Tag 18 | 30 Days Book Challenge

 

18 Einen Satz, den Du für zitierwürdig hältst

Das Problem mit zitierwürdigen Sätzen ist, dass die Dinger unter das Urheberrecht fallen, und man sie nur zitieren darf, wenn man den Text, aus dem sie stammen, bespricht. Ja, glaubt mir.

Über dieses Zitat bin ich gestolpert, als ich das zugehörige Buch aufschlug, um zu sehen, ob es zufällig auf Dünndruckpapier gedruckt ist und über 1000 Seiten dick ist, siehe Aufgabe von morgen. (Nein. 638 Seiten.) Und dann fiel mein Blick auf das Zitat, das ich euch nicht vorenthalten möchte, und da es mir zu lang zum Abtippen ist, habe ich es abfotografiert. Es ist der Schluss des Buches „Wo die Berge jung sind“ von Han Suyin (Wikipedia-Artikel zur Autorin).

 

Zitat Tag 18 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Han Suyin, Wo die Berge jung sind, Deutsche Hausbücherei Hamburg (o. J.), S. 637/38
Klicken macht groß!

 

Wenn ich ehrlich bin, habe ich ziemlich wenig Erinnerungen an die Handlung, aber ich weiß, dass ich es sehr mochte. Es spielt 1956 in Kathmandu und ist 1958 herausgekommen. Auf der Suche nach einer deutschen Inhaltsangabe habe ich nur Folgendes gefunden: „Eine junge Engländerin erlebt in Nepal eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die ihrem Leben einen ganz neuen Sinn gibt.“ Nun. Sie verliebt sich in einen Inder, es gibt diverse Mengen an Verwicklungen und sie lernt dabei eine Menge über sich selbst, über Land, Leute und Philosophie/Religion, den Sinn ihres Lebens und das Leben an sich. Die englische Wikipedia geht erfreulicherweise ein bisschen mehr ins Detail (hier klicken).

Ich war damals, als das Buch mir zufiel (ich habe eine gebundene Ausgabe, die so alt ist, dass noch nicht mal das Erscheinungsjahr drinsteht, also vermutlich 60er, 70er, was auch bedeutet, dass man es heute gebraucht nachgeschmissen bekommt), ziemlich sicher noch voll auf dem „Liebe zwischen den Kulturen“-Trip. Ganz sicher hat es mich deswegen so berührt, ich fand es nicht nur schön von der Sprache her, sondern ungewöhnlich einfühlsam und fremdartig gleichermaßen, getragen von einem tiefen Respekt für die Figuren und die Kultur. Ich vermute inzwischen, dass Han Suyin, die Chinesin war und sowohl mit einem Engländer als auch mit einem Inder verheiratet gewesen ist, sehr genau wusste, wovon sie schrieb.

Rilke wird (vermutlich falsch) der Ausspruch zugeschrieben: „Darin besteht die Liebe: Dass sich zwei Einsame beschützen und berühren und miteinander reden.“ Mir ist egal, von wem es stammt, ich finde es sehr wahr, und vermutlich hat mich deshalb das obige Zitat auch so sehr angezogen.

 

Tag 18 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 15 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

28 Kommentare zu “Tag 18 | 30 Days Book Challenge

  1. Das berührt mich im Augenblick sehr – das Buch ist bei mir in einer Kiste mit alten Leseringausgaben damals vom Deutschen Bücherbund 1967 herausgegeben und ich habe es fast vergessen – werde es jetzt nochmal rauskramen.
    Einen herzlichen Wochenendgruß zu Dir, Karin

    Gefällt 3 Personen

  2. Ja, habe ich auch gerne gelesen, beide. Diese Basis der Liebe ist irgendwie der Gegenentwurf zu der sogenannten „Verschmelzung“ und dem „Einswerden von zwei Menschen“, die meiner Ansicht nach weder funktioniert noch erstrebenswert ist …

    Gefällt 1 Person

  3. Sich für einen anderen aufgeben, ist nicht nur falsch. Es ist gefährlich…denn was bleibt dann noch von Dir?

    Ich habe Han Suyins Alle Herrlichkeit auf Erden gelesen und fand es ganz wundervoll, obwohl ich die Handlung nur noch hinter einem Schleier in mir entdecke. Der Name der Schriftstellerin blieb aber fest in mir verankert.
    Wo die Berge jung sind, kenne ich nicht, aber das lange Zitat von ihr ist ganz wundervoll und aufhebenswert.
    Ich glaube, Rilke konnte die Liebe, wie er sie erstrebte, niemals in dieser Weise selbst lieben. Vermutlich gab er zu wenig von sich und forderte mehr vom Anderen.
    Wo die Balance fehlt, klappt es nie so recht mit dem Lieben

    Gefällt 1 Person

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