Figuren erfinden und ihnen Raum geben | Schreiben bei Jutta Reichelt, Tag 6/7

 

Wenn ich etwas von Jutta gelernt und auch immer wieder zitiert habe, dann ihr Credo: „Bringt eure Protagonisten in Schwierigkeiten!“ Denn ja, ohne Schwierigkeiten sind die meisten Geschichten so fade wie eine Suppe, der Salz fehlt. Also beginnt bei mir eigentlich jede Etüde und jede Geschichte damit, dass der*die Protagonist*in in einer Klemme steckt und zumindest versucht, irgendwie das Beste daraus zu machen bzw. weitere Schwierigkeiten zu vermeiden. Bücher, die ich mag, servieren oft ein kleineres Problem zum Einstieg (der klassische Tote am Anfang eines Krimis), und wenn man sich dann darauf einlässt, steigt man in ein ganz anderes Problem in einer anderen Größenordnung ein (der Tote musste sterben, weil er die Weltverschwörung aufgedeckt hat, und nun wird entweder der Protagonist von den Verschwörern als Mitwisser verfolgt oder er übernimmt die Rolle des Rächers und will seinerseits die Weltverschwörung zerschlagen). Klingt nach Schema F, muss es aber nicht sein.

Von allen Figuren, die ich im Laufe der Etüden erfunden habe, ist mir mein Wassermaler am meisten ans Herz gewachsen. Eigentlich war er das Produkt eines Etüdensommerpausenintermezzos, in dem es galt, 10 vorgegebene Wörter in einem Text beliebiger Länge unterzubringen, in dem Regen irgendeine Rolle spielen sollte. Ich liebe so was. Bei derartigen Schreibaufgaben geht es mir meistens so, dass sich ein Begriff herauskristallisiert, an dem ich die Geschichte aufhänge. Hier war es der Wassermaler, dessen Bild sich mir optisch aufdrängte und den ich wörtlich genommen habe: Ein älterer, hagerer Mann mit Nickelbrille, Rotweinaugen und maximal Dreitagebart, im Leben irgendwie gescheitert, der den Sommer malend auf einer Seepromenade an der Ostsee verbringt und seine Bilder dort auch an die Touristen verkauft. Da ich unter anderem auch noch Schwimmflügel und Sommersprossen unterzubringen hatte, war mir klar, dass in diese Geschichte auch noch ein Mädchen gehören würde.

Okay, was sollte es werden? Eine Lovestory mit der Mutter des Mädchens? Gähn. Zu vorhersehbar. Oder, besser, könnte das Mädchen vielleicht irgendwie in Gefahr geraten und er sie retten, und damit dann der Mutter näherkommen … Hmmm. Bringt eure Protagonisten in Schwierigkeiten, verdammt! Was ist mit dem Typ los, dass er keine Frau hat? Und dann war sie plötzlich da, die Büchse der Pandora, verlockend und zum Greifen nah: Seine eigene Tochter ist als Kind gestorben, die Ehe daran gescheitert, er hat es nie wirklich verarbeitet und ist nie darüber hinweggekommen.

Ja, herrliche Schwierigkeiten! Und so strickte ich dann meine leichte Sommergeschichte zurecht, nachdem ich mich intensiv und voller Freude dazu belesen hatte, wie das mit dem Rettungsdienst an der Ostsee so läuft, wenn jemand in Seenot gerät, und wie das Kind des Wassermalers hatte verunglücken können. Happy End mit Mama? Eher nicht, dazu war er zu beladen, mein Wassermaler. Schade.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass er ein ausgeprägtes Eigenleben entwickelte. Offenbar habe ich mit dem Wassermaler eine Figur entwickelt, die so eng an meinen eigenen Befindlichkeiten oder sogar Nöten entlangsegelt, dass er unglaubliche knappe anderthalb Jahre später in eine depressive Vorweihnachtsetüde schlüpfte – und dort prompt seiner geschiedenen Frau wiederbegegnete. Aber das reichte nicht. Die Geschichte gärte weiter und mein Wassermaler wurde willens, sich seiner Vergangenheit zu stellen und ins Leben zurückzukehren – er begegnete seiner Ex-Frau ein zweites Mal und entwickelte zögerliche Frühlingsgefühle. Neben erneuten Recherchen zu Zeit und Umständen war dies der Punkt, wo ich ohne psychologisches Feedback aus der Etüdenrunde aufgeschmissen gewesen wäre: Ticken Leute so, ist das glaubwürdig, kann da was gehen, wenn man ein totes Kind im geistig-seelischen Gepäck hat? Ich habe euch in den Kommentaren danach gefragt und bin speziell Gerda, Werner und Bernd für ihre Antworten immer noch dankbar, ich bin anfangs viel zu blauäugig gewesen.

Es brauchte wieder ein paar Monate, bis ich so weit war, den Wassermaler weiterschreiben zu wollen. Ich wusste, das wird länger, und war happy, als mir der Aufruf zu einer Halloween-Anthologie unterkam, in der ich meine Geschichte unterbrachte. Wie mehrere von euch bereits angemerkt haben, ist das keine Halloween-Geschichte, sondern der Teil der Wassermaler-Serie, der zufällig an Halloween spielt. Ich bin sehr zufrieden damit, ich habe das Gefühl, meinem Wassermaler und seiner Ex-Frau gerecht geworden zu sein, und es kann sein, dass er jetzt schlummert … zumindest im Moment tut er es. Aber es war so eine Freude, daran zu schreiben!

Eine unerwartete Freude waren die Recherchen. Plötzlich brauchte mein Wassermaler eine Vergangenheit und einen Broterwerb im Winter, also brachte ich ihn in einem (selbstverständlich existierenden) Museum unter. Da ich über Orte geschrieben habe, die ich nur teilweise kannte, habe ich lange über Karten gebrütet, mir Fotos, Straßen-, Fahr- und Speisepläne angesehen, einen Ort am Bodensee ausgemacht mit einer Bäckerei, die dann offen hatte, als ich es brauchte, und einem Friedhof in Laufnähe … ich könnte sogar mit einer Wohnadresse dienen. Wenn ich jemals etwas Größeres schreibe, werden meine Recherchen unglaublich viel Zeit in Anspruch nehmen und ich werde hinterher echt viel wissen, so viel steht schon mal fest. Ebenso halte ich es für absolut wahrscheinlich, dass ich zu den Plottern gehören würde. Der Wassermaler hat sich noch ohne großen Plan schreiben lassen, aber wenn ich etwas Komplexeres schreiben werde und würde, sehe ich mich vorher viele, viele Vorarbeiten leisten (und notieren), bis ich „nur noch“ schreiben darf*muss. Wenn ich also über Juttas Frage – „Was hat Euch in der vergangenen Woche (oder überhaupt in der Vergangenheit) schreibend am meisten Spaß gemacht?“ – nachdenke, dann muss ich sagen: das. Glaubwürdige Figuren in einem glaubwürdigen Umfeld glaubwürdig agieren zu lassen. Und dann eine Tür für das Magische zu öffnen – nur nicht beim Wassermaler, der kommt ohne aus, das tu ich ihm nicht an.

„Weiterschreiben ist oft leichter als anfangen“, schreibt Jutta. Das geht mir anders. Mich langweilen meine Figuren meist, wenn ich ihre Geschichte auserzählt habe, und sei es bloß eine Etüde, oder ich habe keine Idee für neue Schwierigkeiten, in die ich sie stürzen könnte. Oder aber das Weiterschreiben ist mit einer derartigen Menge an Aufwand verbunden, dass ich es mir echt zweimal überlege.
Denke ich darüber nach, wessen Geschichten noch offen sind, dann bleibe ich bei meiner Vampir-WG hängen (Jutta, ich sage nur: John, sehr blass), obwohl ich Vampire eigentlich nicht ausstehen kann und nicht noch eine Variante Vampirkitsch erfinden möchte, auch keinen Vampir-Porn oder so; und bei Lumi, in deren Geschichte man allerdings jede Menge aktuelle Bezüge unterbringen könnte, von Klimawandel bis … Andererseits ist Lumi, äh, nicht ganz menschlich, und damit fällt sie per Definition unter Fantasy. Kennt wer von euch Fantasy mit Umweltthriller-Einschlag? Gibt’s das überhaupt?

Wenn ich mir das so durchlese, dann ist das ein geschwätziger Bericht über meine Begeisterung für meine Wassermaler-Storys, garniert mit Gedanken dazu, was ich beim Schreiben über mich gelernt habe. Ich wollte das schon lange mal festhalten.
Also bleibt mir jetzt nur noch, euch darauf hinzuweisen, dass ihr die Wassermaler-Storys rechts in meiner Seitenleiste findet (unter der Liste mit den neuesten Kommentaren), bis auf den letzten Teil, der ist nicht online. Wenn ihr den lesen wollt, sagt bitte Bescheid, ich freue mich über euer Interesse.

 

Schreiben bei Jutta Reichelt Tag 6/7 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

38 Kommentare zu “Figuren erfinden und ihnen Raum geben | Schreiben bei Jutta Reichelt, Tag 6/7

    • Das soll heißen, dass man als Autor sich um seine Figuren sorgt, schließlich soll man sie ja möglichst in Schwierigkeiten bringen! 😎 Und wenn die Antwort wäre: „Das geht dich einen Sch…dreck an, kümmer dich um deinen eigenen Mist!“, dann wäre auch das eine Ansage. Nur ist es halt nicht so.
      Hast du den Wassermaler jemals gelesen? Ich habe nicht mehr im Kopf, wann du zu den Etüden dazugestoßen bist, für mich bist du schon so ewig dabei …
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌼🦋🌞☕🍪👍

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  1. Die Protagonisten, die uns längere Zeit begleiten, haben sicher ganz viel Autobiographisches. Ich entdecke in meinen Geschichten oft unerwartet Bekannte und Freunde von früher.
    Meine Helden sind oft schnell abgearbeitet, außer Mühlenbrock vielleicht. Doch der hält gerade Winterschlaf oder sowas.
    Ich bin sehr froh, dass ich bei dir die Schreibwerkstatt gefunden habe, auch wenn ich gerade auf der Stelle trete beziehungsweise an Comics kritzel, um eine Blockade zu lösen. Macht aber nichts, hat schließlich alles einen Sinn, auch wenn ich ihn noch nicht verstehe.
    Liebe Grüße
    Alice

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    • Direkt autobiographisch ist mein Wassermaler nicht, sehen wir mal von diversen Verlusterfahrungen ab, die aber in so einer Form nicht aufgetreten sind. Aber natürlich geraten einem vermutlich die Figuren am besten, denen man sich am nächsten fühlt, weil man am meisten über sie weiß, ohne erst großartig konstruieren zu müssen. Und das hat natürlich mit dem eigenen Umfeld zu tun. 🤔
      Und ich freue mich, dass ich dazu beitragen konnte, dass sich bei dir was tut, auch wenn ich gar nichts gemacht habe.
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌞🦋🌼☕🌞👍

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  2. Deine Betrachtungen zum Schreiben faszinieren mich richtig, weil bei mir alles ganz anders ist. Und doch kommt bei so verschiedenen Motivationen, Ansätzen und Gründen der Freude das gleiche heraus: ein Text. Ich möchte bitte auch den weiteren Wassermaler-Text lesen !

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    • Ach, echt, ganz anders? Wie denn? Hast du das schon irgendwo beschrieben? Habe ich das etwa übersehen?
      Du solltest gerade eine Mail mit dem Wassermaler bekommen haben.
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌞🌼🦋🌷👍

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      • Danke für den Wassermaler ! Er kommt heute abend dran.
        Naja, wir haben das schon einmal beplaudert: bisher haben Figuren für mich über eine Geschichte hinaus noch kein Eigenleben entwickelt und ich beschäftige mich auch nicht weiter mit ihnen. Vielleicht würde sich das ändern, wenn ich mich an einem langen Text versuchen würde. Vor allem aber liegt mir eigentlich mehr an der Form, an der Sprache selbst, als am Inhalt. Ich finde es sehr spannend, Sprachebenen zu erkunden aber auch Bilder und Stimmungen zu erzeugen ohne sie unbedingt sprachlich auszuformulieren. Also zB nicht „es war heiß“ sondern „er schwitzte“. Ist alles noch ein bissl unausgegoren …

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        • Wird als Technik auch empfohlen: Show, don’t tell in Reinform. Ja, darüber hatten wir gesprochen, ich erinnere mich, ich wusste bloß nicht mehr, was du meinst.
          Ich freu mich auf dein Feedback zum Wassermaler.

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        • Ich habe den Wassermaler ganz gelesen, kannte den letzten Teil aber schon aus den Halloween-Geschichten. Sehr gut gefällt mir nach wie vor, wie du die Information über den Tod von Marie langsam vorbereitest und weniger mag ich das halloweenige an der Geschichte. Obwohl es mir so als Teil des Ganzen weniger aufgesetzt vorkommt, als wenn die Geschichte als Halloween- Geschichte deklariert ist.
          Die Figur des Wassermalers finde ich auch sehr gut gelungen und wenn dir am wichtigsten ist, wie du sagst, glaubwürdige Figuren glaubwürdig agieren zu lassen, so ist dir das meiner Ansicht nach gut gelungen. Auch die Schlussszene im Zug gefällt mir atmosphärisch sehr gut, er sitzt in einem Abteil, zwei andere Passagiere haben dort ihr Gepäck zurückgelassen, das ist ganz realistisch. Sogar die doch etwas heikle Konstruktion, dass zufällig die Frau mit Tochter von der Küste im Zug auftaucht, ist dir ziemlich glaubwürdig gelungen.
          Die Figur des Malers ist so liebevoll und glaubwürdig gestaltet, dass Sanne und Lena ein bisschen abfallen. Das Kind dagegen sehe ich wieder sehr bunt vor mir, mit der Einhorn- und Pferdephase lässt sich sehr gut charakterisieren.
          Was mir an der Geschichte noch fehlen würde, wenn es meine wäre, ist etwas mehr Beschreibung der Umgebung. Die hätte ich für mich gerne so plastisch wie das sommersprossige Einhornkind, das ich ganz genau vor mir sehe :)

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        • Okay, ich glaube, da muss ich dir recht geben. Ich habe auf die Ausgestaltung von Lena etwas mehr und auf die von Susanne weniger Mühe verwendet, aber tatsächlich erheblich weniger als auf die Hauptperson. Und ebenfalls ja, ich hätte bisschen mehr für die Landschaft tun können, allerdings gab es da kein Streetview, also habe ich mich auf die Basics beschränkt. Aber gute Anregung, ich merke es mir.
          Liebe Grüße zur Nacht, danke
          Christiane 😁🍷🌔😴

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  3. Ich schreibe ja in verschiedenen Kategorien: angefangen mit Gedichten und über Deinen Etüden-Blog mehr und mehr auch zum Geschichtenschreiber mutiert. Meine Themen insgesamt sind dabei: Wo geht unsere Reise hin? ; Wildwest-Geschichten; Tausendsassa Opa Fritz und Handwerksmeister Röhlich.
    Bei dem Thema „Wo geht die Reise hin“ sind es natürlich Fragen, die mich selbst sehr berühren und mit denen ich mich seit vielen Jahrzehnten auseinander setze und immer wieder neu durch Gespräche oder Kommentare befruchtet werde.
    Bei den Wildwest-Geschichten bin ich wie ihr wisst durch meinen Bruder vorgeprägt worden, der immer seine gekauften Romane an mich weiter gegeben hat. Dazu kam damals meine Zeit in Nicaragua, wo der wir mindestens 6-mal die Woche mangels anderer Gelegenheiten ins Kino gegangen sind und die große Welle der Western von Sergio Leone mit Clint Eastwood, José Calvo, etc. einsetzte. Heute habe ich Spaß, Revolvergeschichten mit aktuellen Ereignissen zu verbinden oder aktuelle Situationen in Western einzuarbeiten. Das gibt immer einen schönen Spannungsbogen.
    Bei Opa-Fritz spielen viele Kindheitserinnerungen an meinen eigenen Opa und an den Opa meiner Frau hinein. Hier liebe ich, aus einer außergewöhnlichen Fähigkeit/Ausrüstung meines Protagonisten Überraschungen bieten zu können.
    Und bei Röhlich habe ich selbst immer riesigen Spaß, weil ich diese Figur von Brösel von Anfang an geliebt habe, auch wegen der sprachlichen Nähe zum Plattdeutschen.
    Gemein ist allen meinen Figuren, dass sie keine Beziehungsprobleme aufgreifen. Ich muss also keine mühevollen Überlegungen anstellen, wie und ob überhaupt ich bestimmte Konflikte weiterführe und wann und wie auflöse. Ich kann meine Geschichten mit beliebigen neuen Ereignissen weiterschreiben, ohne auf Traumabewältigung, Alleinsein, Scheidungsprobleme, frühere Fehlentscheidungen oder Leidenswege Rücksicht nehmen zu müssen.
    Und so kann ich mich bei meinen Geschichten zurücklehnen, mir weitere Einschläge ausdenken und mich in die Fragen des Seins verbeißen und verheddern.

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    • Ja, stimmt, du schreibst ganz anders als ich, lieber Werner, bzw. legst auf ganz andere Dinge Wert. Wenn du auf Charakterzeichnungen verzichtest, schreibst du (für mich) im Wesentlichen Dönsches/Döntjes. Es sei denn, du wirst politisch, aber das packst du häufig in deine Gedichte.
      Für mich haben Figuren immer ein gelebtes Leben, das immer, immer als Background mitschwingt. Dieses Leben muss durchaus nicht immer Thema sein, auch bei mir ist ja nicht jede Etüde problembeladen, von den dank Jutta thematisierten Schwierigkeiten mal abgesehen. Aber würde ich das Nachdenken über diesen Background weglassen, würde mir eine Herausforderung fehlen.
      Schön, dass wir alle so unterschiedlich sind.
      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Herzliche Grüße
      Christiane 😁🌞🌼🦋🌷👍

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  4. Liebe Christiane, wie in allen guten Texten spiegelt sich in deinem Bericht das Allgemeine im Konkreten – denn wir erfahren ja nicht nur etwas über dich und wie du den Wassermaler erfunden hast, sondern zugleich sehr vieles über den kreativen (Schreib)-Prozess. Was mir besonders gefällt, ist deine Beschreibung der zeitlichen Dimension, der einzelnen Etappen, in denen die Geschichte vom Wassermaler entstanden ist. Und was ich auch sehr wichtig finde: wie aufmerksam du für deine Vorlieben oder Abneigungen bist, den Schreibprozess betreffend. Zu berücksichtigen, dass dir die Recherche so viel Freude bereitet hat, kann es dir erleichtern zukünftige Schreibprojekte so zu entwickeln, dass du nicht die Lust verlierst – z. B. indem du Orte, Themen, Erfahrungen einbaust, die dich interessieren, über die du gerne mehr wüsstest … (Ich glaube, ich schreibe da bald mal drüber 😉 Liebe Grüße!

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    • Guter Punkt, Jutta. Ich muss ein Thema finden, das mich brennend interessiert, sonst bleibe ich nicht bei der Stange, das denke ich auch. Wieder die Frage: Wie erkenne ich die Geschichte, die von mir erzählt werden möchte und sollte? Das mit der Recherche spielt da garantiert rein – mehr Wissen gibt den Figuren mehr Dimension, mehr Ideen, mehr Spielfreude.
      Hm. Ich bin sehr gespannt auf deine Gedanken dazu, in meinem Kopf arbeitet es …
      Liebe Grüße und danke
      Christiane 😁🌞🌼🦋🌷👍

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  5. Interessante Betrachtungen. Ich denke, es bringt einen beim Schreiben voran seine eigenen Strukturen zu hinterfragen. Ich finde deine Wassermaler-Geschichten sehr interessant. Man merkt deine Neugierde für den Charakter und jetzt mit dem Bakcground finde ich ihn nochmal spannender. Ich hoffe, du veröffentlichst die weitere Geschichte. :)

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    • Wir haben damals, du ja auch, keine Rechte abgetreten, also dürfte ich wahrscheinlich. Aber im Moment bin ich gespannt, wer sich bei mir meldet und den letzten Teil lesen will.
      (Ich lese auch immer gern den Background von Geschichten.)
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🌼🦋🌷🌞

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  6. Dein *geschwätziger* Bericht ist verdammt gut, liebe Christiane! Der Wassermaler blieb in Deinen Gedanken hängen und ich erinnere mich gerne an ihn und auch an die vampirige Geschicht und das bedeutet, daß sie unter einer Vielzahl von Geschichten hängen blieben und das ist viel, denn so vieles fällt durch die löscherigen Gedanken- und Erinnerungsswege und weg ist es., da braucht es dann viel, um es aus den Tiefen des Dunkels wieder emporzuziehen und wieder zu beleben.
    Bei Deinen Geschichten kann ich genießen und es mir dann wieder in Erinnerung rufen. Nicht alles, aber vieles, weil es stark war und sich durchsetzte in meinem Kopf.

    Liebe Grüße von Bruni am Sonntagmittag

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    • Ich verrate dir was, liebe Bruni: Viele von meinen Etüden schreibe und vergesse ich – und dann, wenn ich sie nach einer bestimmten Zeit wieder lese, freue ich mich selbst darüber, was mir da so eingefallen war. Bei manchen denke ich dann, dass da noch „Luft nach oben“ gewesen wäre, aber meist bin ich ziemlich happy.
      Liebe, sonnige Grüße zurück
      Christiane

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      • Das klingt echt gut!
        Ein toller Erfolg beim Schreiben, sich auch nach längerer Zeit wieder gerne zu lesen und zu wissen, ja, man hat es gepackt, das angestrebte Ziel wurde erreicht.
        Liebe Gutenachtgrüße von Bruni an Dich

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  7. Ha – wie schön – soviel zu lesen (und zu kommentieren *grins* aber einen Einwand: ich mag meine Protagonisten nicht absichtlich ‚beschweren‘. Und nebenbei noch ein Dankeschön, Du hast mich mit Deinen ABC-Etüden echt beflügelt wieder mehr zu schreiben. LG

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    • Du, das ist jedem freigestellt, wie er oder sie schreiben will und wie nicht. Ich finde es toll, was auszuprobieren. Der Weisheit letzter Schluss ist das natürlich nicht, höchstens für mich.
      Liebe Grüße zurück
      Christiane ;-)

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  8. Interessant. Ich habe ein paar längere Dinge geschrieben und war überrascht, wie viel man vorher wissen muss, sonst überrascht es einen irgendwann mittendrin, und dann sitzt man da und kommt nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Interessanterweise habe ich meine Welt vorm Schreiben recht genau überlegt, aber das Innenleben meiner Figuren leider vernachlässigt. Das hat sich gerächt. Eigentlich müsste ich noch mal von vorne anfangen. Naja. Es gibt auch soviel anderes schönes, was man tun kann. :)

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    • Genau. Man muss viel wissen, und ich frage mich immer, ob ich genug weiß, um echt zu sein. Aus manchen Kisten kommt man nur glaubhaft raus, wenn man selbst mal dringesteckt hat, und das ist nicht immer lustig.
      Von daher: Ich fange mit den Figuren und der Handlung an. Der Rest findet sich, wenn es passt.
      Wenn deine Idee gut war, was spricht dagegen, noch mal neu anzufangen? Du wirst Teile bestimmt brauchen können, musst sie bloß umsortieren …
      Wenn mich eine Idee gepackt hat, finde ich Schreiben ungemein befriedigend. Ich möchte das nicht missen.
      Liebe Grüße, gute Nacht 🌕
      Christiane 😁🍷😺👍

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