damit anspielst: Auf die Geschichten, die darauf warten, von genau dir erzählt zu werden. Vielleicht findest du sie auf diesem Weg (na klar, dieses Drauflos-Schreiben muss man dann ein bisschen öfter ausprobieren), vielleicht auf einem anderen – das wird sich zeigen. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass du sie finden wirst, wenn du weiter so mutig neue Wege ausprobierst 😉 Allerbeste Ostergrüße!

    Gefällt 1 Person

  16. Ich hake mal in deinen vorletzten Satz ein: Du bist inzwischen davon überzeugt, dass man wichtige Texte mit der Hand (vor-)schreiben sollte. Um sie dann beim Abtippen verinnerlichter zu haben und sie leichter überarbeiten zu können? Oder ist da noch was anderes?
    Ich tippe meine Texte seit vielen Jahren in der Regel gleich in den Rechner. Danach fange ich an, sie zu überarbeiten, und je nachdem bleibt dann nicht sehr viel stehen, wird ergänzt, umgestellt, gekürzt oder gelöscht – das möchte ich nicht (mehr) mit der Hand auf Papier machen.
    Außerdem lesen sich deine Ausführungen wie meine und Tanjas: als Lob der Druckschrift. Daher aber eigentlich meine Frage, die vielleicht so nicht rausgekommen ist: Schreibst/kannst du überhaupt noch die Schreibschrift flüssig schreiben, die man dir wie mir vermutlich in der Schulzeit beigeprügelt hat? Ich habe sie nämlich teilweise verlernt, wie ich festgestellt habe, und es gefällt mir nicht, plötzlich auf Druckschrift festgelegt zu sein.
    Vergnügte Grüße
    Christiane 😁☕🍪🦋🌞

    Gefällt mir

  17. Ja, das war tatsächlich genau das, worum Jutta bat: Schreiben ohne Absetzen. He, ich habe für „Esoterisches“ durchaus eine Menge übrig, ich mag nur die Bezeichnung in der Regel nicht …
    Und ja, last but not least, auch ich hatte im Lauf der Zeit, bevor ich auf komplette Druckschrift umgestiegen war, meine Schreibschrift zum Beispiel mit Großbuchstaben in Blockschriftform versehen – sieht man ja auch auf dem Beitragsbild.
    Danke für deine Ausführungen. 🙂

    Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.